Frühlingssonne mit Bedacht genießen

Endlich Frühling. Die Cafés und Parks füllen sich, das Fahrrad wird aus dem Keller geholt, Groß und Klein genießen Licht und Wärme der Sonne. Vergessen wird dabei schnell die UV-Strahlung, die in hoher Dosis krebserregend ist. Im Frühjahr kann eine stellenweise Verdünnung der Ozonschicht vereinzelt zu ungewöhnlich hohen UV-Werten führen. Die Freude am Frühling muss das nicht trüben: „Genießen Sie das schöne Wetter, aber vermeiden Sie Sonnenbrände und Hautrötungen.“, rät Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Orientieren Sie sich am UV-Index, der im Internet abrufbar ist. Dieser gibt die Stärke der UV-Strahlung sowie passende Schutzmaßnahmen an.“

Neben wohltuender Wärmestrahlung und sichtbarem Licht gehören auch die ultravioletten (UV-)Strahlen zum Strahlungsspektrum der Sonne. Mit ihrer Hilfe bildet der menschliche Körper lebenswichtiges Vitamin D. Zu viel UV-Strahlung ist jedoch gesundheitsschädigend. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ordnet diese als krebserregend ein. Ist die menschliche Haut der Sonne zu häufig und zu intensiv ausgesetzt, drohen nicht nur schmerzhafter Sonnenbrand, sondern auch Spätfolgen wie vorzeitige Hautalterung und Schäden am Erbgut der Hautzellen. Aus diesen kann im Laufe des Lebens Hautkrebs entstehen. Rund 265.000 Menschen erkranken deutschlandweit jährlich neu an einem Tumor der Haut.

Die Ozonschicht, die die Erde in 15 bis 30 Kilometern Höhe umgibt, sorgt dafür, dass nur ein Bruchteil der solaren UV-Strahlung die Erde erreicht. Im Frühling allerdings kann diese Schicht vorübergehend ausgedünnt sein. Verantwortlich dafür sind klimatische Verhältnisse im Spätwinter und Frühjahr, die dazu führen, dass ozonarme Luft aus der Polarregion und den Subtropen nach Mitteleuropa strömt. So entstehen vereinzelt kleine Ozonlöcher. „Ende März bis Anfang April können sich bei uns UV-Werte ergeben, die eher typisch für den Sommer sind“, erklärt Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V. Zu spüren ist davon zunächst nichts: „UV-Strahlung an sich kann man nicht fühlen. Wenn die Haut reagiert, also sich rötet, juckt oder schmerzt, haben wir bereits eine viel zu hohe Dosis davon abbekommen“, so der Dermatologe.

Um akuten und langfristigen Hautschäden vorzubeugen, gilt es, Rötungen und Sonnenbrände in jedem Fall zu vermeiden, insbesondere bei jungen Menschen. Generell empfehlen Experten, im Frühjahr die Haut durch kurze Aufenthalte im Freien langsam an die Sonne zu gewöhnen und in der Mittagszeit den Schatten aufzusuchen. Um die Frühlingssonne besser einschätzen zu können, raten die Deutsche Krebshilfe und die ADP dazu, sich am UV-Index (UVI) zu orientieren. Er beschreibt den am Boden erwarteten Tageshöchstwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung auf einer Skala von 1 bis 11+. Dabei sind jedem Skalenwert Empfehlungen zum Sonnenschutz zugeordnet. Der UVI wird vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt (UBA), dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und weiteren Institutionen erstellt. Er ist tagesaktuell im Internet abrufbar.

Darmtumoren polen Immunzellen für eigene Zwecke um

Tumoren entkommen dem Immunsystem, indem sie angreifende Abwehrzellen anlocken und einer „Gehirnwäsche“ unterziehen. Die umprogrammierten Zellen stoppen dann nicht nur ihren Angriff auf den Tumor, sondern unterstützen diesen sogar beim Wachstum. Was genau im Tumorinneren passiert, wollen Wissenschaftler der Charité in Berlin jetzt herausfinden. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsvorhaben mit 185.000 Euro.

