Archiv für den Monat: März 2011

Wer früher zu Bett geht, ist ausgeschlafener und glücklicher in seiner Beziehung

(djd/pt). Morgens früh raus und abends spät hinein – viele Deutsche verbringen zu wenig Zeit im Bett. Jeder Zehnte will dies, so eine Umfrage der „Apotheken-Umschau“, jedoch ändern. Der Entschluss, künftig früher schlafen zu gehen, ist in zweierlei Hinsicht klug: Zum einen, weil es kein besseres Lebenselixier gibt als Schlaf. Zum anderen, weil entspanntes Kuscheln auch die Nähe zum Partner fördern kann. Menschen, die nach einem stressigen Tag erst in die Kissen sinken, wenn sie völlig erschöpft sind, haben oft Probleme, abzuschalten und einen ruhigen Schlaf zu finden. Der Gedanke an Sex oder Zärtlichkeiten kommt ihnen dann schon gar nicht mehr in den Sinn.

Gedankenaustausch schafft Vertrauen

Unter einer dauerhaften Anspannung und sexuellem Desinteresse leidet das Gefühlsleben. Betroffene stumpfen ab und reagieren immer öfter emotionslos. Das kann auf Dauer die Beziehung gefährden. Wer jedoch mit dem Partner abends über Erlebnisse oder Gefühle spricht, kann leichter entspannen und die Geschehnisse des Tages hinter sich lassen. Zudem schafft der Gedankenaustausch eine vertrauensvolle Atmosphäre und bringt die Partner wieder einander näher. Möglichkeiten zum Kuscheln oder zum Entdecken neuer Lust ergeben sich dabei fast von allein.

Natürlicher Ausstieg aus dem Stresskarussell

Allerdings lässt sich die Entscheidung, früher zur Ruhe zu kommen und damit auch mehr Raum für entspannte Intimität zu schaffen, nicht immer so leicht umsetzen. Um den Ausstieg aus dem Stresskarussell zu vereinfachen, hat sich nach Erfahrung von Dr. Siddhartha Popat die Einnahme von natürlichen Komplexmitteln wie beispielsweise Neurexan bewährt. Es helfe Betroffenen, schon tagsüber zu innerer Ruhe und Gelassenheit zu finden, und sorge nachts für einen besseren Schlaf, so der in St. Katharinen niedergelassene Allgemeinmediziner. Ein entspannter Lebensstil mit moderater Bewegung und ausgewogener Ernährung erleichtert das Entspannen zusätzlich.

Herzschwäche: Wer sein Gewicht kontrolliert und sich herzgesund ernährt, kann viel bewirken

Deutsche Herzstiftung rät zu herzgesunder Mittelmeerküche

In Deutschland leiden nach Schätzungen 1,8 Millionen Menschen an einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). In Krankenhäusern werden jedes Jahr etwa 320 000 Menschen mit Herzschwäche behandelt. Fast 50 000 Menschen sterben jährlich an der chronischen Erkrankung, bei der die Pumpkraft des Herzens soweit abnimmt, dass nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe zu Organen wie Gehirn, Nieren und Muskeln gepumpt wird. Atemnot, Leistungsschwäche und Knöchelödeme (Wassereinlagerungen) sind typische Beschwerden.

„Engagierte Mitarbeit des Patienten ist bei Herzschwäche besonders wichtig“, sagt Prof. Dr. med. Helmut Gohlke, Kardiologe und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Betroffene sollten ihre Beschwerden laufend beobachten und ihr Gewicht kontrollieren. Unverzichtbar ist das tägliche Wiegen. So lassen sich eventuelle Wassereinlagerungen frühzeitig erkennen, die auf eine Verschlechterung der Herzschwäche hindeuten können und ein rechtzeitiges Gegensteuern in der Behandlung erfordern. Bei einer Gewichtszunahme von mehr als 2 Kilogramm in 3 Tagen ist sofort der Hausarzt aufzusuchen.

Mediterrane Ernährung bewährt bei koronarer Herzkrankheit
Neben der konsequenten Medikamenteneinnahme ist ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, gesunder Ernährung, höchstens geringem Alkoholkonsum zum Essen und Verzicht auf Rauchen wichtig für eine effektive Behandlung.

