Archiv für den Monat: Oktober 2011

Sportmediziner Dr. Müller-Wohlfahrt entwickelt Programm gegen Kreuzschmerzen

(bbs). Die Kassiererin im Supermarkt kennt es, der IT-Fachmann ebenso wie die Sekretärin, der Lkw-Fahrer oder der Beamte – das Kreuzweh sucht seine Opfer bevorzugt bei Menschen, die ihren Beruf überwiegend im Sitzen ausgeübt haben und ab einem gewissen Alter den Verschleiß spüren. Rückenschmerzen sind längst Volkskrankheit Nr.1 – aber kein unentrinnbares Schicksal. „Ein gezieltes Übungs- und Kräftigungsprogramm für die Rückenmuskulatur kann Abhilfe schaffen“, sagt Orthopäde Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Deshalb hat der Arzt des FC Bayern und der Fußball-Nationalelf mit Medizinern der Johannesbad Fachklinik in Bad Füssing ein spezielles Trainingsprogramm entwickelt. Das „Back on Top“-Coaching fußt auf den Erfahrungen des Sportmediziners mit Sportlern wie Bastian Schweinsteiger oder Franck Ribéry.

Schwachpunkte der Wirbelsäule erkennen

Bei einem Medizin-Check werden die Schwachpunkte der Wirbelsäule ausgemacht, danach eine individuelle Rückentherapie verordnet. Mithilfe des Personaltrainers erlernt der Patient in drei Tagen, seinen Rücken hocheffektiv zu trainieren. Dr. Müller-Wohlfahrt: „Die Patienten werden angeleitet, Selbstverantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen und den Sinn regelmäßigen Übens zu verinnerlichen. Danach werden sie weit weniger von Rückenschmerzen geplagt sein.“ Dr. Müller-Wohlfahrts Erkenntnis aus der Praxis ist, dass rumpfstabilisierende Übungen das A und O in der Wirbelsäulentherapie sind. „Das Back on Top-Coaching führt dazu, dass Bandscheiben, Wirbelgelenke, Bänder entlastet und besser geschützt werden. Die gut trainierte Rumpfmuskulatur dient gleichsam als Korsett.“

„Dreidimensionales“ Training

Der Sportmediziner nennt seine Rückentherapie 3D-Training: „Das heißt nichts anderes, als dass wir die Muskulatur dreidimensional im freien Raum trainieren, so wie wir sie bei Bewegungen im Alltag beanspruchen.“ Fürs 3D-Training benötigt man nicht unbedingt Trainingsgeräte. Physiobänder, Physioball, Matte reichen aus. Unter Telefon 08531-23-2066 und unter www.johannesbad.de gibt es alle weiteren Infos zu dieser Therapie.

Innovative Therapie bei Tinnitus

Ein innovativer Therapieansatz für Menschen mit chronisch-tonalem Tinnitus wurde am Forschungszentrum Jülich in Kooperation mit dem Medizintechnologie-Unternehmen ANM entwickelt. Basis der Akustischen CR-Neuromodulation ist die Erkenntnis, dass bei Tinnitus eine synchrone Überaktivität von Nervenzellen besteht, zum Beispiel im Hörzentrum der Großhirnrinde. Diese Nervenzellen senden im Normalfall nur elektrische Signale, wenn ein akustischer Reiz dort ankommt. Bei einer Störung der Reizweiterleitung – etwa durch eine Höreinschränkung – „feuern“ sie hingegen dauerhaft und vor allem gleichzeitig. Damit gaukeln sie dem Gehirn einen Ton vor, der fälschlicherweise gelernt und immer wieder abgespielt wird – wie in einer Dauerschleife.

Den Tinnitus wieder verlernen

Die Jülicher Neurowissenschaftler haben deshalb einen hochkomplexen mathematischen Algorithmus entwickelt: Mit der CR-Technologie wird der Tinnitus durch spezielle akustische Therapiesignale behandelt, die vom HNO-Facharzt ganz individuell auf die Tonhöhe und Lautheit des Tinnitus abgestimmt werden. Sie sollen die krankhaften Nervenzellverbände gezielt aus dem Takt bringen. „Durch intensives Forschen ist es uns gelungen, mit der Akustischen CR-Neuromodulation einen wirkungsvollen Therapieansatz zu finden, der dort ansetzt, wo der tonale Tinnitus entsteht – in den krankhaft synchronen und überaktiven Tinnitus-Regionen des Gehirns. Die Therapie hat langfristig das Ziel, dass die überaktiven Nervenzellen das krankhaft gleichzeitige Feuern und somit das vermeintliche Tonsignal verlernen“, so Professor Dr. Dr. Peter Tass, Direktor des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin im Forschungszentrum Jülich.

