Archiv für den Monat: Januar 2012

Viel bewegen, Fehlhaltungen vermeiden: So beugt man Kreuzschmerzen effektiv vor

Rückenleiden sind zur Volkskrankheit geworden. Rund 90 Prozent der Bundesbürger klagen Schätzungen zufolge im Laufe ihres Lebens irgendwann einmal über Schmerzen im Kreuz. Sie sind der häufigste Grund für Krankmeldungen, etwa jeder fünfte Arbeitnehmer tritt deshalb sogar frühzeitig in den Ruhestand. Die Hauptursache für die Entstehung der Beschwerden ist nach Angaben der Aktion Gesunder Rücken e. V. (AGR) der Mangel an Bewegung. Er könne zu einer Verkümmerung der Muskulatur und Schädigung der Wirbelsäule führen.

Im Alltag auf Bewegung setzen

Wer ausreichend Bewegung in seinen Alltag integriert, kann der AGR zufolge effektiv vorbeugen. Sportliche Höchstleistungen sind dabei gar nicht gefragt. Bereits dreimal wöchentlich eine halbe Stunde leichter Ausdauersport wie Jogging, Walking oder Schwimmen sei ausreichend, um die Gesundheit generell zu fördern, die Muskulatur zu kräftigen und den Rücken zu entlasten. Zusätzlich sollten kleine Bewegungseinheiten wie Treppensteigen oder Radfahren in den Alltag eingebunden werden. Auch einfache Entspannungsübungen oder Gymnastik am Arbeitsplatz können zur Vorbeugung beitragen. Bei bestehenden Beschwerden sollte man sich nicht übermäßig schonen, sondern die Rückenmuskulatur moderat aktivieren. Nur so könne die Entstehung eines Teufelskreises von mangelnder Bewegung, Rückenschmerzen und noch weniger Bewegung durchbrochen werden.

So hebt man richtig

Patienten, die nach einem Bandscheibenvorfall eine Rehabilitationsmaßnahme absolvieren, müssen auch in die Rückenschule. Dort erfahren sie unter anderem, wie sie sich richtig bewegen, um Fehlbelastungen zu vermeiden. Besonders wichtig zur Vorbeugung eines Hexenschusses oder eines Bandscheibenvorfalls ist es, hektische und ruckartige Drehbewegungen zu unterlassen. Vor allem sollte man keine kombinierten Bück-Dreh-Bewegungen mit schweren Lasten vornehmen – dies kann fatale Folgen haben. Wer beispielsweise einen Kasten Bier transportieren will, sollte beim Anheben mit geradem Rücken in die Knie gehen und die Last beim Transport dicht am Körper halten.(djd/pt)

Individuelle Gesundheitsleistungen auf dem Prüfstand: Neues Internetportal „IGeL-Monitor“ informiert über Nutzen und Schaden

Ab sofort können sich Versicherte über Nutzen und Schaden von Individuellen Gesundheitsleistungen auf einem eigenen Internetportal informieren. Unter www.igel-monitor.de erhalten sie wissenschaftlich fundierte Bewertungen zu sogenannten Selbstzahlerleistungen. Entwickelt wurde die nicht-kommerzielle Internetplattform vom Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS).

Rund 1,5 Milliarden Euro geben gesetzlich Versicherte pro Jahr für Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) aus – für Leistungen also, die ihnen in der Arztpraxis angeboten werden und die sie aus eigener Tasche bezahlen müssen. „Bei den IGeL-Leistungen geht es vorrangig um wirtschaftliche Interessen von Ärzten und nicht um notwendige medizinische Leistungen für Kranke. Wir unterstützen deshalb das neue Informationsportal des MDS. Es versetzt Versicherte in die Lage, auf der Grundlage empirisch-medizinischer Bewertungen eine Entscheidung zu treffen“, so Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands. „Darüber hinaus brauchen wir eine 24-stündige Einwilligungssperrfrist, wenn solche Leistungen in der Arztpraxis angeboten werden. Dann hätten Versicherte, denen eine der häufig nutzlosen IGeL-Leistungen angeboten wird, ausreichend Zeit, um sich ein eigenes Bild zu machen und frei zu entscheiden. Anders als Ärzte in der Praxis hat der Medizinische Dienst keine eigenen finanziellen Interessen bei der Frage, ob eine IGeL-Leistung durchgeführt wird oder nicht.“

