Archiv für den Monat: Februar 2011

Wenn die Abwehr verrücktspielt, ist sanfte Regulierung angezeigt

(djd/pt). Bei manchen kribbelt es von Februar bis Ende April in der Nase, andere quälen sich ab Mitte Mai bis in den Spätsommer hinein mit Heuschnupfen. Viele leiden unter tränenden Augen, andere sind anhaltend erschöpft und bekommen Atemnot. So vielfältig die Symptome und Ausprägungen sind, immer liegt eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen aus der Umwelt, also eine Allergie, zugrunde.

„Durch die hyperaktive Reaktion des Immunsystems auf ein Allergen kommt es zu einer Entzündungsreaktion im Körper und zur Abwehr des Fremdstoffs“, erläutert Dr. Heinz Knopf, Mediziner und Vorsitzender der Gesellschaft für Vitalpilzkunde e.V. Seit Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema Allergien und den Möglichkeiten, den Betroffenen mit anderen als den schulmedizinischen Therapieansätzen zu helfen, wobei er auch mit dem Einsatz von Vitalpilzen überzeugende Erfahrungen gemacht hat.

Ein Fünftel leidet unter Heuschnupfen

Ein Fünftel aller Menschen in den Industrienationen leidet mittlerweile unter Heuschnupfen, insgesamt ist mehr als jeder Vierte von Allergien gegen Pollen, Tierhaare, Lebensmittel und andere Stoffe betroffen. Am häufigsten tritt die Allergie vom sogenannten Soforttyp (Typ 1) auf. Dabei reagiert der Körper innerhalb weniger Stunden oder bereits Minuten nach dem Kontakt mit dem auslösenden Stoff zum Beispiel mit Juckreiz, Hautrötungen oder einem Anschwellen der Schleimhäute. Verantwortlich dafür sind spezielle Antikörper im Blut, die sogenannten IgE-Antikörper. Sie verursachen eine übermäßige Ausschüttung des Gewebshormons Histamin, das die Symptome hervorruft.

Diffuse Beschwerden

Einem anderen Mechanismus des Körpers unterliegt die Allergie vom Typ 4. Bei diesem Spättyp spielen Antikörper keine Rolle, stattdessen setzen bestimmte weiße Blutkörperchen (T-Lymphozyten) die allergische Reaktion in Gang. Dies dauert länger, so dass es zum Beispiel bei einem Hautausschlag schwer fällt, die Verbindung zu einem Auslöser herzustellen, der die Reaktion mindestens zwölf Stunden oder sogar mehrere Tage zuvor verursacht haben könnte. „Mitunter sind die Symptome sogar so diffus, dass man zunächst gar nicht an eine Allergie denkt“, sagt Dr. Heinz Knopf. Chronische Kopfschmerzen, immer wieder auftretende Verdauungsstörungen, Müdigkeit und Erschöpfung schon nach geringer Anstrengung seien öfter als gedacht die spürbaren Folgen einer Allergie vom Spättyp. Solange man an dieser Ursache nicht ansetzt, haben alle Behandlungsversuche, wenn überhaupt, nur einen vorübergehenden Erfolg.

Nebenwirkungsfreie Alternativen

Der gängige Rat, das Allergen zu meiden, grenzt bisweilen ans Unmögliche. Hausstaub beispielsweise lässt sich kaum komplett aus dem Weg gehen. Und wegen einer Allergie gegen Frühblüher kann man nicht das gesamte Frühjahr in geschlossenen Räumen verbringen. Mit schulmedizinischen Mitteln gelingt es zwar oft, die Symptome einer Allergie zu lindern, doch die Nebenwirkungen führen unter Umständen zu neuen gesundheitlichen Problemen. Dr. Knopf arbeitet deshalb alternativ mit Vitalpilzen: „Sie haben eine immunregulierende Wirkung, können also sowohl ein zu stark reagierendes Immunsystem dämpfen als auch ein zu schwaches Immunsystem stärken. Das ist wichtig, denn wer einem Allergiker ohne genaue Diagnostik immunstimulierende Mittel verordnet, verstärkt die Symptome unter Umständen nur noch mehr.“ Hilfreich sei auch, dass Vitalpilze die Ausschüttung von Histamin senken können. Pilze wie Reishi, Cordyceps und Hericium (mehr Informationen unter www.vitalpilze.de oder individuell unter Telefon 0800-0077889) hätten nicht nur keinerlei Nebenwirkungen, sondern lieferten nebenbei wertvolle Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Ballaststoffe zur allgemeinen Unterstützung des Körpers.