Therapie einfach im Alltag anwenden

Für Patienten ist die Anwendung einfach: Täglich vier bis sechs Stunden hören sie mit einem kleinen Neurostimulator und speziellen medizinischen Kopfhörern ihre Therapiesignale. Die liegen gerade über der Hörschwelle und werden kaum wahrgenommen. Auch telefonieren ist mit den Kopfhörern möglich.

Neue Wege in Diagnostik und Therapie für kranke Kinderherzen

Zwei Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der angeborenen Herzfehler mit der Gerd Killian-Projektförderung ausgezeichnet

(Frankfurt a. M., 25. Oktober 2011) In Deutschland kommen jährlich rund 7 000 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. In den zurückliegenden Jahrzehnten wurden große Fortschritte in der Diagnostik und der Kinderherzchirurgie erzielt, sodass heute mehr als 90 Prozent dieser Patienten das Erwachsenenalter erreichen. Mit dem Gerd Killian-Fonds fördert die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der angeborenen Herzfehler. Zwei Projekte auf diesem Gebiet wurden auf der Jahrestagung der DGPK Anfang Oktober in Weimar mit der Gerd Killian-Projektförderung ausgezeichnet, die mit insgesamt 60 000 Euro dotiert ist.

Katheteruntersuchung ohne Röntgenstrahlen
Zur Planung der operativen oder interventionellen Korrektur eines Herzfehlers werden präzise Daten über die Druck- und Flussverhältnisse im Inneren des kranken Herzens und der Blutgefäße benötigt. Während sich der Blutfluss heute schon sehr genau mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) messen lässt, erfordert die Bestimmung von Druckwerten das Vorschieben eines feinen Katheters in das Herzinnere oder in Blutgefäße; meistens erfolgt dies von den Blutgefäßen in der Leiste aus. Während sie den Katheter vorschieben, müssen die Ärzte die kleinen Patienten mit Röntgenstrahlen durchleuchten. An der Klinik für Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler am Deutschen Herzzentrum in München entwickelt PD Dr. med. Sohrab Fratz nun ein Verfahren, wie man das Vorschieben des Katheters mithilfe der Magnetresonanztomografie kontrollieren kann und daher ohne Röntgenstrahlen auskommt.

Optimierte Medikamentendosis für schwache Herzen
In der Behandlung der Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) spielen Betablocker heute eine wichtige Rolle. Die beste Wirkung erzielen sie bei diesen Patienten, wenn sie vornehmlich einen von zwei unterschiedlich ausgerichteten Muskelfasertypen im Herzen hemmen. Dieser Fasertyp spricht schon auf sehr niedrige Dosen von Betablockern an. Im Einzelfall ist es schwierig, die richtige Dosis zu finden; die Schätzung anhand von Körpergröße oder Körperoberfläche ist ungenau. Eine Methode, wie man Betablocker in der Behandlung der Herzinsuffizienz individuell optimal dosieren kann, erforscht Dr. med. Boris Schmitt vom Deutschen Herzzentrum Berlin. Er nutzt dafür ebenfalls die Magnetresonanztomografie, die ohne Röntgenstrahlen auskommt. Mithilfe einer speziellen räumlichen Darstellung („3-D-Tagging“) lässt sich erkennen, wie die verschiedenen Herzmuskelfasern auf eine bestimmte Medikamentendosis ansprechen. Damit ist es möglich, bei jedem einzelnen Patienten die optimale Dosis zu ermitteln.

„Die beiden geförderten Projekte haben große praktische Bedeutung für die medizinische Versorgung von Kindern mit angeborenem Herzfehler, aber auch darüber hinaus“, erklärt Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Herzstiftung. „Die Arbeiten können uns dem Ziel einer Diagnostik ohne Einsatz von Röntgenstrahlen bei Kindern näher bringen und versprechen neue Einblicke in die Wirkweise von Medikamenten gegen Herzmuskelschwäche“, sagt Prof. Dr. med. Felix Berger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie.