Bei der Entscheidung, ob sie eine angebotene IGeL-Leistung in Anspruch nehmen und damit einen privatrechtlichen Vertrag mit dem Arzt eingehen wollen oder ob sie auf die angebotene und oft vom Arzt empfohlene Leistung verzichten wollen, fühlen sich viele Patientinnen und Patienten allein gelassen. Zwar sollte der Arzt sie sachlich und umfassend aufklären, doch das ist nicht immer der Fall. „Eine eigenständige Entscheidung können Versicherte ja überhaupt erst treffen, wenn man Nutzen und möglichen Schaden einer Untersuchungsmethode oder einer Behandlung kennt. Mit dem IGeL-Monitor wollen wir Versicherten deshalb eine Entscheidungshilfe im Umgang mit Individuellen Gesundheitsleistungen bieten, die wissenschaftlich abgesichert, verständlich und transparent ist“, sagt Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS. „Wenn man eine erste Bilanz unserer Bewertungen ziehen möchte, so schneidet die Mehrzahl der IGeL nicht gut ab, einige sogar richtig schlecht. Für die Versicherten bedeutet dies, hier besonders vorsichtig zu sein.“

Wie lassen sich Nutzen und Schaden einer IGeL-Leistung ermitteln?

Die Bewertungen des IGeL-Monitors basieren auf den Methoden der Evidenzbasierten Medizin (EbM). Das heißt: Für die Bewertung von Nutzen und Schaden einer IGeL-Leistung recherchiert das aus Medizinern und anderen EbM-Experten bestehende Team beim MDS in medizinischen Datenbanken, trägt die Informationen nach einer definierten Vorgehensweise zusammen und wertet sie systematisch aus. Um Versicherte bei der eigentlichen Entscheidungsfindung für oder gegen eine IGeL-Leistung zu unterstützen, wägt das IGeL-Team Nutzen und Schaden gegeneinander ab und fasst das Ergebnis in einem Gesamtfazit zusammen. „Wir bewerten die einzelnen IGeL nach einem festgelegten Schema in fünf Kategorien: von „positiv“, „tendenziell positiv“ und „unklar“ bis zu „tendenziell negativ“ und „negativ“. Dabei war uns wichtig, dass für jedermann nachvollziehbar ist, wie wir zu unserer Nutzen-Schaden-Bilanz kommen“, so die Projektleiterin Dr. Monika Lelgemann.

Bisher sind 24 individuelle Gesundheitsleistungen im IGeL-Monitor veröffentlicht, darunter solche, die häufig angeboten werden wie die Glaukom-Früherkennung oder die Akupunktur zur Spannungskopfschmerz-Prophylaxe. In sieben Fällen kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Leistung als „tendenziell negativ“ zu bewerten ist. Bei vier Bewertungen wog der Schaden sogar deutlich schwerer als der Nutzen – als Fazit bedeutete dies „negativ“. Waren Nutzen und Schaden der IGeL ausgewogen, oder waren keine ausreichenden Daten auffindbar, um Nutzen und Schaden zu beurteilen, so lautete das Fazit der Experten „unklar“. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler in sieben Fällen. Lediglich zwei IGeL erhielten die Bewertung „tendenziell positiv“. Außerdem wurden vier Leistungen beschrieben, die per se nicht zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen gehören – unabhängig davon, wie sinnvoll und hilfreich diese Maßnahmen unter Umständen sein können. Hierzu gehören etwa die reisemedizinische Vorsorge und der Sport-Check.

Wie sind die IGeL-Informationen strukturiert?

