Archiv für den Monat: Mai 2012

Welt-Nichtrauchertag: Lass Dich nicht einwickeln!

Am 31. Mai 2012 ist Welt-Nichtrauchertag. Unter dem Motto „Lass Dich nicht einwickeln – Rauchen kennt nur einen Gewinner: die Tabakindustrie“ macht das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN, ein Zusammenschluss namhafter Gesundheitsorganisationen, dem auch die Deutsche Krebshilfe angehört, die Bevölkerung und die Politik darauf aufmerksam, dass vom Rauchen letztlich nur die Tabakindustrie profitiert. „Rauchen ist kein Symbol für Freiheit und Genuss, sondern macht abhängig und krank“, sagte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, anlässlich einer Pressekonferenz am 24. Mai 2012 in Berlin. „Und obwohl diese gesundheitlichen Folgen hinlänglich bekannt sind, fällt es unseren politischen Entscheidungsträgern nach wie vor schwer, einen umfassenden Schutz vor dem Passivrauchen bundesweit gesetzlich zu verankern.“

Besonderen Handlungsbedarf sehen die Gesundheitsorganisationen bei Filmen und Fernsehsendungen. Denn gerade in deutschen Filmproduktionen wird viel häufiger geraucht als in ausländischen Produktionen. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord), die auf der Pressekonferenz in Berlin vorgestellt wurde. Während in deutschen Filmen durchschnittlich 42 Rauchszenen vorkommen, sind es in US-amerikanischen Produktionen nur 20 Szenen, in denen die Akteure rauchen. Darüber hinaus sind die Altersfreigaben für Kinofilme in den USA in der Regel höher als in Deutschland. Aus diesen Gründen sehen deutsche Jugendliche wesentlich mehr Rauchszenen in Filmen als amerikanische Gleichaltrige. Eine Hochrechnung ergab, dass Jugendliche hierzulande im Alter zwischen 11 und 14 Jahren allein durch die 250 erfolgreichsten Kinofilme der Jahre 2004 bis 2009 mehr als 1.000 Rauchszenen ausgesetzt waren.

„In unserer Studie hat sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem eigenen Tabakkonsum und der Zahl der gesehenen Tabakszenen in den untersuchten Filmen ergeben“, erläuterte Professor Dr. Reiner Hanewinkel, Geschäftsführer des IFT-Nord. „Im Klartext heißt das: Wer mehr Rauchszenen in Filmen gesehen hat, hat auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, selbst mit dem Rauchen zu beginnen.“ Das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN zieht daraus eine klare Konsequenz: „Rauchen muss – wie es in den USA bereits geschieht – bei der Bewertung der Altersfreigabe von Filmen mit berücksichtigt werden“, forderte Dr. Prümel-Philippsen, Sprecher des AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN in Berlin. „Außerdem muss in deutschen Film- und Fernsehproduktionen endlich damit aufgehört werden, das Rauchen als den Normalzustand darzustellen.“

Zum Welt-Nichtrauchertag ruft das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN darüber hinaus dazu auf, konsequente Nichtraucherschutzgesetze in ganz Deutschland einzuführen, Kinder und Jugendliche vor dem Passivrauchen zu schützen, Tabakwerbung zu verbieten und die Einflussnahme der Tabakindustrie auf Politik, Medien, Sport zu unterbinden.

Die Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Krebsforschungszentrum und das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN stellen kostenlos ein aktuelles Plakat zum Welt-Nichtrauchertag sowie Broschüren und Flyer für Aktionen und Informationsveranstaltungen bereit. Interessierte können die Materialien bestellen unter www.weltnichtrauchertag.de, www.abnr.de, www.krebshilfe.de und www.tabakkontrolle.de.

Rauchen in Deutschland – Zahlen, Daten, Fakten

Der Tabakkonsum ist hierzulande das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. In Deutschland raucht ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung (30,1 Prozent). Das entspricht etwa 24 Millionen Menschen. Mit verheerenden Folgen: Zigarettenrauchen führt hierzulande jährlich zu mehr Todesfällen als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen. Jedes Jahr sterben etwa 110.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des aktiven Rauchens sowie mindestens 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

Das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN ist ein Zusammenschluss von elf bundesweit tätigen Organisationen des Gesundheitswesens in Deutschland. Es wurde mit dem Ziel gegründet, Maßnahmen zur Tabakkontrolle auf politischer Ebene anzuregen, zu fördern und zu begleiten. Folgende Organisationen bilden das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN: Ärztlicher Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit, Bundesärztekammer, Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, Deutsche Herzstiftung, Deutsches Krebsforschungszentrum, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe und Deutsche Lungenstiftung.

