Archiv für den Monat: Februar 2012

Junge Erwachsene mit angeborenem Herzfehler (EMAH): Mit 18 brechen viele ihre lebenswichtige Behandlung ab

Herzstiftung und Kinderkardiologen appellieren: EMAH-Patienten sollten unbedingt den Kontakt mit einem EMAH-Kardiologen halten

Junge Erwachsene mit einem angeborenen Herzfehler (EMAH) stehen mit Erreichen des 18. Lebensjahres vor einer Schwellensituation mit vielen kritischen Herausforderungen. Kinderkardiologen beklagen, dass viele EMAH-Patienten mit dem Erreichen der Volljährigkeit eine Weiterbehandlung ihres Herzfehlers bei einem EMAH-zertifizierten Kinderkardiologen bzw. Kardiologen nicht mehr fortführen – was lebensbedrohliche Folgen für ihre Gesundheit haben kann. Die Mediziner führen diesen Abbruch auf veränderte Lebensumstände bei den Patienten, aber auch auf bürokratische Hürden in abrechnungstechnischer Hinsicht zurück. So haben Kinderkardiologen – auch wenn sie EMAH-zertifiziert sind – keinen grundsätzlichen Anspruch auf eine Weiterbetreuung ihrer gesetzlich versicherten Patienten ab dem 18. Geburtstag.
„Wir appellieren als Patientenorganisation gemeinsam mit den Kinderkardiologen an alle betroffene EMAH-Patienten, sich unbedingt in Weiterbehandlung ihres Herzfehlers bei einem Kinderkardiologen oder Kardiologen mit EMAH-Expertise zu begeben“, sagt der Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Wir bitten auch Ärzte nicht-kardiologischer Fachrichtungen bei Arztbesuchen von EMAH-Patienten um besondere Aufmerksamkeit für diese Patientengruppe und die nötige hochspezialisierte Weiterbehandlung von angeborenen Herzfehlern.“

Lebenswichtig für EMAHs: Regelmäßige Verlaufsbeobachtung
EMAH-Patienten befinden sich in der Regel seit ihrer frühen Kindheit in kinderkardiologischer Behandlung durch einen Herzspezialisten, der die Besonderheiten und die Vielzahl der angeborenen Herzfehler und deren Komplexität in Diagnostik und Therapie kennt. Die medizinischen Fachgesellschaften der Kinderkardiologen (DGPK), Kardiologen (DGK) und Herzchirurgen (DGTHG) haben die Versorgungsnotwendigkeiten der EMAH-Patienten seit langem erkannt und die „EMAH-Task-Force“ gegründet, um gemeinsam eine sektorenübergreifende Versorgungsstruktur aufzubauen. „EMAHs sind eine besondere Patientengruppe mit einem speziellen Versorgungsauftrag. Für sie ist die regelmäßige Verlaufsbeobachtung lebensnotwendig“, sagt Dr. med. Marc Schlez, niedergelassener Kinderarzt und zertifizierter EMAH-Kinderkardiologe aus Neustadt/Weinstraße sowie Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Niedergelassener Kinderkardiologen (ANKK). Umso dringlicher ist es, dass es gar nicht erst zur Unterbrechung der Kontrollintervalle beim Herzspezialisten in der kritischen Phase der „Transition“, dem Übergang von der Versorgung in der Kinderheilkunde in die Betreuung durch Ärzte für Erwachsene ab dem 18. Lebensjahr, kommt. Warum aber klinken sich viele EMAH-Patienten aus der Weiterbehandlung aus?

