Archiv für den Monat: November 2010

Wissenschaftler rechnen weltweit mit 165.000 Todesfällen bei Kindern durch Passivrauchen

Jährlich sterben weltweit über 600.000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens. Mehr als ein Viertel davon sind Kinder. Das haben Wissenschaftler um Mattias Öberg vom Karolinska-Institut in Stockholm in einer Studie herausgefunden. Die Forscher werteten umfangreiche Daten des Jahres 2004 aus. Das medizinische Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichte jetzt die Ergebnisse dieser Studie über die Bedeutung des Passivrauchens für die nicht rauchende Bevölkerung.

Rauchen kann tödlich sein – dies ist mittlerweile wissenschaftlich belegt. Doch auch die Risiken des Passivrauchens sind groß. Jeder Raucher gefährdet also nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen. 40 Prozent der Passivraucher weltweit sind Kinder. Sie sind besonders durch die schädlichen Substanzen im Tabakrauch gefährdet, weil ihr Organismus noch nicht ausgereift ist und sie eine höhere Atemfrequenz haben als Erwachsene. Wie die Studie von Öberg bestätigt, sterben jährlich weltweit 600.000 Menschen an den Folgen des passiven Rauchens. Die häufigsten Todesursachen sind dabei Herzkrankheiten, Asthma und Lungenkrebs. Passivrauchende Kinder versterben besonders häufig an Atemwegserkrankungen.

„Eltern wollen eigentlich nur das Beste für ihre Kinder. Leider muss aber in Deutschland fast die Hälfte aller Kinder zu Hause passiv mitrauchen. Sie werden damit einem erheblichen Gesundheitsrisiko ausgesetzt“, sagt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Eltern haben außerdem eine große Vorbildfunktion: Wenn beide Elternteile rauchen, fangen die Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit später selbst an zu rauchen.“ Ein Drittel aller Krebserkrankungen ist auf das Rauchen zurückzuführen – ein Risikofaktor, der sich vermeiden lässt.

Die Deutsche Krebshilfe rät: Raucher sollten auf keinen Fall in der Nähe von Kindern rauchen, auch nicht am offenen Fenster in der Wohnung oder im Auto. Denn die Schadstoffe des Tabakrauchs setzen sich an Wänden, Möbeln oder Textilien ab. Lüften oder Lüftungsanlagen sind nicht geeignet, um die Belastung mit krebserregenden und anderen giftigen Stoffen aus dem Tabakrauch angemessen zu beseitigen. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, erhält umfangreiches Informationsmaterial bei der Deutschen Krebshilfe.

Gesundheitsreform läutet Ende der Solidarität ein

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher warnt vor Systemwechsel mit gravierenden Folgen

Als „weiteren Schritt in Richtung Entsolidarisierung der Gesellschaft, der unser soziales Sicherungssystem erheblich gefährdet“, bezeichnet die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, die neu geregelte Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Gesundheitsreform sei „der Einstieg in einen Ausstieg aus der solidarisch und paritätisch finanzierten gesetzlichen Krankenversicherung“. Der VdK warnte vor einem Systemwechsel mit gravierenden Folgen.

„Pauschale Zusatzbeiträge treffen Bezieher mittlerer und niedriger Einkommen, chronisch Kranke sowie Rentner besonders hart. Damit werden diejenigen, die durch das Sparpaket, sinkende Löhne und Rentennullrunden Einbußen hinnehmen müssen, überproportional belastet. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird sich weiter vergrößern“, erklärte Mascher heute auf dem Kleinen VdK-Bundesverbandstag in Berlin. Es sei vollkommen unakzeptabel, wenn zukünftige Ausgabensteigerungen im Gesundheitswesen allein durch die Versicherten finanziert würden. Gesundheit müsse für alle bezahlbar bleiben und dürfe nicht noch stärker vom Geldbeutel der Versicherten abhängig werden. Den vorgesehenen Sozialausgleich bezeichnete Mascher als „Mogelpackung“: „Der Sozialausgleich ist völlig unzureichend, da er erst greift, wenn der Zusatzbeitrag 2 Prozent des Einkommens übersteigt“.

