Gelenkerkrankungen

Schmerzen, Schwellungen, Bewegungseinschränkungen – Gelenkerkrankungen sind weit verbreitet. Oft wird hierbei von „Rheuma“ gesprochen. Unter diesem Begriff fassen Mediziner jedoch mehrere verschiedene Erkrankungen mit vielfältigen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten zusammen.

– Arthrose: Sie ist die häufigste Form der Gelenkerkrankungen – eine zunehmende Abnutzung des Gelenkknorpels. In fortgeschrittenem Stadium kann der Knorpel so weit zerstört werden, dass die Knochen direkt aufeinander reiben, was zu Schmerzen und Verlust der Beweglichkeit führt. Neben dem Alter können Faktoren wie Übergewicht, Fehlstellungen, Verletzungen oder einseitige Belastungen die Entstehung einer Arthrose begünstigen. Zu den Therapieoptionen gehören Physiotherapie, Schmerzmittel sowie eine gezielte Nährstoffversorgung des Knorpels. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Strukturprotein Kollagen, aus dem gesunder Knorpel zu rund 70 Prozent besteht. „Gute Erfahrungen werden häufig mit Trink-Kollagenen gemacht, die zusätzlich entzündungshemmenden Hagebutten-Extrakt enthalten, wie beispielsweise in CH-Alpha Plus“, erklärt dazu Dr. med. Werner Lehner, Facharzt für Orthopädie und Sportmediziner aus München. Obwohl Arthrose grundsätzlich keine Entzündung ist, kann es im Verlauf zu Entzündungsreaktionen kommen, der sogenannten aktivierten Arthrose. Mehr unter www.ch-alpha.de.

– Arthritis: Bei dieser Erkrankung liegt von vornherein eine Entzündung des Gelenks vor. Sie äußert sich etwa durch Schwellungen, Schmerzen, Überwärmung, Bewegungseinschränkungen und Gelenkerguss. Ursache kann eine bakterielle Infektion sein, bei der Krankheitserreger direkt oder über Umwege ins Gelenk eindringen. Diese Form tritt allerdings eher selten auf. Viel verbreiteter ist die rheumatoide Arthritis.

– Rheumatoide Arthritis: Sie wird auch chronische Polyarthritis genannt. Hierbei entsteht die gelenkzerstörende Entzündung durch eine Autoimmunreaktion des Körpers – aus bisher ungeklärten Gründen beginnt das Abwehrsystem den Knorpel wie einen Fremdkörper zu behandeln und zu bekämpfen. Die Erkrankung verläuft in schmerzhaften Schüben und befällt symmetrisch immer beide Gelenke. Zur Behandlung werden Kälteanwendungen, Schmerzmittel sowie verschreibungspflichtige Antirheumatika und Cortison eingesetzt.

Drei Warnsignale für ein schwaches Herz

Wenn der Herzmuskel schwach wird, kann das unterschiedliche Gründe haben. So steckt möglicherweise ein hoher Blutdruck oder eine koronare Herzerkrankung dahinter. Auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Arteriosklerose oder Herzmuskelerkrankungen sind laut Prof. Dr. med. Klaus Kisters, Facharzt für Innere Medizin, Nephrologie, Klinische Geriatrie, Hypertensiologie, Intensiv- und Labormedizin, eventuelle Ursachen. Der Chefarzt am St. Anna-Hospital in Herne, Uni-Professor in Münster und Leiter eines durch die Europäische Hypertonie Gesellschaft (ESH) zertifizierten Blutdruckzentrums nennt drei Warnsignale, an denen sich ein schwaches Herz erkennen lässt:

– Gewichtszunahme
„Bei einer Herzschwäche ist die Pumpfunktion des Herzens eingeschränkt. Dadurch kann es zu Wasseransammlungen im Körper kommen, die zu einer Gewichtszunahme führen“, sagt Professor Kisters und rät, bei einer unerklärlichen Gewichtszunahme immer einen Arzt aufzusuchen.

