Archiv für den Monat: Dezember 2010

Deutsche Krebshilfe begrüßt Vorschlag zur Abschaffung von Vier-Bett-Zimmern

Bonn (ct) – Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn fordert die Abschaffung von Vier-Bett-Zimmern für gesetzlich krankenversicherte Patienten in Krankenhäusern. Solche Krankenzimmer würden den Bedürfnissen der Menschen einfach nicht mehr gerecht und sie seien etwa für einen Krebskranken eine ziemliche Zumutung. Die Deutsche Krebshilfe hält die Forderung Spahns für einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Versorgung von Krebs-Patienten in Deutschland. „In einem ‘Krankensaal‘ ist die optimale Versorgung und Betreuung eines Patienten mit einer lebensbedrohlichen Krebserkrankung, der beispielsweise gerade operiert wurde, nach den Entwicklungen in der Krebsmedizin fast unmöglich und nicht mehr zeitgemäߓ, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Ziel der Deutschen Krebshilfe ist es, die Qualität der Versorgung aller Krebs-Patienten in Deutschland sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich stetig zu verbessern. „Jeder Krebskranke, egal wie er versichert ist, hat ein Recht auf eine optimale onkologische Versorgung“, so Nettekoven. Insbesondere vor dem Hintergrund immer kürzer werdender Liegezeiten in den Kliniken müsse die stationäre Behandlung des Patienten optimal verlaufen. Hierfür seien auch adäquate Räumlichkeiten unabdingbar. „Wie soll beispielsweise ein angemessener Arzt-Patienten-Dialog in einem Drei-oder Vier-Bett-Zimmer zustande kommen oder auch psychosoziale Aspekte berück¬sichtigt werden?“, fragt Nettekoven. Der Anstoß und die jetzige Diskussion seien längt überfällig gewesen. Für die in diesem Zusammenhang von Kritikern aufgeworfene Kostenfrage hat die Deutsche Krebshilfe nur bedingt Verständnis: „Wichtig ist doch, für die Problematik zu sensibilisieren und mit allen Verantwortlichen im Gesundheitswesen eine Strategie zu entwickeln, um mittelfristig schwerkranken Patienten eine angemessene und zeitgemäße räumliche Umgebung für ihre Genesung zu ermöglichen“.

Gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren will die Deutsche Krebshilfe in Deutschland eine Neuorientierung in der Krebsmedizin einleiten. Ziel ist es, alle Krebs-Patienten flächendeckend nach einheitlichen, hohen Qualitätsstandards zu behandeln und zu versorgen.

Hautkrebsgefahr durch Solariennutzung. Die UV-Strahlung aus Solarien ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs.

Experten fordern mehr Gesundheitsschutz in den Bundesländern
Die UV-Strahlung in Solarien ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Mit der vom Bundeskabinett geplanten „Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen künstlicher UV-Strahlung“ (UV-Schutz-Verordnung) soll der Gesundheitsschutz in Solarien verbessert werden. „Wir appellieren an die Bundesländer, zu handeln und die in der Verordnung definierten Anforderungen umzusetzen sowie kontrollierende Behörden zu benennen“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Eine Umsetzung der Verordnung gewährleistet Mindestvoraussetzungen zum Schutz derjenigen, die nicht auf eine Solarium-Nutzung verzichten wollen. Deutschland würde damit international eine Vorreiterrolle im Verbraucherschutz übernehmen.“

Die neue Rechtsverordnung basiert auf dem Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NiSG), das seit dem 4. August 2009 in Kraft ist. Die Verordnung fordert unter anderem eine fachliche Qualifikation für das Personal in Sonnenstudios und die Einhaltung der Bestrahlungsstärke von maximal 0,3 W/m² für alle Solariengeräte. Das NiSG stellt strenge Qualitätsanforderungen an die Betreiber von Solarien, verbietet Minderjährigen die Nutzung von Solarien in Sonnenstudios oder anderen öffentlich zugänglichen Räumen und regelt das Vorgehen bei Zuwiderhandlung.

„Mit dem Nutzungsverbot für unter 18-Jährige steigt die Chance, dass junge Menschen gar nicht erst zu Solariennutzern werden und die Neuerkrankungszahlen für Hautkrebs langfristig sinken“, so Professor Eckhard W. Breitbart, zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP). Die deutsche Bevölkerung steht hinter dem Verbot: Eine bevölkerungsbezogene Umfrage der ADP und der Deutschen Krebshilfe hatte im Spätsommer 2009 gezeigt, dass drei von vier Deutschen das Solarien-Nutzungsverbot für Minderjährige bereits kennen, fast jeder (93 Prozent) begrüßt es. „Diese hohe Zustimmung ist für unsere Aufklärungsarbeit ein wichtiger Meilenstein“, so Breitbart.

Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland. Rund 195.000 Menschen erkranken jährlich bundesweit daran, 24.000 davon an dem besonders gefährlichen malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs), an dem pro Jahr etwa 3.000 Betroffene sterben. Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs ist die natürliche und künstliche UV-Strahlung aus Sonne und Solarien.

Seit über zehn Jahren informieren die Deutsche Krebshilfe, die ADP und ihre nationalen und internationalen Partner-Organisation über die krebserregende Wirkung ultravioletter (UV-)Strahlung aus Solarien und raten grundsätzlich von einer Nutzung zu kosmetischen Zwecken ab. Weitere Informationen zu den Themen „Prävention von Hautkrebs“ und „Solarien“ erhalten Interessierte im Internet unter www.unserehaut.de.

Hintergrund-Info: Solarien und ihre Nutzung
Die deutsche Bevölkerung ist Europameister bei der künstlichen Besonnung: Mehr als sechs Millionen Bürgerinnen und Bürger haben 2008 regelmäßig, also mindestens einmal im Monat, ein Solarium genutzt. Von den derzeit rund 14 Millionen Solariennutzern zwischen 18 und 45 Jahren hat mehr als ein Viertel bereits im Alter von zehn bis 17 Jahren mit dem künstlichen Bräunen in Sonnenstudios begonnen. Das ergab eine repräsentative Umfrage (SUN-Study, 2008). Experten gehen von einer kontinuierlichen Steigerung der Neuerkrankungsrate an Hautkrebs bis etwa zum Jahr 2050 aus. Zunehmend sind auch jüngere Menschen betroffen. Wer vor dem 30. Lebensjahr regelmäßig Solarien nutzt, steigert sein Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um bis zu 75 Prozent. Das ergab eine Meta-Studie der International Agency for Research on Cancer (IARC). 2009 hat die IARC deshalb sowohl die natürliche als auch explizit die künstliche UV-Strahlung als Karzinogen der Klasse 1 eingestuft. Es gibt zurzeit rund 45.000 kommerziell betriebene Solariengeräte in Deutschland. 17.000 dieser Geräte stehen in frei zugänglichen Bereichen wie Münzstudios, Schwimmbädern, Hotels sowie Wellness-und Fitnesseinrichtungen und sollten aus Sicht von Gesundheitsexperten abgeschafft werden.

Ernährung im Winter: Vitamine und Spurenelemente stärken den Körper

Nur jeder 11. Deutsche hält sich an die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und isst fünf Portionen Obst oder Gemüse am Tag. Doch besonders in der kalten Jahreszeit ist das dringend zu empfehlen. Denn Vitamine und Spurenelemente unterstützten die körpereigenen Abwehrkräfte und das Immunsystem – ein perfekter Schutzwall des Körpers gegen Viren und Bakterien. „Wer sich im Winter nicht ausgewogen ernährt, schwächt seinen Körper zusätzlich“, erklärt Dr. Ulrike Roth, Gesundheitsexpertin von TÜV Rheinland.

Zur abwechslungsreichen und gesunden Ernährung in den kalten Monaten gehören vor allem Vitamin C-reiche Nahrungsmittel. Sie unterstützen das körpereigene Immunsystem. Alle Zitrusfrüchte und Kohlarten sind reich an Vitamin C. Aber auch Petersilie, Paprika und Sanddorn enthalten große Mengen des wichtigen Vitamins. Karotten, Spinat und Brokkoli versorgen darüber hinaus mit Provitamin A, das die Schleimhäute schützt. Damit der Organismus es aufnehmen kann, sollten die Speisen ein wenig Fett enthalten. Denn: Provitamin A ist fettlöslich und wird in Vitamin A umgewandelt. „Um möglichst viele Vitamine aufzunehmen, ist Gemüse und Obst immer frisch zuzubereiten“, rät Dr. Ulrike Roth. Schnell und einfach ist zum Beispiel ein Gemüseeintopf gekocht. Verbraucher sollten darauf achten, das Gemüse nicht zu lange zu kochen, sonst verliert es seine gesunden Inhaltsstoffe. Wer nicht so viel Gesundes kauen mag: Auch Smoothies, frisch gepresste Fruchtsäfte, gelten als eine der empfohlenen Obst- und Gemüseeinheiten pro Tag.