Ziel der heimtückischen „Gehirnwäsche“ sind die sogenannten MDSC-Zellen (Myeloid-derived suppressor cells) des Immunsystems. Im gesunden Organismus sind MDSC-Zellen sehr selten, haben aber eine wichtige Aufgabe: Sie regulieren die Immunantwort und verhindern, dass eine zu starke Abwehrreaktion den Körper schädigen könnte. Sie sind sogar daran beteiligt, bereits beeinträchtigtes Gewebe wieder zu reparieren.

Bei Darmkrebs gerät dieses System aus dem Gleichgewicht. Große Mengen von MDSC-Zellen reichern sich plötzlich in Blut und Geweben an. Vom Tumor ausgeschüttete Botenstoffe locken sie zum Krankheitsherd. Verlassen sie den Tumor wieder, haben sie sich verändert: Von nun an arbeiten die MDSC-Zellen nur noch für den Tumor. Sie beschützen ihn vor dem Immunsystem, fördern dessen Wachstum und somit unmittelbar daran beteiligt, dass sich der Krebs im Körper ausbreiten kann.

Unbekannte Vorgänge im Inneren des Tumors
Was genau geschieht mit den MDSC-Zellen im Inneren eines Tumors? Diesem Rätsel sind Professor Dr. Britta Siegmund und Dr. Rainer Glauben von der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie der Charité Berlin auf der Spur. Glauben erläutert: „Wir wissen, dass die Krebszellen ihren Stoffwechsel verändern können. Sie produzieren bestimmte Fettsäuren, die von den in den Tumor eingewanderten MDSC-Zellen aufgenommen werden. Diese Fettsäuren machen aus den Immunzellen Handlanger des Tumors.“

Im Reagenzglas ist es den Forschern bereits gelungen, MDSC-Zellen durch die Zugabe bestimmter Fettsäuren umzuprogrammieren. Lassen sich diese Ergebnisse auch in den klinischen Alltag übertragen? „Welche Arten von Fettsäuren in welchem Tumor vorkommen, ist noch weitgehend unerforscht“, erklärt Siegmund. Hier setzen die Berliner Wissenschaftler an: „Wir müssen zunächst verstehen, welche dieser Fettsäuren die MDSC-Zellen verändern. Dann können wir nach Möglichkeiten suchen, den Stoffwechselweg, der für die Produktion dieser Fettsäuren verantwortlich, zu blockieren und so zu verhindern, dass sich die MDSC-Zellen verändern.“

Chronische Entzündung durch Übergewicht ist ein Risikofaktor
Einen direkten Zusammenhang zwischen einer ungesunden Ernährung und der krankhaften Veränderung des Fettsäurestoffwechsels von Darmkrebszellen sehen die Forscher jedoch nicht. Dennoch: „Medizinisch gesehen ist hohes Übergewicht nichts anderes als eine chronisch Entzündung des Körpers. Auch hier haben die Betroffenen eine stark erhöhte Anzahl von MDSC-Zellen im Körper – ideale Voraussetzungen für einen Tumor, sich auszubreiten“ so Siegmund weiter.

„Wir erhoffen uns von diesem Projekt neue Strategien für die Therapie von Darmkrebs“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe. „Innovative Forschungsprojekte zu fördern, die ein hohes Potenzial besitzen, dass deren Erkenntnisse schnell in den klinischen Alltag integriert werden, ist ein Kernanliegen der Deutschen Krebshilfe.“

Hintergrundinformation Darmkrebs
Rund jede achte Krebserkrankung von Frauen und Männern in Deutschland betrifft den Darm. Doch wie entsteht Darmkrebs? Wie wird er festgestellt und therapiert? Auf ihrer Homepage gibt die Deutsche Krebshilfe Antworten auf die wichtigsten Fragen und bietet kostenlose Informationsmaterialien an. Eine persönliche Beratung bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des telefonischen Informations- und Beratungsdienstes INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 80708877.

16. Tag der Rückengesundheit am 15. März 2017

Am 15. März 2017 findet der 16. Tag der Rückengesundheit statt. Unter dem Motto „Balance halten – Rücken stärken!“ werden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Workshops angeboten. Organisiert wird der Aktionstag traditionell von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Eine ausgewogene Balance – sowohl körperlich als auch psychisch – ist von zentraler Bedeutung für die Rückengesundheit. Damit stellt der diesjährige Aktionstag ein wichtiges Thema in den Fokus der Öffentlichkeit.

