Archiv für den Monat: August 2012

Mistel, Johanniskraut & Co. – sinnvoll bei Krebs?

Welche ergänzenden oder komplementären Heilverfahren gibt es? Wie kann ich selbst meine Behandlung sinnvoll unterstützen? Wo finde ich verlässliche Informationen dazu? Diese Fragen stellen sich an Krebs erkrankte Menschen immer häufiger: Mehr als die Hälfte aller Betroffenen greifen im Verlauf der Therapie auf Komplementärverfahren zurück. Das jetzt gestartete „KOKON“-Projekt, ein Zusammenschluss mehrerer Kliniken und Forschungsinstitutionen, hat das Ziel, verlässliche und wissenschaftlich ausgewertete Informationen für Patienten und alle in der Onkologie beschäftigten Berufsgruppen bereitzustellen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren mit 2,5 Millionen Euro.

In der häufig lebensbedrohlichen Situation einer Krebserkrankung wollen viele Betroffene nichts unversucht lassen. Neben der schulmedizinischen Behandlung suchen viele Krebspatienten nach alternativen und komplementären Therapieformen. „Dabei stoßen sie auf ein schier endloses Angebot an Methoden und Heilmitteln, Philosophien und Ratschlägen“, erklärt Dr. Markus Horneber vom Zentrum für Onkologie und Hämatologie am Klinikum Nürnberg. Neben einer Vielzahl an pflanzlichen Präparaten werden auch Nahrungsergänzungsmittel, spezielle Entspannungstechniken und körperliches Training sowie Methoden aus der traditionellen chinesischen Medizin angeboten.

„Es ist schwer, sich in dieser Informationsvielfalt zurechtzufinden. Nicht nur für Patienten, sondern auch für Ärzte und Pflegekräfte“, so Horneber weiter. Der Mediziner ist Sprecher des wissenschaftlichen Verbundprojektes „ Kompetenznetz Komplementärmedizin in der Onkologie“ der Deutschen Krebshilfe, kurz „KOKON“. Auch qualitativ decken Komplementärverfahren eine große Bandbreite ab: „Von seriösen Methoden bis hin zu gefährlichem Pfusch ist alles möglich“, so Horneber weiter. Auch das am harmlosesten erscheinende Präparat könne beispielsweise die Wirkung einer Chemotherapie stören.

Ziel des Projektes ist es, das Wissen über alternative Methoden in der Krebstherapie zu sammeln und wissenschaftlich zu bewerten. Dazu werden zunächst Krebspatienten und im Gesundheitswesen Tätige zu ihren Informationsbedürfnissen befragt. Diese Erkenntnisse sollen zukünftig in Form einer allgemein zugänglichen Informationsplattform verfügbar sein. Zudem wollen die Experten ein Netzwerk von Beratungsstellen einrichten, an die sich Interessierte wenden können. Fort- und Weiterbildungsangebote für Ärzte und Pflegekräfte runden das Programm ab.

„Uns geht es vor allem darum, dieses Feld der Patientenversorgung zu professionalisieren“, erläutert Horneber. „Bei vielen Betroffenen ist es zudem nicht notwendig, zu fragen, welche Therapie in Frage kommt, sondern ob es überhaupt sinnvoll ist, auf komplementäre Verfahren zurückzugreifen.“ Generell gilt: Komplementärmedizinische Methoden sollten immer nur ergänzend zu einer professionellen onkologischen Behandlung durch Fachärzte angewendet werden. Sie können aber die Nebenwirkungen der belastenden Therapie lindern und Hilfen für die Auseinandersetzung mit der Krankheit bieten.

Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe betont: „Mit diesem Kompetenznetzwerk kommt die Deutsche Krebshilfe dem Wunsch vieler Patienten nach, verlässliche und wissenschaftlich gesicherte Informationen über komplementäre Therapieverfahren bereitzustellen. Eines unserer Hauptanliegen ist es, eine qualitätsgesicherte Informationsplattform zu schaffen, auf die alle Krebspatienten zugreifen können.“

Neben dem Klinikum Nürnberg ist eine Reihe weiterer Forschungsinstitutionen an „KOKON“ beteiligt: die Charité Universitätsmedizin Berlin, die Universität Frankfurt am Main, das Klinikum Fürth, die Universität Greifswald, die Klinik für Tumorbiologie Freiburg, die Universitätsklinik Fürth, die Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, das Hans-Bredow-Institut in Hamburg sowie die Universitätsmedizin Rostock.