Frühes Wissen um den eigenen Herzfehler nötig
In der Regel nehmen die Eltern die ärztliche Versorgung (Vereinbarung der Arzttermine etc.) ihrer herzkranken Kinder bis ins höhere Teenageralter in die Hand. „Diese Kontrollfunktion der Eltern entfällt plötzlich, wenn die volljährig gewordenen Patienten aus beruflichen Gründen von zu Hause wegziehen“, sagt Dr. Schlez, der auch Beiratsmitglied der Herzstiftung ist. „Speziell junge EMAH-Patienten tun sich wegen dieser Veränderung der Lebensumstände schwer, eine langfristige Verlaufsbeobachtung aufrechtzuerhalten.“ Der Kinderarzt appelliert deswegen an die Kinderkardiologen und Eltern, bereits bei den 15- bis 17-jährigen Patienten ein tiefes Bewusstsein für die Notwendigkeit der regelmäßigen Verlaufskontrolle zu verankern und sie in die ärztliche Beratung und Aufklärung bei den Routineterminen einzubeziehen – damit sie ihren Herzfehler und dessen Auswirkungen auf ihr Leben genau kennen. „Schon als Jugendliche müssen die Herzpatienten verstehen, warum die Medikamenteneinnahme oder das Einhalten bestimmter Einschränkungen beim Sport lebenswichtig sind.“ Nur so könnten die zukünftigen EMAH-Patienten auch andere über ihren Herzfehler informieren, etwa wenn sie mit 18 erstmals in Eigenverantwortung einen anderen Arzt aufsuchen. So ließe sich auch vermeiden, dass sich wie bisher nur eine Minderheit von den schätzungsweise 200 000 bis 300000 EMAHs in Deutschland in eine regelmäßige EMAH-zertifizierte Betreuung begibt.

„Verlorene“ Patienten zurückgewinnen
Dass eine so hohe Zahl an „verlorenen“ Patienten aus der regelmäßigen Behandlung ausscheidet, hat auch abrechnungstechnische Gründe. Eine Abrechenbarkeit der EMAH-Versorgung in kinderkardiologischen Praxen und Ambulanzen ist derzeit nur über die Verhandlung von Sondergenehmigungen und Ausnahmeregelungen mit den Kassenärztlichen Vereinigungen auf Landesebene möglich. Eine bundeseinheitliche Regelung steht noch aus.
Dies führt dazu, dass sich Patienten, nachdem sie 18 Jahre gut durch Kinderkardiologen betreut worden sind, in allgemeinärztlichen und kardiologischen Praxen ohne EMAH-Expertise nicht ausreichend betreut fühlen, weil sie oftmals dem Arzt ihren Herzfehler erst erklären müssen. „Wenn EMAH-Patienten ab dem 18. Lebensjahr ihren Wohnort wechseln, müssen sie von ihrem Kinderkardiologen direkt an einen EMAH-zertifizierten Arzt weitergeleitet werden“, sagt Dr. Schlez. „Ärzte aller Fachrichtungen müssen für die Problematik der ,verlorenen‘ EMAH-Patienten, die eine hochspezialisierte kardiologische Weiterbehandlung benötigen, sensibilisiert werden“, fordert Prof. Meinertz.

Eine aktuelle Liste der EMAH-zertifizierten Kinderkardiologen und Kardiologen sowie der Zentren, die ein EMAH-Zertifikat der Fachgesellschaften der Kinderkardiologen (DGPK) und Kardiologen (DGK) erhalten haben, ist auf der Homepage der Kinderherzstiftung unter www.kinderherzstiftung.de/emah.php zu finden.

Mit neuen Methoden der 4D-Bildgebung zur besseren Risikoeinschätzung von Aorteneingriffen

Dr. Rusche-Forschungsprojekt an Heidelberger Herzchirurgen vergeben
Die Deutsche Stiftung für Herzforschung (DSHF) – Tochterorganisation der Deutschen Herzstiftung – und die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) haben gemeinsam das Dr. Rusche-Forschungsprojekt vergeben. Ausgezeichnet wurde PD Dr. med. Carsten Joachim Beller vom Herzzentrum Heidelberg, Klinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg, in Kooperation mit Dr. med. Hendrik von Tengg-Kobligk, Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Heidelberg, für ein Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der radiologischen Bildgebung in der Herzchirurgie. Das Vorhaben mit dem Titel „Computermodellierung und multimodale 4D-Bildgebung zur Risikostratifizierung und Operationsplanung bei Erkrankungen der thorakalen Aorta“ erhielt auf der 41. Jahrestagung der DGTHG in Freiburg eine Fördersumme von 59 700 Euro für zwei Jahre. „Der hohe Wert des Einsatzes weiterentwickelter Computermodelle und neuer Methoden der 4D-Bildgebung für die Planung, Prognose und Risikoeinschätzung bei Operationen an der Aorta war in den Augen aller Gutachter unbestritten“, würdigte Prof. Dr. med. Hellmut Oelert, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der DSHF, die Preisvergabe.