– Geschwollene Beine und Füße
Wassereinlagerungen bei Herzschwäche finden sich laut dem Experten klassischerweise im Bereich der Beine, vor allem an den Unterschenkeln. Hilfreicher Test: fest mit dem Finger auf eine Stelle drücken und beobachten, ob der Abdruck zu sehen bleibt. Ein weiteres Zeichen: Die Füße schwellen so an, dass die Schuhe nicht mehr passen.

– Leistungsschwäche
Fühlt man sich anhaltend schlapp, kommt kaum mehr die Treppen hoch und hat dabei Atemnot sowie einen schneller gehenden Puls, so sollte man laut Professor Kisters seinen Hausarzt aufsuchen und sich auf eine Herzschwäche untersuchen lassen.

Sind die Ursachen geklärt, kann eine Herzschwäche vom Hausarzt durch Medikamente behandelt werden, die den Empfehlungen der Europäischen Herzgesellschaft (ESC) entsprechen. Kisters: „Häufig muss der Blutdruck gut eingestellt werden.“ Als ergänzende Maßnahme empfiehlt er, Magnesium einzunehmen – insbesondere in Verbindung mit dem Biofaktor Orotsäure als Magnesiumorotat. „So können Patienten mit Bluthochdruck und Herzerkrankungen einen Magnesium-Mangel ausgleichen, was für eine gesunde Herzfunktion und die Blutdruckeinstellung unverzichtbar ist“, sagt der Experte. Das Orotat fördert nach seinen Worten zudem den Energiestoffwechsel im Herzmuskel. In Studien zeigte sich laut Prof. Kisters, dass eine Einnahme von Magnesiumorotat die Behandlung der Herzschwäche unterstützt und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann. Dr. med. Rainer Matejka, Experte für biologische Medizin (Univ. Mailand) und medizinischer Leiter der Matejka Tagesklinik in Kassel, weist auf die Bedeutung einer Lebensstiländerung hin: Wer nicht raucht, sehr wenig Alkohol trinkt, sein Gewicht normalisiert und sich regelmäßig moderat bewegt, kann so sein Herz stärken.

Wenn es im Kreuz zwickt, ist Schonung meist der falsche Weg

Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen gehören zu den häufigsten Schmerzarten. Fast immer sind sie das Resultat einer Störung im komplexen System aus Muskeln, Gelenken und Bändern. Treten die Beschwerden erstmalig oder nach langer Pause auf und dauern maximal sechs Wochen, spricht man von akuten Schmerzen. Bleiben diese unbehandelt, geraten Betroffene leicht in einen Teufelskreis: Um die Pein zu lindern, vermeiden sie bestimmte Bewegungen und nehmen eine Schonhaltung ein. Das verspannt die Muskulatur zusätzlich, verstärkt die Schmerzen und kann sie chronisch werden lassen. Deshalb ist es fast immer besser, Rückenleiden aktiv mit Bewegung zu bekämpfen.

Locker und stark durch Bewegung

Bewegung lockert nicht nur Verspannungen, sie stärkt auch die Muskulatur, so dass Gelenke, Bandscheiben und Knochen entlastet werden. Spezielle Gymnastik zur Kräftigung von Rücken- und Bauchmuskulatur ist besonders geeignet. Sie wird von vielen Sportvereinen und Fitnesscentern angeboten. Schwimmen eignet sich ebenfalls gut. Beim Brustschwimmen sollte allerdings der Kopf mit abtauchen, sonst sind Nackenverspannungen programmiert. Ganz einfach in den Alltag zu integrieren sind Radfahren und Spazierengehen.

Als Voraussetzung für Aktivität müssen allerdings oft erst die Schmerzen reduziert werden. Akute Rückenbeschwerden lassen sich zum Beispiel mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie „Ibuflam akut“ mit dem Wirkstoff Ibuprofen behandeln. So kommt man aus der Vermeidung und Schonung leichter heraus und kann das Bewegungsprogramm starten. Halten die Schmerzen länger als drei Tage an, sollte aber ein Arzt aufgesucht werden.