Patientenrechtegesetz: Paritätischer kritisiert Gesetzentwurf als enttäuschend

Als enttäuschend kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband den heute im Kabinett verabschiedeten Entwurf für ein Patientenrechtegesetz. Nach jahrelangen Debatten sei es zwar zu begrüßen, dass endlich ein Patientenrechtegesetz auf den Weg gebracht werde. Die aktuellen Vorschläge der Regierung blieben jedoch weit hinter den Erwartungen der Patienten und teilweise sogar noch hinter der geltenden Rechtsprechung zurück. Zentrale Themen wie etwa der Zugang für Menschen mit Behinderung oder die Überwindung von Sprachbarrieren bei Migranten blieben völlig außen vor.

„Dieses Gesetz schafft Transparenz und Verbindlichkeit, aber noch immer keine Kommunikation auf Augenhöhe“, kritisiert Verbandsvorsitzender Prof. Rolf Rosenbrock. Sei es die Frage der Kommunikation mit Menschen ohne Deutschkenntnisse, die Frage der Beweislast beim Kunstfehler oder die notwendige Beratung bei zusätzlichen Leistungen, die der Patient selbst zu zahlen hat: „Nach wie vor bleibt der Patient in einer unmündigen Position. Insbesondere wird dem Geschacher mit so genannten IGeL-Leistungen kein ausreichender Einhalt geboten. Der Patient bleibt dem geldgetriebenen Spiel mit Angst, Schmerz und Leid auch nach diesem Gesetz ausgeliefert“, mahnt der Gesundheitsexperte. Besonders zu kritisieren sei darüber hinaus der Verzicht auf die Einrichtung eines Härtefallfonds für Geschädigte durch Behandlungsfehler. „Jeder Geschädigte muss es als Hohn empfinden, wenn der Gesundheitsminister auf den erheblichen Aufwand eines solchen Fonds verweist. Auch hier werden die Betroffenen in ihrer Not allein gelassen“, so Rosenbrock.

„Vom Leitbild des mündigen Patienten und dem vertrauensvollen Arzt-Patient-Verhältnis ist dieser Gesetzentwurf noch denkbar weit entfernt“, resümiert Rosenbrock. Der Verband fordert und erwartet daher deutliche Nachbesserungen im weiteren parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren.

Prof. Dr. Rolf Rosenbrock ist Leiter der Forschungsgruppe „Public Health“ im Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin (WZB) und seit dem 26. April 2012 neuer Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes, der u.a. 70 Bundeszusammenschlüsse chronisch kranker und behinderter Menschen vertritt.

Endlich mehr Transparenz für Patienten – Patientenrechtegesetz vom Kabinett beschlossen

Zu dem am 23.05.2012 vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten erklären Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und der Patientenbeauftragte der Bundesregierung Wolfgang Zöller:

„Sechs von zehn Patienten kennen laut einer Studie ihre Rechte gar nicht oder unvollständig. Viele Patienten beklagen zudem die mangelnde oder ungenügende Information durch den Behandelnden, sie fühlen sich oftmals alleine gelassen“, erläutert Leutheusser-Schnarrenberger. „Die neuen Regelungen gleichen das Informationsgefälle zwischen Behandelndem und Patient aus. Patientinnen und Patienten müssen über die Behandlung umfassend informiert werden. Dies gilt auch für die Kosten einer Behandlung, wenn die Krankenkasse die Kosten ausnahmsweise nicht übernimmt. Alle wesentlichen Fakten von Diagnose bis Therapie müssen verständlich erklärt werden. Bei Streitigkeiten ist die Patientenakte das wichtigste Dokument. Es wird sichergestellt, dass Patienten in die Patientenakte Einsicht nehmen können. Wichtige Beweiserleichterungen für Patienten werden klar geregelt und für jeden nachvollziehbar gemacht. Sie beruhen auf der Rechtsprechungsentwicklung. Bei groben Behandlungsfehlern muss der Arzt beweisen, dass die Behandlung auch ohne den Fehler nicht erfolgreich gewesen wäre.“ Leutheusser-Schnarrenberger fasst zusammen: „Das Gesetz hilft Patientinnen und Patienten, ihre Rechte zu kennen und besser durchsetzen zu können.“