Rauchfrei leben – und gewinnen. Wettbewerb zum Nichtrauchen in Schulklassen startet zum 15. Mal

Zum 15. Mal sind Schulklassen der sechsten bis achten Klassen eingeladen, beim Wettbewerb „Be Smart – Don’t Start“ mitzumachen. Die Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler: Vom 14. November 2011 bis zum 27. April 2012 müssen sie rauchfrei bleiben. Schulklassen, die das schaffen, können attraktive Preise gewinnen – darunter eine Klassenfahrt im Wert von 6.000 Euro. Anmeldungen sind bis zum 12. November 2011 möglich unter http://www.besmart.info/ und beim IFT-Nord unter der Telefonnummer 04 31/ 5 70 29 70 und per E-Mail an besmart@ift-nord.de. „Eine gesunde Lebensweise ist die beste Möglichkeit, einer Krebserkrankung aktiv vorzubeugen“, so Dr. Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe. „Mit Projekten wie ‚Be Smart – Don’t Start‘ motivieren wir Kinder und Jugendliche, auf ihre Gesundheit zu achten. Dazu gehören neben dem Nichtrauchen auch gesunde Ernährung, Sport und ein vorsichtiger Umgang mit der Sonne.“

Seit 1997 gibt es den Wettbewerb für Schulklassen in Deutschland. Er hat das Ziel und trägt dazu bei, das Thema Nichtrauchen in einer für die Jugendlichen attraktiven Form in die Schulen zu bringen und den Einstieg in das Rauchen zu verhindern. Mit jährlich über 10.000 teilnehmenden Klassen wurde „Be Smart – Don’t Start“ in den vergangenen 15 Jahren zu einem bedeutenden Programm zur schulischen Tabakprävention in Deutschland.

„Besonders freut uns, dass mehrere Studien zum Wettbewerb wissenschaftlich belegen, dass ’Be Smart – Don’t Start’ wirksam ist und der Einstieg ins Rauchen durch eine Teilnahme verzögert wird. Eine wiederholte Teilnahme stabilisiert zudem den Wunsch der Schülerinnen und Schüler, ihr Leben rauchfrei zu gestalten, deshalb unterstützt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit Sonderpreisen eine wiederholte Teilnahme“, sagt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. Die Akzeptanz auf Seiten der Lehrkräfte und Schüler ist hoch, und viele Schulklassen beteiligen sich tatsächlich mehrfach am Wettbewerb.

„Be Smart – Don’t Start“ wird seit 15 Jahren bundesweit vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel angeboten und von der Deutschen Krebshilfe e.V., der BZgA, der Deutschen Herzstiftung e.V., der
Deutschen Lungenstiftung, dem AOK-Bundesverband sowie von weiteren öffentlichen und privaten Institutionen gefördert. Ansprechpartner in den einzelnen Bundesländern betreuen den Wettbewerb vor Ort und stehen den beteiligten Klassen zur Seite.
Im Schuljahr 2010/2011 machten rund 10.600 Schulklassen bei „Be Smart – Don’t Start“ mit. Zwei Dritteln der Schulklassen mit insgesamt 180.000 Schülerinnen und Schülern gelang es, über ein halbes Jahr lang rauchfrei zu bleiben.

Gesundheits-Pass der Deutschen Herzstiftung erleichtert Kontrolle von Herz-Kreislauf-Risiken

Gesundheits-Pass der Deutschen Herzstiftung erleichtert Kontrolle von Herz-Kreislauf-Risiken

Nicht nur für Herzpatienten, sondern auch für gesunde Menschen ist es wichtig, über die persönlichen Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bestens im Bilde zu sein, um einer Herzerkrankung durch einen gesunden Lebensstil vorzubeugen oder den Verlauf einer Erkrankung günstig zu beeinflussen. Zu diesem Zweck bietet die Deutsche Herzstiftung kostenlos einen handlichen faltbaren Gesundheits-Pass an, der jetzt neu gestaltet und den aktuellen Leitlinien der Europäischen Fachgesellschaft für Kardiologie (ESC) angepasst wurde.

Risikofaktoren kontrollieren, Infarkt vermeiden
„Der Gesundheits-Pass ist ein nützlicher Helfer für Herz-Kreislauf-Patienten wie für gesunde Menschen, die ihre Risikofaktoren gemeinsam mit ihrem Arzt kontrollieren wollen“, sagt der Kardiologe und Präventionsmediziner Prof. Dr. med. Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Der Gesundheits-Pass deckt wichtigste Risikofaktoren für eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems ab: neben Bluthochdruck, dem häufigsten Risikofaktor in Deutschland für Herz- und Gefäßerkrankungen, das Rauchen, einen erhöhten LDL-Cholesterinwert, Diabetes und Übergewicht und Bewegungsmangel. So lassen sich regelmäßig neue Ergebnisse eintragen, z. B. zu Cholesterin (Gesamt-, LDL- und HDL-), Blutdruck, Triglyceride und Nüchtern-Blutzucker. Ebenso sind Eintragungen zu Gewicht, körperlicher Aktivität und Rauchen vorgesehen. So sieht man, wie sich die persönlichen Risikofaktoren verändern. Angaben zur Medikamenteneinnahme können ebenfalls gemacht werden.

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen können in der Regel mit einem gesunden Lebensstil – Rauchverzicht, körperliche Betätigung und herzgesunde Ernährung – verhindert werden. Der Pass unterstützt dieses Bemühen“, bemerkt Prof. Gohlke. So spielt für die Ursachen eines Infarkts häufig ein über Jahre hinweg gepflegter ungesunder Lebensstil eine wichtige Rolle. Nach Schätzungen sind Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Rauchen zusammengenommen weltweit für rund 80 Prozent der Todesfälle in den Industriestaaten verantwortlich, die in Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall auftreten.

Der „Gesundheits-Pass“ kann kostenlos angefordert werden bei: Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt am Main, oder www.herzstiftung.de/Gesundheits-Pass

47 Millionen Operationen und medizinische Prozeduren bei stationären Patienten im Jahr 2010

Rund 47 Millionen Operationen und medizinische Prozeduren wurden bei den im Jahr 2010 aus vollstationärer Krankenhausbehandlung entlassenen Patientinnen und Patienten durchgeführt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 5,2 % mehr als im Jahr 2009. Auf einen Krankenhausfall entfielen damit im Durchschnitt 2,7 Maßnahmen dieser Art.

Knapp ein Drittel der 2010 durchgeführten Maßnahmen waren Operationen (14,9 Millionen). Danach folgten nichtoperative therapeutische Maßnahmen mit einem Anteil von 26,8 % (12,7 Millionen) und diagnostische Maßnahmen mit 19,9 % (9,4 Millionen). Der Rest verteilte sich auf die bildgebende Diagnostik (8,4 Millionen), ergänzende Maßnahmen wie zum Beispiel geburtsbegleitende Behandlungen (1,6 Millionen) sowie die Verabreichung von speziellen Medikamenten (0,3 Millionen).

Von den knapp 15 Millionen Operationen entfiel der größte Anteil auf die über 65-jährigen Patientinnen und Patienten (42,2 %). Zu den häufigsten Operationen in dieser Altersgruppe zählten andere Operationen am Darm (zum Beispiel Lösen von Verwachsungen, Aufdehnung von Darmabschnitten), die Implantation einer Endoprothese am Hüftgelenk sowie endoskopische Operationen an den Gallengängen.

Arthroskopische Operationen am Gelenkknorpel und an den Menisken spielten vor allem bei den 45- bis 64-Jährigen eine große Rolle. Auf den weiteren Rängen folgte in dieser Altersgruppe bei den Frauen die Gebärmutterentfernung und bei den Männern der Verschluss eines Leistenbruchs.

Bei Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren standen Operationen im Vordergrund, die im Zusammenhang mit Entbindungen stehen. Bei Männern dieser Altersgruppe erfolgten in erster Linie operative Eingriffe an der unteren Nasenmuschel sowie arthroskopische Operationen am Gelenkknorpel und an den Menisken.

Bei Kindern bis 14 Jahren gehörten das Einschneiden des Trommelfells zur Eröffnung der Paukenhöhle sowie die Entfernung der Rachenmandeln zu den häufigsten Operationen.