Alle Analyseschritte einer Bewertung sind auf dem IGeL-Monitor dokumentiert. Jede bewertete IGeL wird in mehreren Schritten dargestellt, die von Stufe zu Stufe ausführlicher und fachlicher werden: Von einer zusammenfassenden Bewertungsaussage, mit der die Nutzen-Schaden-Abwägung in einer von fünf Kategorien ausgedrückt wird, über eine Kurzinformation für eilige Nutzer (IGeL-Info kompakt) und eine ausführlichere Beschreibung (IGeL-Info ausführlich) bis hin zu den für ein Fachpublikum hinterlegten Ergebnissen der wissenschaftlichen Recherche und Analyse. „Je nach Informationsbedürfnis können Nutzerinnen und Nutzer sich unterschiedliche Stufen erschließen. Für medizinische Laien, die sich auf einen Arztbesuch vorbereiten, mag in einigen Fällen schon die IGeL-Info kompakt ausreichen. Andere wollen es vielleicht etwas genauer wissen und lesen die ausführliche Version. Die beiden anderen Stufen wenden sich an Fachleute. Damit haben vor allem auch Ärzte die Möglichkeit, unsere Bewertungen nachzuvollziehen“, so Lelgemann.

Welche Informationen bietet der IGeL-Monitor noch?

Versicherte erfahren außerdem, welche Leistung von den gesetzlichen Krankenkassen bei den Beschwerden übernommen wird, für die der Arzt ihnen die IGeL-Leistung anbietet. Außerdem erhalten sie Auskunft über die Preisspanne, zu der eine IGeL angeboten wird.

Neben den Bewertungen informiert der IGeL-Monitor auch über andere Aspekte des IGeL-Marktes. Er klärt darüber auf, wie IGeL zustande kommen und wo man ihnen begegnet, und er fragt nach den Rollen und Interessen von Ärzten, Herstellern und anderen beteiligten Gruppen. Außerdem beleuchtet er in der Rubrik IGeL-Praxis, wie manche Ärzte ihre Angebote vermarkten, mit welchen psychologischen Kniffen sie dabei arbeiten und welche rechtlichen Fragen zu beachten sind. Und schließlich gibt der IGeL-Monitor Tipps, wie sich Versicherte im konkreten Fall verhalten können, wenn ihnen IGeL angeboten werden.

Für den IGeL-Monitor ist es wichtig, mit den Nutzern in Kontakt zu kommen. Anregungen, Erfahrungen und Wünsche der Versicherten sollen in die weitere Arbeit einfließen, etwa für die Auswahl zukünftiger Bewertungen.

Weitere Information unter www.igel-monitor.de

Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) berät den GKV-Spitzenverband in allen medizinischen und pflegerischen Fragen, die diesem qua Gesetz zugewiesen sind. Er koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) auf Landesebene in medizinischen und organisatorischen Fragen. Der GKV-Spitzenverband ist der Verband aller 146 gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen. Als solcher gestaltet er den Rahmen für die gesundheitliche Versorgung in Deutschland; er vertritt die Kranken- und Pflegekassen und damit auch die Interessen der 70 Millionen Versicherten und Beitragszahler auf Bundesebene gegenüber der Politik, gegenüber Leistungserbringern wie Ärzten, Apothekern oder Krankenhäusern. Der GKV-Spitzenverband übernimmt alle nicht wettbewerblichen Aufgaben in der Kranken- und Pflegeversicherung auf Bundesebene. Er ist der Spitzenverband Bund der Krankenkassen gemäß § 217a SGB V. (ots)

Jung, krank und auf der Suche nach dem richtigen Job. Ein Ratgeber der Deutschen Rheuma-Liga hilft weiter.

„Vertraue auf deine Stärken, tausche dich aus und informiere dich über viele Berufswege und Fördermöglichkeiten“, so lauten die Erfahrungen junger Leute, die trotz Rheuma ihren Traumberuf doch noch gefunden haben. Ein Schwerbehindertenausweis hat durchaus Vorteile, zum Beispiel wenn Stellen explizit für behinderte Mitarbeiter bereit gehalten werden. Manchmal aber kann es ratsam sein, die rheumatische Erkrankung bei der Bewerbung außen vor zu lassen. „Im Vorstellungsgespräch muss die Erkrankung nur dann angegeben werden, wenn sie die Ausübung der beruflichen Tätigkeit beeinträchtigt“, informiert Rechtsanwältin Meike Schoeler.