„Das neue Patientenrechtegesetz bringt umfassende und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten“, erklärt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. „Es ermöglicht Arzt-Patienten-Gespräche auf Augenhöhe und stärkt die Rechte der Versicherten gegenüber den Leistungserbringern. Mit dem gemeinsam vorgelegten Patientenrechtegesetz schaffen wir endlich eine einheitliche gesetzliche Grundlage und sorgen dadurch für mehr Klarheit und Transparenz im Gesundheitswesen. Damit führen wir eine jahrzehntelange Diskussion einer guten und tragfähigen Lösung zu, die direkt den Patienten und Versicherten zu Gute kommt. So werden die Rechte der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung weiter ausgebaut und verbessert. Kranken- und Pflegekassen werden verpflichtet, ihre Versicherten bei der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen aus Behandlungsfehlern zu unterstützen. Dies kann durch Unterstützungsleistungen, mit denen die Beweisführung der Versicherten erleichtert wird, z. B. durch medizinische Gutachten geschehen. Nicht fristgemäße Entscheidungen der Krankenkassen werden sanktioniert. Wir stärken die Fehlervermeidungskultur und führen Meldesysteme für Fehler und ein Risikomanagement ein und machen ein Beschwerdemanagement in Krankenhäusern verbindlich und transparent.“

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung Wolfgang Zöller sagte: „Das Patientenrechtegesetz stärkt die Patienten auf dem Weg vom Bittsteller zum Partner. Der Gesetzentwurf ist ein neues, zeitgemäßes Fundament. Es ist kein Gesetz gegen jemanden, sondern sorgt für einen transparenten sowie fairen Ausgleich der Interessen und stärkt das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten. In vielen Gesprächen mit allen Beteiligten konnte ich im Vorfeld einen großen Konsens ausloten. Ein guter Gesetzentwurf wurde vorgelegt und geht jetzt in die parlamentarische Beratung. Es ist ein Gesetzentwurf, der die Rechte der Patienten maßgeblich weiterentwickelt, erstmals zusammenhängend regelt und vor allen Dingen für jedermann unkompliziert nachlesbar macht. Ich bin sicher, dass das Gesetz dazu beiträgt, dass unser Gesundheitssystem von allen Beteiligten als gerechter empfunden werden kann.“

Zum Hintergrund:

Der Gesetzentwurf umfasst folgende Regelungsbereiche:

• Der Behandlungsvertrag wird ausdrücklich im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert. Die Regelung erfasst die Vertragsbeziehung zwischen Patienten und Ärzten, aber auch anderen Heilberufen wie Heilpraktikern, Hebammen, Psycho- oder Physiotherapeuten. Patienten müssen verständlich und umfassend informiert werden, etwa über erforderliche Untersuchungen, Diagnosen und beabsichtigte Therapien. Die Patienten sind gesondert auf Kosten für solche Leistungen hinzuweisen, die nicht von den Leistungsträgern übernommen werden.

• Aufklärung muss umgehend erfolgen und ist verpflichtend. Vor jedem Eingriff müssen alle Patienten umfassend über die konkrete Behandlung und die sich daraus ergebenden Risiken aufgeklärt werden. Dazu muss rechtzeitig vorher ein persönliches Gespräch geführt werden, damit sich der Patient seine Entscheidung gut überlegen kann. Eine schriftliche Aufklärung reicht alleine nicht aus.

• Auch die Dokumentationspflichten bei der Behandlung sollen im Gesetz festgelegt werden. Patientenakten sind vollständig und sorgfältig zu führen. Patienten bekommen nunmehr ein gesetzliches Recht auf Akteneinsicht. Fehlt die Dokumentation oder ist sie unvollständig, wird im Prozess zu Lasten des Behandelnden vermutet, dass die nicht dokumentierte Maßnahme auch nicht erfolgt ist.