Darmkrebs früh erkennen und erfolgreich behandeln

Deutsche Krebshilfe verstärkt Aufklärung im Darmkrebsmonat März

Bonn (sts) – Seit 2002 nutzen Gesundheitsorganisationen den Monat März, um intensiv über das Thema Darmkrebs zu informieren. 73.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland neu daran. Früh erkannt ist diese Krankheit fast immer heilbar. Daher bieten die Gesetzlichen Krankenkassen allen Versicherten ab 50 Jahren ein umfassendes Darmkrebs-Früherkennungsangebot. Bei etwa 20 von 1.000 Bundesbürgern liegt jedoch eine familiäre Belastung vor. Diese Risikopersonen benötigen bereits in jüngeren Jahren eine individuelle Beratung sowie ein maßgeschneidertes Früherkennungsprogramm. Sie können sich an einem von sechs Zentren des von der Deutschen Krebshilfe initiierten Verbundes „Familiärer Darmkrebs“ beraten und untersuchen lassen. Sämtliche Informationen zum Thema Darmkrebs sind im Internet unter www.krebshilfe.de abrufbar.

Die Experten der Deutschen Krebshilfe empfehlen Frauen und Männern, bei denen keine familiäre Belastung für Darmkrebs vorliegt, sowohl den Stuhl-Blut-Test ab 50 Jahren als auch die Darmspiegelung ab 55 Jahren als sinnvolle Maßnahme zur Früherkennung von Darmkrebs. „Informieren Sie sich ausführlich über die Früherkennung und treffen Sie – gegebenenfalls gemeinsam mit dem Arzt Ihres Vertrauens – eine individuelle Entscheidung“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Bei Personen, die aufgrund ihrer Familiengeschichte jedoch befürchten, ein erhöhtes Darmkrebs-Risiko zu haben, reicht das gesetzliche Darmkrebs-Früherkennungsprogramm zumeist nicht aus, um Darmkrebs früh genug zu erkennen. Auch diese Menschen finden bei der Deutschen Krebshilfe Rat und Hilfe: „Sprechen Sie in Ihrer Familie über Darmkrebs! Wenn mehrere Familienmitglieder von einem bösartigen Tumor betroffen sind und Sie Sorge haben, dass es sich um erbliche Tumorerkrankungen handelt, dann empfehlen wir eine qualifizierte Beratung durch Humangenetiker“, erläutert Professor Dr. Peter Propping, Sprecher des Verbundes „Familiärer Darmkrebs“ und Vorstandsmitglied der Deutschen Krebshilfe.
Für Familien mit nachgewiesenem erblichem Darmkrebs werden engmaschige Früherkennungsuntersuchungen angeboten. Diese bestehen in der Regel aus einer Darmspiegelung, Ultraschalluntersuchungen des Bauches sowie bei Frauen auch aus engmaschigen gynäkologischen Untersuchungen. Denn in Familien mit Veränderungen im Darmkrebs-Gen HNPCC treten auch Unterleibstumoren gehäuft auf. Die Früherkennungsmaßnahmen erhöhen die Chance, dass eine Krebserkrankung schonender behandelt werden kann und die Heilungschancen steigen.

Sechs universitäre Zentren in den Städten Bochum, Bonn, Dresden, Düsseldorf, Heidelberg und München/Regensburg gehören dem Verbund an. Er wurde 1999 von der Deutschen Krebshilfe initiiert und seither von ihr mit insgesamt 14 Millionen Euro gefördert.

Ausführliche Informationen sowie die Adressen der universitären Zentren bietet das kostenlose Faltblatt „Familiengeschichte – Erblicher Darmkrebs“ der Deutschen Krebshilfe. Es wird ergänzt durch die Info-Karte „Testen Sie Ihr Risiko – Erblicher Darmkrebs“. Alle Ratgeber, Präventionsfaltblätter, Plakate sowie Patienten-Informationsfilme auf DVD können kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, und im Internet unter www.krebshilfe.de bestellt oder heruntergeladen werden.