Wenn der Arbeitsalltag die Kräfte überfordert oder die rheumatische Erkrankung sich verschlechtert, sollte man über Möglichkeiten der Teilzeitarbeit oder eine Reha nachdenken. Auch Umschulungen können eine neue Perspektive schaffen.

Mit dem neuen Ratgeber „Jobs und mehr – finde deinen eigenen Weg“ informiert die Deutsche Rheuma-Liga junge, an einer rheumatischen Erkrankung leidende Menschen, über Ausbildung, Berufswahl, Reha-Leistungen und Erwerbsminderungsrente. Die 40-seitige Broschüre enthält zahlreiche Tipps von Experten und Betroffenen.

Weitere Informationen und Ansprechpartner gibt es im Internetportal für junge Leute mit Rheuma: http://geton.rheuma-liga.de

Leseprobe: http://geton.rheuma-liga.de/home/geton_rheumaliga_de/page_sta_833.html

Bestellhinweis für Broschüre:

Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V., Maximilianstr. 14, 53111 Bonn (bitte 1,45 EUR Rücksendeporto beilegen), Fax: 0228-7660620, E-Mail: bv@rheuma-liga.de oder per Info-Telefon: 01804-600 000 (20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, bei Mobiltelefon max. 42 Cent).

Neue Arzneimittelrabattverträge ab April 2012

Die AOK hat am Dienstag (24. Januar) die Verträge für die noch verbliebenen Wirkstoffe der 7. Tranche der Arzneimittelrabattverträge geschlossen. Zum 1. April starten damit neue Rabattverträge für insgesamt 95 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. „Durch neue und laufende Generika-Rabattverträge kann die AOK-Gemeinschaft 2012 mit einer Entlastung bei den Arzneimittelausgaben von bis zu einer Milliarde Euro rechnen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg und Chefverhandler für die bundesweiten AOK-Rabattverträge, Dr. Christopher Hermann, am Mittwoch in Stuttgart.

Die Zuschläge für das Gros der siebten europaweiten AOK-Ausschreibung hatte die AOK bereits Ende November 2011 erteilt. Mit den im offenen Verhandlungsverfahren vergebenen Wirkstoffen Methotrexat (Rheumabehandlung) und Testosteron (Hormonersatztherapie) wurde die bisher größte Ausschreibung jetzt abgeschlossen. Bereits am 9. Januar konnte die AOK den Zuschlag für den Wirkstoff Pramipexol (Morbus Parkinson) erteilen – das einzige Arzneimittel, für das es im jüngsten Ausschreibungsverfahren zu einer Entscheidung der Vergabekammer gekommen war.

„An der jüngsten Ausschreibungsrunde haben sich mehr als 80 kleinere, mittelständische und konzernzugehörige Pharmaunternehmen beteiligt“, erläuterte Hermann. „Um den Interessen kleinerer Pharmaunternehmen entgegen zu kommen, haben wir die Zahl der Gebietslose noch einmal erweitert und die Verträge für bundesweit acht Regionen ausgeschrieben.“

Voraussichtlich im Februar startet die AOK-Gemeinschaft die achte Ausschreibungsrunde. „Derzeit stellen wir die Liste der in Frage kommenden Wirkstoffe zusammen, die dann wieder europaweit ausgeschrieben werden“, sagte Hermann. „Wir werden nicht nur die Ende September auslaufenden Generika-Verträge der Tranche V neu vergeben, sondern wie schon in der Vergangenheit weitere wirtschaftlich interessante Wirkstoffe hinzunehmen, die inzwischen patentfrei geworden sind und für die sich ein lebhafter Wettbewerb entwickelt hat.“

Eine Übersicht der Wirkstoffe und AOK-Vertragspartner der neuen und 2012 noch laufenden Verträge sowie weitere Infos zu den AOK-Rabattverträgen finden Sie hier.