„Bei Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit hat sich die Mittelmeerküche besonders bewährt. Wissenschaftliche Studien haben das belegt“, sagt Prof. Gohlke. Die koronare Herzkrankheit zählt neben Herzinfarkt und Bluthochdruck zu den Hauptursachen einer Herzschwäche. „Auch aus diesem Grund raten wir den Herzschwächepatienten zur herzgesunden Mittelmeerküche“, betont der Präventionsmediziner. Die mediterrane Ernährung betont Gemüse, Salat, Obst, Vollkornprodukte, wenig Fleisch, dafür eher Fisch, sowie Oliven- oder Rapsöl anstatt tierischen Fetten wie Butter oder Schmalz.

Bei Herzschwäche Salzverbrauch runterfahren!
Normalerweise nehmen wir im Schnitt bis zu 10 bis 15 Gramm Kochsalz täglich zu uns, sogar bis zu 30 Gramm sind keine Seltenheit. Herzschwächepatienten sollten ihren Salzverbrauch auf 4 bis 5 Gramm pro Tag, in manchen Fällen auf 2 bis 3 Gramm, und die Flüssigkeitsaufnahme auf 2 Liter, bei fortgeschrittener Krankheit – in Absprache mit dem Arzt und unter Kontrolle der Nierenwerte – auch auf 1,5 Liter, beschränken, um das Herz zu entlasten. Die Mittelmeerküche wird mit sehr wenig Salz, dafür aber mit vielen frischen Kräutern, zubereitet. „Die Zubereitung von Speisen aus Frischprodukten – charakteristisch für die mediterrane Ernährung – erleichtert es den Patienten, ihre Salzzufuhr zu reduzieren. Konserven und Fertiggerichte sowie einige Brotsorten enthalten dagegen viel Kochsalz“, erläutert Prof. Gohlke.

Die Broschüre „Das schwache Herz – Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz heute“ informiert auf 136 Seiten über den aktuellen Stand von Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der Herzschwäche. Alle Beiträge sind von namhaften Herzspezialisten laienverständlich geschrieben. Der Band ist gegen 3 EUR in Briefmarken erhältlich bei: Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt.

Wenn Stress auf den Magen schlägt

Heilkraft aus der Natur statt teurer Medikamente: Immer mehr Menschen mit Sodbrennen und Magenbeschwerden setzen neben den Methoden der etablierten Schulmedizin auch auf die Kraft natürlicher Quellen.

Regensburg (obx-medizindirekt) – Wachsender Erfolgs- und Termindruck im Alltag, berufliche und private Sorgen und Nöte schlagen immer mehr Menschen auf den Magentrakt: Jeder dritte Bundesbürger leidet nach neuesten Zahlen unter ständig wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden in Form von Krämpfen, Blähungen und Völlegefühl – Tendenz steigend. Auch Sodbrennen gehört neben Kopfschmerzen mittlerweile zu den häufigsten Gesundheitsbeschwerden.Zehntausende Patienten, Kurgäste und Gesundheitsurlauber nutzen jedes Jahr die natürlich starke Heilwirkung der bereits vor über 180 Jahren erschlossenen Heilquellen im süddeutschen Bad Mergentheim.

„Das moderne Arbeitsleben mit seinen ständig wachsenden Anforderungen konfrontiert uns in vielerlei Hinsicht mit Faktoren, die die Entstehung von Sodbrennen begünstigen“, sagt der Internist und Ernährungsmediziner Dr. Lukas André. Mit eine entscheidende Rolle spielt die Ernährung, denn bestimmte Lebensmittel regen unseren Magen zur vermehrten Produktion von Magensäure an. Dazu gehören fettige, stark gewürzte, frittierte und gebratene Speisen und koffeinhaltige Getränke sowie oftmals zuviel Süßes – Dinge, die im beruflichen Alltag zu oft auf dem Speiseplan stehen: ein schneller „Coffee to go“ auf dem Weg ins Büro, ein Burger und eine eisgekühlte Cola am Flughafen-Terminal, weil es schnell gehen muss, ein Feierabend-Bier mit Curry-Wurst und Pommes. Die Folge: Der Magen reagiert „sauer“. Mehr als 12 Millionen Mal gehen die Bundesbürger pro Jahr inzwischen wegen Sodbrennens und Magenschmerzen zum Arzt, sagen die neuesten Zahlen der Krankenkassen.