• In Haftungsfällen wird es mehr Transparenz geben. Die wichtigen Beweiserleichterungen berücksichtigen die Rechtsprechung und werden klar geregelt. Jeder kann jetzt im Gesetz nachlesen, wer im Prozess was beweisen muss. Bei sogenannten „einfachen“ Behandlungsfehlern muss wie bisher der Patient den Behandlungsfehler sowie die Ursächlichkeit dieses Fehlers für die eingetretene Gesundheitsschädigung nachweisen. Für bestimmte Fallgruppen wie den „groben“ Behandlungsfehler sind Beweiserleichterungen zugunsten des Patienten vorgesehen. Hierbei handelt es sich um gravierende Fälle, die aus objektiver medizinischer Sicht schlechterdings nicht mehr verständlich erscheinen. Dann muss sich der Behandelnde seinerseits entlasten und beweisen, dass der nachgewiesene Behandlungsfehler nicht generell geeignet war, eine Gesundheitsschädigung der eingetretenen Art herbeizuführen. Weitere Beweiserleichterungen betreffen etwa das sogenannte voll beherrschbare Risiko. So wird ein Behandlungsfehler vermutet, wenn sich ein allgemeines Behandlungsrisiko verwirklicht, das der Behandelnde voll beherrscht – führt z. B. ein defektes Narkosegerät während einer Operation des Patienten zu einer Sauerstoffunterversorgung und dadurch bedingt zu Hirnschädigungen, so wird die Verantwortlichkeit des Behandelnden für diesen Fehler vermutet.
Auch die Versichertenrechte in der gesetzlichen Krankenversicherung werden gestärkt:

• Werden Verfahrensvorschriften, wie beispielsweise eine nicht fristgemäße Entscheidung bei Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, nicht eingehalten, können sich die Versicherten die Leistung jetzt selbst beschaffen und erhalten die entstandenen Kosten erstattet, wenn die Krankenkassen ohne hinreichenden Grund über einen Antrag auf eine Leistung nicht innerhalb von drei Wochen nach Antragseingang bzw. innerhalb von fünf Wochen, wenn von der Krankenkasse ein medizinisches Gutachten eingeholt wird, entscheiden.

• Bei Behandlungsfehlern sind die Kranken- und Pflegekassen künftig verpflichtet, ihre Versicherten bei der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen zu unterstützen. Dies kann etwa durch Unterstützungsleistungen, mit denen die Beweisführung der Versicherten erleichtert wird, z. B. medizinischen Gutachten, geschehen.

• Im Gesetzentwurf ist die Förderung einer Fehlervermeidungskultur in der medizinischen Versorgung vorgesehen: Behandlungsfehlern möglichst vorzubeugen, hat höchste Priorität. Ein sachgerechtes Qualitätsmanagement im stationären Bereich umfasst zukünftig verpflichtend auch ein Beschwerdemanagement für die Belange insbesondere von Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen, das entsprechend patientenorientiert auszugestalten ist.

• Die Patientenbeteiligung wird weiter ausgebaut. Patientenorganisationen werden insbesondere bei der Bedarfsplanung stärker einbezogen.

• Um insgesamt mehr Transparenz über geltende Rechte von Patientinnen und Patienten herzustellen, erstellt der Patientenbeauftragte der Bundesregierung künftig eine umfassende Übersicht der Patientenrechte zur Information der Bevölkerung.

Tag der Apotheke 2012: „Unsere Leistung für Ihre Gesundheit“

Am 24. Mai 2012 findet der Tag der Apotheke statt. In diesem Jahr stehen die individuelle Beratung und die Vielzahl von wichtigen Serviceleistungen der Apotheken im Mittelpunkt sowie deren Wert für den Kunden und das Gesundheitssystem.

Unter dem Motto „Unsere Leistung für Ihre Gesundheit“ informiert die ABDA über Kompetenz und Wissen des Apothekers als Heilberufler und Helfer. Über Schaufensterplakate und Flyer mit integrierter Gewinnspielkarte werden Kunden über das breite Leistungsspektrum der Apotheken informiert. Bei einem Wissensquiz rund um die Serviceleistungen der Apotheken werden unter allen Teilnehmern zwei Reisen zu den Paralympics nach London verlost.

Am Tag der Apotheke startet die ABDA zusätzlich eine Medienkampagne zum Thema Hausapotheke, in deren Rahmen darüber informiert wird, was in eine gut sortierte Hausapotheke gehört. Durch einen Schaufensteraufkleber signalisieren Apotheken am 24. Mai, dass sie einen Hausapotheken-Check als besondere Serviceleistung anbieten. Kunden erhalten in den teilnehmenden Apotheken zudem Hausapotheken-Checklisten.