Gezielt vorbeugen

Damit Verspannungen und Fehlhaltungen gar nicht erst auftreten, lässt sich schon im Vorfeld viel tun – mehr Informationen dazu gibt es auch unter www.ibuflam.de. Wer etwa beruflich viel sitzen muss, sollte auch dabei in Bewegung bleiben und so oft wie möglich die Position wechseln. Dabei können ein Sitzball oder eine ergonomische Stuhlauflage unterstützen. Statt des Fahrstuhls lieber die Treppe benutzen und in der Mittagspause einen kleinen Spaziergang machen. Schwere Lasten sollte man immer mit geradem Rücken heben und so oft wie möglich Hilfsmittel wie eine Sackkarre verwenden.

Gut schlafen ohne Hangover-Effekt

Deutschland wird mehr und mehr zu einer Nation der Schlaflosen: Laut dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport schlafen 80 Prozent der Erwerbstätigen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren schlecht. Das sind zwei Drittel mehr als 2010. Zudem leidet jeder zehnte Arbeitnehmer unter schweren Schlafstörungen. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Für die Betroffenen ist der Schlafmangel keine Lappalie. Sie leiden unter Abgeschlagenheit, mangelnder Belastbarkeit und können sich nicht gut konzentrieren. Die Angst, Fehler zu machen und dadurch den Job zu verlieren, lässt die innere Anspannung stetig wachsen. Das Fahnden nach den Ursachen ihrer Schlafprobleme gestaltet sich oft schwierig. Denn sowohl organische, psychische, verhaltensbedingte als auch medikamentöse Faktoren können den Schlaf beeinträchtigen. Wer über mehrere Wochen regelmäßig unter Schlafstörungen leidet, sollte auf alle Fälle einen Arzt konsultieren.

Nebenwirkungen, nein danke

Zur Behandlung von Schlafstörungen gibt es verschiedene Substanzen, die das Einschlafen fördern, die Schlafkontinuität erhöhen und die Schafqualität verbessern. Wichtig zu wissen: Einige chemische Mittel können auf Dauer eine Gewöhnung hervorrufen sowie den sogenannten Hangover-Effekt erzeugen. Dabei ist der Patient am Morgen nach der Einnahme noch wie benebelt, die Unfallgefahr bei der Arbeit und im Straßenverkehr steigt dadurch beträchtlich an. Grundsätzlich sollte der Gebrauch synthetischer Schlafmittel zeitlich begrenzt sein und vom Arzt regelmäßig überprüft werden. Gut verträglich sind dagegen natürliche Arzneimitteln wie das rezeptfreie Neurexan aus der Apotheke. Abends eingenommen, entfaltet die Wirkstoffkombination aus Passionsblume, blühendem Hafer, Kaffeesamen – in homöopathischer Dosierung – und Kristallen eines Wirkstoffes, der in der Baldrianwurzel enthalten ist, eine entspannende Wirkung, die das Einschlafen fördern kann.

Schlafstörer entlarven

Führende Schlafexperten empfehlen Menschen, deren Gedanken nachts stetig kreisen, ein Schlaftagebuch zu führen. In diesem können quälende Sorgen notiert und ungünstige Verhaltensweisen wie etwa übermäßiger Kaffeegenuss oder körperliche Überanstrengung während des Tages entlarvt werden. Darüber hinaus stehen zur Behandlung von Schlafstörungen begleitende verhaltens- und psychotherapeutischer Techniken wie beispielsweise Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen, Schlafhygiene, Schlafrestriktion sowie kognitive Techniken zur Reduktion nächtlicher Grübeleien zur Verfügung. Tipps und Informationen dazu gibt es unter www.entspannung-und-beruhigung.de.

Worauf Menschen mit Arthrose im Urlaub achten sollten

Die Feriensaison rückt näher, und viele Arthrose-Patienten wollen sich fernab von zu Hause erholen. Damit auch die geplagten Gelenke davon profitieren, sollte man bei der Planung und Gestaltung des Urlaubs einige Dinge berücksichtigen. Das geht schon bei der Wahl des Verkehrsmittels los. Denn meistens ist die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, was wiederum die Gelenke strapaziert. Am bequemsten fährt man daher mit der Bahn, wo es kein Problem ist, zwischendurch häufiger aufzustehen und umherzugehen.

