Archiv für den Monat: August 2011

Keine Chance dem Knochenraub

Sie ist längst keine Randerscheinung mehr – doch die Behandlung führt immer noch ein Schattendasein: Osteoporose gehört zu den am weitesten verbreiteten Volkskrankheiten. Mittlerweile leidet bald jeder zehnte Deutsche an der chronischen Erkrankung, die mit einem fortschreitenden Abbau der Knochensubstanz einhergeht. Doch bei der Erkennung und Therapie gibt es erhebliches Verbesserungspotential. Obwohl Spezialisten immer wieder darauf hinweisen, dass im Knochenstoffwechsel – vor allem bei Frauen ab den Wechseljahren – über Jahre hinweg ein regelrechter Knochenraub stattfindet, kommt die Behandlung häufig über den Einsatz von Schmerzmitteln nicht hinaus. Wie die große deutsche Versorgungsstudie Bone-EVA belegt, erhält lediglich ein Fünftel der Risikopatientinnen eine gezielte Therapie. Über moderne Behandlungsmethoden informierten namhafte Experten am Expertentelefon.

Am Telefon saßen für Sie:

· Dr. Oliver Bock, Facharzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Muskel- und Knochenforschung an der Charité Campus Benjamin Franklin in Berlin. Schwerpunkte: Osteologische Sprechstunde, postmenopausale Osteoporose, Osteoporose beim Mann.

· Prof. Dr. Peyman Hadji, Leiter der Klinik für Gynäkologie, Gynäkologische Endokrinologie und Onkologie an der Philipps-Universität Marburg. Schwerpunkte: Gynäkologische Endokrinologie und Osteologie.

· Prof. Dr. Andreas Kurth, Direktor der Klinik für Orthopädie und orthopädische Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Schwerpunkte: Rheumatologie, spezielle orthopädische Chirurgie und Osteologie (DVO).

· Dr. Ortrun Stenglein-Gröschel, niedergelassene Orthopädin und Leiterin eines ambulanten osteologischen Schwerpunktzentrums (DVO) in Coburg. Schwerpunkte: Orthopädie, Osteologie, Chirotherapie und Sportmedizin.

Viele Patienten werden nach Angaben von Prof. Peyman Hadji nicht ausreichend und noch dazu viel zu spät behandelt. Dies hat nach der Einschätzung des Experten vom Uniklinikum Marburg fatale Folgen. Denn besonders bei Osteoporose gilt: Je schneller eine gezielte Therapie begonnen wird, umso besser. Gerade im ersten Jahr nach einem Wirbelkörperbruch sei die Gefahr für weitere Brüche besonders hoch.

Mangelnde Therapietreue verhindert den Behandlungserfolg
Die schlechte Therapiesituation ist auch für Experten unbefriedigend. Denn „inzwischen existieren zur Behandlung von Osteoporose gut wirksame Medikamente, mit deren Hilfe bis zu 68 Prozent der Wirbelbrüche verhindert werden können“, betont Dr. Ortrun Stenglein-Göschel, niedergelassene Orthopädin in Coburg. Bei einer Behandlung mit Standardpräparaten wie Bisphosphonaten, zu denen es in der Vergangenheit kaum Alternativen für eine effektive Behandlung gab, ist allerdings eine regelmäßige Einnahme einmal pro Woche oder einmal pro Monat unerlässlich. Aufgrund der Einnahmemodalitäten und häufig auch wegen Verträglichkeitsproblemen würden sie aber nicht zuverlässig über einen ausreichend langen Zeitraum eingenommen, weiß Prof. Hadji.