Die meisten Betroffenen versuchen, dem sauren Aufstoßen und den Magenschmerzen mit Medikamenten beizukommen, die die Säureproduktion hemmen. Die schnelle Lösung gegen Magenprobleme ist allerdings nicht immer die Beste. Wer ohne chemische Mittel behandeln will, kann durch den Einsatz der Bad Mergentheimer Heilquellen in vielen Fällen Beschwerdelinderung erhalten.
Deshalb setzen immer mehr Menschen mit den verschiedensten Magen-Darm-Beschwerden auf Bad Mergentheim mit seinen drei natürlichen Heilquellen: Wilhelm, Karl und Albert. Professor Dr. Karl-Ludwig Resch, Leiter des Deutschen Instituts für Gesundheitsforschung und einer der führenden Bäderheilkundler Deutschlands, weiß warum: „Wer nach Bad Mergentheim kommt, zahlt einmal und kriegt dafür Gesundheit im Dreierpack. Die Bad Mergentheimer Heilquellen wirken mit ihren Inhaltsstoffen – vor allem Magnesium, Kalium, Hydrogenkarbonat, Natrium, Kalzium, Chlorid und Sulfat – als natürliches Arzneimittel sanft und kräftig zugleich und beruhigen Magen und Darm. Der Abstand zum Alltagsstress, Natur, Kultur und Wellness in Bad Mergentheim tragen das ihre dazu bei, dass der Adrenalinspiegel sinkt und damit das überreizte vegetative Nervensystem zur Ruhe kommt. Schließlich kann ein fachlich kompetentes Coaching neue Kompetenzen vermitteln, wie künftig Alltagsstress besser verarbeitet werden kann und welche individuellen Tricks am besten vor einem Rückfall in den alten Teufelskreis schützen.“ Und er fügt hinzu:
“Gerade die Bad Mergentheimer Heilquellen mit ihren einzigartigen Inhaltsstoffen sind ein wahrer Balsam gegen weit verbreitete Beschwerden unserer Zeit und zuverlässige Basis für die erfolgreiche Behandlung von Magen- und Verdauungsbeschwerden in den Kliniken und Sanatorien in Bad Mergentheim.“

„Langfristig lassen sich viele Magen- und Darmbeschwerden dann abstellen, wenn man eine Strategie entwickelt hat, wie man sein Leben und seine Umwelt in den Griff kriegt – eine Strategie, die auch wirklich funktioniert“, weiß Dr. Lukas André. Auch dabei helfen die Gesundheitsexperten in Bad Mergentheim den Patienten.

Zeit ist Leben: Bei Herzinfarkt sofort 112 – Lübeck startet Aktionsbündnis gegen den Herzinfarkt

Herzstiftung unterstützt Kampagne „Lübeck gegen den Herzinfarkt“

(Frankfurt am Main, 15. März 2011) Der Herzinfarkt gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Jedes Jahr erliegen über 60 000 Menschen einem Herzinfarkt. Allein in Lübeck und Umgebung sterben an den Folgen eines Herzinfarktes jährlich ca. 600 Menschen. Nach Schätzungen verläuft in diesem Gebiet für über 300 Betroffene der Herzinfarkt sogar noch vor Erreichen der Klinik tödlich. Beim Herzinfarkt wird ein Herzkranzgefäß durch ein Gerinnsel verschlossen, so dass ein Teil des Herzmuskels von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten ist. In dieser Gefahrensituation ist sofort der Rettungsdienst unter der 112 zu rufen. Abwarten kann hier tödlich sein, denn ein Herzinfarkt kann jederzeit lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) auslösen, die in wenigen Minuten zum Tod führen können. Dennoch scheuen bei Infarktverdacht die Betroffenen, Angehörige und Helfer häufig, die 112 anzurufen.