Verkehrsmittel mit wenig Bewegungsfreiheit

Im Auto sitzen Reisende weitgehend starr, doch lassen sich hier häufig Pausen einlegen, was Arthrose-Patienten auch möglichst oft tun sollten. Bei Flügen kommt es auf die Strecke an – lange Flüge sind bei schmerzenden Gelenken oft schwierig. Regelmäßiges Aufstehen ist nicht zu jeder Zeit möglich, etwa wenn der Pilot zum Anschnallen aufruft. Für zwei, drei Stunden ist das machbar, aber Langstrecken können problematisch sein. Das Gleiche gilt im Übrigen für Busreisen. Was das Urlaubsziel betrifft, bieten sich Orte mit mildem Klima an, da viele Menschen mit Gelenkbeschwerden Wärme als wohltuend und entlastend empfinden.

Noch wichtiger ist aber, sich in den Ferien nicht nur auf die faule Haut zu legen. Denn auch wenn die Entspannung natürlich nicht zu kurz kommen soll, ist es wichtig, dass die Gelenke nicht einrosten. Ein maßvolles Sport- oder Bewegungsprogramm gehört daher im Urlaub dazu. Dabei sollte man allerdings möglichst schmerzfrei sein. Neben herkömmlichen Mitteln für akute Beschwerden können im Vorfeld der Reise Injektionen mit speziell vernetzter, hochmolekularer Hyaluronsäure wie Synvisc oft sinnvoll sein. Sie werden direkt ins betroffene Gelenk gespritzt und können Schmerzen langfristig lindern. Mehr Informationen dazu gibt es unter www.fit-und-mobil.info.

Schonender Sport am Urlaubsort

An vielen Urlaubsorten lassen sich schonende Sportarten betreiben, die gerade für Arthrose-Patienten gut geeignet sind, beispielsweise Schwimmen, Walken, Radfahren, Yoga oder Wassergymnastik. Oft haben Hotels und Reiseanbieter sogar besondere Angebote für Menschen mit Gelenkproblemen im Programm. Hier sind Wellnesshotels, Heilbäder und Kurorte führend, wo man meist noch weitere Anwendungen wie Massagen oder Akupunktur buchen kann.

Harnwegsinfekte sind unliebsame, aber häufige Urlaubsbegleiter

Mehr als 870 Millionen Tage sind die Deutschen im Jahr auf Urlaubsreisen, so die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (Stand 2015). Dabei wird die meiste Zeit am Meer und Strand verbracht. Die Aktivitäten reichen vom Baden über Surfen, Segeln, Kiten bis hin zum Angeln oder einfach nur Relaxen. Nach dem Planschen oder Sporteln im kühlen Nass geht es direkt in feuchter Badekleidung in den Liegestuhl, an die Strandbar oder aufs Boot. Oft bleibt durch die Sonnenstrahlen unbemerkt, wie sehr der Körper dabei auskühlt, auch im empfindlichen Beckenbereich. Für viele Urlauberinnen hat dieses Verhalten einen unliebsamen Nebeneffekt: Blasenentzündung. Etwa 50 Prozent der Frauen erleiden einmal in ihrem Leben einen Harnwegsinfekt, viele davon erwischt es immer wieder.

Pflanzliche Hilfe bei Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung wird durch Unterkühlung begünstigt und ist eine sehr schmerzhafte Angelegenheit: Das Wasserlassen tut weh, der ganze Unterleib krampft und hinzu kommt das Bedürfnis ständig „zu müssen“. Doch wie wird man die Keime in der Blase wieder los? Ein probates Mittel gegen akute Harnwegsinfekte kennt die Naturapotheke: Ein Extrakt der Bärentraubenblätter, etwa in Cystinol akut, bekämpft die Krankheitserreger rein pflanzlich. Die Dragees sind im Vergleich zu Arzneitees hoch dosiert, geschmacksneutral und auch unterwegs leicht anzuwenden. Aufgrund der antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung lindert die Bärentraube die Beschwerden bei akuten, entzündlichen Harnwegserkrankungen rasch. Zudem fördert sie die Regeneration der Blasenschleimhaut und verhindert, dass sich die Erreger an ihr festsetzen – die Keime werden ausgespült.