Lediglich jede zweite Patientin nähme ihre Medikamente regelmäßig, beklagt der Marburger Osteoporose-Experte. Entsprechend steigt das Risiko für weitere Knochenbrüche. Doch die mangelnde Therapietreue könnte bald der Vergangenheit angehören. „Seit fast einem Jahr ist ein neues Medikament verfügbar, das einen vollständig anderen Wirkmechanismus aufweist und direkt in die gestörte Knochenbiologie eingreift“, so Prof. Hadji. „Das innovative Medikament mit dem Wirkstoff Denosumab wird als Halbjahresspritze verabreicht und ist gut verträglich.“

Gezielt Knochen abbauende Zellen
Im Vergleich zu allen anderen Osteoporose-Medikamenten wirkt es direkt und zielgerichtet am Ort des Geschehens im Knochen und blockiert den zentralen Botenstoff RANK-Ligand, der normalerweise die Knochen abbauenden Zellen, die sogenannten Osteoklasten, aktiviert. Auf diese Weise hemmt es den Knochenabbau. Der Wirkstoff wurde in verschiedenen klinischen Studien an über 10.000 Patientinnen auf seine Wirksamkeit und Sicherheit getestet. So konnte gezeigt werden, dass er die Knochendichte erhöhte und das Risiko für Hüft-, Wirbelkörper- und sonstige Frakturen senkte. Die Anwendung als Halbjahresspritze ist eine patientenfreundliche Alternative zu einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme. Prof. Hadji: „Patientinnen mit Osteoporose sollten ohnehin mindestens zweimal im Jahr ihren Arzt aufsuchen, so dass ein Arztbesuch alle sechs Monate keine zusätzliche Belastung darstellt.“

Rohstoffe für den Knochenaufbau
Begleitend empfiehlt es sich bei jeder Osteoporose-Therapie, Vitamin D (1.000 – 2.000 I.E./Tag) und Calcium (ca. 1.000 mg/Tag) als Rohstoff für die Knochen aufbauenden Zellen – die Osteoblasten – einzunehmen. Um die Behandlung zu unterstützen, sollten Patienten zusätzlich physiotherapeutische Maßnahmen in Anspruch nehmen. „Nicht nur zur Linderung der Beschwerden, sondern auch zur Kräftigung der Muskulatur, zur Verbesserung der Beweglichkeit sowie zur Verringerung des Sturzrisikos“, erklärt Dr. Oliver Bock. Auch ein regelmäßiges Bewegungstraining ist ratsam. Dabei sollten die Übungen dem eigenen Leistungsvermögen entsprechen und möglichst ausgewogen sein. „Das schließt immer Übungen zur Verbesserung der Balance, der Dehnung, der Muskelkraft und der Muskelleistung gleichermaßen ein“, weiß der Facharzt von der Berliner Charité. Elemente aus dem Tai-Chi und gelenkschonendes Ausdauertraining wie Walking, Schwimmen oder Radfahren hätten sich ebenfalls bewährt.

Generell ist es für Osteoporose-Patienten wichtig, mit dem behandelnden Arzt über die Therapie zu sprechen und Termine für die Weiterbehandlung zu vereinbaren.

Bei Osteoporose können Rückenorthesen den Alltag deutlich erleichtern

(djd/pt). Bei Osteoporose wird Knochenmasse abgebaut, die Knochen werden porös und es kommt zu Brüchen. Die typischen Stellen sind Wirbelkörper, Oberschenkelhals und Unterarm. Durch den Verlust der Knochensubstanz krümmt sich die Brustwirbelsäule nach hinten, die Lendenwirbelsäule nach vorne und es kann ein „Witwenbuckel“ entstehen. Die Patienten haben starke Schmerzen – weil sie sich weniger bewegen, nimmt auch die Muskelkraft ab. Das Sturzrisiko steigt wegen des nach vorne verlagerten Körperschwerpunkts ebenfalls an.

Durch eine Kombination der Therapiebausteine Bewegung, Medikation und Hilfsmittel können Betroffene ihren Alltag wieder schmerzfreier gestalten. Im Bereich der Hilfsmittel hat sich die Therapie mit wirbelsäulenaufrichtenden Orthesen bewährt. „Spinomed“ von medi beispielsweise wird als einzige Orthese in der Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) erwähnt.

In diese Orthese sind zugelastische Materialien eingearbeitet. Sie üben gemeinsam mit einer der Wirbelsäule angepassten Aluminiumschiene Zugkräfte auf den Becken- und Schulterbereich aus. Die Rumpfmuskulatur spannt sich an, der Patient richtet den Oberkörper auf, ist schmerzfreier und kann besser durchatmen. Die Orthese gibt es als Rucksack-Variante, als Body für Damen und in einer Ausführung für Herren. Das Hilfsmittel wird bei Notwendigkeit vom Arzt verordnet, der medizinische Fachhandel passt es individuell an.

Rheumatoide Arthritis: Eine neue App bezieht Patienten aktiv in die Therapie ein

Die „Rheumatoide Arthritis“ kann alle Altersgruppen treffen und zählt zu den häufigsten Leiden der Deutschen. Die entzündliche Erkrankung der Gelenke, der Muskeln und des Bindegewebes lässt sich zum Glück immer besser behandeln. Voraussetzung dafür ist allerdings eine gute, kontinuierliche Kontrolle beim Arzt. Dabei hilft seit Kurzem das iPhone, für das das biopharmazeutische Unternehmen UCB zusammen mit Rheumatologen und der Agentur mutterelbe eine spezielle App entwickelt hat.

Technische Hilfe zur Selbsthilfe

Die neue App „RheumaTrack“ ist eine Hilfe zur Selbsthilfe. Sie ermöglicht unter anderem die frühzeitige enge Überwachung der Erkrankung mit Hilfe eines Schmerztagebuchs. Eingetragen wird etwa die Morgensteifigkeit der Gelenke, der Grad der Arbeitsunfähigkeit oder der Sport-Aktivitäten. Ein Symptom-Check hilft bei der Bewertung von Funktionseinschränkungen. Auch ein individueller Medikamentenplaner und eine Erinnerungsfunktion an die Medikamenteneinnahme und an Arztbesuche sind integriert. Die App erlaubt darüber hinaus detaillierte statistische Auswertungen der erfassten Daten. All diese Funktionen helfen Erkrankten, gemeinsam mit ihrem Arzt frühzeitig eine noch effektivere Therapie auszuarbeiten. „Die Patienten können die Statusdaten selber überwachen, mit Verlaufskontrolle in der App speichern und schließlich die Ergebnisse per E-Mail an ihren Arzt senden, sofern dieser zustimmt“, erklärt der Diplombiologe Dieter Fricke, Medical Manager bei UCB im Bereich Immunologie.

Weitere Endgeräte-Versionen sollen folgen

„Wir sind die ersten, die eine solche App anbieten“, freut sich Fricke und ergänzt: „Gerade das iPad mit seinem großen Touchscreen ist für Rheumapatienten besser bedienbar als andere Geräte.“ Momentan gibt es das Programm nur für Benutzer mit Apple-Endgeräten. Programmversionen für andere Smartphone-Betriebssysteme wie Android sollen folgen. Die App „RheumaTrack“ von UCB ist kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad. Über die Patientenwebseite www.rheuma-gut-behandeln.de geht es direkt zum kostenlosen Download.
(djd/pt).

Wie man die Schnupfenzeit gut übersteht

(djd/pt). Die Übergangszeit fordert wieder ihren Tribut: Das allmählich kühlere Wetter macht den Organismus anfälliger für Erkältungsviren. Ein Schnupfen kann nicht nur gute Laune, sondern auch wertvolle Zeit im Job und in der Schule kosten. Unbehandelt kann er insbesondere bei älteren Menschen oder Kindern auch zu einem langwierigen Atemwegsinfekt führen. Eine rechtzeitige Behandlung der Erkältungsbeschwerden mit pflanzlichen Heilmitteln ist daher besonders wichtig. Damit diese auch wirken, sollte man sich auf qualitativ hochwertige Präparate aus der Apotheke verlassen: „Hier gibt es Erkältungspräparate, die alle Anforderungen hinsichtlich Qualität, Wirkstoffgehalt und Reinheit erfüllen“, erklärt die Apothekerin Dr. Ute Koch aus Berlin.

Den Hustenreiz natürlich lindern

Die Expertin für Arzneimittel rät bei Erkältungssymptomen zu Thymian, Eukalyptus und Isländisch Moos – beispielsweise aus dem Naturheilkunde-Sortiment von Krewel-Meuselbach, einem der ältesten deutschen Pharmaunternehmen: „Aspecton DS Hustentropfen und Hustensaft eignen sich bei hartnäckigem, krampfartigem Husten, der auch schmerzhaft sein kann. Beide Mittel enthalten keinen Alkohol, keinen Zucker, keine Konservierungsmittel und eignen sich damit für die ganze Familie“, erklärt die Apothekerin. Der enthaltene Thymian wirkt schleimlösend und entspannt bei Verkrampfungen die Bronchien. Das belegt unter anderem eine Analyse von Professor Eugen J. Verspohl von der Universität Münster, der vor einigen Jahren den in Aspecton enthaltenen Thymiankraut-Dickextrakt wissenschaftlich untersucht hat. Dass Saft und Tropfen wirken, belegt auch eine bei deutschen Kinderärzten durchgeführte Anwendungsbeobachtung.

Eukalyptus-Kapseln verflüssigen den Schleim

„Wenn sich der Schleim besonders in den oberen Luftwegen ansammelt und einen kaum noch durch die Nase atmen lässt, kann man zusätzlich die magenschonenden Eukaps 100 mg von Aspecton einnehmen“, empfiehlt Dr. Koch allen Schnupfengeplagten. Bei einem kratzenden Hals und Rachen hilft Isländisch Moos in Form von Halstabletten zum Lutschen und Befeuchten der Atemwege.

Hautkrebs-Screening fest etabliert

Das Hautkrebs-Screening ist nach zwei Jahren bundesweit fest etabliert: 11 Millionen der insgesamt 45 Millionen Anspruchsberechtigten haben die Untersuchung bereits genutzt. 38.000 Haut- und Hausärzte ließen sich für dieses Verfahren weiterbilden und qualifizieren. „Kein anderes Screening-Programm in Deutschland hatte bislang einen so erfolgreichen Start“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Wie wichtig diese Früherkennungsuntersuchung ist, zeigen die drastisch gestiegenen Neuerkrankungszahlen: Nach aktuellen Hochrechnungen von Professor Dr. Alexander Katalinic, Krebsregister Schleswig-Holstein, erkranken jährlich etwa 195.000 Menschen neu an Hautkrebs, 24.000 davon an dem besonders gefährlichen malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs). Früh erkannt, ist Hautkrebs heilbar. Die Deutsche Krebshilfe, die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) und der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) starten nun eine Aufklärungskampagne in Betrieben, um die Prävention und Früherkennung von Hautkrebs noch bekannter zu machen.

Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung haben Prävention und Früherkennung von Hautkrebs einen hohen Stellenwert: „Betriebsärzte erreichen Menschen aus fast allen Bevölkerungsschichten im Alter von 18 bis 65 Jahren. Somit sprechen wir auch diejenigen an, die ansonsten eher selten zum Arzt gehen. Insbesondere Männer sind häufig wenig sensibel in Bezug auf Gesundheitsrisiken“, so Dr. Uwe Gerecke, Präsidiumsmitglied im VDBW. Pünktlich zum Start der Sonnensaison führen daher bundesweit zahlreiche Betriebe Gesundheitsaktionen zum Thema Hautkrebs durch.

„Das Hautkrebs-Screening ist mehr als eine Suche nach Tumoren. Es ist zugleich eine Aufklärungskampagne, die der Vermeidung von Hautkrebs dient“, erläutert Professor Dr. Eckhard Breitbart, zweiter Vorsitzender der ADP. Denn der untersuchende Arzt informiert den Patienten auch über den richtigen Umgang mit natürlicher und künstlicher UV-Strahlung, ermittelt mögliche individuelle Risikofaktoren und klärt über das Angebot weiterer gesetzlicher Krebs-Früherkennungsuntersuchungen auf.