Plötzlicher Herztod: TÜV Rheinland zertifiziert Notfall-System AED im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum

Die Fachleute von TÜV Rheinland haben ein Notfall-System im Kampf gegen den plötzlichen Herztod entwickelt und unabhängig über¬prüft: Das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum ist das erste von TÜV Rheinland zertifizierte Museum in Deutschland, das über ein umfassendes Notfallmanage¬ment zur Frühdefibrillation bei Besucherinnen oder Besuchern verfügt, die eine Herzattacke erleiden. Das Museum für Kulturen der Welt in der Kölner Innenstadt besitzt dazu zwei automatische externe Defibrillatoren, kurz AED, die jederzeit von den geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingesetzt werden können. Dabei sind die Defibrillatoren so konzipiert, dass sie auch für Laien verlässlich und sicher zu bedienen sind.

„Mit dem geprüften Notfall-System verkürzt sich die Zeit bis zum Eintreffen professioneller Hilfe, um lebensrettende Maßnahmen bei Herzattacken ergreifen zu können. Denn in solchen Fällen ist schnelle Reaktion in den ersten fünf Minuten entscheidend über Leben, bleibende Schäden oder gar den Tod“, so der Mediziner Dr. Wolfram Weinrebe, Unternehmensbereichsleiter Leben und Gesundheit von TÜV Rheinland in Deutschland. Im Schnitt benötigen professionelle Rettungskräfte rund 10 Minuten bis zum Eintreffen und der Hilfeleistung. Bei Herzanfällen sind aber die ersten fünf Minuten entscheidend. Insbesondere für öffentliche Orte mit hohem Publikumsverkehr sei das neue Notfallsystem deshalb sinnvoll, so Dr. Weinrebe weiter.

Täglich besuchen bis zu 2.000 Menschen den faszinierenden Themenparcours im Rautenstrauch-Joest-Museum. „Der plötzliche Herztod als Todesursache Nummer 1 kann jeden von uns jederzeit treffen – auch bei einem Museumsbesuch. Und genau darauf wollen wir vorbereitet sein. Mit einem Defi kann jeder Leben retten. Und weil das so ist, haben wir im Rautenstrauch-Joest-Museum zwei Defis installiert“, so Elfi Scho-Antwerpes, Bürgermeisterin der Stadt Köln. Auch für weitere Museen der Stadt Köln werde deshalb die Einführung des speziellen Notfallmanagements derzeit geprüft.

Dr. Jutta Engelhard, stellvertretende Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museums: „Wir tragen Verantwortung für die in unserem Museum bewahrten Zeugnisse von Kunst und Kultur aus aller Welt – aber auch für unsere Besucherinnen und Besucher sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für medizinische Notfälle sind wir gerüstet: Das Notfallsystem gibt uns allen mehr Sicherheit.“

Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesursache in Deutschland außerhalb von Kliniken. Jährlich sterben in Deutschland mehr als 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Es sterben mehr Menschen am plötzlichen Herztod als an Krebs. Mindestens ein Viertel der Opfer könnte durch den schnellen Einsatz eines Defibrillators gerettet werden. Kern der Prüfung durch TÜV Rheinland ist deshalb die Verfügbarkeit der AED in maximal drei Minuten und die korrekte Reaktion der Ersthelfer. Die Fachleute von TÜV Rheinland kontrollieren ferner die Ausbildung der Ersthelfer, die Notfallpläne sowie die optimale und sichtbare Anbringung der Defibrillatoren. Bestandteil der Auditierung sind zudem Notfallszenarien, bei denen anhand einer Dummy-Puppe ein Herzstillstand simuliert und die schnelle Reaktion in maximal fünf Minuten überprüft werden.

Weitere Informationen unter www.tuv.com/de (TUVdotCOM Service Nummer 33482) im Internet.

Bewegung kann den Blutzucker entscheidend senken

(djd/pt). Mit seinem Gewicht hatte Günter Almstedt schon immer Probleme. Als er vor sechs Jahren mit der Diagnose Diabetes Typ 2 konfrontiert wurde, sagte er sich: Jetzt reicht’s. Der Elektrotechniker aus Frechen bei Köln war nicht gewillt, seine chronische Erkrankung als schicksalsgegeben hinzunehmen. Als Student war der heute 50-Jährige als Gelegenheitssportler noch recht aktiv. Aber später im Beruf war es für ihn nicht immer leicht, ein regelmäßiges Bewegungspensum durchzuhalten. Dabei ist es besonders für Typ-2-Diabetiker wichtig, sich von liebgewonnenen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zu verabschieden.