Bewährte Heilpflanze mit Tradition

Bereits im 13. Jahrhundert wurde die Bärentraube in englischen Kräuterbüchern erwähnt und gegen Harnwegsinfekte eingesetzt. Nähere Informationen zur Wirkweise des immergrünen Zwergstrauches finden sich unter www.heilpflanzen-experten.de. Viele Patienten mit Blasenentzündung empfinden Wärme als wohltuend. Warme Getränke, eine Wärmflasche sowie ein Körnerkissen zur Auflage auf Bauch oder Rücken und auch der Besuch einer Infrarotwärmekabine können zur Schmerzlinderung beitragen. Vorbeugend lässt sich die allgemeine Abwehrlage durch eine gesunde Ernährung, Sport und Saunagänge verbessern. Weitere Tipps rund um die Blasengesundheit finden sich im Ratgeber Harnwegsinfekte unter www.cystinol.de. Wichtig: Färbt sich der Urin rot oder kommt Fieber hinzu, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden, da sich sonst eventuell eine Nierenbeckenentzündung entwickeln kann.

Leben mit einer Netzhauterkrankung

Gerade Linien verkrümmen sich, Farben werden nicht mehr richtig wahrgenommen und in der Mitte des Blickfeldes erscheint plötzlich ein verschwommener Fleck: Das alles können Symptome einer erblich bedingten Netzhauterkrankung sein, unter der in Deutschland viele tausend Menschen leiden. Wer beim Augenarzt die Diagnose einer sogenannten Makuladystrophie erhält, steht vor großen Herausforderungen. Denn die Erkrankung, bei der die Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens, der Makula, Veränderungen zeigt, ist nicht heilbar. Auch Kinder und junge Menschen können davon betroffen sein.

Erste Makula-Fachtagung in Münster: Aktionstag für Betroffene

Wie wird künftig mein Alltag aussehen? Wie kann ich mit meiner Angst umgehen? Wo finde ich Hilfe? Welche Förderung gibt es für mein sehbehindertes Kind? Das sind nur einige der vielen Fragen, die sich Erkrankte und Angehörige stellen. Unterstützung bietet ihnen hier zum Beispiel die Selbsthilfeorganisation PRO RETINA Deutschland e.V. mit ihren zahlreichen Beratungsangeboten. Zudem veranstaltet der Verein in diesem Jahr gemeinsam mit der Universitäts-Augenklinik Münster die 1. Makula-Fachtagung, zu der auch Betroffene eingeladen sind. Während am 10. Juni 2017 die Experten und Berater im Bereich Sehbehinderungen über seltene Netzhauterkrankungen diskutieren, können sich am 11. Juni alle Patienten und Angehörigen über Krankheitsbilder wie Morbus Stargardt, LHON, Morbus Best und andere Makulaerkrankungen informieren und austauschen. Informationen sowie Anmeldemöglichkeiten bis zum 1. Mai gibt es unter www.pro-retina.de.

Hilfreiche Infobroschüre

Betroffene kommen auch in der kostenlosen Informationsschrift zur Juvenilen Makuladystrophie „Farben des Lebens“ zu Wort – etwa die Chemieingenieurin Daniela Wüstenhagen, die unter dem sogenannten Morbus Best leidet. Ihre zwei Kinder sind ebenfalls betroffen. „Ich rate zum Beispiel dazu, die Kinder nicht dauernd zu fragen, was sie gerade sehen. Man kann darauf vertrauen, dass sie ihre eigenen Strategien mit den Sehstörungen finden“, so Wüstenhagen. Die Broschüre der Selbsthilfevereinigung kann bei der Geschäftsstelle unter Telefon 0241-870018 bestellt werden. Sie kombiniert Patientenerfahrungen mit medizinischen Informationen über die Veränderungen der Netzhaut und richtet sich an alle, die mehr darüber wissen möchten. Auch Informationen über Hilfsmittel, rechtliche und psychische Aspekte wurden zusammengestellt.