Jedes Jahr wird der Tag der Apotheke durch die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ausgerufen. Mit dieser bundesweiten Aktion wollen die öffentlichen Apotheken auf die Bedeutung ihres Heilberufes für die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung aufmerksam machen. Dabei stehen die Betreuung der Patienten durch das pharmazeutische Personal und das breite Leistungsspektrum der Apotheken im Fokus. Viele Apotheken nutzen den Tag der Apotheke, um ihre Kunden auf ihre besonderen Kompetenzen aufmerksam zu machen. Dabei präsentieren sich etliche Apotheken nicht nur an ihrem eigentlichen Standort, sondern auch auf kleinen und großen Veranstaltungen in den Innenstädten und anderen stark frequentierten Plätzen. Erstmals fand der Tag der Apotheke am 10. September 1998 statt.

1.000er Teilnehmer in wegweisende Studie zum Thema Schlafstörungen und Herzfehler aufgenommen

SERVE-HF, die grösste Studie zur Untersuchung der Frage, ob ein vorherrschendes zentrales Schlaf-Apnoe-Syndrom (ZSAS) die Überlebensrate und den Behandlungserfolg von Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit verbessern kann, hat den 1.000 Studienteilnehmer verzeichnet. Bei dieser von ResMed Ltd. gesponserten Studie handelt es sich um die grösste ihrer Art. Im Zuge dieses Meilensteins kommt die 2008 begonnene SERVE-HF-Studie dem vorgegebenen Ziel von etwa 1.250 Studienteilnehmern einen Schritt näher.

Der Hauptforscher Prof. Martin Cowie vom Royal Brompton Hospital in London erklärte: „SERVE-HF ist die weltgrösste Studie zu allen Aspekten der schlafbezogenen Atmungsstörung [SBAS], in deren Rahmen Schlafmediziner, Fachärzte für Atemwegserkrankungen sowie Kardiologen aus ganz Europa intensiv zusammengearbeitet haben.“

Der stellvertretende Hauptforscher Prof. Helmut Teschler, Chefarzt der Abteilung für Pneumologie der Ruhrlandklinik in Essen, erklärte: „Diese Studie ist deshalb so wichtig, weil SBAS bei Patienten mit Herzfehlern besonders häufig auftreten, insbesondere bei Männern. Da mindestens 50 % aller Männer mit Herzfehler auch an mittelschweren bis schweren SBAS leiden, könnte die erfolgreiche Behandlung von SBAS entscheidend sein, um zukünftig auch verbesserte Behandlungsergebnisse bei Herzfehlern zu erzielen.“

Herzfehler-Patienten können anormale Atemmuster aufweisen, die durch das An- und Abschwellen der Atmung gekennzeichnet und als Cheyne-Stokes-Atmung (CSA) mit ZSAS bekannt sind. Frühere Studien haben gezeigt, dass diese Patientengruppe zwar durch eine reduzierte Lebensqualität und eine erhöhte Sterblichkeitsrate gekennzeichnet ist, es ihr aber viel besser gehen und sie eine viel höhere Lebenserwartung aufweisen könnte, würde man während des Schlafes auf Beatmungsgeräte setzen.

Von der SERVE-HF-Studie erhofft man sich, dass sie zwingendere Beweise für gesundheitliche Vorteile aus der Behandlung von schlafbezogenen Atmungsstörungen für Herzfehler-Patienten liefern wird – und zwar in wesentlich grösserem Umfang. Die Studie wird an über 80 Standorten in Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Australien und Tschechien durchgeführt.

Das Primärziel der Studie besteht darin, festzustellen, ob die Behandlung von CSA-ZSAS mithilfe der proprietären adaptiven Servo-Ventilations-Technologie von ResMed (die in dessen adaptiven AutoSet CS(TM)- und VPAP(TM)-Geräten zum Einsatz kommt) in dieser Patientenpopulation zu einer Erhöhung der Überlebensrate und zu einer Reduzierung der Krankenhausbesuche führen kann. Die adaptive Servo-Ventilation ist eine intelligente und nicht-invasive Beatmungsmethode, mit deren Hilfe das Atemmuster von SBAS-Patienten während der Nacht kontinuierlich überwacht und stabilisiert werden kann.

„Wir haben die Studie nicht nur auf eine Einschätzung der Überlebensrate ausgelegt, sondern wollten auch wissen, ob die adaptive Servo-Ventilation die Lebens- und Schlafqualität erhöhen und physiologische Veränderungen im Zusammenhang mit Herzfehlern wie beispielsweise Herzvergrösserungen bewirken kann“, erklärte Prof. Cowie.