Bessere Planung, Prognose und Risikoeinschätzung von Aorteneingriffen
Eine Erweiterung oder Aussackung (Aneurysma) der thorakalen Aorta bzw. Brustschlagader kann lebensbedrohliche Komplikationen wie Einriss oder Zerreißen der Aorta zur Folge haben. Mit Hilfe von Computermodellierung und neuen Methoden der vierdimensionalen (4D)-Bildgebung der thorakalen Aorta sollen frühzeitig Hochrisiko-Patienten identifiziert und einer vorbeugenden chirurgischen Therapie der krankhaften Aorta unterzogen werden. Ziel des von der DSHF geförderten Forschungsprojekts ist es, die Planung, Prognose und Risikoeinschätzung von Operationen der krankhaften Brustschlagader zu verbessern und den optimalen Zeitpunkt für eine vorbeugende Operation exakt zu bestimmen.

Zusätzliche Messgrößen sollen Routinediagnostik erweitern
Innovativ an dem Forschungsprojekt ist, dass es die bildgebende Diagnostik zur Untersuchung einer krankhaften Brustschlagader mit Hilfe von Computermodellen und neuen Methoden der 4D-Bildgebung erweitert. „Heutzutage werden in der klinischen Routine die Anatomie und krankhaften Veränderungen der Brustschlagader statisch in 3D abgebildet und vermessen. Für die Herzchirurgie sind dabei vor allem der Durchmesser und die rasche Größenzunahme wichtige Messgrößen im Entscheidungsprozess, ob eine krankhafte Aorta operativ behandelt werden muss. Für eine individuelle Risikoeinschätzung müssten aber noch weitere Aspekte abgefragt werden“, meint PD Beller. Denn nicht gemessen würden etwa die dynamische Verformung und die Bewegung der Aortenwurzel und der gesamten Brustschlagader während des Herzzyklus‘. Auch die Hämodynamik, das Zusammenspiel zwischen Blutdruck und Phase des Herzzyklus‘, sowie Aortenbewegung sind dem Herzchirurgen zufolge bisher nicht ausreichend untersucht. Demgegenüber sieht das neue Verfahren noch weitere Messgrößen wie z. B. Wandspannung und -bewegung der Brustschlagader vor. „Diese benötigen wir, um individuelle Schwächen der Aortenwand zu identifizieren und rechtzeitig einen vorbeugenden therapeutischen Eingriff einzuleiten“, sagt der Herzchirurg.

Anhand von Bildinformationen mehrerer Bildgebungsverfahren wie statische 3D- und dynamische 4D-Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und Positronenemissionstomographie (PET)-CT soll es möglich sein, Wechselbeziehungen zwischen mechanischer Wandbelastung und Stoffwechselaktivität der Gefäßwand in der aufsteigenden Brustschlagader zu untersuchen. „Die Verknüpfung dieser Daten soll es uns ermöglichen, patientenspezifische Computermodelle der Brustschlagader zu erstellen und die mechanische Belastung der Aortenwand sowie die veränderten Strömungsverhältnisse des Blutes bei Aneurysmen der Brustschlagader zu berechnen und in ein Bild zu übertragen. Damit könnten wir Hochrisiko-Patienten besser identifizieren“, erläutert PD Beller.

Der Internist Dr. Ortwin Rusche aus Bad Soden hatte die DSHF in seinem Testament als Alleinerbin eingesetzt. Aus dem zum Gedenken an den Erblasser eingerichteten Stiftungsfonds Dr. Ortwin Rusche soll nach dessen Wunsch alljährlich ein Projekt mit herzchirurgischem Schwerpunkt gefördert werden. Die Ausschreibung, auf die sich Nachwuchswissenschaftler aus der Herzchirurgie bewerben können, erfolgt gemeinsam durch die DSHF und die DGTHG.