Hintergrund-Info: Erblicher Darmkrebs

Jährlich erkranken 37.000 Männer und 36.000 Frauen neu an Darmkrebs. Bei etwa einem Viertel von ihnen tritt die Erkrankung familiär gehäuft auf, aber nur rund fünf Prozent der Krankheitsfälle sind durch nachweisbare Genveränderungen bedingt. Erblicher Darmkrebs umfasst mehrere unterschiedliche Krankheitsbilder. Im Vordergrund steht HNPCC (erbliches kolorektales Karzinom ohne Polyposis): Bei dieser Erkrankung ist auch das Risiko für Tumoren der Gebärmutter, des Nierenbeckens, der Harnleiter, des Magens und anderer Organe erhöht. Weitere erbliche Darmkrebs-Erkrankungen sind die FAP (Familiäre Adenomatöse Polyposis) sowie seltene Formen wie das Peutz-Jeghers-Syndrom und die juvenile Polyposis. Die Diagnose einer FAP kann bei einem Patienten in der Regel schon aufgrund der klinischen Befunde gestellt werden. Die Diagnose von HNPCC ist dagegen schwieriger zu stellen, da das Krankheitsbild nur durch eine Verbindung von ausführlicher Familienanamnese und Molekulargenetik erkannt werden kann.

So wirkt Muskeltraining gegen Volkskrankheiten

Wozu erfahrene Sport- und Gesundheitsexperten raten

Wer sich zu wenig bewegt, wird nicht nur schlapp – er erhöht auch sein Risiko, an Volkskrankheiten wie dem gefährlichen Knochenschwund Osteoporose, Bluthochdruck oder Diabetes zu erkranken. Viele Anrufer griffen bei unserer Expertentelefonaktion zum Hörer, um nachzufragen, welchen Effekt gezieltes Muskeltraining hat und wie man damit Volkskrankheiten bekämpfen kann. Die Anrufer erhielten kompetente Ratschläge von erfahrenen Spezialisten. Am Telefon saßen:

· Prof. Dr. med Elke Zimmermann, Sportmedizinerin an der Universität Bielefeld, Schwerpunkte: Verbindung von Sportmedizin und Trainingswissenschaften, gesundheitliche Prävention durch Bewegung und Sport; tätig für das „Vital Institute – Zentrum für sportmedizinische Prävention“ der Uni Bielefeld

· Dana Fricke, zertifizierte Trainerin der Fitnessstudiokette Injoy, Schwerpunkte: Betreuung und Einweisung von Menschen an Kraftgeräten; Leitung und Umsetzung von verschiedenen Rehasportgruppen

· Dr. med. Manuel Dornemann, Chirurg an der Orthopädischen Klinik im St. Bernhard Krankenhaus Kamp-Lintfort, war bis 2003 Leistungssportler in der Leichtathletik, wurde bei den Junioren-Europameisterschaften vier Mal deutscher Meister, ist begeisterter Fitnessstudio-Besucher und Jogger

· Guido Rohde, Krankenkassenbetriebswirt bei der BKK Gesundheit, Arbeitsschwerpunkte: Prävention und Gesundheitsförderung, Kooperationen und Verträge mit Gesundheitsleistungsanbietern

Gründe, keinen Sport zu machen, findet man immer: Manche sind erklärte „Couch-Potatoes“ und haben einfach keine Lust, sich vom Sofa weg zu bewegen; andere fürchten, bestimmte Fitness-Übungen könnten eher schaden als nutzen, weil sie als Osteoporose-Patienten bereits unter brüchigen Knochen leiden. In diesen Fällen war der Rat der Experten an den Telefonen gefragt, abhängig vom Krankheitsbild musste angespornt oder beruhigt werden. Den Sofa-Hocker motivierte Prof. Dr. med. Elke Zimmermann, indem sie auf die Folgen des Bewegungsmangels hinwies: „Der Körper baut ab – die Skelettmuskel- und die Herzmuskelmasse werden reduziert. Dadurch wird der Mensch nicht nur immer kraftloser, auch die Leistungsfähigkeit des Herzens verschlechtert sich.“ Im Gegensatz dazu seien die Vorteile einer gezielt trainierten Muskulatur immens: „Dadurch werden Botenstoffe ausgeschüttet, die den Körper auf die Wiederholung der Beanspruchung vorbereiten. Aktive Muskeln stärken das Immunsystem, und so kann man sich vor Osteoporose, Bluthochdruck, Diabetes sowie vor Rücken- und Herzkrankheiten schützen. Außerdem lassen sich Stürze im Alter vermeiden, die sehr oft auf Muskelschwäche zurückzuführen sind.“

Sportliche Aktivität kann laut dem Chirurgen Dr. med. Manuel Dornemann auch der Krankheit Osteoporose entgegenwirken. Patienten, die unter Knochenschwund leiden, empfiehlt Fitnesstrainerin Dana Fricke gezieltes Muskeltraining, da sich die Knochendichte durch die Druck- und Zugbewegungen steigert und die Gelenke zusätzlich entlastet werden.