Volkskrankheit „Psychische Störungen“

AOK widerspricht Kassenärztlicher Bundesvereinigung: „Nicht die Beschreibung, sondern die Verbesserung der Versorgungswirklichkeit ist jetzt gefragt.“

Laut AOK Baden-Württemberg zieht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) aus ihrer eigenen Studie zur Versorgung psychisch Erkrankter die falschen Schlüsse: „Wir brauchen nicht noch mehr Planung und Bürokratie, sondern die Umsetzung einer besseren Versorgung durch zielführende Vernetzung der Ärzte und Therapeuten in der Region“, so der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg am Dienstag (17.01.2012) in Stuttgart.

Die von den Universitäten in Gießen und Heidelberg im Auftrag der KBV erstellte Studie liefert laut Hermann auch keine neuen Erkenntnisse zur aktuellen Situation. Denn Krankheitsstatistiken hätten schon seit Jahren den Vormarsch psychischer Erkrankungen bestätigt. „Dass die KBV nun auf das Thema kommt und jetzt die ‚Volkskrankheit Psychische Störungen’ entdeckt ist merkwürdig. Die Schlussfolgerung von KBV-Chef Köhler aber, eine schnelle und passgenaue Behandlung durch noch komplexere Bedarfsplanung erreichen zu wollen, ist absurd“, so Hermann, der sich auf Köhlers Aussage in der Dienstagausgabe des Berliner Tagesspiegels bezieht. Seit Jahren vermisse man zukunftsfähige, umsetzbare Versorgungskonzepte der KBV. Jetzt den Ausweg in neuen Planungsgebilden zu sehen, zeige die ganze Hilflosigkeit, Versorgungsprobleme patientenorientiert anzugehen.

Nach Auffassung der AOK im Südwesten müsse die KBV, die seit Jahren auf die von ihr wesentlich mit verantwortete Versorgungswirklichkeit im Feld der psychischen Erkrankungen blicke, nicht in weitere Erkenntnisse zur aktuellen Lage investieren. Vielmehr sieht AOK-Chef Hermann dringenden Handlungsbedarf darin, dass auch die KBV sich endlich „in Richtung auf eine positive Veränderung der Versorgungswirklichkeit öffnet.“
Die Erkenntnis aus der Studie, dass es für eine zielgerichtete Versorgung der Patienten einer besseren Vernetzung der verschiedenen ärztlichen Fachrichtungen und niedrigschwelliger Behandlungsangeboten bedarf, sei im Kern richtig. „Für uns in Baden-Württemberg war genau diese Anforderung die Ausganglage, mit dem Ärzteverband Medi und Berufsverbänden der Psychiater, Neurologen und Psychotherapeuten direkt in Verhandlungen zu treten. Ergebnis war im Oktober vergangenen Jahres der Abschluss eines weiteren Selektivvertrages (PNP-Vertrag), der eine schnelle, strukturierte und flexibel auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnittene Behandlung ermöglicht“, so Hermann weiter.

Der AOK-Chef hält solche direkten Verträge zwischen Therapeuten und Krankenkassen für den einzig erfolgversprechenden Weg, um eine regionale, patientengerechte Versorgung zu erreichen und die Schnittstellen zu den verschiedenen Fachrichtungen auch wirklich bedienen zu können. Im Moment seien Psychotherapeuten, Neurologen und Psychiater im Land aufgerufen, dem Vertrag beizutreten.

Jährlich 50000 Sterilisationen

Die endgültige Unfruchtbarkeit ist für viele Paare heute eine gängige Option
Männer und Frauen zwischen 40 und 50 Jahren entscheiden sich erstaunlich häufig für eine Sterilisation. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) schätzt sogar, dass etwa jeder Vierte in dieser Altersgruppe sterilisiert ist, berichtet die „Apotheken Umschau“. Immer noch lassen mehr Frauen als Männer den Eingriff vornehmen, obwohl er beim Mann deutlich einfacher ist, allerdings steigt der Anteil der Männer. Exakte Zahlen gibt es nicht, aber die BZgA geht von fünf bis zehn Prozent der Sterilisierten aus, die den Eingriff wieder rückgängig machen lassen. Bei Männern liegt die Erfolgsrate bei fast 70 Prozent. „Ich rate aber, die Entscheidung für eine Sterilisation erst einmal als endgültig anzusehen“, betont aber Ruth Gottwald, Ärztin bei Pro Familia in Mainz.