Pilotprojekt „Hautkrebs-Test“ senkt Sterblichkeit am malignen Melanom

Deutlich weniger Menschen sterben an einem malignen Melanom, wenn ihnen kostenlos eine systematische Hautkrebs-Früherkennung angeboten wird. Dies belegt die Auswertung der Daten des einjährigen Pilotprojektes in Schleswig-Holstein. Das Projekt fand von 2003 bis 2004 im Vorfeld der bundesweiten Einführung des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings (2008) statt. 366.000 Menschen ließen ihre Haut untersuchen. Die Ergebnisse sind beachtlich: „Es wurde eine Vielzahl von Hauttumoren entdeckt und heute sterben in Schleswig-Holstein halb so viele Menschen an einem malignen Melanom, wie noch vor knapp zehn Jahren“, erläutert Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP). „Wir sind daher zuversichtlich, dass bundesweit durch das gesetzliche Hautkrebs-Scree¬ning ebenfalls weniger Menschen an Hautkrebs sterben werden als bisher“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Die „Generalprobe“ des Hautkrebs-Screenings in Schleswig-Holstein hat dazu geführt, dass die Anzahl der früh erkannten und damit gut behandelbaren Hauttumoren erhöht werden konnte. Auch die Anfangsphase des bundesweiten gesetzlichen Hautkrebs-Screenings zeigt erste Ergebnisse, die in eine ähnliche Richtung gehen: In den ersten beiden Jahren des Screenings konnte bundesweit deutlich mehr Hautkrebs diagnostiziert werden als zuvor. Die neu entdeckten Hautkrebsfälle erhöhten sich von rund 193.000 Fällen im Jahr 2007 auf etwa 223.500 Fälle im Jahr 2009. Ebenso stieg die Anzahl der aufgespürten Melanome im selben Zeitraum von 23.000 auf etwa 26.000. Dies belegen neueste Hochrechnungen der Gesellschaft epidemiologischer Krebsregister in Deutschland (GEKID), die im Rahmen des 30. Deutschen Krebskongresses in Berlin von Professor Dr. Alexander Katalinic, Vorsitzender des GEKID, vorgestellt wurden.

Die Akzeptanz des Hautkrebs-Screenings in der Bevölkerung ist hoch: Rund 13,5 Millionen der insgesamt 45 Millionen Anspruchsberechtigten haben diese Untersuchung bis heute genutzt. „Wir führen die hohe Beteiligung auf die flächendeckende Verfügbarkeit des Screenings und das große Informationsangebot zurück: ob in den Medien, in Broschüren oder in ärztlichen Beratungsgesprächen – Interessierte kommen leicht an die gewünschten Informationen“, erklärt Breitbart. „Zudem ist die Untersuchung schmerzfrei und erfolgt mit bloßem Auge ohne weitere Hilfsmittel“, so der Hautkrebsexperte. Berechtigt zur Durchführung des Hautkrebs-Screenings sind etwa 2.500 Dermatologen und 35.500 Hausärzte, die sich dafür speziell qualifiziert haben.

Die Deutsche Krebshilfe und die ADP waren maßgeblich an der Initiierung und Umsetzung des Hautkrebs-Screenings beteiligt. Beide Organisationen setzen sich nachdrücklich dafür ein, dass das Hautkrebs-Screening auch über das Jahr 2013 hinaus im Katalog der gesetzlichen Krebs-Früherkennung verbleibt und somit weiterhin von Zuzahlungen befreit ist.

Hintergrund-Information: Hautkrebs-Screening

Die gesetzliche Untersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs ist unkompliziert und schmerzlos. Sie kann vom Arzt ohne weitere Hilfsmittel mit bloßem Auge durchgeführt werden.

Untersuchungsablauf:

Fragen nach eigenen und familiären Vorerkrankungen (Anamnese).
Standardisierte visuelle Untersuchung der gesamten Körperoberfläche von der behaarten Kopfhaut bis zu den Fußsohlen, inklusive aller Hautfalten, der Mundschleimhäute und des äußeren Genitals.
Befundmitteilung sowie präventive Beratung zum richtigen Umgang mit natürlicher und künstlicher UV-Strahlung, Feststellung möglicher individueller Risikofaktoren, Information über das Angebot weiterer gesetzlicher Krebs-Früherkennungsuntersuchungen.
Bei Verdachtsdiagnose eines Hausarztes: Überweisung zum Dermatologen zur weiteren Abklärung. Die Verdachtsabklärung erfolgt durch eine feingewebliche Untersuchung im Labor.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter http://krebshilfe.de und http://www.hautkrebs-screening.de/. (gb)

39 % der Einweisungen ins Krankenhaus sind Notfälle

39 % aller Krankenhauspatientinnen und -patienten in Deutschland wurden im Jahr 2010 als Notfall eingewiesen (6,8 Millionen). Bei den übrigen vollstationären Aufnahmen handelte es sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) entweder um eine reguläre Einweisung durch einen Arzt (9,3 Millionen), um eine Geburt (0,6 Millionen) oder um eine Verlegung aus einem anderen Krankenhaus (0,7 Millionen).