Besonders wichtig: Professionelle Beratung im Studio

Die richtige Beratung im Fitnessstudio sowie ein individuell abgestimmter Trainingsplan gehörten zu den wichtigsten Themen bei der Expertentelefonaktion: Wer lange keinen Sport gemacht hatte und jetzt wieder starten will, benötigt eine Betreuung von professionell geschulten Trainern. „Bevor das Training beginnt, sollten der Blutdruck, der Körperfettanteil, das Gewicht und der Anteil des im Körper gespeicherten Wassers ermittelt werden. Zudem sollte die Kondition getestet werden“, so beschreibt Trainerin Dana Fricke den optimalen Ablauf eines ersten Termins im Fitnessstudio. Dazu gehört natürlich auch eine Befragung zu den Lebensgewohnheiten und möglichen Vorerkrankungen. „Es gibt keine Lösung, die für alle passt. An einer umfassenden und individuellen Beratung in diesem Bereich erkennt man ein qualitativ hochwertiges Studio“, erklärt Fricke und ergänzt: „Und das nicht nur beim ersten Termin, sondern bei jeder Trainingseinheit.“

Auch die Krankenkasse unterstützt Gesundheitssport

Allen, die bis ins hohe Alter fit und gesund bleiben wollen, empfiehlt Prof. Dr. med. Elke Zimmermann gezieltes Muskeltraining unter professioneller Anleitung. Ausdauersportarten wie Joggen oder Radfahren allein bringen laut der Präventions-Expertin nicht den gewünschten Effekt für die Muskulatur. „Muskeln müssen gezielt gegen Widerstand trainiert werden, um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen“, weiß die Sportmedizinerin. Der Gesundheitssport kann nach Auskunft von Krankenkassenbetriebswirt Guido Rohde sogar durch die Kasse unterstützt werden: „Sportliche Aktivitäten werden häufig im Rahmen eines Bonusprogramms belohnt – oder in Form von zeitlich befristeten Präventionskursen gefördert.“ Es lohnt sich also, bei der eigenen Krankenkasse einmal nachzufragen.

Onlineportal „Weisse Liste“ hilft bei der Suche nach dem richtigen Krankenhaus

(djd/pt). Wer für einen planbaren Eingriff ins Krankenhaus muss, will sich in guten Händen wissen und sollte deshalb genau hinsehen, wo er eincheckt. Doch in welcher Klinik gibt es die bestmögliche Behandlung für die individuelle Diagnose? Um diese Unsicherheit wenigstens zu mindern, hat die Bertelsmann-Stiftung gemeinsam mit verschiedenen Verbraucherorganisationen eine „Weisse Liste“ online gestellt (www.weisse-liste.de). Damit können sich Patienten und Angehörige über die Qualität von allen rund 2.000 Kliniken der Akutversorgung in Deutschland informieren.

Unabhängiges Portal

Das Portal bietet Patienten kompetente, unabhängige und verständliche Hilfe bei der Suche nach dem passenden Krankenhaus. Es beantwortet die wichtigsten Fragen, die Patienten mit Blick auf eine bevorstehende stationäre Behandlung stellen. Bei der „Weissen Liste“ gibt es deshalb auch ein „Übersetzungswerkzeug“ für medizinische Fachbegriffe und diagnostische Schlüssel. Das unabhängige Portal wertet die Qualitätsberichte der Krankenhäuser aus, welche diese alle zwei Jahre vorlegen. Darin legen die Kliniken nicht nur Zahlen und Fakten wie Anzahl der Betten und Operationen offen, sondern geben auch Auskunft über die Qualifikation ihrer Ärzte und den Erfolg ihrer Behandlungen – wichtige Informationen für den Patienten. Ergänzt werden die Krankenhaus-Qualitätsberichte durch nützliche Zusatzinformationen wie etwa Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige oder zur Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Zudem fließen die Erfahrungen ehemaliger Patienten in die „Weisse Liste“ ein.

Kasse oder privat? Im Krankenhaus trennen sich die Wege

Bei der Einweisung in eine deutsche Klinik trennen sich üblicherweise die Wege der Patienten. Gesetzlich Krankenversicherte werden standardmäßig im Mehrbettzimmer untergebracht und in der Regel von den jeweils diensthabenden Ärzten betreut. Ein Chefarzt wird bei der Behandlung nur im Ausnahmefall hinzugezogen. Privatpatienten haben dagegen Anspruch auf die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer und die Behandlung durch Chefärzte. Eine solche First-Class-Versorgung können sich aber auch Kassenpatienten sichern, die eine private Krankenhauszusatzversicherung abschließen. Diese muss den Geldbeutel nicht unmäßig belasten. Von den Ergo Direkt Versicherungen gibt es beispielsweise eine günstige stationäre Zusatzversicherung, deren wichtigste Bestandteile die Chefarztbehandlung und die Unterbringung im Zweibettzimmer sind. Auf www.ergodirekt.de gibt es mehr Informationen zu den einzelnen Tarifen.

Organspende: Nicht das Alter, sondern der biologische Zustand zählt

Deutsche Herzstiftung appelliert an Bereitschaft älterer Menschen zur Organspende – „Extremer Mangel“ an Spenderherzen in Deutschland

Kommt das Herz eines Menschen, der älter als 60 Jahre ist, für eine Organübertragung in Frage? Die Expertenantwort lautet: Grundsätzlich ja. Entscheidendes Kriterium ist nicht das Alter, sondern der biologische Zustand des Spenderorgans. Voruntersuchungen klären nicht zumutbare Vorerkrankungen.
Wenn am Tag der Organspende am 5. Juni Informationskampagnen bundesweit zur Organspende aufrufen, dürften sich viele der über 60-Jährigen fragen: Kommen meine Organe für eine Verpflanzung überhaupt in Betracht? „Um Spender zu sein, gibt es keine Altersgrenze“, sagt Prof. Dr. med. Dr. h.c. Friedhelm Beyersdorf, Direktor der Abt. für Herz- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung. „Außerdem geht es bei der Zuordnung des Organs um Blutgruppe, Körpergröße und Gewicht“, so Prof. Beyersdorf weiter.

Hierzulande herrscht ein „extremer Mangel“ an Spenderherzen, klagt Prof. Beyersdorf. Nur 347 Herz- und 16 kombinierte Herz-Lungen-Transplantationen wurden 2009 bundesweit durchgeführt. Das sind fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor, so die Berechnungen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Den 363 Spenderherzen stehen allerdings rund 950 wartende Patienten gegenüber, die auf eine Herztransplantation hoffen. Hinzu kommt, dass die Sterblichkeit bei den Empfängern angestiegen ist. Die Wartezeit für die häufig todkranken Patienten ist viel zu lang, so dass sich deren Zustand dramatisch verschlechtert. „Wir führen 90 Prozent aller Transplantationen bei Empfängern durch, die auf der Intensivstation liegen“, bemerkt das Beiratsmitglied der Herzstiftung.

Um gegen dieses enorme Gefälle zwischen niedriger Spender- und hoher Empfängerzahl anzukämpfen, akzeptieren heute Transplantationszentren wie das Freiburger Universitätsklinikum auch „grenzwertige Organspender“, wie Prof. Beyersdorf einräumt. Zu diesen zählen Risikopatienten mit starkem Nikotinkonsum oder hohem Blutdruck. Bei ihnen wird mit Hilfe einer Herzkatheter-Untersuchung, der Koronarangiographie, abgeklärt, ob der Organzustand eine Verpflanzung zulässt. So lassen sich Koronarstenosen erkennen, die eine Übertragung verbieten würden. Für eine Herzspende kommt nicht in Frage, wer eine Herzklappen- oder Bypassoperation hinter sich hat und einen oder mehrere Stents (Herzkranzgefäßstützen) eingesetzt bekam. „Hier ist eine Arteriosklerose derart fortgeschritten, dass das behandelte Herz einem Empfänger nicht mehr zuzumuten ist“, betont Prof. Beyersdorf. Schwieriger sind Verpflanzungen der Herzen von Spendern, die zwischen 70 und 80 Jahre alt sind. Hier müsse jedes Transplantationszentrum selbst über den Zustand des Organs befinden und dann entscheiden.

Ein Organspendeausweis kann kostenlos bei der Deutschen Herzstiftung über die Telefonnummer 069 955128-0 bzw. mit einer E-Mail an info@herzstiftung.de angefordert werden.

Neurodermitis: Antigene aus dem Dotter von Hühnereiern versprechen Linderung

(djd/pt). Quälender Juckreiz, blutig gekratzte Stellen am Körper: Neurodermitis ist die häufigste chronische Hauterkrankung bei Kindern. In Deutschland ist Schätzungen zufolge nahezu jedes zehnte Kleinkind betroffen. Die Krankheit raubt den kleinen Patienten oft den Schlaf und die Lebensfreude. Die Eltern leiden in großem Maße mit. Erfreulicherweise verbessert sich der Hautzustand bei den meisten Kindern bis zum Schulalter, dennoch ist die Neurodermitis eine chronische Krankheit, die als nicht heilbar gilt.

Linderung verspricht zum Beispiel das Antigen IgY. Gewonnen wird der Antikörper nach Angaben des Herstellers aus dem Dotter von Hühnereiern, dessen Hennen zuvor eine Art Impfung mit den am Hautproblem beteiligten Erregern erhalten haben. Die mit IgY angereicherten Pflegeprodukte – beispielsweise ATO Guard des südkoreanischen Herstellers ADbiotech (erhältlich in Apotheken und bei ausgewählten Kosmetikerinnen) – können den Zustand extrem trockener, empfindlicher und zu Juckreiz neigender Haut verbessern. Dank einer fein abgestimmten Zusammensetzung von IgY, Kamelien- und Olivenöl sowie Aloe- und Malvenwurzelextrakten haben sich Creme und Lotion nicht nur zur unterstützenden Anwendung bei Neurodermitis bewährt, sie versprechen auch Linderung bei Schuppenflechte und allergischen Hautausschlägen. Im Internet unter www.ad-biotech.de gibt es weitere Informationen.

Burn-out zuhause. Warum pflegende Angehörige frühzeitig für Hilfe von außen sorgen müssen

Immer mehr ältere, pflegebedürftige Menschen werden zuhause von Angehörigen betreut. Manchmal müssen Frauen und Männer von heute auf morgen Dinge leisten, die sie nie gelernt haben und auf die sie kaum vorbereitet waren – plötzlich sind die ehemalige Verkäuferin oder der Büroangestellte Kranken- und Altenpfleger. Zu der Unsicherheit, medizinisch alles richtig zu machen, kommen körperliche und seelische Belastungen, die auf Dauer jeden überfordern. „Die häusliche Pflege ist ein enormer Kraftakt“, betont Professor Elmar Gräßel von der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. Besonders schwierig sei der Umgang mit Demenzkranken. Bedrückende Erkenntnis von Experten: jeder zweite pflegebedürftige Senior hat auch schon familiäre Willkür erlebt – viele Angehörige sind heillos überfordert. Nur die wenigsten Betroffenen nehmen rechtzeitig Hilfe in Anspruch. Alle Fachleute aber raten, dies möglichst frühzeitig zu tun, ehe sich ein „Burn-Out“ mit allen negativen Folgen für Patient und Pflegende bemerkbar macht. „Wer so viel leistet, braucht Freiräume, um neue Kraft zu tanken“, sagt Gräßel. Pflegende Angehörige sollen sich deshalb bald nach Angeboten in ihrem Umfeld erkundigen, die sie wenigstens zeitweise entlasten.

Viele konkrete Pflegetipps für zuhause unter www.senioren-ratgeber.de/pflege
Quelle: Wort & Bild Verlag

Zähneputzen verlängert das Leben

Neue Erkenntnisse in der Zahnheilkunde: Die Qualität der Zahnpflege kann die Lebenszeit des Menschen beeinflussen und Rauchen erhöht das Parodontitis-Risiko

Regensburg (obx-medizindirekt) – Neue Erkenntnisse in der Zahnheilkunde: Die Qualität der Zahnpflege kann die Lebenszeit des Menschen beeinflussen und Rauchen erhöht das Parodontitis-Risko. Auf dieses überraschende Studienergebnis hat jetzt Prof. Dr. Michael Noack, Wissenschaftler an der Klinik für Zahn-Mund-Kieferheilkunde der Universität Köln, verwiesen. Schon länger ist bekannt, dass eine unbehandelte Zahnfleischentzündung Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen begünstigt. Auch das siebenfach erhöhte Risiko für Schwangere mit einer Parodontitis eine Frühgeburt zu erleiden, ist durch Studien belegt. Zudem gibt es erste Anzeichen, dass Patienten, bei denen regelmäßig Bakterien in die Blutbahn eingeschleust werden, häufiger Schlaganfälle erleiden.

Risiko Parodontitis

Gefördert durch die zunehmende Überalterung der Gesellschaft haben zugleich Risikogruppen wie Diabetiker, Raucher oder Schwangere ein erhöhtes Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken. „Es stehen zwar alle möglichen Horrorszenarien auf den Zigarettenschachteln, aber nirgendwo steht ‚Raucher verlieren früher ihre Zähne’“, bemerkte Dr. Prof. Michael Noack. Umfassende Aufklärung, regelmäßige Vorsorge und eine gründliche Mundhygiene nehmen zur Eingrenzung der Zahnfleischentzündung einen immer höheren Stellenwert ein. Unbehandelt kann eine Parodontitis neben drohendem Zahnverlust auch negative Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. „Es ist eine Illusion zu glauben, es gäbe irgendein Stück des Körpers, das völlig unabhängig vom Rest funktioniert“, fasst Dr. Noack die Problematik zusammen. Entwicklungen besonders im Bereich der Implantologie machen den Zahnersatz zwar immer „perfekter“, trotz allem sind Implantate besonders bei fortschreitender Parodontitis kein Allheilmittel.

Implantate – Zahnersatz der Zukunft, aber kein Allheilmittel

Trotz der ungeheuren Entwicklung bei Implantaten in der Zahnmedizin plädierte Prof. Jürgen Becker (Universität Düsseldorf) dafür, die Nachsorge nicht zu unterschätzen: „Patienten, die denken: ich setze mich hin, bezahle eine große Menge Geld, alles in Vollnarkose, Implantate drin und danach wird alles gut – das ist nicht richtig!“ Auch die fortschrittlichste Implantologie hat ihre Grenzen. „Es gibt an Implantaten genauso entzündliche Zahnfleischerkrankungen, wie an natürlichen Zähnen – nur sie sind schlimmer“, darauf machte Prof. Dr. Becker aufmerksam. Risikofaktoren wie eine bestehende Parodontitis oder starker Rauchkonsum können den langfristigen Erfolg zusätzlich gefährden.

Jedes Jahr erleiden 200.000 Deutsche einen Schlaganfall.

Mit einem Schlag ist alles anders
Jedes Jahr erleiden 200.000 Deutsche einen Schlaganfall. Mehr als die Hälfte der Betroffenen bleibt danach lebenslang ein Pflegefall. Hier können Sie nachlesen, ob Sie zu einer Risikogruppe gehören und wie Sie das Risiko eines Schlaganfalls reduzieren kön

Regensburg (obx-medizindirekt) – 200.000 Bundesbürger sind jährlich von einem Schlaganfall betroffen. In acht von zehn Fällen wird er durch ein Blutgerinnsel im Gehirn ausgelöst. Verstopft ein Blutpfropf eine Arterie im Hirn, hat dies Sauerstoffmangel zur Folge. Bleiben rechtzeitige Gegenmaßnahmen aus, tritt eine Schädigung der betroffenen Hirnregion ein. Die Folgen sind Lähmungen, Taubheitsgefühle, Sehstörungen, Sprach- oder Sprachverständnisstörungen.

Jeder fünfte Schlaganfall-Patient überlebt den Schlaganfall nicht. Das Risiko steigt mit dem Alter. Doch auch 200 bis 300 Kinder erleiden jährlich in Deutschland einen Schlaganfall. Die traurige Gesamtbilanz ist, dass 40 Prozent aller Schlaganfallpatienten innerhalb des ersten Jahres nach ihrer Erkrankung sterben. 64 Prozent der Überlebenden bleiben bis an ihr Lebensende langfristig Pflegefälle.

Die Ursache für die Entstehung eines Blutgerinnsels ist in den meisten Fällen eine Gefäßverkalkung, in der Fachsprache Arteriosklerose genannt. Verschiedene Risikofaktoren wie ein erhöhter Cholesterinspiegel, Bluthochdruck, Diabetes, aber auch Stress können eine solche Gefäßverkalkung auslösen.

Checken Sie Ihr persönliches Risiko

– Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Blutdruckwerte:
Erhöhter Blutdruck ist Risikofaktor Nummer eins.
– Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Blutfettwerte:
Erhöhte Blutfettwerte führen zu Verkalkungen der Herzkranzgefäße.
– Hören Sie mit dem Rauchen auf.
– Reduzieren Sie den Alkoholkonsum.
– Reduzieren Sie Ihr Gewicht. Der Verzicht auf Fast Food, Fertigprodukte und
fettreiche Fleischgerichte wirkt sich positiv auf das Schlaganfall-Risiko aus.
– Mit mehr Bewegung laufen Sie dem Schlaganfall-Risiko davon. Dreimal pro Woche
30 Minuten Joggen im Park oder stramm Marschieren hält fit und den Kreislauf in
Schwung.

Was tun bei einem Schlaganfall?

Machen sich Symptome wie Lähmungserscheinungen, Taubheit, Seh- oder Sprachstörungen bemerkbar, so wählen Sie unverzüglich den Notruf 112.
Zwischen dem Schlaganfall und der Behandlung im Krankenhaus sollten nicht mehr als drei Stunden vergehen. Erfolgt eine fachgerechte medizinische Versorgung innerhalb dieser Frist, stehen die Chancen relativ gut, dass bleibende Schäden im Gehirn verhindert werden können.

Mit wenigen Handgriffen können Sie einem Betroffenen bis zum Eintreffen des Notarztes Erleichterung verschaffen:
– Lockern Sie enge Kleidung.
– Ist der Betroffene bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage oder legen
Sie den Oberkörper in eine leicht erhöhte Position.
– Führen Sie bei Herz-Kreislauf-Stillstand Mund-zu-Mund-Beatmung und eine
Herzdruckmassage durch.
– Geben Sie dem Patienten keine Medikamente oder Getränke. Es besteht
Erstickungsgefahr!

Schnellen Rat und Hilfe erhalten Sie bei der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, Telefon: 01805/093 093 (14 ct/min. aus dem Festnetz der Dt. Telekom, Mobilfunk abweichend).

Erkältungen in der Übergangszeit vermeiden

(djd/pt). In der ersten Jahreshälfte ist in deutschen Büros allerorten Vollgas angesagt. Jahresziele werden formuliert und anschließend intensiv auf deren Erfüllung hingearbeitet. Zeigt sich draußen die Sonne dann häufiger, so lassen sich Frauen wie Männer leicht dazu verführen, ihre berufliche Dynamik auch in sportlich-leichter Kleidung auszudrücken. Da werden kurze Hemden aus dem Schrank geholt und dünne Blusen übergestreift, obwohl dies die Außentemperaturen nüchtern betrachtet keinesfalls rechtfertigen. Die Sonne am Himmel ist trügerisch, und nicht selten ist der Lohn für den dynamischen Look eine handfeste Erkältung.

Wie behandeln?

Krank machen gilt nicht in beruflich anstrengenden Phasen, und so doktern viele Arbeitnehmer zunächst mit Hausmitteln herum. Da wird Hühnersuppe gekocht und mit Salzwasser hantiert. Erst wenn nichts fruchten will, folgt der Gang zum Arzt. Doch braucht es dann gleich ein Antibiotikum? Bei einer Umfrage des Robert Koch-Instituts und der Berliner Charité, bei der 1.076 Bundesbürger zu Arzneimitteln gegen Infektionen befragt wurden, gaben 80 Prozent an, ihrem Arzt zu vertrauen, wenn dieser ein Antibiotikum für überflüssig hält. Bei akuten Atemwegsinfekten ist für Allgemeinmediziner und Internisten hingegen, so der PM-Report 10/2009, das Präparat GeloMyrtol forte die erste Wahl. Es wird von ihnen am häufigsten auf grünem Rezept empfohlen. Wer also nur eine Bronchitis oder Beschwerden mit den Nebenhöhlen hat, kann sich nicht selten die Nebenwirkungen einer antibiotischen Behandlung ersparen.

Den Verlauf im Auge behalten

Wer allerdings munter weiter ins Büro geht, sollte den Heilungsverlauf sorgfältig im Auge behalten. So ist beispielsweise grün-gelber Auswurf ein echtes Alarmzeichen. Dies bestätigte der Berliner HNO-Facharzt Professor Dr. Hans Behrbohm jüngst auf einer Pressekonferenz: Zwar werden „Atemwegsinfekte in ihrer überwiegenden Mehrheit von Viren und nicht von Bakterien ausgelöst. Deshalb sind Antibiotika hier zunächst nicht indiziert, es sei denn, es kommt zu einer bakteriellen Superinfektion, die durch grün-gelbes Sekret, Fieber und eine Einschränkung des Allgemeinbefindens gekennzeichnet ist“. Bei derlei Alarmzeichen ist also ein neuerlicher Arztbesuch sinnvoll.