Auch das Einfrieren des Arbeitgeberbeitrags bei 7,3 Prozent kritisierte die VdK-Präsidentin scharf: „Die Arbeitgeber aus der Verantwortung zu nehmen ist ein schwerwiegender Fehler. Viele Krankheiten sind nachweislich verursacht durch erhebliche Belastungen am Arbeitsplatz, vor allem durch Stress und steigende Arbeitsverdichtung. Deshalb dürfen die Arbeitgeber bei der Finanzierung der steigenden Gesundheitskosten auch in Zukunft nicht außen vor bleiben.“

Als „tiefen Griff in die Taschen der gesetzlich Versicherten“ kritisiert der Sozialverband VdK zudem die Pläne zur Ausweitung der Kostenerstattung im Gesundheitswesen. Der VdK fordert die Bundesregierung auf, die Versicherten vor dieser Kostenfalle zu bewahren. Eine Vorkasse beim Arzt sei kein geeignetes Mittel, um Kosten im Gesundheitswesen transparent zu machen, sondern bedeute nur eine zusätzliche finanzielle Belastung der Menschen. Für mehr Kostentransparenz würde hingegen die Weiterentwicklung der Patientenquittung sorgen, die der Versicherte heute bereits verlangen darf. Damit habe er einen Einblick in die Kosten für die erbrachte ärztliche Leistung.

Völlig unverständlich sei, dass Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser keinerlei finanzielle Beiträge zur Konsolidierung der Finanzen der Krankenkassen leisten müssen.

Auf seiner Internet-Homepage unter www.vdk.de/protest hat der Sozialverband VdK eine Protestplattform installiert, wo schon über 150.000 Teilnehmer ihrem Protest gegen die Gesundheitsreform Ausdruck verliehen haben

Patientenorientierung in der Krebsmedizin stärken

Tag der Krebs-Selbsthilfe 2010
Bonn (ct) – Selbsthilfevertreter können Krebs-Betroffene vom Zeitpunkt der Diagnose bis hin zur Wiedereingliederung in den Alltag unterstützen. Zudem tragen sie dazu bei, Defizite in der Versorgung zu beseitigen. Doch noch immer gibt es Vorurteile gegenüber Selbsthilfegruppen – den Mitgliedern wird Autoritätshörigkeit oder Selbstüberschätzung nachgesagt und die Gruppen gelten als Kaffeekränzchen. Diese Vorurteile müssen dringend abgebaut und die Patientenorientierung muss auf gesundheitspolitischer Ebene gestärkt werden. Das ist das Fazit des diesjährigen Tages der Krebs-Selbsthilfe am 3. November 2010. Die Deutsche Krebshilfe hat die Veranstaltung gemeinsam mit allen von ihr geförderten Krebs-Selbsthilfeorganisationen zum nunmehr sechsten Mal ausgerichtet.

120 Vertreter der Selbsthilfe, Ärzte, Experten aus der Pflege und der Sozialarbeit, der psychosozialen Onkologie sowie aus dem physiotherapeutischen Bereich diskutierten in Bonn-Bad Godesberg über Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der Versorgung von Krebs-Patienten. Denn die Unterstützungsangebote der Krebs-Selbsthilfeorganisationen sind unverzichtbarer Bestandteil der psychosozialen Versorgung. Dennoch gibt es nach wie vor viele Vorurteile gegenüber Selbsthilfegruppen. „Nur Deppen, die nicht mit sich selbst klar kommen, brauchen eine solche Gruppe“ – dies ist ein Klischee, mit dem Peter Nieland, Physiotherapeut am Malteser Krankenhaus in Bonn und Vertreter des Zentralverbandes der Physiotherapeuten Deutschland ZVK, aufräumen will. Nieland arbeitet seit vielen Jahren mit Selbsthilfegruppen zusammen und schätzt den hier stattfindenden Austausch unter Gleichbetroffenen als Ergänzung zu seiner physiotherapeutischen Arbeit mit Krebs-Patienten sehr: „In den Gruppen wird Mut und Lebensfreude vermittelt“.

Auch Vertreter anderer Berufsgruppen, die täglich mit Krebs-Patienten arbeiten, teilen diese Wertschätzung, erleben häufig aber auch Defizite bei Selbsthilfe-Vertretern wie Autoritätshörigkeit oder Selbstüberschätzung. „Und oft ist der Ansprechpartner einer Gruppe nicht bekannt oder nicht erreichbar“, so Burkhard Lebert, Pflege- und Gesundheitswissenschaftler aus Heidelberg. Um die Selbsthilfe in der Pflege besser zu etablieren, hat er sich dafür eingesetzt, die Stellenbeschreibung von spezialisierten Pflegenden in der Onkologie zu ergänzen: „Die Kooperation mit Selbsthilfegruppen ist nunmehr in der Ausbildungsordnung für onkologische Fachpflegekräfte verankert“, so Lebert. Ulrich Kurlemann, Sozialarbeiter und Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen (DVSG), empfiehlt Selbsthilfegruppen, sich durch ein professionelles Beratungs- und Informationsangebot etwa zu sozialrechtlichen Fragen oder Supervisionen unterstützen zu lassen, um die Akzeptanz für ihre wichtige Arbeit zu verbessern.