Am häufigsten wurden Notfallpatientinnen und -patienten wegen Krankheiten des Kreislaufsystems behandelt, gefolgt von Verletzungen und Vergiftungen. Unter den Krankheiten des Kreislaufsystems waren Herzinsuffizienz und Hirninfarkt die häufigste Diagnose, bei den Verletzungen und Vergiftungen wurde die Schädel-/Hirnverletzung (intrakranielle Verletzung) am häufigsten diagnostiziert.

Wie sich Speedbergsteiger Basti Haag auf den nächsten Achttausender vorbereitet

Basti Haag liebt Extreme. Der Münchner Tierarzt setzt beim Höhenskibergsteigen auf Geschwindigkeitsrekorde. Als Speedbergsteiger bezwingt er Achttausender in China oder Nepal in Rekordzeit. Etwa neun bis zehn Stunden dauert der spurtartige Aufstieg über die letzten 3.000 Höhenmeter bis zum Gipfel – für die anschließende Skiabfahrt braucht er kaum mehr als eine Stunde. Die extremen Erlebnisse bringen ihm den Kick. Haag: „Sie geben mir das Gefühl, wahnsinnig lebendig zu sein.“

Energiespeicher auftanken und leistungsfähig bleiben

Für kommenden Oktober hat der Extremsportler als neues Gipfelprojekt den knapp 8.200 Meter hohen Cho Oyu in Tibet im Visier. Schon jetzt hat er mit der Vorbereitung begonnen. Ebenso wie später am Berg trinkt er beim Training – das heißt: vor, während und nach dem Berglaufen, Biken oder Skibergsteigen – zum Ausgleich seines Mineralstoffhaushalts Basica Sport. „Das Trinken vor dem Sport tankt meine Energiespeicher optimal auf und während der Belastung bleibe ich konstant leistungsfähig“, erklärt Haag.

Mineralstoffverlust führt zum Kollaps

Auch die Kraft nach dem Sport holt sich der Speedbergsteiger nach eigenen Angaben mit der Dreifach-Energie des Getränkepulvers rasch zurück. Die basische Mineralstoffmischung, so Haag, verhindere eine Übersäuerung des Organismus in der Regenerationszeit. Dass die adäquate Versorgung mit Energie und Mineralstoffen vor allem unter den Extrembedingungen am Berg lebenswichtig ist, hat der gebürtige Münchner schon am eigenen Leib erfahren. Werden durch Schweiß und eisige Kälte verlorene Mineralstoffe nicht rechtzeitig ersetzt, kann es zum Kollaps kommen – so wie 2009 am 8.050 Meter hohen Broad Peak. Damals war Basti Haag nur knapp dem weißen Tod entronnen.

Gerade bei Arthrose ist kontinuierliche Bewegung ein Muss

Viele Menschen können es kaum erwarten, dass der Frühling endlich Einzug hält. Ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen oder Fahrradtouren machen noch mehr Spaß, wenn es in der Natur grünt und blüht. Patienten, die unter Arthrose leiden, reagieren jedoch oft weniger euphorisch auf die frühlingshafte Stimmung. Gelenksteifigkeit, Beeinträchtigungen der Gelenkfunktion und Schmerzen trüben ihre Freude an Bewegung und sorgen dafür, dass sie immer seltener aktiv werden. Doch das ist verkehrt. Denn Arthrosepatienten sollten trotz oder gerade wegen ihrer Bewegungsschmerzen regelmäßig Sport treiben.