Frühlingssonne mit Bedacht genießen

Endlich Frühling. Die Cafés und Parks füllen sich, das Fahrrad wird aus dem Keller geholt, Groß und Klein genießen Licht und Wärme der Sonne. Vergessen wird dabei schnell die UV-Strahlung, die in hoher Dosis krebserregend ist. Im Frühjahr kann eine stellenweise Verdünnung der Ozonschicht vereinzelt zu ungewöhnlich hohen UV-Werten führen. Die Freude am Frühling muss das nicht trüben: „Genießen Sie das schöne Wetter, aber vermeiden Sie Sonnenbrände und Hautrötungen.“, rät Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Orientieren Sie sich am UV-Index, der im Internet abrufbar ist. Dieser gibt die Stärke der UV-Strahlung sowie passende Schutzmaßnahmen an.“

Neben wohltuender Wärmestrahlung und sichtbarem Licht gehören auch die ultravioletten (UV-)Strahlen zum Strahlungsspektrum der Sonne. Mit ihrer Hilfe bildet der menschliche Körper lebenswichtiges Vitamin D. Zu viel UV-Strahlung ist jedoch gesundheitsschädigend. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ordnet diese als krebserregend ein. Ist die menschliche Haut der Sonne zu häufig und zu intensiv ausgesetzt, drohen nicht nur schmerzhafter Sonnenbrand, sondern auch Spätfolgen wie vorzeitige Hautalterung und Schäden am Erbgut der Hautzellen. Aus diesen kann im Laufe des Lebens Hautkrebs entstehen. Rund 265.000 Menschen erkranken deutschlandweit jährlich neu an einem Tumor der Haut.

Die Ozonschicht, die die Erde in 15 bis 30 Kilometern Höhe umgibt, sorgt dafür, dass nur ein Bruchteil der solaren UV-Strahlung die Erde erreicht. Im Frühling allerdings kann diese Schicht vorübergehend ausgedünnt sein. Verantwortlich dafür sind klimatische Verhältnisse im Spätwinter und Frühjahr, die dazu führen, dass ozonarme Luft aus der Polarregion und den Subtropen nach Mitteleuropa strömt. So entstehen vereinzelt kleine Ozonlöcher. „Ende März bis Anfang April können sich bei uns UV-Werte ergeben, die eher typisch für den Sommer sind“, erklärt Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V. Zu spüren ist davon zunächst nichts: „UV-Strahlung an sich kann man nicht fühlen. Wenn die Haut reagiert, also sich rötet, juckt oder schmerzt, haben wir bereits eine viel zu hohe Dosis davon abbekommen“, so der Dermatologe.

Um akuten und langfristigen Hautschäden vorzubeugen, gilt es, Rötungen und Sonnenbrände in jedem Fall zu vermeiden, insbesondere bei jungen Menschen. Generell empfehlen Experten, im Frühjahr die Haut durch kurze Aufenthalte im Freien langsam an die Sonne zu gewöhnen und in der Mittagszeit den Schatten aufzusuchen. Um die Frühlingssonne besser einschätzen zu können, raten die Deutsche Krebshilfe und die ADP dazu, sich am UV-Index (UVI) zu orientieren. Er beschreibt den am Boden erwarteten Tageshöchstwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung auf einer Skala von 1 bis 11+. Dabei sind jedem Skalenwert Empfehlungen zum Sonnenschutz zugeordnet. Der UVI wird vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt (UBA), dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und weiteren Institutionen erstellt. Er ist tagesaktuell im Internet abrufbar.

Darmtumoren polen Immunzellen für eigene Zwecke um

Tumoren entkommen dem Immunsystem, indem sie angreifende Abwehrzellen anlocken und einer „Gehirnwäsche“ unterziehen. Die umprogrammierten Zellen stoppen dann nicht nur ihren Angriff auf den Tumor, sondern unterstützen diesen sogar beim Wachstum. Was genau im Tumorinneren passiert, wollen Wissenschaftler der Charité in Berlin jetzt herausfinden. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsvorhaben mit 185.000 Euro.

