Archive für Juni 2011

„Professionelle Zahnreinigung“ ist der neue große Trend in Deutschlands Zahnarztpraxen.

„Professionelle Zahnreinigung“ ist der neue große Trend in Deutschlands Zahnarztpraxen. Aber: Viel wichtiger für die Gesunderhaltung Ihrer Zähne ist die richtige tägliche Pflege.

Regensburg - Von Natur aus halten Zähne ein Leben lang – wenn sie richtig gepflegt werden. In vielen Fällen schaffen sie es aber gerade mal 40 oder 50 Jahre, ehe künstliche Dritte, Brücken oder Implantate entstandene Lücken im Gebiss schließen müssen. Mangelhafte Pflege ist in der Regel die Hauptursache für den vorzeitigen Zahnverlust. Auch „professionelle Zahnreinigung“, die den Patienten mittlerweile von immer mehr Zahnärzten angeboten wird, kann das tägliche Zähneputzen und die regelmäßige Zahnfleischreinigung nicht ersetzen.

Richtiges Putzen mit Zahnbürste, Zahnseide und Interndentalbürste beseitigt bereits den größten Feind gesunder Zähne: weiche, weißliche Zahnbeläge aus Essensresten und abgestorbenen Mundhöhlenzellen. Was in der Regel auch intensives Putzen nicht verhindern kann, ist die Bildung von Zahnstein zum Beispiel am Zahnfleischsaum oder in schwer zugänglichen Lücken. Experten empfehlen mindestens einmal pro Jahr einen Zahnarztbesuch zur Zahnsteinentfernung.

Strahlende Zähne: bis zu 180 Euro extra

Die so genannte Professionelle Zahnreinigung (PZR) wird auch weiterhin nicht von den Krankenkassen übernommen. Die Krankenkassen stehen auf dem durchaus umstrittenen Standpunkt, dass diese Reinigungsarbeiten vor allem kosmetisch-ästhetischer Natur sind. Durch spezielle Reinigungstechniken werden dabei unter anderem durch Rauchen oder Rotwein-Genuss verursachte Zahnverfärbungen entfernt. Dagegen sind konventionelle Zahncremes oft machtlos.

Wer die Professionelle Zahnreinigung wünscht, muss deshalb in die eigene Tasche greifen. Auf die Frage, was eine PZR kosten darf, gibt es keine eindeutige Antwort. Die genauen Bestandteile einer PZR sind nirgendwo exakt definiert. Für den Patienten bleibt auch oft im Dunkeln, wie sich der Preis der von seinem Zahnarzt angebotenen Serviceleistung zusammensetzt und welchen Einfluss er darauf nehmen kann. Daher schwanken die Preise zwischen 35 und 120 Euro. Manchmal werden sogar bis zu 180 Euro verlangt.

Fragen kostet nichts

Fragen Sie Ihren Zahnarzt deshalb vor der Durchführung der PZR nach dem voraussichtlichen Preis und die dafür gebotene Leistung. Wie überall im Leben gilt: ein hoher Preis ist noch keine Qualitätsgarantie.
Eine zeitabhängige Preisberechnung (ca. 1,25 Euro bis 1,70 Euro pro Minute) kann sinnvoll sein, wenn Sie mit gut gepflegten Zähnen zum Zahnarzt gehen. Je schneller der Zahnarzt fertig wird, desto niedriger fällt die Rechnung aus. Günstiger kann es auch werden, wenn die Reinigung nicht der Zahnarzt selbst, sondern eine dafür qualifizierte Helferin übernimmt.

Das können Sie von einer qualifizierten Professionellen Zahnreinigung erwarten:
- genaue Untersuchung des Zustands von Zähnen und Zahnfleisch
- Ratschläge, Tipps und Schulung für die optimale Zahn- und Zahnfleischpflege zu Haus
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die PZR im Abstand von sechs Monaten die ideale Ergänzung zum gründlichen Putzen sein kann, um Ihre Zähne und das Zahnfleisch gesund zu erhalten.

Von Natur aus halten Zähne ein Leben lang – wenn sie richtig gepflegt werden. In vielen Fällen schaffen sie es aber gerade mal 40 oder 50 Jahre, ehe künstliche Dritte, Brücken oder Implantate entstandene Lücken im Gebiss schließen müssen.

Wie Krebszellen das Immunsystem austricksen

07.06.11
Forscher klären Abwehrstrategie von Tumoren auf
Tübingen (gb) – Um Tumoren zu bekämpfen, greift das körpereigene Abwehrsystem auf verschiedene Strategien zurück: Killerzellen etwa erkennen die bösartigen Zellen als andersartig und töten sie ab. Im Gegenzug schützen sich die Krebszellen ihrerseits vor Angriffen, indem sie sich immunologisch unkenntlich machen. Wissenschaftler aus Tübingen haben nun einen bislang unbekannten Mechanismus entdeckt, mit dem Tumoren der Immunabwehr entgehen. Die Erkenntnisse sollen zur Entwicklung neuer Therapien gegen Krebs beitragen. Die Deutsche Krebshilfe hat diese Forschungsarbeiten mit insgesamt 1,3 Millionen Euro unterstützt.

Im Kampf gegen Krankheitserreger und Krebszellen stehen so genannte Killer-Lymphozyten an vorderster Front. Diese besondere Art weißer Blutkörperchen ist ein wichtiger Bestandteil des körpereigenen Abwehrsystems. Mit Hilfe von speziellen Rezeptoren, die wie Antennen aus den Zellen hervorragen, erkennen sie kranke Zellen und töten sie ab. Zu diesen Zell-Antennen gehört der erst vor wenigen Jahren entdeckte so genannte NKG2D-Rezeptor. Dieser erkennt bestimmte Eiweiße, die sich nahezu ausschließlich auf der Oberfläche von Krebszellen befinden und als NKG2D-Liganden bezeichnet werden. In Laborversuchen haben Krebsforscher bereits gezeigt, dass über dieses Rezeptor-System Tumorzellen abgetötet werden.

Die Wissenschaftler um Professor Dr. Helmut Salih, Medizinische Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Tübingen, und Professor Dr. Alexander Steinle, Institut für Molekulare Medizin, Goethe-Universität Frankfurt am Main, haben nun entdeckt, wie es den Tumorzellen gelingt, der Immunabwehr zu entgehen: Die bösartigen Zellen sind in der Lage, ihre NGK2D-Liganden abzustoßen und in den Blutkreislauf abzugeben. Das hat zur Folge, dass die Killer-Lymphozyten die Krebszellen schlechter erkennen. Zusätzlich blockieren die im Körper zirkulierenden NKG2D-Liganden den Rezeptor auf den Killerzellen und schwächen somit zusätzlich das Immunsystem.

„Wenn wir verhindern könnten, dass die NGK2D-Liganden in den Blutkreislauf abgegeben werden, wäre das ein vielversprechender neuer Therapieansatz gegen Krebs“, erklärt Salih. Die Forscher wollen noch einen Schritt weiter gehen und das Immunsystem sogar unterstützen. Denn in weiteren Experimenten entdeckten sie, dass mittels bestimmter Medikamente die Produktion von NKG2D-Liganden in Tumorzellen erhöht werden kann. „Auf diese Weise würde die Immunantwort der Killer-Lymphozyten gegen die Krebszellen sogar verstärkt“, erläutert Steinle. „Bis zum klinischen Einsatz unserer Studienergebnisse ist jedoch weiterhin intensive Forschungsarbeit nötig.“

Seit 2002 wurden die Arbeitsgruppen von Salih und Steinle von der Deutschen Krebshilfe gefördert. In dieser Zeit veröffentlichten die Wissenschaftler bereits vierzehn wissenschaftliche Artikel über ihre Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet in renommierten internationalen Fachmagazinen. Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, betont: „Fortschritte in der Krebsforschung erfordern nicht nur viel Geduld und Ausdauer, bis sie den Betroffenen zu Gute kommen können, sondern auch einen gesicherten finanziellen Rückhalt über einen längeren Zeitraum. Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel für eines der Hauptanliegen der Förderinitiativen der Deutschen Krebshilfe: Die hohe Qualität der onkologischen Forschung in Deutschland weiter zu steigern, um die Heilungschancen der Betroffenen zu erhöhen.“