Schonhaltung ist Gift

Nur bei kontinuierlicher Bewegung wird ausreichend Gelenkschmiere produziert, um einen reibungslosen Bewegungsablauf zu gewährleisten. Schonhaltungen einzunehmen oder ein Gelenk gar nicht mehr zu bewegen, kann die Arthrose in vielen Fällen verschlimmern. Interessierte finden unter www.stark-gegen-schmerz.de Tipps zu einem aktiven Umgang mit der Erkrankung, Videos mit Übungen, weiterführende Links und eine Broschüre zum Download. Auch über den Infoservice unter Telefon 0800-066-1270 kann die kleine Druckschrift kostenlos bestellt werden.

Moderne Schmerztherapie erhält Beweglichkeit

Galt es früher, bei Schmerzen die Zähne zusammenzubeißen, muss heutzutage niemand mehr aus Angst vor Beschwerden auf Bewegung verzichten. Eine neuere und weiterentwickelte Generation von Schmerzmitteln ermöglicht es, akute wie chronische Schmerzen und Entzündungen bei Arthrose gezielt zu behandeln und dabei Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Bereich zu verringern. „Heute kann man Gelenkschmerzen zum Beispiel mit den modernen Coxiben behandeln, die für den Magen-Darm-Trakt in der Regel besser verträglich sind“, bestätigt Professor Dr. Bernd Simon. Eine weitere für Patienten vorteilhafte Eigenschaft dieser Therapien sei es, dass sie schnell wirken, erklärt der Arzt. Die nötige Dosis kann deshalb so gering wie möglich gehalten werden. Generell empfiehlt der Experte, die Mittel immer nur so lange einzunehmen, wie die Gelenkschmerzen bestehen.

Wenn Allergene die Atmung behindern

Wenn der Frühling sein blaues Band wieder durch die Lüfte flattern lässt, schwirren auch unzählige kleinste Blütenstaubteilchen umher. Diese im Grunde harmlosen Pollen verträgt nicht jeder Mensch. Bei Allergikern produziert das überempfindliche Immunsystem Antikörper, um die vermeintliche Bedrohung zu bekämpfen. So kommt ein Prozess in Gang, der heftige Beschwerden zur Folge haben kann: Die Nase juckt und läuft, die Augen tränen, die Schleimhäute schwellen an. Im Volksmund nennt man das Phänomen Heuschnupfen – fast jeder fünfte Deutsche leidet Schätzungen zufolge bereits darunter. Unbehandelt können die Beschwerden auf die Bronchien übergehen und Asthma kann entstehen.

Lipidkügelchen können die Schleimhaut schützen

Nicht in jedem Fall ist die Gabe kortisonhaltiger Mittel notwendig – mehrere wissenschaftliche Untersuchungen überprüften die Wirkung eines neuartigen Nasensprays. Professor Dr. Ralph Mösges von der Universität Köln erläutert die Ergebnisse: „Das liposomale Nasenspray unterscheidet sich in seiner Wirksamkeit nicht von der leitliniengemäßen Therapie mit Antihistamin- und Corticosteroid-Sprays. Die Verträglichkeit von LipoNasal Nasenspray ist gut.“ Da auf Kortison und Antihistamine verzichtet wird, ist das Heuschnupfenspray auch für Schwangere und Kinder geeignet. Es zeigt seine Wirkung bereits ab dem ersten Sprühstoß – die Liposomen (Fettkügelchen) formen einen Schutzfilm, der die Allergene binden und den Kontakt der Allergene mit der Nasenschleimhaut verhindern kann.

Den Pollen aus dem Weg gehen

Allergologen sind in der Lage, anhand eines Haut- oder Bluttests die Auslöser einer Allergie zu erkennen. Welche Pollen gerade fliegen, erfahren Heuschnupfenpatienten über die Pollenvorhersage des Deutschen Wetterdiensts oder aus speziellen Pollenflugkalendern. Der Allergenkontakt zu Hause lässt sich reduzieren: Während der Pollenflugsaison empfiehlt es sich, die Fenster geschlossen zu halten. Beim Heimkommen die Kleidung wechseln, vor dem zu Bett gehen die Haare waschen. Auch häufiges Staubsaugen – ein Gerät mit Allergiefilter ist ratsam – kann hilfreich sein.(djd/pt)

„Krebspatienten wollen Informationen, unabhängigen ärztlichen Rat – und Zuversicht“

Im Mai feiert die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr ihr 30-jähriges Jubiläum – Zahl der ärztlichen Beratungen steigt.