Rückenschmerzen sind nach wie vor eines der größten Volksleiden in Deutschland und der Hauptgrund für Arbeitsunfähigkeit. Zu 90 % sind keine ernsthaften Erkranken schuld am Rückenleiden. Die Ursachen sind dabei vielfältig. Oftmals rächt sich schnell eine einseitige Körperhaltung, eine falsche Ernährung oder Stress. Der von der AGR und dem BdR organisierte Tag der Rückengesundheit bietet Betroffenen durch viele Aktionen Hilfe. Schirmherrin ist Helga Kühn-Mengel, Bundestagsabgeordnete und Präsidentin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e. V. (BVPG).

Das richtige Maß

Das diesjährige Motto „Balance finden – Rücken stärken!“ bezieht sich auf das körperliche und psychische Gleichgewicht. Meist sind Rückenschmerzen das Resultat eines Ungleichgewichts zwischen einseitiger Belastung oder zu viel Stress. Sowohl zu starke Belastung als auch zu wenig Bewegung und Ruhe ist Gift für den Rücken. Betroffene sollten Ihren Alltag einmal selbst reflektieren. Oftmals wird einem dann bewusst woher die Schmerzen kommen könnten. Ein ausgewogenes Maß an Bewegung ist hier von großer Bedeutung. So sollten Personen in Sitzberufen mindestens 10.000 Schritte am Tag gehen. Viele kommen nicht einmal auf die Hälfte.

Ebenfalls zu Rückenschmerzen können „muskuläre Dysbalancen“ führen. Das heißt: Um eine Bewegung auszuführen verkürzt sich ein Muskel und sein Gegenspieler dehnt sich. Ist nun ein Muskel verkürzt, beispielsweise durch Bewegungsmangel oder Fehlhaltungen, führt das zu Schmerzen. So kann beim täglich stundenlangen monotonen Sitzen die Rückenmuskulatur verkümmern und durch die Sitzposition die Bauch- und Beinmuskulatur verkürzen. Das kann zu Beschwerden führen. Geprüfte Produkte mit dem AGR-Gütesiegel fördern die Bewegung und helfen, Rückenschmerzen zu vermeiden.

Die richtige Balance zu finden ist auch Kopfsache. Denn beruflicher Stress, Leistungsdruck, soziale Konflikte oder ein Mangel an Wertschätzung wirken sich ebenfalls negativ auf die Rückengesundheit aus. Die Folge sind oft psychosomatische Beschwerden oder Erkrankungen. Was hilft, sind Selbstfürsorge, Achtsamkeit sowie sozialer Rückhalt und ein Verständnis dafür, was für die eigene Gesundheit förderlich ist und was ihr schaden kann.

Ein großes Angebot an Veranstaltungen und Aktionen

Begleitet wird der 16. Tag der Rückengesundheit von einer Vielzahl an Veranstaltungen, Angeboten und Aktionen. Viele Einrichtungen, wie Praxen, Sportvereine und Fitnessstudios öffnen ihre Türen. Alle Veranstaltungen können auf www.agr-ev.de/tdr2017 gefunden werden.

Das Online-Fitnessstudio www.agr-coach.de bietet zum Tag der Rückengesundheit eine besondere Aktion an, um Rückenschmerzen den Kampf anzusagen. Alle Nutzer, die sich im März kostenlos registrieren, erhalten neben umfassenden Trainingsvideos und Ernährungsplänen das „5 Minuten Rückentraining“ ebenfalls kostenlos. Durch viele Informationsvideos zum Rücken, zu Risiken im Alltag und zu vorbeugenden Maßnahmen lernt man, Rückenschmerzen zu vermeiden. Die Kurzvideos stammen aus dem AGR-empfohlenen Buch von Manuel Eckardt „Das 5-Minuten-Rückentraining“.

Zudem öffnen FPZ Rückenschulen in ganz Deutschland am 15. und 18. März 2017 ihre Türen und bieten eine Vielzahl an Veranstaltungen, Vorträgen, Workshops und Beratungsangeboten an.