Einen ersten Eindruck über die Zufriedenheit der Screening-Teilnehmer geben die Ergebnisse einer Online-Umfrage der Deutschen Krebshilfe und der ADP. Von 533 Screening-Teilnehmern, die an der Online-Befragung teilgenommen haben, bewertet die Mehrheit diese Untersuchung als positiv: 80 Prozent haben die Absicht, erneut am Hautkrebs-Screening teilzunehmen, etwa 50 Prozent haben die Untersuchung bereits in ihrem Umfeld weiterempfohlen und weitere 35 Prozent planen, dies noch zu tun. „Einen gewissen Verbesserungsbedarf scheint es noch bei der Durchführung der standardisierten Ganzkörperuntersuchung sowie der Beratung zu geben“, betont Breitbart. „Die Auswertung der Ergebnisse der Online-Befragung wird in die Weiterentwicklung des Screening-Angebotes und in die Ärztefortbildungen einfließen“. Jeder gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren hat alle zwei Jahre Anspruch auf das Hautkrebs-Screening.

Informationen zum Hautkrebs-Screening erhalten sowohl Interessierte als auch Ärzte auf der Internetseite www.hautkrebs-screening.de. Rund um die Themen Prävention und Früherkennung von Hautkrebs bieten die Deutsche Krebshilfe und die ADP darüber hinaus kostenloses Informationsmaterial an. Ratgeber, Präventionsfaltblätter und Plakate können bestellt werden bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, oder im Internet unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

Hintergrundinformation: Hautkrebs-Screening
Die gesetzliche Untersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs geht schnell und ist schmerzlos. Sie kann vom Arzt ohne weitere Hilfsmittel mit bloßem Auge durchgeführt werden.
Untersuchungsablauf:
1. Fragen nach eigenen und familiären Vorerkrankungen (Anamnese).
2. Standardisierte visuelle Untersuchung der gesamten Körperoberfläche von der behaarten Kopfhaut bis zu den Fußsohlen, inklusive aller Hautfalten, der Mundschleimhäute und des äußeren Genitals.
3. Befundmitteilung sowie präventive Beratung zum richtigen Umgang mit natürlicher und künstlicher UV-Strahlung, Feststellung möglicher individueller Risikofaktoren, Information über das Angebot weiterer gesetzlicher Krebs-Früherkennungsuntersuchungen.
4. Bei Verdachtsdiagnose eines Hausarztes Überweisung zum Dermatologen zur weiteren Abklärung. Die Verdachtsabklärung erfolgt durch eine feingewebliche Untersuchung im Labor.

Forscher untersuchen Motivation und Risikobewusstsein von Nutzern

Bonn (gb) – Millionen Deutsche besuchen regelmäßig ein Sonnenstudio. Aber jeder Solarienbesuch erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Eine bundesweite Studie soll nun Näheres über die typischen Nutzer, deren Motive und Risikobewusstsein herausfinden. Die Erkenntnisse sollen als Basis für künftige Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen dienen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit 232.000 Euro.

Im Rahmen der so genannten SUN-Study wird das Mannheimer Institut für Public Health (MIPH) der Universität Heidelberg zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP) rund 4.500 Deutsche von August bis Dezember 2011 telefonisch nach ihren Solarium-Nutzungsgewohnheiten befragen. Die Auswahl der Teilnehmer zwischen 14 und 45 Jahren erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Die Befragten bleiben anonym. An der Studie unter der Leitung von Professor Dr. Sven Schneider sind Präventivmediziner, Epidemiologen und Hautärzte beteiligt.

Mit Hilfe der Studie sollen mögliche Informations- und Beratungsdefizite erfasst werden. Auf Basis der gewonnenen Daten wollen die Wissenschaftler Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen weiterentwickeln.

Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland: Jede dritte diagnostizierte Krebserkrankung ist heute ein Tumor der Haut. Rund 195.000 Menschen erkranken jährlich bundesweit daran, 24.000 davon an dem besonders gefährlichen malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs), an dem pro Jahr etwa 3.000 Betroffene sterben. Wer regelmäßig Solarien nutzt, steigert sein Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Weitere Informationen zu dieser Studie und zur Befragung erhalten Interessierte per
E-Mail unter miphstatistik@medma.uni-heidelberg.de oder info@unserehaut.de.