Zur Grünen Woche: Tierrechtler fordern eine radikale Agrarwende

Die Internationale Grüne Woche in Berlin steht dieses Jahr auch unter dem Eindruck von neuen Landwirtschaftsskandalen wie dem Antibiotika-Einsatz in der Hühnermast und der Gefährdung durch multiresistente Keime. Für den Bundesverband Menschen für Tierrechte sind diese Missstände systembedingt, und er fordert eine radikale Wende der Landwirtschaftpolitik.

„Die aktuellen Studien*, aus Nordrhein-Westfalen oder vom BUND, zeigen einmal mehr, dass die fortschreitende Industrialisierung des Agrarsektors ein Irrweg ist. Sie erzeugt unvorstellbares Tierleid und wird, neben den komplexen globalen Auswirkungen, zunehmend zu einem ernsthaften Gesundheitsproblem für die Bevölkerung“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. Dennoch boomt die tierquälerische Intensivtierhaltung. Allein in Niedersachsen sollen 200 neue Mastanlagen entstehen. Die staatliche Förderpolitik treibt eine Spezialisierung der Betriebe und damit die Industrialisierung der Tierhaltung weiter voran.

„Die Bundesregierung muss ihre Blockadehaltung aufgeben und auf EU-Ebene eine wirkliche Agrarreform möglich machen. Subventionen müssen zwingend an soziale, ökologische und Tierschutz-Kriterien geknüpft werden. Auf Bundesebene müssen zudem effektive Maßnahmen ergriffen werden, um die tierquälerische Intensivtierhaltung hierzulande einzudämmen, wie beispielsweise die Abschaffung der baurechtlichen Privilegierung industrieller Großställe“, so Simons weiter. Um der Dringlichkeit einer umfassenden Agrarreform erneut Ausdruck zu verleihen, werden Verbandsvertreter auch an der Großdemonstration „Wir haben es satt!“ am Samstag in Berlin teilnehmen.

Dem Verbraucher empfiehlt der Verband, eine Ernährung ohne Tierprodukte zu bevorzugen, denn nur diese ist ohne das Leid von Tieren erzeugt. Praktische Unterstützung bietet der Verband durch sein Rezept- und Informationsportal an: http://www.culinaria-vegan.de/

* Eine kürzlich veröffentlichte Studie des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV) zum Antibiotika-Einsatz in der Hühnermast belegt, dass fast jedes Huhn während der Mast mit Antibiotika behandelt wird. Eine aktuelle Untersuchung der Umweltorganisation BUND ergab, dass mehr als die Hälfte aller untersuchten Hühnerfleisch-Proben aus Supermärkten Krankheitserreger enthalten, die gegen etliche Antibiotika resistent sind. Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigt, dass 22 % der Landwirte gefährliche multiresistente Keime in oder auf sich trägt. Die meisten dieser Landwirte arbeiten in der industriellen Schweinemast.

Mineralstoffe wie Magnesium können unseren Lebensmuskel schützen

Das Herz ist unser wichtigster Muskel und fleißig noch dazu. Es arbeitet unermüdlich und kennt keine Pause. Pro Tag schlägt es rund 100.000 Mal und pumpt mit rhythmischen Kontraktionen bis zu 10.000 Liter Blut durch den Körper, um die Durchblutung aller Organe sicherzustellen. Dieser Pumpvorgang funktioniert reibungslos, solange sich die elektrische Erregung über die einzelnen Herzmuskelzellen auf das gesamte Herz ausbreiten kann. Garant für diese Reizweiterleitung ist die ausreichende Versorgung mit einzelnen Mineralstoffen wie Kalium und vor allem Magnesium. Liegt das Powermineral Magnesium nur in ungenügender Menge vor, kann das Herz leicht aus dem Takt kommen, so die Warnung von Experten.