Testosteronmangel: Nachlassende Leistungskraft sollte nicht verdrängt werden

Viele Männer in den besten Jahren kennen das: Das Bäuchlein wächst, die gewohnte Joggingstrecke erscheint plötzlich immer anstrengender, im Job nimmt die Konzentrationsfähigkeit ab und im Bett ist das Ruhebedürfnis oft größer als die Liebeslust. Doch die meisten Betroffenen ahnen nicht, dass der Leistungsknick mit einem sinkenden Testosteronspiegel zusammenhängen könnte. Denn ab Mitte 40 produzieren die Nebennierenrinden und die Hoden ganz allmählich immer weniger des männlichen Geschlechtshormons.

Defizit ausgleichen

Neben den beschriebenen Symptomen können auch Stimmungsschwankungen, Erektionsstörungen, fehlende Energie und Schweißattacken hinzukommen. Gerade für Männer ist Hormonmangel aber ein heikles Thema. Es geht an ihre Substanz, an die Identität und Leistungsfähigkeit als Mann. Sie sprechen nicht darüber, nicht mal mit dem besten Freund, schon gar nicht mit der Partnerin. Und viele meiden den Arzt, bis es nicht mehr anders geht. Dabei ist ein Testosteronmangel durch einen Labortest beim Urologen oder Andrologen leicht zu ermitteln. Unter www.mannvital.de beispielsweise gibt es weitere Informationen.
Ein Defizit lässt sich zum Beispiel durch ein Hormon-Gel wie „Testogel Dosiergel“ einfach und verträglich wieder ausgleichen. Das Gel im neuen Dosierspender kann individuell dosiert und damit maßgeschneidert an den jeweiligen Testosteronbedarf angepasst werden. Da ein zunehmender Testosteronmangel ernstzunehmende Gesundheitsstörungen wie Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte fördern kann, sollten Probleme nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Wie Frauen helfen können

Mit Druck ist allerdings wenig zu erreichen. Frauen sollten stattdessen lieber beim Partner geschickt nachfragen: „Was stört dich am meisten in deinem Leben? Möchtest du etwas ändern? Glaubst du nicht, dass dir ein Check-up helfen könnte?“ Oft genügt ein solcher Ideenanstoß, um den Entschluss, zum Arzt zu gehen, reifen zu lassen.

Hautkrankheit Rosacea

Diese Erkrankung lässt sich nicht verbergen: Wer unter der Rosacea leidet, kämpft meistens mit starken Rötungen, oftmals begleitet von einem Netz sichtbar erweiterter Äderchen, das sich vor allem über Nase und Wangen zieht. Hinzu kommen häufig entzündete Pusteln und Papeln, das ganze Gesicht „blüht“, brennt, spannt und ist empfindlich. Das ist nicht nur unangenehm und sieht unschön aus, sondern verleitet andere auch nicht selten zu Vorurteilen. Der Leidensdruck bei den Betroffenen ist daher groß.

Eine App für mehr Lebensqualität

Rund vier Millionen Deutsche dürften Schätzungen zufolge von Rosacea betroffen sein, doch viele von ihnen wissen nicht, dass ihre Symptome Zeichen einer chronischen Hautkrankheit sind. Die Aufklärungskampagne „Aktiv gegen Rosacea“ will dies ändern. Auf der Website www.rosacea-info.de gibt es regelmäßig neue Informationen, die dabei unterstützen, den Alltag mit der Erkrankung besser zu meistern und frühzeitig eine passende Therapie zu erhalten. Ab sofort gibt es zusätzlich eine App: Mit dem interaktiven Rosacea-Tagebuch lassen sich einfach und komfortabel der eigene Hautzustand sowie mögliche Einflussfaktoren dokumentieren, vom Smartphone aus kann man direkt auf relevante Informationen zugreifen. Durch die lückenlose Erfassung aller wichtigen Daten ist man zudem optimal vorbereitet für das nächste Gespräch mit dem behandelnden Hautarzt. Denn Rosacea ist zwar nicht heilbar, kann aber mit einem entsprechenden Lebensstil und medizinischer Behandlung gut in Schach gehalten werden, das sorgt für ein Plus an Lebensqualität.

