Rückenschmerzen durch Übersäuerung?

Wer täglich viel sitzt, Auto fährt oder lange stehen muss, belastet seinen Bewegungsapparat. Einseitige, starre Körperhaltungen führen früher oder später zu Schmerzen in Muskeln und Gelenken. Insbesondere der Rücken ist im wahrsten Sinne der Leidtragende: Im Stehen beträgt beispielsweise die Druckbelastung des Rückens mit seinen Bandscheiben, Wirbeln und Muskeln 100 Kilogramm; im Sitzen kommen noch einmal 50 Kilogramm oben drauf. Kein Wunder also, dass 70 Prozent der Bundesbürger angeben, zumindest gelegentlich Rückenschmerzen zu haben.

Mit einfachen Änderungen des Lebensstils ist jedoch viel zu erreichen: Einseitige Belastungen und Fehlhaltungen vermeiden sowie einem Bewegungsmangel aktiv begegnen. Rückenschmerzen sind häufig auf Muskelverspannungen zurückzuführen. Ist der Körper zudem übersäuert, wird die Beweglichkeit der Muskeln und Gelenke zusätzlich verschlechtert. Man spricht hier auch von der “Säure-Starre”. Damit der Rücken seine Beweglichkeit zurückgewinnt, kann eine Entsäuerung mit basischen Mineralstoffen aus der Apotheke hilfreich sein. Die Heilpraktikerin Mathilde Füssel-Wittwer aus Oberstaufen bestätigt, dass Muskel- und Gelenkbeschwerden auf eine Übersäuerung hinweisen können: “Überschüssige Säure wird im Bindegewebe zwischengelagert. Dadurch verliert es seine Elastizität. In Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Einnahme basischer Mineralstoffe wie Basica Vital bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen zu einem deutlichen Rückgang der Schmerzen führen kann.” Eine Entsäuerungstherapie könne laut Füssel-Wittwer Schmerzen verringern und die Beweglichkeit fördern.

Die Heilpraktikerin rät Rückenschmerz-Patienten außerdem, ihre Ernährung umzustellen und anstelle säurebildender Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Backwaren und Milchprodukten mehr Obst, Gemüse und Salate auf den Speiseplan zu bringen, um so die Säure-Basen-Balance wiederherzustellen.

Sanfte Bewegung stärkt die Muskeln

Wer seinen Rücken stärken will, sollte seinen Alltag so aktiv wie möglich gestalten: statt Fahrstuhl die Treppe benutzen, wenn möglich vom Auto aufs Fahrrad umsteigen und so oft wie möglich zu Fuß gehen. Im Büro kann man zum Beispiel beim Telefonieren umhergehen. Mit einem ergonomischen Schreibtischstuhl oder einem Sitzball kann man durch Wechsel der Sitzposition eine Entlastung des Rückens erreichen. Schließlich ist regelmäßiges Ausdauer-, Kraft- und Koordinationstraining empfehlenswert, denn es stärkt Muskeln und Gelenke und kann vor Verspannungen schützen. Gerade in Sachen Rückengesundheit sollte man das Sprichwort “Wer rastet, der rostet!” zu seinem Motto machen.

Infos zum Säure-Basen-Haushalt unter: www.basica.de
– “Sind Sie übersäuert?” – Machen Sie den Test!
– Der “Säure-Basen-Rechner” zeigt Ihnen, ob Ihre Ernährung im
Säure-Basen-Gleichgewicht ist.
– Schließlich gibt es unter “Broschüren” eine ausführliche
“Nahrungsmittel-Tabelle” mit basischen und sauren
Lebensmitteln…

Gegen Stechmücken sollte man sich mit geeigneten Mitteln schützen

Auf der Terrasse, beim Picknick oder im Schlafzimmer: An milden Sommerabenden lauern Stechmücken überall. Mückenmännchen sind dabei harmlos, Jagd auf menschliches Blut machen nur die Weibchen. Dieses benötigen sie nach der Befruchtung, um ihre Brut entwickeln und in stehendem Gewässer ablegen zu können. Mit ihren juckenden Stichen können die lästigen Insekten ihren Opfern die gute Laune, die Freizeit oder den Urlaub vermiesen. Wer die Eindringlinge aus Haus und Garten möglichst fernhalten möchte, sollte ihnen die Brutgelegenheiten nehmen: So sollte man die Regentonne abdecken und stehendes Wasser aus Pflanzenuntersetzern und der Vogeltränke entfernen. Für die Fenster empfehlen sich Fliegenschutzgitter.

Zuverlässiger Schutz vor Mücken

Längst nicht so harmlos wie die heimische Stechmücke ist die in den Tropen und Subtropen heimische Aedes-Mücke, die das gefährliche Zika-Virus überträgt, das sich nach Angaben der WHO explosionsartig ausbreitet. Aber nicht nur Weltenbummler sollten die eigene Haut vor Mückenstichen schützen: Wegen der Klimaerwärmung wandern immer mehr tropische Mückenarten auch nach Deutschland ein. Zu den effektivsten Maßnahmen zählen Insektenrepellents wie etwa das vom Schweizer Tropeninstitut empfohlene “Anti Brumm Forte”. Das hierzulande meistgekaufte Mückenrepellent aus der Apotheke enthält den von der WHO empfohlenen Wirkstoff DEET und schützt zuverlässig bis zu sechs Stunden vor tropischen und heimischen Mücken. Auch die Stiftung Warentest (“Test”, Heft 6/2014) vergab an das wirkungsvolle Produkt in der Kategorie Mückenschutz zum wiederholten Male die Note “sehr gut”.