Neben der unmittelbaren Hilfe für Betroffene sind Selbsthilfe-Vertreter auch gesundheitspolitisch aktiv. So vertreten sie beispielsweise die Patienteninteressen im Nationalen Krebsplan. Diese konzertierte Initiative des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat das Ziel, die Onkologie in Deutschland nach vorne zu bringen. „In der Onkologie ist Patientenorientierung Qualitätsindikator für eine qualitativ hochwertige, umfassende Versorgung. Der Nationale Krebsplan ist daher ein sehr guter Weg für die zukünftige onkologische Versorgung“, sagte Hilde Schulte, Ehrenvorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs, in Bad Godesberg.

Zahlreiche Arbeitsgruppen im Nationalen Krebsplan, besetzt mit Experten aus allen Bereichen der Krebsmedizin und der onkologischen Versorgung, befassen sich mit den Schwerpunktthemen Krebs-Früherkennung, Qualitätssicherung, Versorgungsstrukturen sowie der Stärkung der Patientenorientierung. „Obwohl seit über seit zwei Jahren intensiv am Nationalen Krebsplan gearbeitet wird, ist er in der Bevölkerung kaum bekannt und die erarbeiteten Vorschläge sind noch nicht in der Umsetzungsphase. Zum Wohle des Patienten muss dies zeitnah geschehen“, forderte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Er forderte das BMG auf, die Umsetzungsprozesse zu beschleunigen. An die gesundheitspolitischen Sprecher aller Parteien appellierte Nettekoven, bei der Umsetzung des Nationalen Krebsplans mitzuwirken und insbesondere der hier thematisierten psychosozialen Versorgung von Krebs-Patienten Raum in den politischen Debatten zu geben. „Die Deutsche Krebshilfe fördert derzeit in einem strategisch ausgerichteten Programm 28 Krebsberatungsstellen mit einem Gesamtvolumen von 9,4 Millionen Euro mit dem Ziel, die psychosoziale Patientenversorgung und die Versorgungsstrukturen im ambulanten Bereich zu verbessern. Nach einer entsprechenden Evaluation der geförderten Beratungsstellen erwarten wir von der Gesundheitspolitik die Übernahme von qualitätsgesichert arbeitenden ambulanten Krebsberatungsstellen in die Regelfinanzierung“, sagte Nettekoven.

Quelle: Deutsche Krebshilfe

Herzrhythmusstörungen: Wenn der Herzschlag aus dem Takt gerät

Herzklopfen vor Aufregung oder Freude hat jeder einmal. Doch wenn der Puls von einer normalen Herzfrequenz zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute plötzlich auf eine sehr hohe oder sehr niedrige Frequenz umschlägt, kann eine Herzrhythmusstörung der Grund sein. Die häufigste Form ist das Vorhofflimmern. Die Deutsche Herzstiftung schätzt, dass davon in Deutschland etwa eine Million Menschen betroffen ist. Das Risiko steigt mit dem Alter. „Es ist sehr wichtig, Vorhofflimmern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Nur so können schwerwiegende Folgen wie ein Schlaganfall verhindert werden“, sagt Rajko Ninic, Arzt für Innere Medizin im AOK-Bundesverband.

Das Herz pumpt Blut durch den Körper und versorgt die Organe mit Sauerstoff, Nährstoffen und anderen lebensnotwendigen Substanzen. Es besteht aus zwei Vorhöfen und zwei Hauptkammern. Elektrische Impulse sorgen dafür, dass sich der Herzmuskel regelmäßig zusammenzieht und entspannt. Der Sinusknoten, der im rechten Vorhof liegt, ist der Taktgeber für den Herzrhythmus.