Gezielte Behandlung durch den Dermatologen

Um die Rosacea in den Griff bekommen zu können, ist es vor allem wichtig, frühzeitig und regelmäßig zum Hautarzt zu gehen. Der Dermatologe kann die Erkrankung eindeutig feststellen und eine individuelle Behandlungsstrategie entwickeln. Für die Therapie der Rosacea gibt es zahlreiche, speziell entwickelte Medikamente, die gezielt auf die Behandlung verschiedener Symptome zugeschnitten sind. Einige Therapien richten sich beispielsweise gegen Entzündungen, andere wirken gezielt gegen die durch erweiterte Blutgefäße hervorgerufenen flächigen Rötungen im Gesicht. Auch gegen die sogenannten Demodex-Haarbalgmilben, die bei Rosacea-Betroffenen oft in erhöhter Dichte vorkommen und als ein Auslösefaktor der Rosacea angesehen werden, kann medikamentös vorgegangen werden. Wichtig ist außerdem, seine persönlichen Triggerfaktoren zu kennen, um neue Krankheitsschübe so weit wie möglich zu vermeiden. Typische Auslöser sind neben den Milben etwa scharfe Speisen, UV-Strahlung, starke Temperaturschwankungen, körperliche Anstrengung, Alkohol und psychischer Stress.

Aktiv vorbeugen gegen Darmkrebs

Darmkrebs ist zurzeit mit mehr als 60.000 Neuerkrankungen und etwa 26.000 Todesfällen jährlich die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Das zeigen die Zahlen des deutschen Krebsregisters. Männer erkranken etwas öfter als Frauen, ältere deutlich häufiger als junge Leute. Doch es gibt auch Positives zu berichten: Seit 2008 geht die Anzahl der Erkrankungen bei beiden Geschlechtern leicht zurück. Experten führen das auf die verbesserte Prävention und Früherkennung zurück – insbesondere auf die Darmspiegelung.

Schon Vorstufen können erkannt werden

Denn Darmkrebs kommt in der Regel nicht plötzlich, sondern entwickelt sich häufig über viele Jahre oder Jahrzehnte. Meist entsteht er aus zunächst gutartigen Vorstufen, sogenannten Polypen. Werden diese bei einer Darmspiegelung erkannt und rechtzeitig entfernt, kann die Gefahr gebannt werden. Auch bereits bestehende Tumoren lassen sich besser behandeln, wenn sie noch klein sind und nicht gestreut haben. „Die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden, verringert das Risiko für Darmkrebs deutlich“, sagt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Dazu gehört ab dem Alter von 50 Jahren eine jährliche Stuhluntersuchung, bei der nach verborgenem Blut gesucht wird. Ab 55 ist eine Darmspiegelung – medizinisch Koloskopie – möglich, die nach zehn Jahren wiederholt werden kann. Wer das nicht möchte, kann stattdessen auch alle zwei Jahre einen Stuhltest machen lassen. Er ist einfacher und weniger unangenehm, allerdings ist die Genauigkeit geringer als bei der Koloskopie. Sollte bei diesem Test Blut im Stuhl nachgewiesen werden, so ist eine Darmspiegelung angezeigt. Unter www.krebsinformationsdienst.de finden sich weitere Informationen, die bei der Entscheidung helfen können.

Viel bewegen, gesund essen

Neben der Früherkennung kann auch ein gesunder Lebensstil zur Darmkrebsprävention beitragen. Besonders wichtig sind heutigen Erkenntnissen zufolge, Übergewicht zu vermeiden und dabei auf regelmäßige Bewegung zu achten. Studien haben gezeigt, dass schon 30 bis 60 Minuten körperliche Aktivität am Tag das Risiko für eine Darmkrebserkrankung senken können. Eine weitere Rolle spielt die Ernährung, bei der zu reichlich Ballaststoffen aus Vollkorn, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse, gleichzeitig aber zu wenig rotem Fleisch geraten wird. Auf Alkohol und Tabak sollte möglichst verzichtet werden.