Druck, Unsicherheit und Angst haben die meisten Menschen, die sich an die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr wenden. „Sie wollen Informationen, ärztlichen Rat und suchen Unterstützung, um ihren persönlichen Weg im Umgang mit dem Krebs zu finden“, sagt Dr. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK). „Und sie möchten Hoffnung und Zuversicht.“

Über 5000 telefonische und persönliche ärztliche Beratungen verzeichnete die GfBK 2011 allein in der Zentralen Beratungsstelle in Heidelberg, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. „Krebskranke Menschen sind angewiesen auf vielseitige Information und umfassende Orientierungshilfe, die sich nicht an kommerziellen Interessen orientiert“, sagt Dr. Irmey. Mit über 20.000 Mitgliedern und Förderern ist die GfBK die größte Beratungsorganisation für ganzheitliche Medizin gegen Krebs im deutschsprachigen Raum. Sie informiert und berät unabhängig und kostenfrei.

Die GfBK setzt sich für eine individuelle, menschliche Krebstherapie ein, in der sich biologische Heilverfahren und schulmedizinische Behandlungswege sinnvoll und wirksam ergänzen. Viele Patienten sehen das genauso. Etwa 80 % aller onkologischen Patienten wenden laut Umfrage des Allensbach Instituts Naturheilverfahren an. OTS

Zu dem heutigen Pressebericht über Todesfälle aufgrund vermuteter Behandlungsfehler erklärt der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery:

„Jeder Mensch, der durch den Fehler eines Arztes oder eines anderen stirbt, ist einer zu viel. Insofern begrüßen wir eine statistisch korrekte Aufarbeitung der Todesursachenstatistik. Dazu gehört aber auch, die Ursachen der Todesfälle in ihrer schuldhaften Abhängigkeit korrekt aufzuarbeiten.

Abstoßungsreaktionen bei einer Transplantation können zum Beispiel häufig auftretende und den Patienten vorher mitgeteilte Komplikationen sein. Mangelnde Desinfektion oder Hygienemängel sind oft Strukturfehler und nicht Arztfehler. Und Komplikationen bei einer Implantation können dann nicht Ärzten angelastet werden, wenn es sich um zwar TÜV-geprüfte, aber fehlerhafte Produkte handelt, wie bei den PIP-Brustimplantaten.

Im Gegensatz zur rein bürokratisch-statistischen ICD-10-Erfassung auf Grundlage der Totenscheine, die jetzt als reißerische Trendmeldung verkündet wird, weisen die von den Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern erhobenen Statistiken auf Grundlage meist mehrerer unabhängiger Expertengutachten keine signifikanten Änderungen auf.“ OTS

Zu viele Gelenk-Prothesen?

Der Ersatz eines kranken Gelenkes sollte die letzte Option bleiben

In Deutschland hat der Einsatz von Hüft- und Kniegelenk-Prothesen ein Ausmaß angenommen, das auch viele Experten zweifeln lässt, ob dies immer die beste Option für die Patienten ist. Steigende Zahlen frühzeitiger Austausch-Operationen, die stark schwankende Qualität zwischen den Kliniken und schwer nachvollziehbare Differenzen in der regionalen Häufigkeit sind Gründe für die wachsende Skepsis. Hinzu kommt ein bedenklicher finanzieller Aspekt: „Der Protheseneinbau zählt zu den lukrativsten Operationen, das lässt sich nicht leugnen“, sagt Professor Thorsten Gehrke, ärztlicher Direktor der Endoklinik Hamburg, in der „Apotheken Umschau“. Die Krankenkassen sorgen sich, dass das Angebot der operierenden Klinken die eigene Nachfrage schafft. Die Fachgesellschaft der deutschen Orthopäden will nun einen Versorgungsatlas erstellen, um die Datenbasis für eine sachliche Diskussion zu verbessern. Zwar sind die weitaus meisten Patienten mit ihrem Gelenkersatz zufrieden, aber drei Prozent innerhalb von zwei Jahren ausgewechselte Hüftprothesen und sechs Prozent beim Knieersatz sind eben sehr viel.

Ausführliche Informationen über den Hüftgelenk-Ersatz finden Sie unter
www.apotheken-umschau.de/Arthrose/Wieder-fit-dank-Hueftprothese-56894.html