Beim Vorhofflimmern kreisen in den Herzvorhöfen elektrische Erregungswellen mit einer Frequenz von bis zu 350 Schlägen pro Minute. Sie bringen den Herzrhythmus völlig durcheinander. Die Vorhöfe können sich nicht mehr zusammenziehen, sie „flimmern“ nur noch und unterstützen das Herz nicht mehr beim Pumpen. Damit verringert sich die Herzleistung um bis zu 20 Prozent. Die Pumpleistung übernehmen nur noch die Herzkammern.

Beim ersten Anfall zum Arzt gehen
In der Regel tritt Vorhofflimmern zunächst in einem Anfall auf, bei dem das Herz aus dem Takt gerät und mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen und mehr pro Minute rast. Die Betroffenen leiden unter Unruhe, Angst und Atemnot, ihre körperliche Leistungsfähigkeit nimmt ab. „Wer zum ersten Mal einen Anfall hat, sollte innerhalb von 24 Stunden zum Arzt gehen“, rät AOK-Mediziner Ninic.

Bei vielen Patienten wiederholen sich die Anfälle im Verlauf der Erkrankung in immer kürzeren Abständen. Dann besteht die Gefahr, dass das Herz nicht mehr in den normalen Rhythmus zurückspringt. Manche Patienten merken den unregelmäßigen Herzschlag nicht – bei ihnen wird die Rhythmusstörung nur durch Zufall erkannt.

Beim Vorhofflimmern fließt das Blut in den Vorhöfen langsamer, dadurch entstehen Blutgerinnsel. Werden sie vom Blutstrom mitgerissen, können sie Arterien verschließen, zum Beispiel eine Gehirnarterie. „Dann droht ein Schlaganfall“, warnt AOK-Mediziner Ninic. Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung verursacht Vorhofflimmern hierzulande pro Jahr etwa 30.000 Schlaganfälle. Zum Schutz davor müssen die Patienten gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Das Herzrasen beim Vorhofflimmern kann außerdem das Herz schädigen und eine Herzschwäche verursachen.

Ursache ist oft hoher Blutdruck
Ursache für Vorhofflimmern sind oft hoher Blutdruck und Herzkrankheiten, die den Herzmuskel schädigen. Dazu gehören die koronare Herzkrankheit und Herzklappenerkrankungen. Seltener verursachen andere Erkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion die Rhythmusstörung. Bei etwa zehn Prozent der Patienten liegt dem Vorhofflimmern keine Erkrankung zugrunde. Darüber hinaus können bestimmte Reize das Flimmern auslösen, etwa Alkohol, Schlafentzug, Stress, Koffein und üppige Mahlzeiten.

Um die Diagnose zu stellen, spricht der Arzt mit dem Patienten über Beschwerden und Vorerkrankungen, untersucht ihn körperlich und führt ein Ruhe-Elektrokardiogramm (EKG) durch. Bei Bedarf wendet der Mediziner weitere diagnostische Verfahren an, etwa ein Langzeit- und Belastungs-EKG oder ein Telemonitoring. Zudem klärt er ab, ob dem Vorhofflimmern eine Herzerkrankung oder eine andere Erkrankung zugrunde liegt.

Grunderkrankung muss behandelt werden.
„Entscheidend ist es, die Erkrankung, die die Herzrhythmusstörung ausgelöst hat, konsequent zu therapieren“, sagt Ninic. So muss bei vielen Patienten hoher Blutdruck richtig eingestellt werden. Wird Bluthochdruck konsequent gesenkt, bessert sich in vielen Fällen das Vorhofflimmern.

Zur Behandlung von Vorhofflimmern steht heute neben dem Einsatz von Rhythmusmedikamenten auch eine effektive nicht-medikamentöse Methode, die elektrische Kardioversion, zur Verfügung. Dabei werden durch einen kurzen, starken Elektroschock alle Muskelzellen des Vorhofes gleichzeitig elektrisch angeregt.

Dies beendet die kreisende elektrische Erregung im Vorhof. Erfolgreich wird heutzutage auch die sogenannte Katheterablation angewendet, bei der Herzzellen gezielt durch Hochfrequenzstrom oder Kälte so verödet werden, dass Herzrhythmusstörungen nicht mehr entstehen können. Bei Bedarf kann Vorhofflimmern auch durch operative Verfahren behandelt werden.

Gesunder Lebensstil ist hilfreich.
Die Patienten können auch selbst die Faktoren beeinflussen, die Vorhofflimmern auslösen. So sollten sie auf Zigaretten und Alkohol verzichten und wenig Koffein zu sich nehmen. Mit Elektrolyten wie Kalium und Magnesium sollten sie ihren Körper dagegen ausreichend versorgen – besonders, wenn sie fiebern, schwitzen oder mit Entwässerungsmitteln behandelt werden.

„Achten Sie generell auf einen gesunden Lebensstil mit viel Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung“, sagt Ninic. Wichtig sind auch ausreichend Schlaf und die Balance zwischen Anspannung und Erholung. Entspannungsübungen können ebenfalls helfen, Beschwerden durch Vorhofflimmern zu verringern.

Quelle: AOK Bundesverband

Wie Süßigkeiten durch überflüssige Vitaminzusätze gesund geworben werden

Vitaminzusätze in Lebensmitteln sind meist nur ein plumper Verkaufstrick. Besonders Hersteller von Süßwaren und Fertigkost wollen ihre Produkte mithilfe künstlicher Vitamincocktails „gesundwerben“, kritisierte die Verbraucherorganisation foodwatch. Dabei sind die zusätzlichen Vitamine in der Regel völlig überflüssig und werden ganz einfach wieder ausgeschieden. Mit der werblichen Auslobung von Vitaminzusätzen setzen Hersteller einen Kaufanreiz, der offenbar vor allem Eltern suggerieren soll, sie könnten ihren Kindern etwas zu Naschen geben und gleichzeitig etwas Gutes tun. Besonders der Hersteller Storck setzt bei seinen Bonbons Nimm2 auf diese Masche: Er wirbt mit „wertvollen Vitaminen“, die in Wahrheit völlig überflüssig sind. foodwatch hat eine Recherche zu Nimm2 heute auf www.abgespeist.de, der Internet-Plattform zum Thema Etikettenschwindel, veröffentlicht.

„Kinder leiden in den allermeisten Fällen nicht an einem Vitaminmangel, sie sind teilweise sogar überversorgt“, erklärte Anne Markwardt, Leiterin der abgespeist.de-Kampagne von foodwatch. „Vitaminanreicherungen sind nicht nur überflüssig, sondern ein perfider Verkaufstrick, um gesund-getarntes Naschwerk abzusetzen. Vitamine hin oder her, ‚Nimm keins’ ist in jedem Falle gesünder als Nimm2. Bei Bonbons gibt es kein gesünder – sie bleiben eine zuckrige Süßigkeit.“ Kinder und Erwachsene können ihren Vitaminbedarf in der Regel problemlos über eine ausgewogene Ernährung decken. Auch die Co-Projektleiterin der Nationalen Verzehrstudie II der Bundesregierung, Dr. Constanze Cholmakov-Bodechtel, erklärte gegenüber foodwatch: „Vitamine haben in Süßigkeiten nichts verloren.“

Wie eine gesündere Alternative zu herkömmlichen Bonbons wird der Bonbon-Klassiker Nimm2 bereits seit Markteinführung 1962 beworben. „Die Masche funktioniert seit fast 50 Jahren – damit ist Nimm2 vielleicht der längste Etikettenschwindel der Welt“, sagt Anne Markwardt von foodwatch. Neben den angeblich „wertvollen“ Vitaminen lobt Storck auf der Verpackung auch Traubenzucker und Fruchtsaft aus. Dabei ist Traubenzucker nicht besser als herkömmlicher Zucker und macht zudem nur ein Neuntel des Gesamtzuckers im Produkt aus. Fruchtsaftkonzentrat ist gerade einmal zu 1,3 Prozent in den Bonbons enthalten. Gegenüber foodwatch hat Storck schriftlich erklärt, dass die Vitaminanreicherung der Bonbons „nicht auf einem wie auch immer gearteten ernährungsphysiologischen Konzept“ beruhe. Storck will auch „keinen spezifischen Vorteil“ im Traubenzucker sehen, der Hersteller weise „auf den Traubenzucker als Bestandteil lediglich hin“.