Rückenschmerzen

Wenn jede Bewegung Schmerzen bereitet, die Arbeit zur Qual wird und der Alltag nur schwer zu bewältigen ist, bedeutet das einen massiven Verlust an Lebensqualität. Wer von Rückenschmerzen betroffen ist, kennt das nur zu gut. Und Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit, Schätzungen zufolge leiden mehr als zwei Drittel der Deutschen darunter, etwa zwölf Prozent sogar täglich. Die Patienten durchlaufen meist eine wahre Odyssee, gehen von Facharzt zu Facharzt, probieren von Krankengymnastik über Massagen bis zur Osteopathie alles aus.

Moderne Behandlung in 250 Rückenzentren

Mittlerweile wird den Patienten bei Rückenschmerzen geraten, keine Schonhaltung einzunehmen, sondern sich sportlich zu betätigen. Das Problem: Mit der konkreten Durchführung werden die Betroffenen dann meist allein gelassen. Dabei ist es wichtig, dass die Therapie auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist und man während der gesamten Behandlungszeit von einem Experten gewissenhaft betreut wird. Denn nur so ist die korrekte Anwendung gewährleistet. Dies ist ein zentrales Anliegen beispielsweise der sogenannten FPZ Therapie.

In den bundesweit mehr als 250 FPZ Rückenzentren wird nach einer ausführlichen Eingangsanalyse sowie mit modernsten Methoden für jeden Patienten ein individuelles Programm erstellt. Es beinhaltet zwei Therapieeinheiten wöchentlich an Analyse- und Trainingssystemen, ergänzt durch Funktionsgymnastik sowie Entlastungs- und Entspannungsübungen. Dabei ist durchgehend ein zertifizierter Rückenschmerztherapeut anwesend, der unterstützt, berät, beobachtet und bei Bedarf korrigieren und auf Veränderungen reagieren kann. Alle weiteren Informationen und Adressen der Zentren gibt es unter www.fpz.de.

Studien bestätigen Wirksamkeit

Nach dem dreimonatigen Aufbauprogramm folgt in der Regel ein weiterführendes Training über sechs Monate. In diversen Studien mit mehr als 120.000 Patienten wurde die Wirksamkeit der FPZ Therapie bestätigt – bei 93 Prozent verbesserten sich die Schmerzen, jeder zweite erlangte eine völlige Beschwerdefreiheit. Wer Rückenbeschwerden aktiv angehen will, sollte sich auch an seine Krankenkasse wenden. Viele Kassen übernehmen die Kosten für die Therapie und bieten zudem Erstattung für weitere Maßnahmen wie etwa Entspannungskurse und ähnliches an.

Sport hilft in jeder Lebenslage

Sport hilft in jeder Lebenslage! Das zeigt Heiko Herrlich ab sofort als neuer Botschafter der Kampagne „Bewegung gegen Krebs“. Der heutige Trainer des SSV Jahn Regensburg erkrankte in seiner Zeit als Profi-Fußballspieler an einem Hirntumor. Herrlich weiß: Sport kann nicht nur das Krebsrisiko senken, sondern hilft auch, die Krankheit zu überwinden. Die Kampagne ist eine Initiative der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihr bisheriger Fokus lag verstärkt auf der „Krebsprävention“. Künftig sollen auch die Aspekte „Krankheitsbewältigung“ und „Nachsorge“ als Schwerpunkte in die Kampagne integriert werden. Unterstützt von Heiko Herrlich und dem Deutschen Behindertensportverband werden die Kampagnenpartner bundesweit ehemalige Krebspatienten und Ärzte umfassend über die positive Wirkung von körperlicher Aktivität sowie über Sportangebote in der Nachsorge informieren. Der Startschuss erfolgte am 7. November 2016 im Haus des Deutschen Sports in Frankfurt/Main im Rahmen einer Presseveranstaltung.

„Die Diagnose Hirntumor hat mich ziemlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Und die anschließende Therapie hat sehr viel Kraft gekostet“, berichtete Heiko Herrlich beim Pressegespräch am 7. November. „Heute läuft es bei mir wieder sehr gut. Sport und Bewegung haben dazu beigetragen. Es hilft sehr, auch nach einer Krebserkrankung Sport zu treiben und sich ausreichend zu bewegen“, sagte der Kampagnenbotschafter.