Trotz der seit geraumer Zeit bekannten Zusammenhänge zwischen SBAS und Herzkrankheiten fallen Diagnose und Behandlung von SBAS in den Bereich der Beatmungsmedizin und nicht in den Bereich der Kardiologie. Aller Wahrscheinlichkeit nach würde ein positives Ergebnis der SERVE-HF-Studie jedoch grundsätzliche Veränderungen in diesem Bereich bewirken, darunter auch eine umfassendere Miteinbeziehung von Kardiologen bei der SBAS-Behandlung.

„Wenn die SBAS-Pflege weltweit verbessern werden soll, müssen Kardiologen und Schlafmediziner enger zusammenarbeiten. Die Ergebnisse der SERVE-HF-Studie können sicherstellen, dass dies in Zukunft auch geschieht“, bemerkte Prof. Teschler.

Weitere Informationen, Aktualisierungen und Neuigkeiten zur Studie sind auf der eigens für die SERVE-HF-Studie erstellten Website http://www.servehf.com abrufbar. ots/PRNewswire

Sicherstellungsauftrag überdenken – Verantwortlichkeiten neu ordnen / Grauduszus: „Ethik ist nicht verhandelbar!“

„Die Sicherstellung der flächendeckenden wohnortnahen ambulanten medizinischen Versorgung durch freiberuflich tätige niedergelassene Haus- und Fachärzte soll im Sinne des Schutzes der ärztlichen Berufsausübung aus dem Verantwortungsbereich der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in den der Bundesärztekammer und der Landesärztekammern übertragen werden.“ Martin Grauduszus, Präsident der ‚Freien Ärzteschaft‘ (FÄ), skizzierte damit im Vorfeld des ‚Ärztetages der Basis‘ in Nürnberg einen Beratungsschwerpunkt – „wohl wissend, dass wir damit an einen wichtigen Bestandteil der medizinischen Versorgung rühren.“

Der FÄ-Präsident verwies auf Anregungen und Aufforderungen von Kolleginnen und Kollegen in Vorbereitung des Basis-Ärztetages, sich dieses Themas anzunehmen: „Beispielhaft für die von Krankenkassen und Politik gewollte Ökonomisierung der Gesundheitsversorgung ist die Handhabung des Sicherstellungsauftrages, der Ausgestaltungen erfahren hat, die dem für uns Ärzte selbstverständlichen Anspruch auf eine ethische Ausübung unseres Berufes widersprechen“, rügt er „vielfache Absprachen zwischen KBV, Politik und Krankenkassen.“

Hier liege der Ansatz für die Übertragung des Sicherstellungsauftrages an Bundesärztekammern und Landesärztekammern. Ärztliche Ethik und Würde des ärztlichen Berufes müssten unverrückbare Eckpfeiler eines Gesundheitssystems bleiben, dessen Finanzierung mit der Verpflichtung zu Eigenverantwortung, gefolgt von Subsidiarität, gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei: „Ethik ist nicht verhandelbar“, so Grauduszus.

Deshalb sollte der Sicherstellungsauftrag unter neuer Definition Bundesärztekammer und Landesärztekammern im Rahmen ihrer berufsrechtlichen Aufsicht übertragen werden und seine Ausgestaltung einem „fairen Wettbewerb überlassen werden.“

Unabhängig davon machte der FÄ-Präsident deutlich, dass auch eine ersatzlose Streichung des Sicherstellungsauftrages nicht von vornherein ein Tabu sein dürfe.

Gewalt in der Pflege – jeder fünfte Deutsche hat Erfahrungen

Repräsentative Umfrage der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zeigt: Aufklärung immens wichtig/“Krisendatenbank“ veröffentlicht

„Versorgungslücken schließen – vom Wissen zum Handeln“ heißt das Motto des diesjährigen Internationalen Tags der Pflegenden am 12.Mai. Eine derartige Lücke gilt es aus Sicht des ZQP im Bereich der Prävention von Gewalt in der Pflege zu schließen. Denn das oft tabuisierte Thema Gewalt ist im pflegerischen Alltag weit verbreitet – wie eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Stiftung zeigt:

Jeder fünfte Bundesbürger hat bereits aggressives oder gewalttätiges Verhalten in der Pflege erlebt. Von den Befragten mit Pflegeerfahrung sind es sogar mehr als ein Drittel. Allerdings wissen nur wenige, welche Hilfsangebote im Notfall genutzt werden können. Zwar ließen sich knapp die Hälfte der Menschen gerne professionell beraten, wenn sie gewalttätige Handlungen in einer Pflegesituation beobachteten oder selbst erlebten. Aber 65 Prozent wüssten nicht, wohin sie sich bei konkretem Bedarf wenden könnten. Nur jeder Zehnte würde hierbei einen Pflegestützpunkt einbeziehen. Vor allem eine aufsuchende Beratung wird als wirksame Unterstützung angesehen. Trotz schwieriger Voraussetzungen ist die Bereitschaft der Befragten, ihre Angehörigen im häuslichen Umfeld zu pflegen, hoch. Über 60 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass herausforderndes Verhalten kein Grund wäre, die Angehörigen in stationäre Pflege zu geben, sofern konkrete Angebote zur Entlastung vorhanden wären.

„Unsere Umfrage verdeutlicht, dass der Aufklärungsbedarf zum Thema Gewalt in der Pflege erheblich ist. Deshalb benötigen wir mehr spezielle Beratungsangebote, die ein frühzeitiges Erkennen und die Intervention bei derartigen Krisenfällen in der Pflege ermöglichen“, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege. Diese Angebote müssen vor allem präventiv wirken, um die Versorgungsqualität im Sinne der Betroffenen zu verbessern, so Suhr.

Aus diesem Grund hat das ZQP auf seiner Internetseite eine Datenbank mit allen in Deutschland bestehenden Beratungsstellen veröffentlicht, die sich auf das Thema „Gewalt in der Pflege“ spezialisiert haben. Diese richten sich an pflegende Angehörige, Pflegebedürftige aber auch an professionell Pflegende.

Mehr Informationen zur Umfrage und zum Thema Gewalt in der Pflege unter www.zqp.de

Methode der Umfrage:

Befragt wurde eine Zufallsstichprobe von 1.000 Personen ab 16 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet mittels standardisierter Erhebung über forsa.omninet. Ziel der Befragung war es, die Erfahrungen und Einstellungen der Bevölkerung zum Thema „Gewalt im Kontext Pflege“ abzubilden. Gleichzeitig sollte erfasst werden, welche präventiven Maßnahmen und Möglichkeiten der Entlastung in diesem Zusammenhang eine wirksame Unterstützung für die Betroffenen bieten können. Die Erkenntnisse sollen somit dazu beitragen, den öffentlichen Diskurs faktenbasiert weiterzuentwickeln und zudem einen Beitrag zur Versorgungsqualität in schwierigen Pflegesituationen zu leisten. Die Daten wurden vollständig anonymisiert und gemäß den Bestimmungen des Datenschutzes ausgewertet.

Tag gegen den Schlaganfall

Schlaganfall/Aphasie: Logopädie verhilft zu mehr Lebensqualität

Die Sprache ist das Tor zur Welt. Welche Bedeutung diese Erkenntnis hat, wird oft erst deutlich, wenn die Sprache und das Sprechen plötzlich eingeschränkt oder nicht mehr verfügbar sind. Eine häufige Ursache für den Verlust der Sprache sind Hirnschädigungen als Folge eines Schlaganfalls. In Deutschland sind bis zu 30 Prozent der jährlich ca. 270.000 Schlaganfallpatienten davon betroffen. Sie alle brauchen logopädische Therapie.

„Die Aphasie stellt sowohl für die Patienten als auch für deren Angehörige eine enorme Belastung dar, da sie die Kommunikation und das soziale Miteinander erheblich beeinträchtigt“, so die Präsidentin des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie e.V. (dbl), Christiane Hoffschildt.

Dabei können Sprachstörungen verschiedene Bereiche betreffen: die Lautebene, den Wortschatz, die Grammatik, die Sprachverarbeitung, die Aussprache, die Stimme oder auch die Sprechplanung.

„Alle diese Störungen können dazu führen, dass die Kommunikation zusammenbricht, weil die Patienten von ihren Gesprächspartnern nicht mehr verstanden werden können. Das ist eine erhebliche Beeinträchtigung für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Eine individuelle logopädische Befunderhebung und Therapie ist deshalb für alle Menschen mit einer Aphasie unabdingbar“, so Hoffschildt.