Worauf Mücken “fliegen”

Forscher haben herausgefunden, dass Mücken eher auf dunkle Kleidung “fliegen”, zudem können sie eng anliegende Textilien leichter durchstechen. Als Dresscode für die abendliche Grillparty eignet sich daher eher ein helles und weites Outfit. Im frisch gewaschenen Zustand ist der Mensch im Übrigen für die Mücke uninteressant. Angelockt werden die kleinen Vampire von CO2 in der Atemluft, Schweißgeruch, Parfüm, Deodorant und Milchsäureduft.

12 Situationen, die nur Menschen mit Diabetes auf Reisen kennen

Und täglich grüßt das Murmeltier: Wer häufig auf Reisen geht, kennt diese Momente, wenn der Nachbar das gleiche Hotel gebucht hat, Einheimische die eigenen mühseligen Sprachversuche nicht verstehen oder die Liege am Pool schon in den frühen Morgenstunden durch ein Handtuch reserviert ist. Auch Menschen mit Diabetes begegnen auf Reisen immer wieder Situationen, die sie kennen – nur dass es sich bei ihnen oft um Vorurteile und Missverständnisse handelt.

1. “Ich habe Diabetes. Dies sind Medikamente und keine Drogen.”
Ob bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen oder an Bord – mit
Nadeln und Insulin-Pens entsteht schnell ein falscher Eindruck. Ein
ärztliches Attest hilft Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.
Damit alles reibungslos funktioniert, finden Reiselustige in der
aktualisierten Diabetes Airline Checkliste 2016 von Ascensia Diabetes
Care wichtige Informationen für ihren Flug, zum Beispiel ob
Kühlmöglichkeiten für ihr Insulin an Bord bestehen oder die
Frachträume temperiert sind. Grundsätzlich wird Reisenden mit
Diabetes empfohlen, die benötigten Utensilien im Handgepäck zu
transportieren. Denn sicher ist sicher – falls der aufgegebene Koffer
zu spät ankommt.

2. “Ich packe meinen Koffer und nehme mit… genug Insulin!”
Sechs Monate “Work and Travel” in Australien und nur begrenzten Platz
im Rucksack? Die Situation kommt vielen Backpackern bekannt vor. Für
Weltenbummler mit Diabetes heißt es aber erst recht Prioritäten
setzen, damit Insulin, Teststreifen und Traubenzucker genug Platz im
Gepäck haben. Vor allem ins Handgepäck gehört eine ausreichende Menge
des benötigten Diabetesbedarfs wie Insulin, Teststreifen, Pens usw.

3. Zwischen Arktis und Sahara – das richtige Blutzuckermesssystem
punktet
Zu hohe oder zu niedrige Temperaturen können die Ergebnisse der
Blutzuckermessung beeinträchtigen. Für Anwender der Contour Next
Blutzuckermesssysteme gilt: Die Systeme wurden entwickelt, um
verlässliche Sicherheit mit besonders präzisen Messergebnissen nach
ISO-Norm 15197:2015 zwischen 5°C und 45°C zu liefern. (1,2)

4. “Einmal Tom Kha Gai und die Nährwerttabelle, bitte.”
Wie viel Broteinheiten (BE) hat Pad Thai? Oder Paella? Je nach
Reiseland kann sich die Küche im Ausland deutlich von der heimischen
unterscheiden. Oft ist es gar nicht so einfach, den
Kohlenhydratgehalt dieser unbekannten Köstlichkeiten einzuschätzen.
Daher gilt: Den Blutzuckerspiegel zwei Stunden nach dem Essen erneut
messen und gegebenenfalls eine Insulinkorrektur durchführen.

5. Gipfelkreuz = Blutzuckermessung mit Aussicht
Nach einer anstrengenden Wanderung über Stock und Stein wird der
Anstieg meist mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Es ist
genau dieser Moment, in dem Menschen mit Diabetes erkennen: Das ist
der perfekte Ort, um in aller Ruhe den Blutzucker zu messen. Damit
der Blutzuckerspiegel bei der Wanderung auch im Zielbereich bleibt,
sind Blutzuckermessungen vor und währenddessen wichtig. Bei längeren
Wanderungen ist es zusätzlich ratsam, die Basalinsulindosis zu
reduzieren.

6. “Du isst Baklava? Stopp, da ist doch Zucker drin!”
Gute Ratschläge aus dem Familien- oder Freundeskreis hat jeder Mensch
mit Diabetes schon einmal gehört und auch neue Urlaubsbekanntschaften
können sich vermeintlich lehrreiche Hinweise oft nicht verkneifen.
Was viele nicht beachten: Menschen mit Diabetes kennen ihren Körper
sehr genau und wissen um den Kohlenhydratgehalt ihrer
Lieblingsspeisen. Zusammen mit einem präzisen Messsystem (z.B.
Contour Next Systeme (1)) und einer guten Blutzuckereinstellung
können sie zu 100 Prozent im Leben stehen. In ihrer Diabetestherapie
können sie dabei auch Lebensmittel essen, die Zucker enthalten.

7. Vom Urlauber zum Packesel
Unbekannte Gegend, weitab der nächsten Einkaufsmöglichkeit – auf
Reisen stellen Menschen mit Diabetes rasch fest, wie schnell sie bei
einer Unterzuckerung in eine brenzlige Situation gelangen können.
Deshalb heißt es vorbeugen. Schnellwirksame Kohlenhydrate wie
Traubenzucker oder Gummibärchen gehören deshalb für mögliche
Unterzuckerungssituationen immer in den Rucksack, damit der
Blutzuckerspiegel schnell wieder in den Zielbereich gebracht werden
kann.

8. “Du hast Diabetes? Krass – ich könnte mich niemals selbst
spritzen!”
Besonders frisch geknüpfte Kontakte – wie neue Urlaubsbekanntschaften
– reagieren häufig so, erzählen Betroffene von ihrem Diabetes. Doch
wer schon eine Weile mit der Diagnose lebt, ist an das Spritzen
gewöhnt. Ob das Insulin in der Öffentlichkeit gespritzt wird oder
lieber in Ruhe allein, ist Geschmackssache.

9. Vor der Hotel- steht die Arztsuche
Weg ist es! Für den Fall der Fälle, dass ihr Insulin oder die
Tabletten im Ausland verloren gehen oder verderben, suchen erfahrende
Reisende mit Diabetes bereits zu Hause nach einem Arzt oder einem
Krankenhaus am Urlaubsort, damit sie schnell Ersatz erhalten können.
Dabei hilft es, sich den Handelsnamen und die Herstellerfirma des
Präparats zu notieren. Übrigens: Die Namen variieren mitunter von
Land zu Land. Wer sich den Produktionscode aufschreibt, geht auf
Nummer sicher, denn dieser ist weltweit identisch.

10. In Deutschland ist es jetzt 17:00 Uhr… – wenn die
Zeitverschiebung nicht nur für das Telefonieren mit Zuhause relevant
ist
Australien, Thailand oder Kanada – Menschen mit Diabetes, die gerne
in die Ferne reisen, sind oft Rechenkünstler in puncto
Zeitverschiebung und Therapieanpassung. Gerade wenn der Trip über
mehrere Zeitzonen hinweg geht, sollte vorab mit dem Arzt besprochen
werden, inwieweit eine Tabletten- oder Insulindosisanpassung
notwendig ist. Grob gilt die Regel: Bei Flügen gen Westen verlängert
sich der Tag, sodass der Körper mehr Insulin braucht. Bei Flügen nach
Osten wird der Tag kürzer, sodass die Dosis mitunter gesenkt werden
kann.

11. Die Reise wird mit dem Diabetologen geplant
Vor Fernreisen heißt es für Menschen mit Diabetes: “Hallo Doktor, ich
bin dann bald weg…” – die ärztliche Untersuchung im Vorfeld stellt
sicher, dass der Diabetes gut eingestellt ist, aktuelle ärztliche
Atteste vorliegen und Fragen zu etwaigen Therapieanpassungen während
des Urlaubs beantwortet werden können.

12. “Wie spreche ich Diabetes eigentlich auf Französisch aus?”
Manche Wissenslücken entdecken Reisende mit Diabetes erst unterwegs.
Doch gute Vorbereitung ist alles: Mit dem Diabetes Dolmetscher des
Ascensia Diabetes Service im Gepäck müssen sie sich im Fall der Fälle
nicht auf die Kommunikation mit Hand und Fuß verlassen. Im
praktischen Taschenformat bietet er den Überblick zu den wichtigsten
Begriffen rund um Diabetes in elf Sprachen.

Die Diabetes Airline Checkliste 2016 – gute Vorbereitung ist das A
und O:
Damit auf Flugreisen an alles gedacht wird, bündelt die Diabetes
Airline Checkliste 2016 alle wichtigen und aktuellen Informationen
von 17 großen Fluggesellschaften für Reisende mit Diabetes vor und
während des Fluges. Dazu gehören Angaben der Fluggesellschaften zu
Bordapotheke, Rollstuhlservice, Anmeldung und Mitnahme von
Therapiebedarf sowie der Service für Diabetiker an Bord. Mit der
enthaltenen Handgepäcksliste können außerdem die richtigen
Vorbereitungen für die Zeit in der Kabine getroffen werden.

Weitere hilfreiche und kostenfreie Services von Ascensia Diabetes Care rund ums Thema Reisen beinhalten Vorlagen für ärztliche Bescheinigungen zum Mitführen von Insulin, Spritzbesteck und Lanzetten auf Flugreisen sowie der Internationale Diabetikerausweis mit Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Mehr Informationen zur Blutzuckerselbstkontrolle erhalten Sie im Internet unter www.diabetes.ascensia.de oder beim Ascensia Diabetes Service unter der kostenfreien Service-Hotline 0800/5088822.

Bei Diabetes auf den Blutdruck achten

Am 7. April ist Weltgesundheitstag. Diabetes ist das Thema der WHO in diesem Jahr, eine der Erkrankungen mit den weltweit größten Zuwächsen. Diabetiker haben ein hohes Schlaganfall-Risiko. Weshalb bei ihnen ein besonderes Augenmerk auf den Blutdruck gelegt werden sollte, erklärt eine aktuelle britische Studie.

Fast zwei Millionen Patienten haben die britischen Epidemiologen in ihre Studie eingeschlossen. Untersucht wurden deren Krankheitsdaten aus den Jahren 1997 bis 2010. Im Vordergrund der Studie stand vor allem die Frage, wie sehr Diabetes das Risiko für bestimmte kardiovaskuläre Erkrankungen wie den Herzinfarkt oder den Schlaganfall erhöht. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf Patienten mit dem so genannten Typ-2-Diabetes, der mit Abstand häufigsten Form der Zuckerkrankheit.

Die Studienteilnehmer waren zu Beginn der Untersuchung mindestens 30 Jahre alt und litten nicht an kardiovaskulären Erkrankungen. In einem Zeitraum von 5,5 Jahren trat bei einem von 19 nicht diabetischen Studienteilnehmern eine Erkrankung auf. Dagegen traf es in der Gruppe der Diabetiker etwa jeden fünften. Diabetiker hatten also ein vierfach erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Die Forscher wollten es noch genauer wissen und differenzierten nach Krankheitsarten. Am häufigsten trat die so genannte periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) auf, die Durchblutungsstörungen von Armen oder Beinen verursacht. Überraschend war, dass nicht Herzerkrankungen, sondern Schlaganfälle an zweiter Stelle folgten mit einer gut 70prozentigen Risikoerhöhung.

Wichtig zu wissen: in vielen Fällen weisen Patienten mit Diabetes auch einen hohen Blutdruck auf, der größte Risikofaktor des Schlaganfalls. “Das liegt daran, dass zwei Risikofaktoren des Diabetes und Bluthochdrucks identisch sind: bauchbetontes Übergewicht und Bewegungsmangel”, erklärt Dr. Bettina Begerow, Präventionsexpertin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. “Zudem wirkt sich ein chronisch erhöhter Blutzucker negativ auf die Gefäßwände aus und begünstigt damit einen Bluthochdruck. Langfristig betrachtet ist deshalb bei diesen Patienten eine gute Einstellung des Blutdrucks ebenso wichtig wie die Therapie des Diabetes.”

In Deutschland leben geschätzt mehr als 6 Millionen Menschen mit Diabetes, mehr als 90 Prozent von ihnen mit dem lebensstilbedingten Diabetes Typ-2. In weniger als 20 Jahren ist die Zahl der Erkrankungen um 38 Prozent gestiegen. Verantwortlich dafür sind unsere veränderten Lebensgewohnheiten, vor allem eine ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung. Rund 50 Prozent der Erkrankten könnten ohne Medikamente leben, wenn sie ihren Lebensstil anpassen würden. “Patienten können selbst sehr viel für ihre Gesundheit tun”, sagt Dr. Bettina Begerow. Sie rät: “Drei- bis viermal die Woche Ausdauersport in Verbindung mit einer ausgewogenen, salzarmen Ernährung – das ist die sanfte Art, seinen Blutdruck zu senken und das Risiko für Diabetes zu minimieren”.

(Lancet 2015; 385; doi:10.106/S0140-6736(15)60401-9)

Mit weniger Alkohol das Darmkrebsrisiko senken

Alkohol fördert die Geselligkeit, dient zur Entspannung nach getaner Arbeit und viel zu oft wird er als vermeintlicher Seelentröster genutzt. Doch Vorsicht: Alkohol begünstigt das Entstehen verschiedener Krebsarten. Auch das Risiko für Darmkrebs, der dritthäufigsten Tumorerkrankung in Deutschland, steigt bei regelmäßigem Alkoholkonsum. Im Darmkrebsmonat März ermutigt die Deutsche Krebshilfe zu einem bewussten Umgang mit Alkohol und zu einem geringen Konsum.

Jährlich erkranken in Deutschland rund 33.400 Männer und 27.600 Frauen neu an einem bösartigen Tumor des Darms. Die Deutsche Krebshilfe nimmt den diesjährigen Darmkrebsmonat zum Anlass, verstärkt über die Risiken regelmäßigen Alkoholkonsums zu informieren.

Statistisch gesehen trinkt jeder Bundesbürger durchschnittlich rund 107 Liter Bier und 21 Liter Wein pro Jahr. „Für viele Menschen gehört Alkohol zum Alltag und ist Teil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Oft gehen sie mit dem Alkohol jedoch zu sorglos um, da der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebs unbekannt ist oder verdrängt wird.“

Alkohol gelangt hauptsächlich über die Schleimhäute des Verdauungstraktes in den Blutkreislauf und verteilt sich von dort aus im ganzen Körper. Bei regelmäßigem Konsum schädigt das Zellgift Organe und Nervenzellen. Zudem begünstigt Alkohol das Entstehen verschiedener Krebsarten, darunter auch Darm- und Leberkrebs. Neben Tabakkonsum ist der Alkohol der Hauptrisikofaktor für das Entstehen von Krebs im oberen Verdauungstrakt. Ursache für die krebsfördernde Wirkung ist das Acetaldehyd, eine Substanz, die beim Abbau von Alkohol im Körper entsteht und von Wissenschaftlern als krebserregend eingestuft wird. Schon bei relativ kleinen Mengen von 10 bis 45 Gramm Alkohol pro Tag steigt das Risiko für eine Darmkrebserkrankung um 16 Prozent. Wer mehr trinkt, erhöht sein Darmkrebsrisiko sogar um 41 Prozent. Zum Vergleich: ein Glas Wein enthält rund 20 Gramm, 0,6 Liter Bier rund 24 Gramm Alkohol.

Dr. Raphael Gassmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), empfiehlt: „Gesunde Männer sollten nicht mehr als einen Viertelliter Wein oder 0,6 Liter Bier pro Tag trinken, gesunde Frauen die Hälfte davon nicht überschreiten. Zudem ist es ratsam, mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche einzulegen. Allerdings ist es schwer einen Grenzwert festzulegen, da es einen risikofreien Konsum von Alkohol nicht gibt.“

Jeder dritte Mann und jede fünfte Frau überschreiten die empfohlene tägliche Trinkmenge. Insbesondere die Gruppe der über 30-jährigen Männer entwickelt häufig riskante Trinkgewohnheiten. Mit dem neuen Präventionsratgeber für Männer „Riskante Partnerschaft. Mehr Gesundheit – Weniger Alkohol“ spricht die Deutsche Krebshilfe Interessierte an und ruft zu einem bewussteren Umgang mit Alkohol auf. Der Ratgeber kann kostenlos bestellt werden.

Krebsprävention: Vernachlässigter Bereich unseres Gesundheitswesens?

Krebsprävention und Krebsfrüherkennung sind die wichtigste Basis für ein Leben ohne Krebs. Angesichts steigender Neuerkrankungszahlen müsse in Deutschland jedoch deutlich mehr als bislang in diesen Bereichen getan werden, so das Experten-Fazit auf einer Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Krebskongresses 2016. Auf der Veranstaltung wurden aktuelle Erkenntnisse aus der Präventionsforschung vorgestellt und Maßnahmen aus dem Bereich der Primärprävention, der Früherkennung und der Prähabilitation diskutiert.

„Wir haben mittlerweile Belege dafür, dass eine nachhaltige Änderung des Lebensstils tatsächlich etwas bringt. Wer zum Beispiel mit dem Rauchen aufhört oder bei einem Body-Mass-Index von mehr als 30 sein Gewicht reduziert, der kann auch tatsächlich sein Krebsrisiko senken“, erklärte Prof. Dr. Olaf Ortmann, Mitglied des Vorstands der Deutschen Krebsgesellschaft auf der Veranstaltung. Jetzt gehe es vor allem darum, die entsprechenden Umsetzungsmaßnahmen zu formulieren, sowohl für die Aufklärung der Bevölkerung als auch zur Risikovermeidung. „Leider wissen wir zu wenig darüber, wie wir große Bevölkerungsgruppen nachhaltig zur Vermeidung von Risiken motivieren und dabei unterstützen können. Hier ist deutlich mehr wissenschaftliche Forschung notwendig“, so Ortmann.

Für strukturierte und qualitätskontrollierte Konzepte zur risikoadaptierten Prävention bei erblich bedingten Krebserkrankungen plädierte Prof. Dr. Rita Schmutzler, Direktorin des Zentrums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs in Köln. Schätzungsweise bei einem Drittel aller Brust-, Darm- und Prostatakrebserkrankungen sind genetische Risikofaktoren im Spiel. Bis vor kurzem waren nur einige Hochrisikogene wie BRCA1 und BRCA2 bekannt, die jedoch nur einen Teil dieser erblich bedingten Fälle erklären. Mit den neuen technischen Möglichkeiten der genomweiten Analyse werden gegenwärtig eine Reihe weiterer Risikogene identifiziert, die in Zukunft eine präzisere und individuelle Risikoberechnung ermöglichen werden. Dies betrifft nicht nur das Erkrankungsrisiko, sondern auch Informationen über den spezifischen Tumorsubtyp. Prinzipiell kann dadurch die Effektivität von Früherkennungsprogrammen, wie z. B. das Mammographiescreening deutlich verbessert werden. Doch bei welchem Risiko oder Tumorsubtyp sind welche klinischen Maßnahmen nötig? Für welche Patientin kommt wann welche Früherkennung infrage? Schmutzler: „Angesichts dieser komplexen Fragen brauchen wir eine qualitätsgesicherte Gendiagnostik, die den Bogen vom Labor bis in die Klinik spannt und sich auf aussagekräftige Studien stützt. Die Grundvoraussetzung dafür sind neu zu errichtende Register zu familiären Tumorerkrankungen, um die Effektivität unserer Präventionsmaßnahmen bei erblichen Krebserkrankungen zu erfassen und kontinuierlich zu messen.“

Wie wichtig es ist, Früherkennungsmaßnahmen durch Forschung zu begleiten, zeigen die Studien von Prof. Dr. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Brenner, der Preisträger des Darmkrebs-Präventionspreises 2015, untersucht die Wirksamkeit der Darmkrebsfrüherkennung seit mehr als zehn Jahren. Durch seine Untersuchungen konnte er z. B. zeigen, dass bis zu 90 Prozent der Darmkrebsfälle durch eine Vorsorge-Koloskopie verhütet werden könnten und das Darmkrebsrisiko nach einer Vorsorgekoloskopie ohne auffälligen Befund über mehr als zehn Jahre sehr niedrig ist. Dieses Ergebnis unterstützt die derzeitige Praxis eines Zehn-Jahres-Intervalls bei der Vorsorge-Koloskopie. Trotz dieser Bestätigung ist die Akzeptanz für die Vorsorge-Koloskopie in der Bevölkerung nach wie vor niedrig. Deshalb gehe es vor allem darum, organisierte Einladungsverfahren zu implementieren, in denen die berechtigten Versicherungsnehmer individuell angesprochen und über die verfügbaren Screeningverfahren aufgeklärt werden. „Außerdem müssen neue Methoden evaluiert werden, die die Akzeptanz des Screenings in der Bevölkerung erhöhen“, so Brenner.

Anders als beim Darmkrebs gibt es beim Lungenkrebs bislang noch kein geeignetes Screeningverfahren. Einer amerikanischen Studie zufolge kann zwar eine jährliche Mehrschicht-Computertomographie (MSCT) die Lungenkrebs-Sterblichkeit bei starken Rauchern um 20 Prozent senken. Doch die Rate falsch positiver Ergebnisse ist hoch, d. h. manche Teilnehmer müssen wieder einbestellt werden, um verdächtige Befunde zu überprüfen, die sich dann gar nicht als Lungenkrebs herausstellen. Die Ergebnisse der LUSI-Studie, einer randomisierten kontrollierten Studie mit mehr als 4.000 Teilnehmern, zeigen, dass der falsche Alarm ab der zweiten Screening-Runde unter bestimmten Bedingungen abnehmen kann. „Verdächtige Befunde im ersten CT, die sich in der darauffolgenden Untersuchung nicht verändert haben, sind offensichtlich keine Krebsherde. Eine erneute Abklärung ist deshalb nicht mehr notwendig“, erklärt LUSI-Studienleiter Prof. Dr. Nikolaus Becker vom DKFZ Heidelberg. Allerdings gehen die „falschen Alarme“ nur zurück, wenn die Vorbefunde früherer Screeningrunden für diese Beurteilung vorliegen, ein Lungenkrebs-Screening also als „organisiertes Screening“ durchgeführt würde. Die Endauswertung von LUSI und anderen europäischen Studien zur Lungenkrebsfrüherkennung ist für die nächsten ein bis zwei Jahre geplant.