Bewegung hilft Krebspatienten – das bestätigen mittlerweile auch wissenschaftliche Studien. PD Dr. Freerk Baumann, Sportwissenschaftler am Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) am Universitätsklinikum Köln, erklärte in Frankfurt: „Körperliche Aktivität steigert die Leistungsfähigkeit, verbessert die Lebensqualität und reduziert Empfindungsstörungen sowie das Erschöpfungssyndrom. Zudem zeigen aktuelle Untersuchungen, dass Bewegungsmangel bei onkologischen Patienten die Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsfähigkeit beeinträchtigt. Daher sollen Betroffene dazu motiviert werden, sich bereits unmittelbar nach der Diagnose in Bewegungsprogramme zu integrieren und auch in der Nachsorge körperlich aktiv zu sein. Hierbei sind Bewegungstherapie und Sportangebote in der Krebsnachsorge wichtige Elemente.“

Gründe genug für die Kooperationspartner, ihre Kräfte auch auf dem Gebiet der Krankheitsbewältigung und Krebsnachsorge zu bündeln. „Es ist unser gemeinsames Anliegen, sowohl Betroffene als auch Ärzte umfassend über Angebote zu Bewegung im Rahmen der Krebsnachsorge zu informieren“, betonte Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Durch seine Bekanntheit werde Heiko Herrlich hierbei eine besondere Hilfe sein. „Weiterhin haben wir mit dem Deutschen Behindertensportverband einen wichtigen Partner und Unterstützer gewinnen können, dessen Strukturen von enormer Bedeutung sind, um unsere Ziele im Bereich der Krebsnachsorge zu erreichen“, sagte Nettekoven.

Als ersten Schritt haben die Partner gemeinsam einen Informationsflyer als Leitfaden für Ärzte entwickelt. Dieser informiert über die Möglichkeiten einer durchgängigen „Bewegungskette“ – von der Akutklinik zum Rehasport bis hin zum lebenslangen Sporttreiben. Ein entsprechender Flyer für Patienten kann ab sofort kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe bestellt werden.

Seit 2014 machen die Kampagnenpartner bereits auf die wichtige Bedeutung körperlicher Aktivität bei der Krebsprävention aufmerksam und zeigen Möglichkeiten auf, wie sich Sport und Bewegung in den Alltag integrieren lässt. „Gemeinsam mit unseren starken Partnern leisten wir im Rahmen der Kampagne einen enormen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Prävention unserer Bevölkerung“, sagte der DOSB- Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Vesper. „In den Sportvereinen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, aktiv etwas für seine eigene Gesundheit zu tun. Allein rund 19.000 Angebote haben das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT. Im Sinne einer durchgängigen Bewegungskette kann der organisierte Sport für alle ein adäquates Angebot vorhalten – ob im Bereich der Prävention, Rehabilitation oder Nachsorge“. Dies gelte es zu kommunizieren.

Auch Matthias Poeppel, Direktor Sportentwicklung des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), ist von der Effizienz der Zusammenarbeit überzeugt: „Der Rehabilitationssport in den 1.700 Krebssportgruppen des DBS ist der ideale Anknüpfungspunkt an die stationäre Rehabilitation. Die vom DBS vergebene Auszeichnung „REHASPORTGRUPPE anerkannt + zertifiziert“ verweist auf Angebote von speziell für den Sport mit Krebspatienten ausgebildeten Übungsleitern“, sagte Poeppel und unterstrich die Bedeutung des gemeinsamen Sporttreibens: „Der gegenseitige Austausch und das sportliche Miteinander sorgen nicht nur für die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, sondern unterstützen Krebspatienten auch dabei, die emotionalen Hürden der neuen Lebenssituation besser zu überwinden.“

Nähere Informationen zur Kampagne „Bewegung gegen Krebs“ gibt es unter www.bewegung-gegen-krebs.de sowie auf der Facebookseite www.facebook.de/bewegunggegenkrebs. Der Flyer „Bewegungstherapie und Sportangebote in der Krebsnachsorge – Informationen für Patienten“ kann ab sofort kostenlos bestellt werden auf www.krebshilfe.de und steht hier und auf www.bewegung-gegen-krebs.de zum Download bereit.