Bessere Überlebenschancen durch Notruf 112
Mit dem Start des Aktionsbündnisses „Lübeck gegen den Herzinfarkt“ unter dem Motto „Jede Minute zählt! Bei Herzinfarkt sofort 112“ klärt die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit den kardiologischen Kliniken und dem Rettungsdienst der Hansestadt Lübeck darüber auf, was bei Verdacht auf Herzinfarkt zu tun ist und intensiviert ihre Bemühungen um eine bessere Herzinfarktversorgung. „Jeder vierte Herzinfarktpatient stirbt in Deutschland, bevor er die Klinik erreicht, weil zu lange gewartet und so eine rechtzeitige Behandlung verhindert wurde. Der Notruf 112 bei Herzinfarktverdacht ist deshalb so wichtig, da nur der Rettungsdienst den Herzinfarktpatienten durch den Einsatz eines Defibrillators vor dem plötzlichen Herztod schützen kann“, sagt Prof. Dr. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Der Hausarzt – so wichtig er sonst für den Patienten ist – sollte nicht der erste Ansprechpartner beim Herzinfarkt sein.“ Aktionspartner des Bündnisses sind die Medizinische Klinik II des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck (UKSH), die Klinik für Kardiologie der Sana Kliniken Lübeck GmbH, der Lübecker Ärzteverein e.V. 1809, der Rettungsdienst und die Stadtverwaltung der Hansestadt Lübeck.

Senkung der Hemmschwelle vor der 112
Ziel der Lübecker Kampagne ist es, die weit verbreitete Hemmschwelle, bei Herzinfarktverdacht sofort die 112 zu rufen, zu senken. „Mit unserer Aufklärungsaktion soll die Öffentlichkeit für die Bedeutung des Zeitgewinns durch die 112 sensibilisiert werden – Scheu vor Fehlalarm hat bei einem Herznotfall nichts zu suchen“, sagt Prof. Dr. Heribert Schunkert, Direktor der Medizinischen Klinik II am Universitätsklinikum Lübeck (UKSH) und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Herzstiftung. „Für Herznotfallpatienten bedeutet Zeit immer zugleich Leben: Je eher wir einen Herzinfarktpatienten in der Klinik behandeln, umso mehr Herzmuskel und damit auch Pumpkraft des Herzens können wir erhalten. Verlust von Herzmuskel führt zur Herzschwäche und verschlechtert die Lebensqualität des Patienten erheblich.“

Langfristige Aufklärung
Das Aktionsbündnis informiert in den kommenden Wochen über den Herzinfarkt und richtiges Notfallverhalten auf Großplakaten an 100 Standorten in Lübeck und Umgebung, auf Aufklebern an den Rettungswagen des Rettungsdienstes, in mehreren Tausend Info-Faltblättern und auf Postern. Darüber hinaus sind regelmäßige Vortragsveranstaltungen zu Themen wie Herzinfarktvorbeugung, Herzinfarkt-Alarmzeichen und Herz-Lungen-Wiederbelebung für Laien sowie Aktionen zum Thema Rauchen als Risikofaktor in Schulen geplant. „Wir wollen langfristige Präventionsarbeit leisten. Hierfür setzen wir auf die kardiologische Expertise der Lübecker Kliniken und den Institutionen übergreifenden Charakter des Bündnisses, um auf diese Weise viele Bevölkerungsgruppen zu erreichen“, betont der Sprecher des Aktionsbündnisses, Prof. Dr. Peter Radke, Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik II am UKSH. Die Herzstiftung unterstützt die Kampagne mit einer Anschubfinanzierung von ca. 10 000 Euro.

Herznotfallambulanz (CPU) für Zauderer
Wer unentschlossen ist, die 112 zu rufen, weil die Schmerzen nicht so stark sind oder Zweifel bestehen, ob es sich um einen Herzinfarkt handelt, kann sich in die CPU (Chest Pain Unit, engl. für Brustschmerzeinheit), fahren lassen (niemals selbst fahren!). Die CPU dient zur Versorgung von Patienten mit akuten Brustkorbbeschwerden. Sie steht allen Patienten 24 Stunden offen und verfügt über alle modernen Geräte für die sofortige Erkennung eines Herznotfalls. Zertifizierte CPUs gibt es bundesweit derzeit an 105 Standorten. Ist die CPU weiter als 30 Kilometer bzw. länger als 30 Minuten entfernt, sollten Betroffene sich nicht dorthin fahren lassen, sondern den Rettungsdienst (112) rufen.

Mit Grünem Tee Darmkrebs vorbeugen?

Wissenschaftler untersuchen Wirkung des Tees auf Darmkrebsvorstufen.

Halle/ Ulm (gb) — Grüner Tee gehört zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Getränken der Welt. Er wird hauptsächlich aus den Blättern der Pflanze Camellia Sinensis hergestellt und gilt besonders in Asien als Lebenselixier. Das Heißgetränk wirkt positiv auf Herz und Kreislauf, es scheint aber auch vor Krebs zu schützen. Wissenschaftler der Universitäten Halle (Saale) und Ulm untersuchen nun in einer Langzeitstudie die krebsvorbeugenden Eigenschaften des Grüntees, insbesondere gegen Darmkrebs. Die Deutsche Krebshilfe fördert das weltweit größte Forschungsvorhaben zu dieser Fragestellung mit insgesamt 2,1 Millionen Euro.

Bereits seit Jahrtausenden wird in China Grüner Tee getrunken. Nach traditioneller Überlieferung wirkt er sich positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit aus. Im 16. Jahrhundert fanden die Blätter der Teepflanze erstmals ihren Weg nach Europa und wurden hier als pflanzliches Heilmittel verkauft. Vor einigen Jahren haben Wissenschaftler schließlich herausgefunden, dass ein bestimmter Inhaltsstoff des Grünen Tees, ein Pflanzenhormon mit dem wissenschaftlichen Namen Epigallocatechin-3-gallat (ECGC), vor bestimmten Krebsarten schützen kann. In verschiedenen Forschungsarbeiten haben sie beobachtet, dass ECGC die Entstehung von Tumoren der Prostata, Brust und Gebärmutter hemmt.

Die Wissenschaftler um Professor Dr. Thomas Seufferlein von der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Halle und Professor Dr. Julia Stingl vom Institut für Naturheilkunde und Klinische Pharmakologie der Universität Ulm untersuchen nun den Nutzen von Grünem Tee zur Darmkrebsvorsorge. Zielgruppe der Studie sind Patienten, bei denen im Rahmen der Krebs-Früherkennung bereits der Darm gespiegelt und dabei so genannte Polypen entdeckt und entfernt wurden. Polypen sind die gutartigen Vorstufen von Darmkrebs. Das Entfernen dieser Geschwülste kann die Entstehung von Krebs verhindern.

Im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie) finden Ärzte bei jedem vierten Patienten einen oder mehrere Polypen. Ob durch den regelmäßigen Genuss von grünem Tee vermieden werden kann, dass sich neue Polypen bilden, wollen die Wissenschaftler nun untersuchen. Dazu verabreichen sie jedem Versuchsteilnehmer eine tägliche Dosis Grüntee-Extrakt in Form von Kapseln. Diese werden über einen Zeitraum von drei Jahren eingenommen. Eine Tagesdosis besteht aus zwei Kapseln, die jeweils 150 Milligramm EGCG enthalten. Zum Vergleich: Eine Tasse Grüner Tee enthält etwa 50 bis 70 Milligramm des Wirkstoffs.

Alle vier Monate entnehmen die Ärzte den Patienten Blut, um ihre Leber- und Blutwerte zu kontrollieren. Zudem fragen sie die Teilnehmer regelmäßig, ob diese die Kapseln eingenommen, zusätzlich Grüntee getrunken oder andere Medikamente bekommen haben. Außerdem wird nach drei Jahren mittels Koloskopie ermittelt, ob und wie viele neue Polypen sich gebildet haben.

„Bestätigt sich unsere Hypothese, dass Grüner Tee vor Darmkrebs schützt, dann könnten die Ergebnisse direkt in die klinische Praxis übertragen werden“, erklärt Seufferlein. Doch der Wissenschaftler will nicht zu früh Hoffnung wecken: „Die Annahme, dass das Trinken von Grüntee möglicherweise eine vergleichbare vorbeugende Wirkung wie Tee-Extrakt in Kapselform hat, werden wir aus unseren Daten nicht ohne weiteres ableiten können. Die Menge des Wirkstoffs variiert je nach Zubereitung stark und eine genaue Dosierung von EGCG, also dem hauptwirksamen Bestandteil, ist nur schwer möglich.“

Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, betont: „Das Potential pflanzlicher Substanzen zur Ergänzung der konventionellen Therapie darf nicht ungenutzt bleiben. Um die komplexen Wirkungen der Pflanzenstoffe zu verstehen und für die Betroffenen nutzbar zu machen, sind jedoch intensive Forschungsarbeiten notwendig. Daher fördert die Deutsche Krebshilfe neben klassischen grundlagenorientierten und klinischen Forschungsvorhaben auch eine Vielzahl von Projekten, die sich mit naturheilkundlichen Behandlungs- und Vorbeugemöglichkeiten gegen Krebs befassen.“

Wenn Sekunden entscheiden: Defibrillatoren für Laien werden noch zu wenig genutzt

Mehr als 60 000 Menschen starben im Jahr 2009 an einem Herzinfarkt in Deutschland, so das Statistische Bundesamt. Plötzlicher Herztod durch Herzinfarkt und Rhythmusstörungen gehören zu den häufigsten Todesursachen. Bei einem Infarkt oder Rhythmusstörungen wie Kammerflimmern pumpt das Herz kein Blut mehr in den Kreislauf. Das Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und ist bereits nach wenigen Sekunden geschädigt. „Bei Herzstillstand und Kammerflimmern ist eine schnelle Reaktion gefragt“, warnt Dr. Ulrike Roth von TÜV Rheinland. „Immer häufiger sind in öffentlichen Gebäuden oder in Unternehmen zwar Laiendefibrillatoren zu finden, doch noch werden sie zu selten benutzt. Neben der Bereitstellung solcher Rettungsinstrumente müssen vor allem die Menschen im Umgang damit geschult werden“, fordert die Arbeitsmedizinerin. Damit wird aber die klassische Ausbildung zum Ersthelfer nicht weniger wichtig, denn nur ein geschulter Ersthelfer mit regelmäßiger Aktualisierung seiner Kenntnisse ist in der Lage, den Überblick zu behalten und die Rettungskette möglichst schnell zu aktivieren.

Bei Verdacht auf Herzstillstand sollte ein Ersthelfer sofort den Rettungsdienst über die Nummer 112 alarmieren, ein weiterer parallel dazu sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes werden die Wiederbelebungsmaßnahmen kontinuierlich fortgesetzt. Die TÜV Rheinland Akademie in Neuwied bietet Trainings dieser Ersten Hilfe für Arztpraxen und Unternehmen an. Wenn eine Bank zum Beispiel einen Defibrillator installiert, schult die TÜV Rheinland Akademie parallel dazu die Mitarbeiter in der Handhabung des Geräts und im Basiswissen Erste Hilfe. Die TÜV Rheinland Akademie bildet zudem Rettungsassistenten und Lehrassistenten aus, wahlweise innerhalb einer Berufsausbildung oder in berufsbegleitenden Schulungen. Die zweijährige Berufsausbildung zum Rettungsassistenten ist für die meisten Teilnehmer die ideale Vorbereitung auf ihr Medizinstudium, die berufsbegleitende Schulung nicht nur für Mitarbeiter im medizinischen Dienst oder Soldaten der Bundeswehr interessant.

Um selbst immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben, arbeitet TÜV Rheinland eng mit der „American Heart Association“ (AHA) zusammen. Die AHA ist seit 130 Jahren die führende Fachgesellschaft im Bereich Herznotfälle. Mit erfolgreich absolvierten Kursen weisen die Teilnehmer nach, dass sie im Bereich Reanimation und kardialer Notfall auf dem neuesten Stand der Notfallmedizin sind. An den Empfehlungen der Gesellschaft orientieren sich die Trainer von TÜV Rheinland und absolvieren ebenfalls regelmäßig entsprechende Weiterbildungen.