Wie erfolgreich eine Aphasietherapie ist hängt davon ab, wie groß die Beeinträchtigung der sprachlichen Leistungsfähigkeit im Einzelfall ist. Auch die Ursache der Aphasie und die Frage, wie motiviert der Patient selbst an seiner Rehabilitation mitarbeitet und dabei auch von seiner Familie unterstützt wird, spielen eine Rolle. „In jedem Fall kann der Aphasiepatient durch die Therapie lernen, alle seine kommunikativen Möglichkeiten auszuschöpfen, um weiterhin am sozialen Leben teilzunehmen. Die Patienten und ihre Angehörigen auf diesem Weg hilfreich zu begleiten, dazu sind Logopäden da“, so die dbl-Präsidentin.

Apothekenbetriebsordnung: Neue Anforderungen an Apotheken

Die Apothekenbetriebsordnung, das „Grundgesetz der Apotheken“, wird novelliert. Das hat das Bundeskabinett heute beschlossen. Damit wird die Verordnung voraussichtlich im Juni 2012 in Kraft treten.

„Die Bundesapothekerkammer begrüßt die Stärkung der Individualapotheke“, sagt Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer (BAK). Fink begrüßt auch die Bewertung von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, der die wohnortnahe Versorgung durch inhabergeführte Apotheken unterstützen will und die große Rolle der Apotheken für die Patientensicherheit anerkennt.

In der novellierten Apothekenbetriebsordnung werden unter anderem die Qualitätsstandards gestärkt. Der Gesetzgeber hat dabei verschiedene Vorschläge der Bundesapothekerkammer aufgegriffen, zum Beispiel ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) für alle Apotheken verpflichtend einzuführen. Fink: „Der Gesetzgeber nutzt unsere Vorarbeit, die wir bei der Entwicklung eines apothekenspezifischen QMS geleistet haben. Das ist sinnvoll.“

Durch die neue Apothekenbetriebsordnung werden die Apotheken aber auch belastet, etwa durch einen höheren Dokumentationsaufwand. „Schon heute werden die Apotheken für ihre vielfältigen Aufgaben nicht angemessen entlohnt. Wir fordern deshalb eine Anpassung des Apothekenhonorars“, so Fink.

In der Fortentwicklung der im Wesentlichen aus dem Jahr 1987 stammenden Verordnung hat sich die BAK über einen etwa zweijährigen Zeitraum intensiv eingebracht. Fink: „Es ist gut, dass das Verordnungsgebungsverfahren jetzt abgeschlossen ist.“

Wohlfühloase Krankenhaus

Das Krankenhaus der Zukunft ist lichtdurchflutet, von Garten und Wasser umgeben und so flexibel gestaltet, dass es Behandlungsprozesse optimal unterstützt und sich auch neuen Technologien schnell anpassen kann. Dieses Szenario entwarfen Klinikleiter, Architekten und Planer auf der Hospital Build Europe, Europas führender Messe rund um Krankenhausbau und -infrastruktur, die vom 24. bis 26. April 2012 in Berlin stattfand. 2400 Besucher aus Europa, China, Indien, Israel, Südkorea und Russland informierten sich über neue Produkte und Lösungen – von der Ausstattung von Pflegestationen und OP-Sälen über Energieverwaltung und Facility Management bis hin zur Prozessoptimierung. In fünf begleitenden Kongressreihen berichteten internationale Experten von ihren Erfahrungen und Projekten.

Wie eine moderne Klinik heute aussehen kann, wird am Herzzentrum der Uniklinik Köln deutlich: Viel Glas, helle Räume und viel Grün bestimmen den 2007 fertiggestellten Neubau. Dabei war die Motivation für das Projekt anfangs weniger design-, sondern vielmehr organisationsgetrieben, wie Jens Rauber von medfacilities, der Baudienstleistungsgesellschaft der Uniklinik, auf der Hospital Build Europe berichtete: „Wir wollten weg vom dezentralen Charakter und der historisch gewachsenen Streulage unseres Klinikums.“ medfacilities entwickelte ein Integrationskonzept, aus dem sich schnell die Idee der Zentrenbildung herauskristallisierte: Herzthoraxchirurgie, Kardiologie, Gefäßchirurgie und Kinderkardiologie sollten in einem Haus zusammengefasst, Prozesse dadurch verbessert, Synergien ausgeschöpft werden.

gmp-Architekt Martin Bleckmann konstruierte mit seinem Team dafür bewusst ein Gebäude in Form des Buchstabens H: kompakt und klar strukturiert, aber dennoch luftig und lichtdurchlässig. Durch ein geschicktes Raumkonzept sind Besucher von Versorgungswegen getrennt, kommen also zum Beispiel nicht mit dem Bettentransport in Berührung.