Schlafstörungen können chronisch werden

Jeder Mensch liegt nachts gelegentlich einmal wach. Folgen darauf erholsame Schlafphasen, ist die Unterbrechung schnell vergessen. Reihen sich allerdings durchwachte Nächte aneinander, kann dies zum Problem werden. Schlafstörungen haben viele Gesichter: stundenlanges Grübeln, Hochschrecken aus dem Schlaf oder ein frühzeitiges Erwachen. Oft hält die Befürchtung, das Ganze könnte sich wiederholen, den Schlummer auch in den Folgenächten fern. Anspannung und negative Gedanken machen sich breit, das Schlafproblem verselbstständigt sich.

Schlafmangel kann krank machen

Die Angst, tagsüber nicht leistungsfähig zu sein, stellt für viele eine große Belastung dar. Prof. Dieter Riemann vom Uniklinikum Freiburg etwa warnt zudem vor den gesundheitlichen Konsequenzen von Schlafmangel. Demzufolge haben Menschen mit Schlafstörungen ein erhöhtes Risiko, später psychisch oder körperlich zu erkranken. Finden sich keine organischen Ursachen für die Schlafstörung, stecken oft Stressfaktoren wie Überlastung im Job oder Probleme im Privatleben dahinter. Eine Wohltat für das überreizte Nervenkostüm können dann natürliche Arzneimittel sein.

Nervöse Unruhe lindern und die Nerven stärken

Der Wirkkomplex aus Passionsblume (Passiflora incarnata), dem Zinksalz der Baldriansäure (Zincum isovalerianicum), Kaffeesamen (Coffea arabica) in homöopathischer Dosierung und Hafer (Avena sativa) wie in Neurexan (rezeptfrei, Apotheke) kann nervöse Unruhe lindern, die Nerven stärken, seelische Ausgeglichenheit herbeiführen und damit den Schlaf fördern. Tipps für mehr Entspannung, Harmonie und Wohlbefinden gibt es unter www.entspannung-und-beruhigung.de. Wichtig ist es im Übrigen, bei Schlaflosigkeit nicht wach im Bett liegen zu bleiben und sich mit Blick auf den Wecker zu ärgern. Das lässt den Adrenalinspiegel steigen und macht erst richtig wach. Besser einer ruhigen Tätigkeit nachgehen, bis sich Müdigkeit einstellt. Rituale wie eine Tasse Tee am Abend, ein gemütlicher Spaziergang oder leise Musik können helfen, Körper und Geist auf die Bettruhe einzustimmen.

38 % der vollstationären Kranken­haus­patienten wurden im Jahr 2015 operiert

Bei 38 % (7,0 Millionen) der knapp 18,7 Millionen stationär in allge­meinen Krankenhäusern behandelten Patientinnen und Patienten wurde im Jahr 2015 eine Operation durchgeführt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil nicht verändert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war gut die Hälfte der Behandelten, die sich 2015 während ihres Krankenhausaufenthaltes einem chirurgischen Eingriff unterziehen mussten, 60 Jahre und älter.

Zu den häufigsten Operationen in der Altersgruppe 60+ zählten sogenannte „andere Operationen am Darm“, zum Beispiel das Lösen von Verwachsungen oder die Aufdehnung von Darmabschnitten. Danach folgten endoskopische Operationen an den Gallengängen und vor allem bei Frauen die Implantation einer Endoprothese am Hüftgelenk.

Arthroskopische Operationen am Gelenkknorpel und an den Menisken spielten vor allem bei den 45- bis 59-Jährigen eine große Rolle. Bei den Frauen in diesem Alter lagen die Operationen an Mittelfußknochen oder den Zehengliedern des Fußes an erster Stelle. Bei den Männern folgten nach den arthroskopischen Gelenkoperationen die Wiederbefestigung und Plastik am Kapselbandapparat des Schultergelenkes mittels Arthroskop.

Bei Frauen von 15 bis 44 Jahre waren Operationen, die im Zusammenhang mit Entbindungen stehen, am häufigsten. Bei Männern dieser Altersgruppe wurden in erster Linie operative Eingriffe an der unteren Nasenmuschel vorgenommen.

Bei Kindern bis 14 Jahre gehörten das Einschneiden des Trommelfells zur Eröffnung der Paukenhöhle sowie die Entfernung der Rachenmandeln zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen.