Archiv für den Monat: Dezember 2011

Gesünder leben mit App und Web

Ein virtueller Trainer, der die Familie als Ganzes in den Fokus nimmt und sie mit einem ernährungstechnischen oder suchtabhängigen Problem nicht alleine lässt: Das ist nur eines von insgesamt 41 Projekten, die sich für den digitalen und höchst dotierten Gesundheitspreis, den AOK-Leonardo, beworben haben. Seit August wurden Projekte auf Basis der modernen Informations- und Kommunikationstechnologie gesucht, die die Gesundheit in familiären Lebenswelten fördern. Die Auszeichnung wird erstmals im Februar 2012 verliehen und ist bundesweit die einzige ihrer Art.

Der AOK-Leonardo wird in zwei Kategorien vergeben. Für den mit bis zu 200.000 Euro dotierten Förderpreis übernahm das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Schirmherrschaft. „Gesundheitsvorsorge wird in einer Gesellschaft des längeren Lebens immer wichtiger. Der Wettbewerb geht neue Wege, indem er gesellschaftliche Trends wie die Nutzung von Smartphones berücksichtigt. Das entspricht ganz dem Ziel unserer Hightech-Strategie: Wir möchten intelligente Technologien dort einsetzen, wo sie dem Menschen dienen. So schaffen wir zugleich Leitmärkte auf gesellschaftlich relevanten Feldern“, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan.

In der zweiten Kategorie des Digitalen Gesundheitspreises würdigt der AOK-Bundesverband die beste bereits praxiserprobte Lösung mit einem Preisgeld von 25.000 Euro. Für diese Auszeichnung hat das Bundesgesundheitsministerium die Schirmherrschaft übernommen. „Als Schirmherr des Leonardo-Preises freue ich mich über die vielen Bewerbungen. Prävention und ein gesunder Lebensstil helfen, Krankheiten vorzubeugen oder deren Verlauf abzumildern. Das führt zu mehr Lebensqualität. Mit intelligent eingesetzten neuen Medien und Techniken können Informationen vermittelt und die Menschen für Prävention motiviert und begeistert werden“, erklärte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr.

„Noch vor einigen Jahren ermahnte man Kinder, weil sie zu lange vor dem PC saßen, statt sich zu bewegen. Auch heute beschäftigen sich die Menschen noch zu viel mit ihren Computern. Aber mittlerweile kann man die modernen Medien ideal für die eigene Gesundheit nutzen“, betonte AOK-Bundesverbandsvorstand und Initiator Jürgen Graalmann. Das zeigen auch die Bewerbungen zum AOK-Leonardo. „Die Einsendungen sind sehr vielseitig und zeugen von hoher Qualität. Faszinierend, was der Markt schon zu bieten hat und welche Ideen noch in den Köpfen stecken.“

Aktuell bewertet eine Jury die insgesamt 41 Bewerbungen. Die Preisträger des AOK-Leonardo werden Ende Februar in Berlin ausgezeichnet. Zudem erhalten sie die Möglichkeit, sich auf der CeBIT 2012 zu präsentieren.

Deutsche Krebshilfe gibt Tipps für gute Vorsätze zum Jahreswechsel

„2012 bewege ich mich mehr!“ Einen besseren Vorsatz für das neue Jahr gibt es kaum, denn körperliche Aktivität stärkt das Immunsystem und kann Krebs vorbeugen. „Gönnen Sie sich und Ihrer Gesundheit ein bewegungsreiches neues Jahr“, empfiehlt Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe. „Wir unterstützen Sie gern. Bei uns erhalten Sie kostenlose Informationsmaterialien und praxistaugliche Tipps für den Alltag“.

Wer sich regelmäßig bewegt, tut sich selbst einen großen Gefallen: Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit steigen und das Krankheitsrisiko sinkt. Menschen, die täglich eine halbe Stunde körperlich aktiv sind, bekommen nachweislich seltener Darm-, Brust-, Prostata- und Gebärmutterkrebs. Ausdauersportarten wie Joggen, Walken, Radfahren, Tanzen oder Schwimmen sind besonders empfehlenswert. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass gute Vorsätze im Alltag besser gelingen, wenn sie Spaß machen und gemeinsam mit Anderen umgesetzt werden“, betont Pleitgen. „Familienangehörige, Freunde und Vereinskameraden sind eine wichtige Stütze, um regelmäßig körperlich aktiv zu bleiben.“

Zusätzlich lässt sich ein „Mehr an Bewegung“ ganz einfach in den Alltag inte-grieren: Häufiger zu Fuß gehen, öfter das Fahrrad für kurze Wege nutzen und Treppen steigen, anstelle den Aufzug zu nehmen. Dies sind Beispiele für kurze Bewegungseinheiten, die ebenfalls dazu beitragen, die körperliche Fitness insgesamt zu stärken.

Interessierten bietet die Deutsche Krebshilfe kostenlose Informationsmaterialien zum Thema Krebs-Prävention. Das Präventionsfaltblatt „Schritt für Schritt – Bewegung“ sowie weitere Informationsmaterialien können bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn oder im Internet unter www.krebshilfe.de bestellt werden.

Schlemmen während der Feiertage: Gesunde Tipps für unbeschwerten Genuss

In den nächsten Tage müssen Ihr Magen und Ihre Verdauung Schwerstarbeit leisten. Hier unsere gesunden Tipps, wie Sie genießen können ohne dass Ihnen der Weihnachtsbraten oder das Silvester Buffet sauer aufstößt.

Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Zahl von guten Tagen, heißt es. Denn in Zeiten gehäufter Feiertage kommt vieles zusammen: Üppiges Essen und Trinken, viel Alkohol, Häppchen zwischendurch – und meist auch viel zu wenig Bewegung. Da kann die Verdauung auch beim gesunden Menschen überfordert sein. Damit das nicht passiert, sollten Sie ein paar Dinge wissen und beachten.

Je fetter und alkoholreicher die Mahlzeit, desto unbekömmlicher ist sie. Das liegt unter anderem daran, dass der Körper eine genaue Reihenfolge einhält, nach der die Bestandteile der Nahrung verwertet werden: Als erstes werden die Alkoholkalorien verbrannt, denn die kann der Organismus nicht speichern. Und jedes Gramm liefert immerhin sieben Kalorien. Danach kommen die Kohlenhydrate dran, wie sie in Brot, Kartoffeln, Reis, Gemüse oder Nudeln enthalten sind – pro Gramm vier Kalorien. An dritter Stelle wird das Eiweiß aus Fleisch, Fisch, Eiern, Getreide, Hülsenfrüchten oder Gemüse verwertet – pro Gramm vier Kalorien. Und erst zuletzt kommen die Fettkalorien dran – neun Kalorien pro Gramm. Wenn der Bedarf des Körpers schon durch Alkohol und Kohlenhydrate gedeckt ist, gehen diese Kalorien ausnahmslos auf Bauch und Hüften.

So werden Sie mit Fett besser fertig

Mit der Verdauung einer fetten Gans oder einer Ente tut sich der Körper besonders schwer. Deshalb ist es wichtig, sich mit dem Essen Verdauungshilfen in Form von Bitterstoffen zuzuführen. Bitterstoffe sind etwa in bestimmten Gewürzen, aber auch in Ruccola, Brokkoli, Hopfen, Artischocken, Löwenzahn, Radicchio, Chicorée oder Endiviensalat enthalten. Sie regen Galle und Bauchspeicheldrüse zu vermehrter Freisetzung von Verdauungssäften und den Darm zu verstärkter Aktivität an.

Bringen Sie den Darm auf Trab

Viel Fett – wenig Ballaststoffe: Dass ist keine gute Kombination. Achten Sie deshalb auf Ballaststoffe, denn sie bringen den Darm auf Trab. Unter Ballast- oder Faserstoffen werden unverdauliche Bestandteile von pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Getreide, Gemüse, Kartoffeln oder Hülsenfrüchten verstanden. Solche Ballaststoffe vergrößern das Volumen des Darminhaltes und seinen Wassergehalt, sie sorgen auch für rasche Beförderung durch den Darm hindurch. So werden zwar die Nährstoffe, aber kaum Gifte aus der Nahrung aufgenommen. Ein Teil der Ballaststoffe wird durch nützliche Bakterien abgebaut. Dadurch wird die Salz- und Wasseraufnahme im Darm gefördert und die Darmaktivität verstärkt.