Bessere Werte dank Bewegung

Ohne fremde Hilfe ist die Umsetzung dieses Vorhabens schwierig, aber wichtig. Dr. Ulrich Ney, Leiter der Inneren Medizin beim Biopharma-Unternehmen UCB: „Zum ersten Mal ist im Rahmen einer groß angelegten Studie bewiesen worden, wie wichtig regelmäßige Bewegung für den Krankheitsverlauf ist. Menschen mit Diabetes vom Typ 2, die mindestens drei Mal in der Woche eine Sporteinheit absolvieren, tragen erheblich dazu bei, dass der Langzeitwert ihres Blutzuckers sinkt.“ Für Günter Almstedt begann ein neuer Abschnitt, als er sich dazu entschloss, sein Leben nach der Entlassung aus dem Krankenhaus selbst in die Hand zu nehmen. Zunächst meldete er sich bei „Diabetes Mobil“ an, einem Programm, das Diabetiker dabei unterstützt, ihren Lebensstil zu verändern. Sein großer Traum aber war es, einmal bei einem Marathonlauf an den Start zu gehen.

Der Traum vom Marathonlauf

Ein Traum, der jetzt Wirklichkeit geworden ist. Von seinem Arzt Dr. Helmut Wirges, der eine diabetologische Schwerpunktpraxis in der Nähe von Köln betreibt, erfuhr Günter Almstedt vom „Diabetes Programm Köln“. Die Initiative, die von der Sporthochschule Köln, UCB und weiteren Partnern unterstützt wird, will Diabetiker vom Typ 1 und Typ 2 unter medizinischer und sportwissenschaftlicher Aufsicht zum regelmäßigen Sport motivieren. „Durch dieses Programm habe ich laufen gelernt“, freut sich Almstedt, der inzwischen 21 Kilogramm leichter und topfit ist.

Regelmäßiger Senfkonsum kann vor Krebs schützen

Ein klassischer Klecks Senf zur Bock- oder Weißwurst, raffinierte Senfdressings zum Salat, ein Festtagsbraten mit würziger Senfkruste, Dill-Senf zu Fisch oder eine cremig-scharfe Senfsuppe: Ob als extra scharfe, mittelscharfe, milde oder süße Variante, die gelbe Würzpaste ist ein vielseitiger Begleiter in der Küche. Doch Senf ist nicht nur lecker, sondern auch gesund – das wussten schon die alten Griechen und Römer. Bereits in der Antike war bekannt, dass die ätherischen Senföle den Verdauungsprozess ordentlich in Fahrt bringen und durch ihre antibakterielle Wirkung Keime und Krankheitserreger im Körper bekämpfen können.

Studie an Freiburger Universitätsklinik

Eine noch weitreichendere Entdeckung über die positiven Eigenschaften von Senf haben vor kurzem Wissenschaftler der Universitätsklinik Freiburg gemacht: Sie fanden heraus, dass regelmäßiger Konsum insbesondere von scharfem Senf das Krebsrisiko mindern kann. Die Probanden der Freiburger Studie aßen täglich 20 Gramm scharfen Senf. Dann wurde ihnen Blut abgenommen und das Blut mit krebsauslösenden Stoffen, sogenannten Karzinogenen, versetzt. „Wir haben gesehen, dass weiße Blutkörperchen von Probanden, die vorher scharfen Senf konsumiert hatten, viel besser mit solchen gefährlichen Substanzen umgehen können“, kommentiert Studienleiter Professor Dr. med. Volker Mersch-Sundermann.

Je schärfer, desto besser

Verantwortlich für die krebshemmende Wirkung sind auch hier wieder die Senföle, die wissenschaftlich korrekt zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe gehören und für die Schärfe in der Würzpaste verantwortlich sind. Je schärfer also der Senf, desto höher der Anteil der Senföle und desto besser die krebsvorbeugende Wirkung. „In der Vorstudie an menschlichen Zellkulturen wirkte jedenfalls scharfer Senf wie etwa ,Löwensenf Extra‘ deutlich stärker als süßer Senf“, so Professor Dr. med. Mersch-Sundermann. Ein Glas etwa der Düsseldorfer Spezialität sollte also in keinem Haushalt fehlen. Damit sich die Senföle nicht verflüchtigen und somit die Schärfe lange erhalten bleibt, sollte das geöffnete Glas im Kühlschrank aufbewahrt werden. (djd/pt)