Vorbeugen hilft möglicherweise auch dann noch, wenn der Krebs schon diagnostiziert ist, so PD Dr. Freerk Baumann von der Sporthochschule Köln. Dieses junge Forschungsfeld wird unter dem Begriff Prähabilitation zusammengefasst und steht für das Verbinden von Prävention und Rehabilitation. Das Konzept: Eine rechtzeitige bewegungstherapeutische Intervention unmittelbar nach der Krebsdiagnose soll die Patienten körperlich auf die Therapiephase vorbereiten. Nach dem Motto „Fit für die Krebsbehandlung“ wollen die Wissenschaftler so möglichen Komplikationen und Nebenwirkungen vorbeugen. „Erste Daten zeigen, dass die Prähabilitation nicht nur die Nebenwirkungen der Krebsmedikamente verhindert, sondern auch die Therapiedosierung während der Behandlung beibehalten werden kann. Außerdem lassen sich Krankenhaustage reduzieren“, betonte Baumann.

Darmkrebs rechtzeitig erkennen

Mit rund 61.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Darmkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Je früher Darmkrebs erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf eine Heilung. Die Deutsche Krebshilfe informiert in zahlreichen Materialien über Früherkennungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen.

Darmkrebs entwickelt sich meistens in einem schleichenden Prozess. Die gutartigen Vorformen, die sogenannten Polypen oder Adenome, können leicht operativ entfernt werden, sodass ein Tumor gar nicht erst entsteht. „Wichtigstes Ziel der Darmkrebsfrüherkennung ist es, die Zahl der tumorbedingten Todesfälle zu senken“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Das Aufspüren eines Darmtumors in einem frühen Entwicklungsstadium ist dafür ganz entscheidend“.

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten zwei Untersuchungen zur Früherkennung der Krankheit an. Ab einem Alter von 50 Jahren können Frauen und Männer jährlich einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl vornehmen lassen. Ab 55 Jahren haben Krankenversicherte Anspruch auf eine erste Darmspiegelung (Koloskopie), die nach zehn Jahren wiederholt wird.

Früherkennungsuntersuchungen werden jedoch auch kritisch betrachtet, denn sie können mitunter Nachteile mit sich bringen. Deshalb ist es wichtig, den Nutzen gegen die Risiken einer solchen Untersuchung abzuwägen. Dabei sollte man sich folgende Fragen stellen: Wie oft kommt es vor, dass die Untersuchungsmethode einen bereits bestehenden Tumor wirklich erkennt? Wie häufig ergibt der Test einen falschen Krebsverdacht und führt dann zu einer unnötigen Diagnose? Wie groß ist mein persönliches Risiko, an dieser Krebsart zu erkranken?

Eine wichtige Rolle spielt auch das genetische Risiko. Denn die Veranlagung, an Darmkrebs zu erkranken, kann auch innerhalb der Familie vererbt werden. Menschen, bei denen Darmkrebs häufig in der Familie auftritt, sollten bereits in jungen Jahren ein Früherkennungsprogramm beginnen. Bei den Zentren für familiären Darmkrebs können sich Interessierte bundesweit beraten lassen.

Die Deutsche Krebshilfe informiert ausführlich über die Früherkennungsmaßnahmen und die Möglichkeiten, einer Krebserkrankung vorzubeugen. Zahlreiche Faltblätter und Broschüren können auf der Website der Deutschen Krebshilfe, kostenlos bestellt werden. Darüber hinaus steht der Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe, das INFONETZ KREBS, Betroffenen, Angehörigen und Interessierten unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 80708877 für Fragen zur Verfügung.

Hintergrundinformation: Darmkrebs vorbeugen

Ein gesunder Lebensstil ist die beste Möglichkeit, einer Darmkrebserkrankung vorzubeugen. Hierzu zählen eine ballaststoffhaltige, fett- und fleischarme Ernährung, viel Bewegung und das Vermeiden von Tabakrauch sowie regelmäßigem Alkoholkonsum. Die Präventionsbroschüren und –faltblätter der Deutschen Krebshilfe informieren über Chancen und Möglichkeiten einer gesunden Lebensweise und zeigen, wie leicht diese im Alltag umzusetzen ist.

Wie man sich vor gefährlichen Durchblutungsstörungen am besten schützen kann

In der Jugend stehen die Zeichen für die Durchblutung noch auf Rosa: Die Arterien sind frei von Ablagerungen, elastisch und innen rosig gefärbt. Doch das bleibt nicht so. “Mit zunehmendem Alter entwickeln sich bei jedem von uns krankhafte Veränderungen in den Gefäßen. Fett und Kalk lagern sich im Inneren der Arterien ab, verengen sie – und lassen sie immer mehr versteifen” warnt Prof. Horst Robenek, Arterioskleroseforscher am Uniklinikum Münster.

Arginin kann Blutfluss verbessern

Bestimmte Risikofaktoren – vor allem Bluthochdruck, aber auch Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen, Bewegungsmangel und chronischer Stress – können die Ablagerungen begünstigen. So kann immer weniger Blut durch die Adern fließen. “Zum Super-GAU in den Gefäßen kommt es, wenn eines Tages ein Blutgerinnsel die Arterie total verschließt”, so Robenek. Dann drohten Herzinfarkt oder Schlaganfall. Zur Vorbeugung empfiehlt der Gefäßexperte jedem über 35, seinen Blutdruck regelmäßig checken zu lassen und bei Bedarf schnell zu handeln. Neben den ärztlich verordneten Medikamenten könne dann auch der natürliche Schutzstoff Arginin einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Durchblutung leisten. Das bestätigt eine aktuelle Studie, die eine verbesserte Durchblutung nach der Einnahme dieses Schutzstoffes zeigt. Denn aus ihm wird im Körper ein Botenstoff gebildet, der die Adern weitet und die Gefäße vor Ablagerungen schützt. “Im Idealfall greift man gleich zu einer qualitativ hochwertigen Adernformel mit einer standardisierten Dosis von Arginin plus Folsäure sowie Vitamin B6 und B12 wie etwa ‘Telcor Arginin plus'”, rät Robenek.

Normale Ernährung reicht oft nicht

Von Natur aus steckt der Schutzstoff etwa in Hülsenfrüchten, Nüssen, Garnelen und rotem Fleisch. Eine gesunde Mischkost liefert pro Tag rund drei bis sechs Gramm. Doch gerade Menschen mit Durchblutungsstörungen brauchen deutlich mehr, so Robenek: “Nach heutigem Stand der Wissenschaft muss man davon ausgehen, dass alle Menschen mit Bluthochdruck einen Arginin-Mangel haben.” Das sei aktuell jeder vierte Deutsche.

Kinder : Herzkrank und Sport?

Sport ist für alle Kinder wichtig. Denn die Entwicklung von Kindern wird maßgeblich von Bewegung beeinflusst. Bewegungserfahrungen bestimmen nicht allein das körperliche und motorische Heranreifen. Sie sind auch entscheidend für den psychosozialen, emotionalen und kognitiven Bereich – und damit für die gesamte Persönlichkeit. „Auch herzkranke Kinder sollten ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben dürfen und hierbei möglichst keine Einschränkungen erfahren“, betont Birna Bjarnason-Wehrens, Professorin an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Was herzkranke Kinder und deren Eltern, Jugendliche und junge Erwachsene zum Thema Sport und Bewegung wissen und beachten sollten, fasst „herzblatt“ – das Magazin der Deutschen Herzstiftung für ein Leben mit angeborenem Herzfehler – für seine Leser in der ersten Ausgabe des Jahres 2016 zusammen.

Die meisten herzkranken Kinder können Sport treiben
Sehr viele angeborene Herzfehler, erläutert die Sportwissenschaftlerin Bjarnason-Wehrens im Gespräch mit „herzblatt“, können heute im Neugeborenen- oder Kleinkindalter vollständig korrigiert werden, sodass keine oder nur geringe körperliche Restbefunde vorliegen. Das schaffe gute Voraussetzungen für eine normale Entwicklung. Die meisten dieser Kinder könnten ihre Bewegungsaktivitäten unbeschränkt ausleben. Einschränkungen bestünden nur bei einer kleinen Gruppe von Patienten mit schweren Herzfehlern, die nur unvollständig korrigiert werden konnten und demzufolge bedeutungsvolle Restbefunde aufweisen. Doch auch sie sollten möglichst wenige Einschränkungen in ihrem Bewegungsverhalten erfahren und am Schulsport oder an Freizeitaktivitäten mit Gleichaltrigen teilnehmen können. Die neue Leitlinie „Sport bei angeborenen Herzerkrankungen“ der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) empfiehlt regelmäßige Untersuchungen beim Kinderkardiologen. Er bzw. sie kann Einschränkungen definieren und auf dieser Basis eine individuelle Sportempfehlung aussprechen. Die DGPK bietet auf ihrer Homepage (www.kinderkardiologie.org) ein kostenfreies Computerprogramm an, das es dem Arzt erlaubt, die Sporttauglichkeit eines Patienten ohne größeren zeitlichen Aufwand ausführlich zu beurteilen und ein „Sportattest“ auszustellen.

Sportgruppen eigens für Herzkinder
Die „herzblatt“-Grafik nennt bundesweit Sportgruppen eigens für Herzkinder: Die „Kinderherzsportgruppen“ haben zum Ziel, Kleinkinder und Kinder im schulfähigen Alter, die mit einem Herzfehler zur Welt kamen, in ihren motorischen Fähigkeiten so weit zu fördern, dass sie am regulären Schulsport teilnehmen können. Die „herzblatt“-Fotoreportage stellt exemplarisch einen Kletterkurs für Kinder mit angeborenem Herzfehler vor, den die Technische Universität München (TUM) in ihrem Modellprojekt „KidsTUMove“ anbietet. Mit integrativen Bewegungsgruppen, Wochenendfreizeiten, Sommercamps und vielfältigen Sportangeboten sprechen die Mitarbeiter des Münchener Lehrstuhls für Präventive Pädiatrie gezielt chronisch kranke Kinder und Jugendliche an, um ihnen einen Zugang zu Sport und Bewegung zu ermöglichen.

„Absolut – es wirkt!“
Aus der Sicht der Betroffenen beschreibt Joachim Mohr, 53 Jahre und Redakteur beim „Spiegel“ in Hamburg, seine Erfahrungen mit Sport und Bewegung. Die Ärzte haben ihm mit ihrer Heilkunst Lebenszeit geschenkt – gesund machen aber konnten sie ihn nicht. Gerade wegen seines Herzleidens, unterstreicht Mohr, müsse er seinen Körper pflegen und fit halten. Ein chronisch Kranker, der Sport betreibt, schreibt der Journalist in seinem Beitrag für „herzblatt“, müsse vor allem eines sein: ein Egoist. „Denn nur er selbst kann entscheiden, welchen Sport er wann und in welchem Umfang macht. Er kann sich nie nach anderen richten, denn damit könnte er sich schaden.“ Neben der körperlichen Fitness, ergänzt Joachim Mohr, habe das Training einen bemerkenswerten weiteren Effekt: Es erfrische die Seele und helfe gegen dunkle Gedanken.