Neben Storck versuchen auch andere Hersteller, Naschwerk mit überflüssigen Vitaminzusätzen gesundzuwerben. So tragen die zuckrigen Frühstücksflocken Frootloops von Kellogg’s, die Capri Sonne von Wild oder der Nesquik Kakao von Nestlé Hinweise auf zugesetzte Vitamine. Diese ändern jedoch nichts daran, dass es sich bei den Produkten um Süßigkeiten handelt, die angesichts ihres Zuckeranteils nur in Maßen verzehrt werden sollten. „Kinder brauchen eine klare Trennung zwischen Süßigkeiten und anderen Lebensmitteln“, sagte Anne Markwardt von foodwatch. „Mit unnötigen Vitaminzusätzen suggerieren die Hersteller, dass Süßigkeiten so wichtig sind wie Obst oder Gemüse – das ist ein völlig falsches Signal.“

Quelle: foodwatch

Jedes achte Mineralwasser zu hoch mit Uran belastet

foodwatch: Bundesregierung muss gesetzlichen Grenzwert für Trink- und Mineralwasser festlegen

Viele Mineralwässer, darunter bekannte Marken wie S. Pellegrino und Überkinger, sind so stark mit Uran belastet, dass gesundheitliche Risiken nicht ausgeschlossen werden können. Das geht aus einer Liste mit 825 Uran-Messdaten von 435 Mineralwasser-Marken hervor, die die Verbraucherrechtsorganisation foodwatch heute veröffentlicht hat. 104 Messwerte von 55 Marken liegen demnach über zwei Mikrogramm Uran pro Liter. „Jedes achte Mineralwasser ist zu hoch mit Uran belastet und für Säuglinge und Kleinkinder nicht sicher“, erklärte foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode.

Das Schwermetall Uran kann wegen seiner chemischen Giftigkeit insbesondere bei kleinen Kindern zu schweren Schädigungen der Niere führen. foodwatch forderte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt auf, gesetzliche Grenzwerte für Mineral- und Trinkwasser in Höhe von zwei Mikrogramm Uran pro Liter festzulegen. „Gesundheitsvorsorge muss sich an denen orientieren, die ein besonderes Schutzbedürfnis haben: Babys und Kleinkinder“, sagte Bode. „Nach heutigem Stand der Wissenschaft ist man mit einem Grenzwert von zwei Mikrogramm auf der sicheren Seite.“

Diese Auffassung bestätigt eine neue wissenschaftliche Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Obwohl diese Stellungnahme von Deutschland beauftragt worden war, ziehen die zuständigen deutschen Behörden bislang keine Konsequenzen und bewerten Uranwerte von bis zu zehn Mikrogramm pro Liter offiziell als unbedenklich. Generelle gesetzliche Grenzwerte gibt es bisher weder für Mineral- noch für Trinkwasser. Dabei dürfen bereits seit 2006 Mineralwässer in Deutschland, die mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ beworben werden, einen Höchstwert von zwei Mikrogramm pro Liter nicht überschreiten.

Rund 87 Prozent der foodwatch vorliegenden Uran-Messdaten von Mineralwässern liegen unter zwei Mikrogramm. Bei vier Marken (Griesbacher, Kugelsburgquelle, Waldecker und Winfried aus der Sebastianquelle) sowie zwei Heilwässern (Bad Griesbacher, Bad Mergentheim Karlsquelle) wurden mehr als zehn Mikrogramm Uran pro Liter gemessen. Doch auch bekannte und weit verbreitete Mineralwässer wie S. Pellegrino und Perrier (beide Nestlé), Freyersbacher oder Überkinger sind nach EFSA-Maßstäben riskant hoch belastet.

foodwatch sieht neben dem Gesetzgeber die Hersteller in der Pflicht. „Wir fordern Nestlé als weltgrößten Anbieter von Mineralwasser auf, seine Verantwortung für die Gesundheit von Kleinkindern ernst zu nehmen. Bis zur Einführung von Grenzwerten muss Nestlé umgehend Warnhinweise auf den Etiketten von S. Pellegrino und Perrier anbringen, dass diese Wässer für Säuglinge und Kleinkinder nicht geeignet sind“, so foodwatch-Geschäftsführer Bode.

Bereits im August 2008 hatte foodwatch bundesweite Daten über die Uranbelastung von Trinkwasser veröffentlicht. Auch hier lag etwa jeder achte der rund 8200 von den Behörden übermittelten Werte bei über zwei Mikrogramm pro Liter.

Quelle: foodwatch

Vorsicht Salz-Falle! Fertigprodukte, Brot oder Schokolade oft mit hohem Salzgehalt

Viele Lebensmittel haben einen überraschend hohen Salzgehalt. Das zeigt ein Test der Verbraucherrechtsorganisation foodwatch. Dabei wurden 22 Produkte mit der Ampelkennzeichnung versehen. Die Ergebnisse:

Vor allem Fertigprodukte enthalten häufig extrem viel Salz. Zu den stark salzhaltigen Produkten gehören auch Brot, Käse oder Senf.
Auch viele Lebensmittel weisen einen relativ hohen Salzgehalt auf, bei denen es Verbraucher nicht erwarten. Bei Snickers, einer Tafel Milka Alpenmilch und der Konserve King’s Crown „Junge Erbsen mit Möhrchen sehr fein“ aus dem Aldi-Sortiment zeigt die Ampel auf Gelb.
„Spitzenreiter“ im Ampeltest: Die Tütensuppe „Thai Chef Ente“ mit 6 Gramm Salz pro 100 Gramm. Hier würde nicht nur die Ampel auf Rot zeigen – mit 100 Gramm dieser Suppe hätten Verbraucher zudem ihren kompletten Tagesbedarf an Salz gedeckt. Auch durch den Verzehr einer Tiefkühlpizza „Ristorante Pizza Speciale“ von Dr. Oetker wird der Tagesbedarf vollständig gedeckt.

Häufig können Verbraucher den Salzgehalt von Lebensmitteln durch die Angaben auf der Verpackung nicht erkennen. „Die Nährwertangaben der Industrie führen in die Irre. Die Ampelkennzeichnung dagegen zeigt auf einen Blick, ob ein Produkt versalzen ist“, erklärte foodwatch-Sprecher Martin Rücker.

Nach Einschätzung von Ärzten und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist der Salzkonsum in Deutschland deutlich zu hoch. Besonders bei männlichen Jugendlichen liegt er nach Angaben der Bundesregierung bei mehr als 10 Gramm am Tag – empfohlen werden 5 bis 6 Gramm, ausreichend wären sogar 1 bis 1,5 Gramm Salz am Tag. Drei Viertel der Zufuhr stammt dabei aus den versteckten Salzgehalten in zusammengesetzten Produkten aus dem Supermarkt.

Salz ist lebensnotwendig, zu viel Salz jedoch kann ein Gesundheitsrisiko sein. Insbesondere Menschen mit Bluthochdruck – betroffen sind 38 Millionen Deutsche – wird empfohlen, ihren Salzkonsum zu reduzieren. foodwatch-Sprecher Rücker: „Die Verbraucher haben ein Recht darauf, leicht verständlich über den Salzgehalt in Lebensmittel informiert zu werden.“ foodwatch forderte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) auf, sich aktiv für die Ampelkennzeichnung einzusetzen. „Es liegt an Frau Aigner: Das geplante Ampel-Verbot in Brüssel muss vom Tisch!“

Quelle: foodwatch

Gesundheits- und Wellness-Angebote in der Weser-Therme

Edelsteingrotte, Seifenrubbelmassagen und eine schwimmende Sauna auf der Weser – die Gesundheits- und Wellness-Angebote in der Weser-Therme von Bad Karlshafen sind ungewöhnlich und vielfältig.

Die Edelsteingrotte verspricht pure Entspannung für Körper, Geist und Seele. Hier wird die wohltuende Wirkung von Mineralen wie Bergkristall, Amethyst und Rosenquarz mit verschiedenen Lichtquellen verbunden. In bequemen Liegesesseln können Besucher die beruhigende Wirkung der strahlenden Steine am eigenen Körper erleben.

Die Seifen-Rubbel-Massage wird in dem prachtvoll ausgestalteten Osmanischen Hamam durchgeführt. Bei einem prickelnden Peeling mit Naturfaserhandschuhen und einer wohltuenden Massage mit cremigem Seifenschaum rückt der Alltag in weite Ferne.

Ein besonderes Highlight in der Weser-Therme ist außerdem die Boots-Sauna „Heißer Hesse“. Bei einer Temperatur von 85 Grad Celsius haben Besucher die Möglichkeit, einen Saunagang direkt auf der Weser zu genießen und dabei den leichten Wellengang zu spüren. Auch wer unter Seekrankheit leidet, braucht den Besuch des „Heißen Hessen“ nicht zu fürchten: das Boot ist fest vertaut und bietet einen Ausblick auf den Horizont und die vorbei fließende Weser.

Die Weser-Therme ist Sonntag bis Donnerstag von 9.00 bis 22.00 Uhr sowie Freitag und Samstag von 9.00 bis 23.00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es direkt bei der Weser-Therme unter www.wesertherme.de oder bei der Kur- und Touristik-Information Bad Karlshafen unter der Telefonnummer 05672 / 999922.