Ziel der heimtückischen „Gehirnwäsche“ sind die sogenannten MDSC-Zellen (Myeloid-derived suppressor cells) des Immunsystems. Im gesunden Organismus sind MDSC-Zellen sehr selten, haben aber eine wichtige Aufgabe: Sie regulieren die Immunantwort und verhindern, dass eine zu starke Abwehrreaktion den Körper schädigen könnte. Sie sind sogar daran beteiligt, bereits beeinträchtigtes Gewebe wieder zu reparieren.

Bei Darmkrebs gerät dieses System aus dem Gleichgewicht. Große Mengen von MDSC-Zellen reichern sich plötzlich in Blut und Geweben an. Vom Tumor ausgeschüttete Botenstoffe locken sie zum Krankheitsherd. Verlassen sie den Tumor wieder, haben sie sich verändert: Von nun an arbeiten die MDSC-Zellen nur noch für den Tumor. Sie beschützen ihn vor dem Immunsystem, fördern dessen Wachstum und somit unmittelbar daran beteiligt, dass sich der Krebs im Körper ausbreiten kann.

Unbekannte Vorgänge im Inneren des Tumors
Was genau geschieht mit den MDSC-Zellen im Inneren eines Tumors? Diesem Rätsel sind Professor Dr. Britta Siegmund und Dr. Rainer Glauben von der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie der Charité Berlin auf der Spur. Glauben erläutert: „Wir wissen, dass die Krebszellen ihren Stoffwechsel verändern können. Sie produzieren bestimmte Fettsäuren, die von den in den Tumor eingewanderten MDSC-Zellen aufgenommen werden. Diese Fettsäuren machen aus den Immunzellen Handlanger des Tumors.“

Im Reagenzglas ist es den Forschern bereits gelungen, MDSC-Zellen durch die Zugabe bestimmter Fettsäuren umzuprogrammieren. Lassen sich diese Ergebnisse auch in den klinischen Alltag übertragen? „Welche Arten von Fettsäuren in welchem Tumor vorkommen, ist noch weitgehend unerforscht“, erklärt Siegmund. Hier setzen die Berliner Wissenschaftler an: „Wir müssen zunächst verstehen, welche dieser Fettsäuren die MDSC-Zellen verändern. Dann können wir nach Möglichkeiten suchen, den Stoffwechselweg, der für die Produktion dieser Fettsäuren verantwortlich, zu blockieren und so zu verhindern, dass sich die MDSC-Zellen verändern.“

Chronische Entzündung durch Übergewicht ist ein Risikofaktor
Einen direkten Zusammenhang zwischen einer ungesunden Ernährung und der krankhaften Veränderung des Fettsäurestoffwechsels von Darmkrebszellen sehen die Forscher jedoch nicht. Dennoch: „Medizinisch gesehen ist hohes Übergewicht nichts anderes als eine chronisch Entzündung des Körpers. Auch hier haben die Betroffenen eine stark erhöhte Anzahl von MDSC-Zellen im Körper – ideale Voraussetzungen für einen Tumor, sich auszubreiten“ so Siegmund weiter.

„Wir erhoffen uns von diesem Projekt neue Strategien für die Therapie von Darmkrebs“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe. „Innovative Forschungsprojekte zu fördern, die ein hohes Potenzial besitzen, dass deren Erkenntnisse schnell in den klinischen Alltag integriert werden, ist ein Kernanliegen der Deutschen Krebshilfe.“

Hintergrundinformation Darmkrebs
Rund jede achte Krebserkrankung von Frauen und Männern in Deutschland betrifft den Darm. Doch wie entsteht Darmkrebs? Wie wird er festgestellt und therapiert? Auf ihrer Homepage gibt die Deutsche Krebshilfe Antworten auf die wichtigsten Fragen und bietet kostenlose Informationsmaterialien an. Eine persönliche Beratung bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des telefonischen Informations- und Beratungsdienstes INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 80708877.

16. Tag der Rückengesundheit am 15. März 2017

Am 15. März 2017 findet der 16. Tag der Rückengesundheit statt. Unter dem Motto „Balance halten – Rücken stärken!“ werden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Workshops angeboten. Organisiert wird der Aktionstag traditionell von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Eine ausgewogene Balance – sowohl körperlich als auch psychisch – ist von zentraler Bedeutung für die Rückengesundheit. Damit stellt der diesjährige Aktionstag ein wichtiges Thema in den Fokus der Öffentlichkeit.