„Was für ein Zirkus!“
Das „herzblatt“-Feuilleton präsentiert den „Circus Sonnenstich“, ein Projekt des Berliner Zentrums für bewegte Kunst. „Bei uns treten Artisten mit Handicap und besonderen Fähigkeiten auf“, erläutert Michael Pigl-Andrees, der Leiter des Zentrums. Zu seinen Künstlern zählen die 16-jährige Nina und der 24-jährige Felix. Sie sind beide mit Downsyndrom und einem Herzfehler zur Welt gekommen. Im „Circus Sonnenstich“ gehören sie zu den Stars. Vor ihren umjubelten Auftritten im glitzernden Zirkuszelt steht ein intensives Training, „herzblatt“ hat sie dabei begleitet. „Unsere Artisten erbringen Höchstleistungen“, sagt Michael Pigl-Andrees. Die soziale und künstlerische Persönlichkeit könne sich dabei voll entfalten. Und manches, fügt der Sonnenstich-Leiter hinzu, erscheine dabei „wie ein kleines Wunder“.

Der Ausgabe 1/16 von „herzblatt“ liegt die Broschüre „Mit Impfungen vor Krankheiten schützen“ bei. Der Kinderkardiologe Dr. med. René Höhn von der Klinik für Angeborene Herzfehler des Universitäts-Herzzentrums Freiburg/Bad Krozingen erläutert darin, worauf Eltern von Kindern mit angeborenem Herzfehler achten sollten.

Kurantrag abgelehnt?

Millionen gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf ambulante Vorsorgemaßnahmen oder bezuschusstes Gesundheitstraining in Kurorten. Doch immer öfter lehnen gesetzliche Krankenkassen Anträge auf Bezuschussung solcher Leistungen ab – mit meist zweifelhaften Begründungen. “Wehren Sie sich”, rät der Kurdirektor von Europas übernachtungsstärkstem Kurort Bad Füssing. “Die Erfahrung in der Praxis zeigt, dass zwei von drei abgelehnten Anträgen für ambulante Badekuren in Heilbädern nach einem Einspruch letztendlich doch genehmigt werden”, so Weinberger. Sein Ratschlag: Nach einem Ablehnungsbescheid grundsätzlich Einspruch einlegen.

Viele Krankenkassen setzen bei der Ablehnung von Anträgen auf ambulante Badekuren offensichtlich auf die Unwissenheit der Versicherten: Denn ohne Einschränkungen können Krankenkassen auch heute erhebliche Zuschüsse zu ambulanten Vorsorgeleistungen beim Aufenthalte in einem anerkannten Heilbad zahlen – und zwar eben nicht nur zur Behandlung bestehender Krankheiten, sondern auch zur Krankheitsvermeidung, also der Prävention. Statt alle vier Jahre können Versicherte heute sogar wieder alle drei Jahre bei ihrer Kasse eine solche Maßnahme beantragen.

Die Zahl der ambulanten Badekuren ist trotzdem deutschlandweit in den letzten Jahren von über 550.000 auf derzeit knapp 58.000 genehmigte Anträge gesunken. Diese Entwicklung schadet den Versicherten und kostet die Versichertengemeinschaft letztendlich mehr Geld als eine solche Maßnahme zur Krankheitsvermeidung gekostet hätte. Studien zeigen, dass jeder in die Prävention, also die Gesundheitsvorsorge, investierte Euro langfristig das Dreifache an Ausgaben für spätere Krankheitsbehandlung vermeiden kann.

Das gilt letztendlich auch für wohnortferne Präventionskurse etwa für Bewegungstraining, Entspannung oder zur Ernährungsschulung, wie sie in Bad Füssing rund ums Jahr angeboten werden. Hier können die Kassen pro Kurs bis zu 75 Euro Zuschuss zahlen.

Wertvoller Ratgeber “Das Bad Füssing Sparbuch”- jetzt wieder erhältlich

Informationen, welche Ansprüche Versicherte bei Kuren und Gesundheitsvorsorgemaßnahmen haben, welche Zuschüsse ihnen zustehen und wie sie ihre Rechte erfolgreich durchsetzen liefert der Ratgeber “Das Bad Füssing Sparbuch”. Die kostenlose Broschüre ist jetzt in Neuauflage erschienen. Einfach anfordern unter der Telefonnummer 08531/975-580, über das Internet unter www.badfuessing.de/infomaterial oder per eMail an tourismus@badfuessing.de.

Teilnehmer gesucht: Neue Studie BAVARIA vergleicht Wirksamkeit von Kur oder Therapie zu Hause – was ist besser?

Der Bayerische Heilbäder-Verband e.V. startet demnächst zusammen mit der Ludwig-Maximilians-Universität München eine Beobachtungsstudie zur Wirkung ambulanter Vorsorgemaßnahmen am Kurort im Vergleich zu ambulanten therapeutischen Maßnahmen am Wohnort.

Für dieses zweigleisig angelegte Studienprogramm mit dem Namen BAVARIA sucht der Bayerische Heilbäder-Verband e.V. Teilnehmer. Gesucht werden Personen, die unter Erkrankungen im Bereich des Bewegungsapparats (Wirbelsäule, Rheuma, Gelenkbeschwerden), an Herz- oder Kreislaufproblemen leiden und deswegen demnächst eine ambulante Kur absolvieren wollen. Die Bewerbung zur Studienteilnahme muss dabei vor Beantragung der Maßnahme erfolgen. Interessenten, die an der Studie teilnehmen möchten, finden weitere Informationen über den Ablauf des BAVARIA-Forschungsprojekts und die Teilnahmevoraussetzungen im Internet unter: http://bavaria-studie.de Informationen gibt es auch telefonisch unter: 08531 975-590.