Eine zinkreiche Ernährung mit Seefisch, Rindfleisch, Käse und Hülsenfrüchten begünstigt das Wohlbefinden im Winter. Zink stärkt nicht nur die Abwehrkräfte, sondern besitzt auch eine antivirale Wirkung, indem es die Schleimhautstruktur verbessert. Viren können so schwerer in den Körper gelangen. Ebenso wichtig wie Vitamine ist in der dunklen Jahreszeit das Glückshormon Serotonin. Es bewahrt vor dem sogenannten Winter-Blues und depressiven Verstimmungen. Walnüsse, Bananen und Kakao enthalten hohe Mengen der Aminosäure L-Tryptophan, die der Körper in Serotonin umwandelt. Wer sich außerdem genügend bewegt und täglich mindestens 15 Minuten im Freien aufhält, unterstützt die körpereigene Serotonin-Produktion zusätzlich.

Quelle: TÜV Rheinland

Krebshemmende Wirkung von Pflanzen-Hormonen – Experten-Workshop „Phytomedizin“ der Universität Rostock

Rostock (gb) – Mit der Wirkung so genannter Phyto-Östrogene auf Tumorzellen befassen sich Experten aus ganz Deutschland am 10. Dezember 2010 im Rahmen des Workshops „Phytomedizin“ der Universität Rostock. Phyto-Östrogene sind Pflanzenstoffe, die ähnlich wie das menschliche Hormon Östrogen wirken. Sie haben viele gesundheitsfördernde Eigenschaften: Phyto-Hormone aus Soja können beispielsweise Wechseljahresbeschwerden lindern. Im Rahmen der Krebsforschung hat sich gezeigt, dass Phyto-Östrogene möglicherweise das Wachstum von Brustkrebszellen hemmen. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt ein Projekt an der Universität Rostock, in dem Forscher die Wirkungsweise der pflanzlichen Östrogene auf Brustkrebszellen näher untersuchen, mit 470.000 Euro.

In asiatischen Ländern wie China, Japan oder Indien erkranken weitaus weniger Frauen an Brustkrebs als in westlichen Ländern. Grund dafür ist möglicherweise der hohe Gehalt an Phyto-Östrogenen in der traditionellen asiatischen Küche. Doch nicht nur exotische Lebensmittel wie Sojabohnen und die daraus hergestellten Produkte, sondern auch eine Vielzahl heimischer Gewächse enthalten die Pflanzenhormone. Im Fokus der Wissenschaftler um Professor Dr. Volker Briese von der Universitätsfrauenklinik und Poliklinik am Klinikum Südstadt Rostock steht dabei eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt: der Lein, auch Flachs genannt.

Lein ist ein weltweit verbreitetes Strauchgewächs. Seit Jahrtausenden wird er zur Herstellung von Textilien, als Heilpflanze und als Lebensmittel verwendet. Besonders die Leinsamen enthalten große Mengen an Phyto-Östrogenen, die so genannten Lignane. Diese zu den Ballaststoffen gehörenden Substanzen wirken beim Menschen abführend. Lignane haben jedoch eine weitere wichtige Eigenschaft: ihre strukturelle Ähnlichkeit mit dem Sexualhormon Östrogen. Daher werden Lignane als mögliches Therapeutikum gegen Brustkrebs getestet.

Bei etwa zwei Drittel der betroffenen Frauen wächst der Brustkrebs östrogenabhängig. Ihre Krebszellen besitzen bestimmte Bindungsstellen, so genannte Rezeptoren, an welche die Östrogene binden. Die Zellen werden hierdurch zum Wachstum angeregt. Lignane besetzen jedoch diese Bindungsstellen und blockieren damit das weitere Wachstum des Tumors.

Die Rostocker Forscher stellen Lignan-haltige Extrakte aus der Wurzel des Leins her und untersuchen ihre Wirkungsweise auf Brustkrebszellen. „Phyto-Östrogene könnten verhindern, dass Krebszellen überhaupt erst entstehen. Aus den bisher gewonnenen Erkenntnissen möchten wir innerhalb der nächsten zwei Jahre daher auch eine Anwendungsmöglichkeit zur Vorbeugung von hormonabhängigen Tumoren entwickeln“, erläutert Briese. Im Rahmen des Workshops „Phyto-Östrogene — Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe mit tumorpräventivem Potenzial“ stellen die Wissenschaftler nun die bisherigen Ergebnisse ihrer Studien vor. Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, betont: „Ziel der von uns geförderten Forschungsprojekte ist es, innovative Strategien in der Prävention und Therapie von Tumor-Erkrankungen zu entwickeln.“

Hintergrund-Info: Brustkrebs
Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Über 57.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich an dem so genannten Mamma-Karzinom, etwa 17.000 Frauen versterben an den Folgen dieser Erkrankung. Grundsätzlich gilt: Bei frühzeitiger Entdeckung kleinerer Tumoren kann zumeist weniger ausgedehnt operiert werden und die medikamentöse Behandlung schonender erfolgen. Als Therapiemöglichkeiten stehen Operation, Strahlenbehandlung, Hormontherapien, Chemotherapie und die Immuntherapie zur Verfügung. Die Wahl der Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise Art, Lokalisation und Größe des Tumors.

Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.

Neuer Forschungsansatz bei Leukämie – Gesunde Zellen sollen Hinweise auf die Krankheitsentstehung liefern

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine Krebserkrankung des Blutes. Bei ihrer Entstehung spielen Veränderungen im Erbgut des Patienten eine entscheidende Rolle. Viele der fehlerhaften Gene sind jedoch noch unbekannt. Die Wissenschaftler um Dr. Philipp A. Greif und Prof. Stefan K. Bohlander von der Medizinischen Klinik und Poliklinik III der Ludwig-Maximilians-Universität München verfolgen eine neue Strategie: Sie untersuchen anstatt des kompletten Erbguts lediglich die Gene, die in den Leukämiezellen aktiv sind, und vergleichen sie mit denen gesunder Zellen. In einer von der Deutschen Krebshilfe mit 296.000 Euro geförderten Studie wollen sie so die an der Entstehung von Leukämie beteiligten Gene identifizieren. Das Verständnis der genetischen Mechanismen, die zu einer AML führen, soll zukünftig die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden ermöglichen.

Die AML entsteht im Knochenmark, wo sich funktionsuntüchtige Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen, die Leukämiezellen, schnell und unkontrolliert vermehren. Indem sie die gesunden Abwehrzellen verdrängen, legen die entarteten Zellen schließlich das gesamte Immunsystem lahm. Ursache dafür sind genetische Veränderungen, so genannte Mutationen, in den blutbildenden Zellen des Knochenmarks. Viele der für den Blutkrebs verantwortlichen Gene sind jedoch noch nicht bekannt und die Suche nach Veränderungen im Erbgut ist äußerst zeitintensiv, aufwändig und teuer. Daher untersuchen die Wissenschaftler um Greif und Bohlander lediglich Gene, die in den Leukämiezellen aktiv sind. Diese vergleichen sie mit denselben Genen in gesunden Blutzellen. Unterscheiden sich die Gene voneinander, liegt möglicherweise eine Leukämie-auslösende Mutation vor.

Dieser Ansatz und neueste molekularbiologische Methoden ermöglichen es den Wissenschaftlern, etwa zehnmal schneller und kostengünstiger zu arbeiten als bisher. Die in den bösartigen Zellen auftretenden genetischen Veränderungen sollen Aufschluss über den genauen Entstehungsprozess der Krankheit geben. Die Mutationen sind dabei nicht auf einzelne Gene beschränkt. „Vermutlich gibt es eine große Anzahl genetischer Veränderungen, von denen jeweils mehrere zusammenwirken müssen, um eine gesunde Zelle in eine unkontrolliert wachsende Leukämiezelle zu verwandeln“, erläutert Greif.

Ziel des Projektes ist es, möglichst viele solcher Gen-Mutationen zu identifizieren. „Unsere Arbeit ist wegbereitend, um in Zukunft die individuellen genetischen Ursachen einer Krebserkrankung zu erkennen. Damit schaffen wir die Voraussetzung für die Entwicklung neuer und zielgerichteter Behandlungsmethoden“, betont Greif. Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, erläutert: „Um wirkungsvolle Therapien entwickeln zu können, ist es notwendig, eine Krebserkrankung bis hin zu den molekularen Details zu verstehen.“ Die gemeinnützige Organisation fördert das Projekt mit 296.000 Euro.

Für die Identifizierung von neuartigen Mutationen bei AML, die zwei bisher kaum bekannte Gene betreffen, ist Philipp A. Greif vor kurzem mit dem Forschungspreis von der Anne-Liese-Gaebel-Stiftung sowie mit dem „Merit Award“ von der „International Society of Oncology and Biomarkers“ ausgezeichnet worden.

Hintergrund-Information: Leukämie – Warum entsteht sie?
In Deutschland erkranken jährlich etwa 10.000 Menschen neu an Leukämie. Auch wenn insgesamt noch wenig über die Ursachen für diese Krebsart bekannt ist, konnten in den letzten Jahren bestimmte Erkrankungsrisiken identifizieren werden. Es gilt heute als gesichert, dass ionisierende Strahlung, also radioaktive und Röntgenstrahlung, genetische Veränderungen an den für die Blutbildung zuständigen Zellen hervorrufen können. Dabei gilt: Je höher die Strahlendosis, der ein Mensch ausgesetzt war, desto mehr nimmt das Erkrankungsrisiko zu. Andere Faktoren, die zu einer Erkrankung führen können, sind bestimmte chemische Stoffe wie Pflanzenschutzmittel oder organische Lösungsmittel wie etwa Benzol. Eine erbliche Veranlagung für eine Leukämieerkrankung ist bisher nicht nachgewiesen.

Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.