Gewürze: duftende, wohlschmeckende „Arzneien“

Die Festtage sind die Zeit der duftenden Gewürze und Kräuter in der Küche und beim Genießen. Nutzen Sie die heilende Wirkung der „Apotheke der Natur“ zur Stärkung Ihrer Verdauung. Von Anis bis Zimt: Das Alphabet der gesunden Würzhilfen

Das Mahl ist kurz – die Reu ist lang. So könnte man das bekannte Sprichwort abwandeln. Denn nach dem üppigen Festmahl kommen oft die Beschwerden: Völlegefühl, Übelkeit, Sodbrennen, Blähungen, Verdauungsprobleme. Der richtige Griff in das Gewürzregal kann jedoch schon beim Kochen spätere Beschwerden verhindern. Ob Beifuß zur Gans, ob Koriander zu Wild, ob Kardamom zum festlichen Kochschinken oder Ingwer zum Sauerbraten: Suchen Sie sich doch aus den folgenden Gewürzen die aus, die am besten zu Ihren Festmenüs passen!

Anis: Was viele nicht wissen: Passt für Plätzchen ebenso gut wie für Rotkohl, Kompott, Krautsalat oder Apfelmus. Anis regt durch sein ätherisches Öl Anethol die Magensäfte an und wirkt krampflösend. Tipp: Ältere Menschen, die unter Mundtrockenheit leiden: Ein halbes Dutzend Anisfrüchte zerkauen und 15 Minuten im Mund behalten.

Beifuß: Das klassische Gewürz zur Weihnachtsgans, denn es regt durch seine Bitterstoffe die Galle und den Magensaft an und macht fette Speisen verträglicher. Auch gut für Bauernfrühstück, Schlachtplatten, Ente, Aal oder Hammel. Schwangere sollten übrigens Beifuß meiden, da einer seiner Wirkstoffe eine Fehlgeburt auslösen kann.

Ingwer: Viele kennen die scharf-würzige Wurzel aus dem Fernen Osten nur als Ingwerplätzchen oder Naschwerk. Aber Ingwer hat zumindest in Indien als Verdauung förderndes Gewürz einen festen Platz bei der Zubereitung von Suppen, Eiergerichten, Geflügel und Wild.

Kardamom: Wussten Sie, dass Bohnenkaffee durch eine winzige Prise Kardamom verträglicher wird? Aber das ist längst nicht alles. Die Samen, die man wegen ihrer Empfindlichkeit immer in den Kapseln kaufen sollte, regen Appetit und Verdauung an, würzen sowohl Gebäck, Kompotte und Süßspeisen, als auch Blutwurst, Kochschinken und kalten Braten.

Koriander: Das aus Nahost oder Afrika stammende aromatisch-scharfe Gewürz fördert die Verdauung, wirkt gegen Blähungen und Durchfall und tötet sogar Salmonellen ab. Es passt hervorragend zu asiatischen Gerichten, zu Salsa-Soßen, aber auch zu Gulasch, Wild, Geflügel und Süßspeisen.

Kümmel: Wer zum Gänsebraten ein gut mit Kümmel gewürztes Sauerkraut reicht, hat für die Verdauung schon eine Menge getan. Kraut gilt als „Darmbesen“, der auch fette Speisen durchfegt. Und Kümmel unterstützt die Gallentätigkeit und verhütet Blähungen. Er passt natürlich auch zu allen anderen Braten, zu Kartoffel- und Gemüsegerichten. Wer nicht so gerne auf Kümmelkörner beißt, kann entweder gemahlenen Kümmel verwenden oder Kümmel in einem Leinensäckchen mitkochen.

Kurkuma: Das auch Gelbwurz genannte scharfe Würzpulver, das in jeder Currymischung enthalten ist, regt die Galle an – aber nicht auf. Gelbwurz sollte wegen ihrer Schärfe nie zum Färben von Kuchen, sondern nur für salzige Gerichte verwendet werden: Sie passt von Reis bis Curry, von Huhn bis Schwein.

Lorbeer: Er krönte nicht nur antike griechische Dichter. Heute ist er wegen seiner Bitterstoffe und ätherischen Öle eine Verdauung fördernde, aromatische Zutat zu Sauerkraut, Bratensoße, Kartoffeleintöpfen und Gemüsesuppen.

Majoran: Gute Verdauungshilfe bei fetten Fleischgerichten, Leberwurst, Bratkartoffeln, Hackbraten oder weißen Bohnen.

Nelken: Sie gehören nicht nur ins klassische Rotkraut, sondern natürlich auch in den winterlichen Glühwein. Da Nelken den Appetit anregen, Blähungen vertreiben und selbst bei Magengeschwüren gut verträglich sind, können sie als gesundes Würzmittel für Fisch, Wild, Gulasch, Eierspeisen, ja selbst für Pizzas eingesetzt werden. Nelken gibt es auch als Pulver.

Oregano: Hilft alles, was fett und üppig ist, besser zu verdauen: Pizza, Lamm-, Fleisch- und Gemüseeintöpfe, Tomatengerichte und Nudelsoßen.

Pfeffer: Ob weißer, grüner oder schwarzer Pfeffer: Er erhöht den Speichelfluss und verbessert die Verdauung, hilft sogar schädliche Bakterien vernichten. Schwarzer Pfeffer wird unreif geerntet, ist schärfer als weißer. Weil sich sein Aroma beim Kochen schnell verflüchtigt, sollte Pfeffer immer erst kurz vor dem Anrichten zugegeben werden.

Piment: Wenn man die getrockneten Früchte des Myrtengewächses Pimenta dioica sparsam verwendet, wirkt es auch nicht aufdringlich. Es regt Appetit und Verdauung an und wird bevorzugt zu Fisch, Wild, Spinat, Suppen und Eintöpfen verwendet. Angeblich passt es zu allem – deshalb heißt es heute noch im Englischen „Allspice“.

Rosmarin: Gewürz, das über die Anregung des Gallenflusses die Fettverdauung unterstützt. Es passt gut zu Schweinefleisch, fettem Geflügel, Kohlgerichten und Kartoffelspeisen. Rosmarin können Sie als ganze Nadeln (im Gewürzsäckchen) mitkochen oder gemahlen zusetzen.

Senf: Als Senfkörner oder fertige Zubereitung (süß, mittelscharfe und scharf) erhältlich. Durch seinen Gehalt an Allyl-Senföl reguliert es Fettverdauung und Stuhlgang. Senfkörner sollten nie stärker als 60 Grad C erhitzt werden. Senf passt zu Sauerbraten, Rindsrouladen, Bohnen- und Kohlgerichten.

Zimt: Wer kennt dass nicht: Zimtsterne oder Grießbrei mit Zucker und Zimt? Aber die an Zimtaldehyd und trans-Zimtsäure reiche gemahlene Rinde des Zimtbaums aus Sri Lanka oder Madagaskar wird im Orient auch als Gewürz zu Fleischgerichten geschätzt. Zimt passt gut zu Hackfleischrezepten, Geflügelfüllungen, zu Wild und Lamm. (obx-medizindirekt)

Husten – ein Schutzreflex

Bei Erkältung das Abhusten unterstützen

Husten empfinden die meisten Betroffenen als sehr lästig und unangenehm. Besonders dann, wenn er die Nachtruhe stört und vor lauter Anstrengung der Kopf bereits schmerzt. Auch für die „Zuhörer“ ist das ruckartige Ausstoßen der Luft ein leidiges Geräusch und hat schon manchen Konzertbesucher auf die Palme gebracht. Durch die Kontraktion von Zwerchfell, Zwischenrippenmuskeln und anderen an der Atmung beteiligten Muskeln erreicht die ausgestoßene Luft Geschwindigkeiten von mehreren Hundert Stundenkilometern. Husten ist jedoch eine lebenswichtige und normale Abwehrreaktion der Atemwege auf eingedrungene Fremdkörper. Sowohl Staubkörnchen, Schmutzpartikelchen als auch Krankheitskeime können auf diesem Weg aus den Bronchien befördert werden. Normalerweise produzieren die Bronchien täglich etwa 100 Milliliter Schleim, der im Laufe des Tages abgehustet wird.

Husten durch Virusinfektion

Neben Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen tritt Husten auch als Symptom einer Virusinfektion auf. Dabei lösen die Krankheitserreger in Luftröhre und Bronchien Entzündungen und damit zunächst einen trockenen Hustenreiz aus. Innerhalb weniger Tage beginnt sich zäher Schleim zu bilden. Wird dieser nicht abgehustet, können sich zusätzlich zu den Viren Bakterien ansiedeln. Der Auswurf kann eitrig werden. Die Folge: Aus einer harmlosen Atemwegsinfektion entsteht eine hartnäckige Bronchitis oder gar eine Lungenentzündung. Daher sollte bei Brustschmerz und erhöhter Temperatur in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, damit dieser eine Antibiotikatherapie einleiten kann.

Abhusten erleichtern

Um eine fortschreitende Entzündung zu vermeiden, kann rechtzeitig das Aushusten von Bronchialschleim unterstützt werden. So hat sich nicht nur bei Schnupfenbeschwerden, sondern auch bei Husten und Bronchitis das ätherische Öl Myrtol standardisiert, etwa in GeloMyrtol forte (Apotheke), bewährt. Dank der magensaftresistenten Kapsel wird der Wirkstoff erst im Dünndarm freigesetzt und gelangt über das Blut direkt in die Bronchien. Er kommt also genau dort zum Einsatz, wo die Entzündung sitzt. Der Schleim kann gelöst, das Abhusten erleichtert und die Atemwege spürbar befreit werden. Die Schleimhäute regenerieren und können ihre Schutzfunktion wieder wahrnehmen. (djd/pt).

Warum heute Abschalten vom Berufsleben wichtiger denn je ist

Selbst Gott hat sie sich schon genommen, die Pause: „Am siebten Tage ruhte er“ – müde vom Schöpfungsstress. Wir Menschen sind wohl nicht so klug, denn immer mehr Erschöpfte suchen Hilfe bei Ärzten und Psychologen, weil ihnen die Pausen fehlen. „Die internationale Lohnkonkurrenz führt dazu, dass die Menschen für ihr Geld mehr arbeiten müssen“, sagt Professor Johannes Siegrist vom Institut für Medizinische Soziologie am Uniklinikum Düsseldorf in der „Apotheken Umschau“. Viele übertrügen auch die Herausforderungen der Arbeitswelt auf ihr ganzes Leben, aber „auf Phasen der Anspannung müssen Zeiten der Erholung folgen, damit der Körper nicht überfordert wird“, sagt Siegrist. Die Stressreaktionen des Körpers wie schneller Herzschlag, tieferes Atmen, Schwitzen, vorübergehendes Abschalten dann unnötiger Funktionen helfen eigentlich, Belastungen besser zu verkraften. Aber hier gilt wie bei Medikamenten: Eine Überdosis ist Gift für den Körper. Deshalb: Auszeiten im Alltag nicht vernachlässigen: in der Mittagspause in Ruhe essen gehen oder eine Runde um den Block drehen. Am Wochenende Tage arbeitsfrei halten, keine beruflichen E-Mails oder Kurznachrichten lesen. Wer in seinen Terminplan genug Pausen einbaut, gerät nicht durch jedes unvorhergesehene Ereignis unnötig unter Druck.

Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 12/2011 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Notdienstapotheke über 22 8 33 finden

Apotheker leisten auch während der Weihnachtsfeiertage und an Silvester und Neujahr Notdienst. Die nächste Notdienstapotheke lässt sich über die bundeseinheitliche mobile Notdienstnummer 22 8 33 finden. Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände weist deshalb auf ihren Service hin:

Per Handy kann man einfach die 22 8 33 anrufen, die Ansage des Notdienstes auswählen (oder tagsüber aller Apotheken in der Nähe), und die entsprechende Postleitzahl angeben (max. 69 Cent/Minute). Nach Ansage der vier nächstgelegenen Notdienstapotheken kann man sich zwei davon auch (gegen Gebühr) als SMS schicken lassen. Eine weitere Möglichkeit ist es, „apo“ per SMS an die 22 8 33 zu schicken, dann eine zweite SMS mit der Postleitzahl des Standorts zu senden bzw. je nach Handytyp seine Zustimmung zur Lokalisierung zu geben (max. 69 Cent/SMS). Bei internetfähigen Handys lässt sich www.22833.mobi eingeben, für iPhones und Android-Handys eine passende „App“ finden.

Die nächstgelegene Notdienstapotheke lässt sich auch bequem im Internet unter www.aponet.de finden oder mithilfe der kostenlosen Festnetznummer 0800 00 22 8 33. Viele regionale Tageszeitungen berichten im Lokal- oder Serviceteil über den Apothekennotdienst im Ort. Zudem hängt in jedem Apothekenschaufenster eine Liste der nächsten dienstbereiten Apotheken mit den entsprechenden Kontaktdaten aus.

Die Landesapothekerkammern sind für die Einteilung der Apotheken in den Notdienstplan verantwortlich. Nachts und feiertags sind bundesweit rund 2.000 Apotheken jederzeit dienstbereit. Mehr als 20.000 Patienten kommen jede Nacht in die Apotheken. Insgesamt werden mehr als sieben Millionen Arzneimittel pro Jahr außerhalb der regulären Öffnungszeiten an Patienten in Deutschland abgegeben. Besonders wichtig ist der Nacht- und Notdienst für Kinder und ihre Eltern, was sich am überdurchschnittlichen Anteil der von Kinderärzten ausgestellten Rezepte ablesen lässt.

Wintersport: Schutzausrüstung verringert Verletzungsgefahr

Rund 57.000 verletzte Skifahrer allein in Deutschland in einer Saison: Das ist die jüngste Bilanz der Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) mit Sitz im deutschen Planegg. „Zum Glück tragen immer mehr Skifahrer und Snowboarder einen Helm“, weiß Brigitte Hendel, Wintersport-Expertin bei TÜV Rheinland. Selbst wenn es zur Kollision zwischen zwei Fahrern kommt, schützt der Helm sie vor schweren Kopfverletzungen. Deshalb ist er für die Expertin ein absolutes Muss.

Ski- und Snowboardhelme gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen. Die so genannten Helme der Klasse A eignen sich besonders für sportliche Fahrer und beim Abfahrtski, denn sie haben eine harte Schale, die auch den kompletten Ohrbereich abdeckt und schützt. Helme der Klasse B hingegen schützen die Ohren nur mit einem weichen Pad, das bei einigen Helmen sogar abnehmbar ist. „Diese Helme schützen den Kopf zwar etwas weniger, sind aber auch deutlich leichter“, sagt Brigitte Hendel. „Das ist ein entscheidender Faktor, wenn man den ganzen Tag auf der Piste ist.“ Aufschluss über die Qualität eines Helmes gibt das GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“, das unter anderem auch TÜV Rheinland vergibt. Geprüfte Ski- und Snowboardhelme erfüllen die strengen Kriterien der europäischen Norm EN 1077. Auch Skibrillen sollten spezielle Anforderungen erfüllen (EN 174): Sie müssen eng am Kopf sitzen, so dass sie den Luftstrom gut abhalten. Skibrillen sind mit orangefarbenem, hellem oder dunklem Glas erhältlich. „Wenn es draußen dämmert, sieht man durch das orangene Glas die Kontraste am besten“, weiß Brigitte Hendel.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, fährt nicht ohne Rückenprotektoren, die nach der DIN EN 1621-2 geprüft worden sein sollten. Auch wenn sie nicht vorgeschrieben sind: „Protektoren eignen sich besonders für sportliche Fahrer und schwierige Pisten, die gefährlich sind“, erklärt Hendel. Extreme Wintersportler sollten zudem eine komplette Lawinenschutzausrüstung mit Schaufel und Lawinen-Airbag bei sich tragen. Weniger risikofreudigen Fahrern rät Hendel zu spezieller Kleidung mit integrierten Recco-Sensoren. Das sind kleine, in die Jacke, Hose oder Skistiefel integrierte Sender, die im Notfall auf die Suchgeräte der Bergrettung reagieren.

WIdO-Heilmittelbericht 2011: Entwicklungsdefizite bei der Einschulung meistern helfen

Beim Übergang vom Kindergarten zur Grundschule benötigen immer mehr Kinder Unterstützung durch Logopäden. Bereits nahezu jeder vierte 6-jährige Junge hat 2010 eine Logopädie erhalten, bei den Mädchen lag dieser Anteil bei 16,2 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Heilmittelbericht hervor, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) veröffentlicht hat. Gut 130.000 AOK-versicherte Kinder im Alter zwischen fünf und neun Jahren waren 2010 in einer sprachtherapeutischen Praxis, weil sie bei ihrer Sprachentwicklung vorübergehend die Hilfe eines Sprachtherapeuten benötigten. Das entspricht einer Steigerung von 20 Prozent bei den Jungen und 30 Prozent bei den Mädchen im Vergleich zum Jahr 2006. Eine ergotherapeutische Behandlung nahmen 14 Prozent der sechsjährigen Jungen und 5,6 Prozent der gleichaltrigen Mädchen wahr. „Wir beobachten seit Jahren, dass mehr Kinder für eine gesunde, altersgerechte Entwicklung vorübergehend therapeutische Unterstützung brauchen“ sagt der stellvertretende WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder. Der „Heilmittelbericht 2011“ wertet die Heilmittelverordnungen aller 70 Millionen Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen aus. Rund 31,2 Millionen Rezepte für Maßnahmen der Physiotherapie, Sprachtherapie, Ergotherapie und Podologie wurden analysiert.

Laut „Heilmittelbericht 2011“ haben die Ärzte im vergangenen Jahr fast 40 Millionen Leistungen der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie verordnet. Für die insgesamt 263 Millionen einzelnen Heilmittelbehandlungen entstanden Kosten von 4,55 Milliarden Euro. „Rein rechnerisch hat damit jeder der 70 Millionen Gesetzlich Krankenversicherten 3,77 Behandlungen im Gegenwert von insgesamt 65,23 Euro erhalten“ erläutert Helmut Schröder.

Die Spitzenplätze mit den häufigsten Verordnungen belegten Maßnahmen der Physiotherapie wie Massagen oder Krankengymnastik. Diese machten mit 34 Millionen Verordnungen 86 Prozent des gesamten Verordnungsvolumens im Heilmittelbereich aus. Physiotherapeutische Maßnahmen kommen im Wesentlichen bei Frauen in höherem Alter zum Einsatz. Mehr als jede vierte über 60-jährige Frau war 2010 in physiotherapeutischer Behandlung, aber nur jeder fünfte Mann. Neben Wirbelsäulenerkrankungen (41 Prozent der Behandlungsfälle) sind es vor allem Erkrankungen der Extremitäten und des Beckens, die mit physiotherapeutischen Behandlungen versorgt werden. Massagen sind dabei rückläufig zugunsten von Maßnahmen wie Krankengymnastik und manueller Therapie.

Ergotherapeutische und sprachtherapeutische Behandlungen sind Therapien, die Kinder und besonders Jungen beim Schulstart unterstützen. Auch im Jahr 2010 erhielt jeder vierte bei der AOK versicherte sechsjährige Junge eine Sprachtherapie und knapp 14 Prozent eine Ergotherapie. Während bei den männlichen AOK-Versicherten insgesamt jedoch eine vergleichsweise moderate Steigerung der ergotherapeutischen Leistungen von 2,6 Prozent je 1.000 Versicherte zu beobachten ist, holen die Mädchen hierbei auf: Die ergotherapeutischen Leistungen sind bei ihnen um 6,6 Prozent gestiegen. Ein ähnlicher Effekt ist auch bei den sprachtherapeutischen Behandlungen zu finden. „Möglicherweise zeigt sich an dem Anstieg der Behandlungszahlen auch, dass immer mehr Jungen, aber auch Mädchen unter schwierigen sozialen und gesundheitlichen Bedingungen aufwachsen und für die Schulfähigkeit die Hilfe von Experten benötigen“, so Helmut Schröder.

Mehr als 120.000 Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre, die bei der AOK versichert sind, kamen 2010 in die ergotherapeutische Praxis, davon 70 Prozent Jungen. Fast ein Drittel von ihnen litt unter motorischen Entwicklungsstörungen, ein gutes Fünftel unter hyperkinetischen Störungen („Zappelphilipp-Syndrom“) und für gut 17 Prozent wurden vom Arzt nicht näher bezeichnete Entwicklungsstörungen benannt. Kombinierte Entwicklungsstörungen und mangelnde schulische Fertigkeiten führten die Kinder ebenfalls in die ergotherapeutische Praxis. Bei Kindern mit hyperkinetischen Störungen sind motorische Entwicklungsstörungen eine häufige Begleiterkrankung. In Verbindung mit dem eher unaufmerksamen und risikofreudigeren Verhalten dieser Kinder kommt es häufiger als bei gesunden Gleichaltrigen zu Unfällen und Krankenhausaufenthalten. Die AOK hilft diesen Kindern – derzeit insbesondere in den Modellregionen Rheinland, Bremerhaven und Hamburg – mit einem speziellen Versorgungsvertrag. Schröder: „Damit wird den betroffenen Familien der Zugang zu einem Netz von Experten in der Versorgung erleichtert. Die beteiligten Kinderärzte und Psychotherapeuten nehmen an Fortbildungen und Qualitätszirkeln teil. Der Vertrag stellt sicher, dass die Therapeuten Zeit für den besonderen Aufwand bei der Diagnose und für ihre Lotsenfunktion bei der Behandlung haben.“

Der jährliche Heilmittelbericht des WIdO analysiert die Heilmittelverordnungen versicherten- und facharztbezogen und zeigt dabei Entwicklungstrends der Versorgung auf. Für die 4,5 Millionen AOK-Versicherten, die 2010 eine Heilmitteltherapie in Anspruch nahmen, werden zusätzlich patientenbezogene Therapiekosten und Diagnosen ausgewertet. Die Analysen sind Grundlage für Gespräche und Verhandlungen mit Ärzten, Therapeuten und Krankenkassen über zielgenaue qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Heilmittelversorgung.
OTS

Gefährdeter Männerdarm

Männliche Diabetiker sollten die Darmkrebsvorsorge besonders ernst nehmen

Diabetes vom Typ 2 erhöht das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Dabei seien Männer besonders gefährdet, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“ unter Berufung auf australische Forscher. In einer Studie mit 1300 Typ-2-Diabetikern erkrankten im Verlauf von elf Jahren doppelt so viele Männer als Frauen an Darmkrebs. Die oft tödlich verlaufende Krankheit lässt sich in vielen Fällen vermeiden, wenn ihre Vorstufen einer Vorsorge-Darmspiegelung erkannt und entfernt werden.

Ausführliche Informationen über die Zusammenhänge von Diabetes und Krebs finden Sie unter http://www.diabetes-ratgeber.net/Krebs/Erst-Zucker-dann-Krebs-129013.html

Quelle: Wort & Bild Verlag

Marktkonzentration durch Rabattverträge verharrt auf hohem Niveau

– In der 7. Tranche der AOK-Rabattverträge erhielten die zehn
umsatzstärksten Generikaunternehmen 90,2 Prozent der
voraussichtlichen Jahresumsätze.
– Im Markt der patentfreien Arzneimittel ohne Rabattvertrag liegt
deren Anteil bei nur 35 Prozent.
– Rabattverträge verstärken somit die Marktkonzentration – als
Verteilung hoher Umsatzanteile auf wenige Unternehmen – messbar.

Mit der aktuellen 7. Tranche der AOK-Rabattverträge setzt sich damit ein Trend fort, den unabhängige Institute wie IMS HEALTH oder das Berliner IGES-Institut bereits seit längerem beobachten.

Während der Marktanteil der Top 10 Hersteller (Gesamtumsatz Apothekenverkaufspreis, AVP) im Marktsegment ohne Rabattverträge laut IGES bei nur 35 Prozent liegt, steigt dieser im Marktsegment mit Rabattvertrag auf 75 Prozent.

Das IGES hat vor diesem Hintergrund aktuell die Zuschläge der 7. AOK-Tranche aus wissenschaftlicher Perspektive analysiert. Das Ergebnis: Hier entfallen sogar 90,2 Prozent der voraussichtlichen Jahresumsätze (AVP) auf die zehn umsatzstärksten Unternehmen.

Bereits in den AOK-Tranchen 3, 4 und 6 teilen sich die zehn umsatzstärksten Generikaunternehmen zwischen 90 und 97 Prozent der voraussichtlichen Jahresumsätze – die 5. Tranche blieb bei der IGES-Auswertung unberücksichtigt, da in dieser lediglich 11 Wirkstoffe ausgeschrieben wurden.

In den Rabattverträgen nach dem Exklusivvergabemodell wie dem der AOK, zeigt sich also eine noch wesentlich höhere Marktkonzentration als im Marktsegment mit Rabattvertrag. OTS