Magnesiumzufuhr kann Herzrhythmusstörungen senken

In den vergangenen Jahren ist eine Reihe großer Untersuchungen veröffentlicht worden, die nahelegen, dass ein erhöhter Verzehr von Magnesium das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen senken kann. „Insbesondere das Auftreten von Herzrhythmusstörungen, einer der häufigsten Ursachen für plötzlichen Herztod, wird mit einer geringen Magnesiumzufuhr verbunden“, bestätigt Professor Dr. Jürgen Vormann, Leiter des Instituts für Prävention und Ernährung (IPEV) in Ismaning/München. Wie die ARIC-Studie an 14.000 Teilnehmern aus den USA gezeigt habe, sei bei hoher Magnesiumkonzentration im Blutserum das Risiko für den plötzlichen Herztod um 55 Prozent geringer.

Ergänzende Einnahme oft empfehlenswert

Da die Ernährung oft nur unzureichende Mengen an Magnesium enthält, rät Professor Vormann dazu, die Zufuhr durch eine Auswahl an geeigneten magnesiumreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Nüssen und Gemüse zu erhöhen. Sollte dies nicht in ausreichendem Maße möglich sein, ist die ergänzende Einnahme von Magnesium in Form von gut verträglichem und rasch bioverfügbarem Magnesiumcitrat – wie zum Beispiel in Magnesium-Diasporal 300 Trinkgranulat – empfehlenswert. Das apothekenpflichtige Arzneimittel, ohne künstliche Süß- oder Farbstoffe, sollte am besten abends getrunken werden. Unter www.diasporal.de gibt es mehr Informationen und eine Broschüre zum Download.(djd/pt)

Zufriedenheit mit dem Krankenhaus: AOK, BARMER GEK und Weisse Liste befragen bundesweit 2 Millionen Patienten. Ergebnisse sollen ab Mitte 2012 Orientierung bei der Klinikwahl bieten

Wie zufrieden sind Patienten in Deutschland mit ihrem Krankenhaus? Wie erleben sie die Behandlung durch Ärzte und Pflegepersonal, wie Organisation und Service der Klinik? Die AOK, die BARMER GEK und das Projekt Weisse Liste befragen ab jetzt jährlich bis zu 2 Millionen Versicherte zu ihren Erfahrungen während des Klinikaufenthalts. Die ersten Ergebnisse zu den jeweiligen Krankenhäusern werden ab Mitte 2012 im Internetportal Weisse Liste veröffentlicht. Die Initiatoren wollen damit Patienten ermöglichen, bei der Auswahl eines Krankenhauses von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

Die Versicherten werden zwei bis acht Wochen nach ihrem Krankenhausaufenthalt von ihrer Krankenkasse angeschrieben und gebeten, den Fragebogen auszufüllen. In dieser Woche wurden die ersten Bögen versandt. „Damit geben wir den Startschuss für eine der größten Patientenbefragungen in Deutschland. Jeder Versicherte, der im Krankenhaus war, kann mit seinen Eindrücken jenen helfen, die sich in stationäre Behandlung begeben müssen“, sagt Jürgen Graalmann, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes.

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller, begrüßt das Projekt: „Patienten benötigen verlässliche Informationen – zu Behandlungsergebnissen von Krankenhäusern, aber auch zu den Erfahrungen, die andere Patienten gemacht haben. Durch die Befragung können Bürger künftig bundesweit die Patientenzufriedenheit vergleichen und ihre Wahlentscheidungen noch bewusster treffen.“

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BARMER GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, sieht noch weitere Vorteile: „Diese Befragungsergebnisse zum Krankenhausaufenthalt bilden eine sinnvolle Ergänzung zu den Qualitätsdaten, die Krankenkassen bereits regelmäßig auswerten und den Versicherten für deren Entscheidungen zur Verfügung stellen.“ Auch Krankenhäuser profitierten von der Befragungsaktion. „Sie bekommen einen Überblick darüber, wo sie noch besser werden können.“

„Bei der Auswahl eines Krankenhauses orientieren sich viele Ratsuchende besonders an den Erfahrungen anderer Patienten“, sagt Dr. Evelyn Schmidtke, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Ernährung beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Der Bundesverband ist Partner der Weissen Liste, einem gemeinsamen Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen. „Durch die Befragung wird dieses Urteil nun strukturiert erhoben und anderen Patienten zugänglich gemacht – ein weiterer wichtiger Schritt hin zu mehr Patientenorientierung im Gesundheitswesen.“

Grundlage der Befragung ist der Fragebogen „Patients‘ Experience Questionnaire“ (PEQ), der von der Bertelsmann Stiftung und dem Schweizer „Verein Outcome“ entwickelt wurde. Er umfasst rund 15 Fragen zur Versorgung durch Ärzte und Pflegepersonal, zu Organisation und Service sowie zur Bereitschaft der Befragten, das Krankenhaus weiterzuempfehlen. Die Befragung erfolgt anonym. „Der Fragebogen wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards entwickelt und getestet“, sagt Uwe Schwenk, Programmleiter bei der Bertelsmann Stiftung. Die Fragen seien zugeschnitten auf die Aspekte, die Patienten interessieren. „Wir wissen, dass Patienten sich fundierte Informationen zu den Erfahrungen anderer wünschen.“

Die ersten Befragungsergebnisse werden ab Mitte 2012 im Internetportal „Weisse Liste“ veröffentlicht. Jeder Interessierte kann die Ergebnisse dann sowohl unter www.weisse-liste.de als auch in den darauf basierenden Krankenkassenversionen abrufen. Bei der AOK ist das die Krankenhaussuche im AOK-Gesundheitsnavigator, bei der BARMER GEK das „BARMER GEK Krankenhausnavi“. Die beiden Kassen und das Projekt „Weisse Liste“ haben bereits gemeinsam eine Online-Arztsuche entwickelt, die ebenfalls auf Patientenerfahrungen beruht. Versicherte von AOK und BARMER GEK können dabei jederzeit online an einer Befragung zu ihren Ärzten teilnehmen.

Fit durch Fasten: Schon kleiner Verzicht kann viel bewirken

Wer vorbeugend fastet, tut nicht nur etwas für ein gutes Körpergefühl. Eine vorübergehende Unterbrechung der Ernährungsgewohnheiten hilft dabei, sich grundlegend zu regenerieren und neue Energie zu tanken. Auch das Risiko für Diabetes und Herzerkrankungen kann dadurch sinken. Das berichteten Ernährungswissenschaftler auf der Jahrestagung des American College of Cardiology. Fasten, so die Forscher, senke gleich mehrere Risikofaktoren für das Herz. Dazu gehören etwa erhöhte Blutfette, Übergewicht oder erhöhte Blutzuckerwerte.

Radikal hungern muss dafür niemand. „Jeder sollte die für ihn geeignete Variante finden“, rät die Stuttgarter Fastenexpertin Dr. Christine Reinecke und ergänzt: „Ob Buchinger-Fasten mit Brühe und Säften, ob Suppenfasten, Basenfasten oder Entlastungstage mit Gemüse, Obst und Reis – entscheidend ist, die wichtigsten Regeln zu beachten.“

Wichtig sei vor allem, viel zu trinken und alle Ausscheidungsvorgänge zu unterstützen. Außerdem sollte bei Fasten- und Entgiftungskuren unbedingt die Reinigung und Entleerung des Darms gefördert werden. Dafür werden natürliche, reizarme Passagesalze wie Bittersalz (erhältlich in Apotheken auch als wohlschmeckendes Sprudelsalz wie F.X. Passage SL) eingesetzt. Auch Saunagänge und Bewegung an der frischen Luft fördern die Entgiftung. Unter www.heilfasten-tipps.de gibt es mehr Informationen.