Rückenschmerzen sind nach wie vor eines der größten Volksleiden in Deutschland und der Hauptgrund für Arbeitsunfähigkeit. Zu 90 % sind keine ernsthaften Erkranken schuld am Rückenleiden. Die Ursachen sind dabei vielfältig. Oftmals rächt sich schnell eine einseitige Körperhaltung, eine falsche Ernährung oder Stress. Der von der AGR und dem BdR organisierte Tag der Rückengesundheit bietet Betroffenen durch viele Aktionen Hilfe. Schirmherrin ist Helga Kühn-Mengel, Bundestagsabgeordnete und Präsidentin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e. V. (BVPG).

Das richtige Maß

Das diesjährige Motto „Balance finden – Rücken stärken!“ bezieht sich auf das körperliche und psychische Gleichgewicht. Meist sind Rückenschmerzen das Resultat eines Ungleichgewichts zwischen einseitiger Belastung oder zu viel Stress. Sowohl zu starke Belastung als auch zu wenig Bewegung und Ruhe ist Gift für den Rücken. Betroffene sollten Ihren Alltag einmal selbst reflektieren. Oftmals wird einem dann bewusst woher die Schmerzen kommen könnten. Ein ausgewogenes Maß an Bewegung ist hier von großer Bedeutung. So sollten Personen in Sitzberufen mindestens 10.000 Schritte am Tag gehen. Viele kommen nicht einmal auf die Hälfte.

Ebenfalls zu Rückenschmerzen können „muskuläre Dysbalancen“ führen. Das heißt: Um eine Bewegung auszuführen verkürzt sich ein Muskel und sein Gegenspieler dehnt sich. Ist nun ein Muskel verkürzt, beispielsweise durch Bewegungsmangel oder Fehlhaltungen, führt das zu Schmerzen. So kann beim täglich stundenlangen monotonen Sitzen die Rückenmuskulatur verkümmern und durch die Sitzposition die Bauch- und Beinmuskulatur verkürzen. Das kann zu Beschwerden führen. Geprüfte Produkte mit dem AGR-Gütesiegel fördern die Bewegung und helfen, Rückenschmerzen zu vermeiden.

Die richtige Balance zu finden ist auch Kopfsache. Denn beruflicher Stress, Leistungsdruck, soziale Konflikte oder ein Mangel an Wertschätzung wirken sich ebenfalls negativ auf die Rückengesundheit aus. Die Folge sind oft psychosomatische Beschwerden oder Erkrankungen. Was hilft, sind Selbstfürsorge, Achtsamkeit sowie sozialer Rückhalt und ein Verständnis dafür, was für die eigene Gesundheit förderlich ist und was ihr schaden kann.

Ein großes Angebot an Veranstaltungen und Aktionen

Begleitet wird der 16. Tag der Rückengesundheit von einer Vielzahl an Veranstaltungen, Angeboten und Aktionen. Viele Einrichtungen, wie Praxen, Sportvereine und Fitnessstudios öffnen ihre Türen. Alle Veranstaltungen können auf www.agr-ev.de/tdr2017 gefunden werden.

Das Online-Fitnessstudio www.agr-coach.de bietet zum Tag der Rückengesundheit eine besondere Aktion an, um Rückenschmerzen den Kampf anzusagen. Alle Nutzer, die sich im März kostenlos registrieren, erhalten neben umfassenden Trainingsvideos und Ernährungsplänen das „5 Minuten Rückentraining“ ebenfalls kostenlos. Durch viele Informationsvideos zum Rücken, zu Risiken im Alltag und zu vorbeugenden Maßnahmen lernt man, Rückenschmerzen zu vermeiden. Die Kurzvideos stammen aus dem AGR-empfohlenen Buch von Manuel Eckardt „Das 5-Minuten-Rückentraining“.

Zudem öffnen FPZ Rückenschulen in ganz Deutschland am 15. und 18. März 2017 ihre Türen und bieten eine Vielzahl an Veranstaltungen, Vorträgen, Workshops und Beratungsangeboten an.