Stottern ist keine Sackgasse

Neue Broschüre des Logopäden-Verbandes und der Stotterer-Selbsthilfe unterstützt Stotternde bei der Suche nach geeigneten Therapeuten

Ein Prozent aller Menschen stottert, mehr als 800.000 sind es allein in Deutschland. Stottern entsteht fast ausschließlich im Kindesalter, lässt sich aber auch im fortgeschrittenen Alter gut behandeln. „Stottern ist kein unabänderliches Schicksal, Sie müssen Ihr Leben nicht von Stottern beherrschen lassen“, ermutigt Dr. Martin Sommer als Vorsitzender der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V. alle erwachsenen Betroffenen. Stotternde jeden Alters könnten lernen, ihren Redefluss nachhaltig und deutlich zu verbessern. Gerade denen, die zuvor eventuell Fehlschläge oder Frustrationen erlebt haben, empfiehlt Sommer eine erneute, intensive Beschäftigung mit den Therapiemöglichkeiten, denn „die Qualitätssicherung in der Stottertherapie ist besser geworden!“.

Doch woran können Betroffene erkennen, welcher Therapeut geeignet für sie ist? Nach welchen Aspekten können sie eine gute Auswahl treffen? „Das Wichtigste ist natürlich, dass die Chemie stimmt zwischen Therapeut und Betroffenem“, weiß die Präsidentin des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie, Christiane Hoffschildt. Auf dieser Grundlage gebe es aber weitere Kriterien, nach denen ein geeigneter Stottertherapeut ausgesucht werden könne. „Neben dem Umgang mit Terminen und Wartezeiten sind dies vor allem: Ausführlichkeit der Information, fachliche Qualifikation, Transparenz der Therapie, Vereinbarung eines Therapieauftrags, eine realistische Prognose, Berücksichtigung aktueller Therapieerkenntnisse, Therapieeffekte in überschaubarem Zeitrahmen und eine geregelte Nachsorge“, so Hoffschildt.

Gemeinsam haben Betroffene und Stottertherapeuten diese Kriterien entwickelt und in der Broschüre „Für Menschen, die stottern – Tipps zur Therapeutensuche“ in verständlicher Form zusammengefasst. Sie kann bestellt werden bei der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe, Zülpicher Straße 58, 50674 Köln, Telefon 0221 / 139 1106, info@bvss.de, www.bvss.de sowie beim Deutschen Bundesverband für Logopädie e.V., Augustinusstraße 11a, 50226 Frechen, Telefon 02234 / 37 95 30, info@dbl-ev.de, www.dbl-ev.de

Darmkrebs-Vorsorge: Weltneuheit!

Enzym-Biomarker „M2-PK“ jetzt auch als Schnelltest in Kombination mit immunologischer „Blut-im-Stuhl“-Bestimmung (iFOB) als ScheBo® 2in1 QuickTM erhältlich.

Die parallele Bestimmung von M2-PK und humanem Hämoglobin (Hb) im Stuhl liefert noch mehr Vorteile und ein noch höheres Maß an Sicherheit. Bei diesem Kombitest liegt die Genauigkeit, Darmkrebs zu erkennen oder diesen auszuschließen, bei nahezu 100 Prozent. Die Erkennungsrate für fortgeschrittene Neoplasien (fortgeschrittene Polypen und Darmkrebs) beträgt etwa 70%.

Der hochinnovative und in dieser Form weltweit einzigartige Stuhl-Test „ScheBo® 2 in 1 QuickTM“ ist ab heute beim Arzt erhältlich und in der Apotheke als Einsenderleistung in das Labor ab dem 15. September unter der PZN 0242 826 verfügbar. Ebenfalls ab Mitte September steht der Test für die betriebliche Vorsorge in Unternehmen zur Verfügung.

Mit 65.000 Neuerkrankungen und 27.000 Todesfällen pro Jahr ist Darmkrebs die zweithäufigste Todesursache bei Krebs in Deutschland. Gewöhnlich sind Männer und Frauen zwischen 50 und 70 Jahren betroffen. Meist wird Darmkrebs erst erkannt, wenn es schon zu spät ist. Dabei sind die Heilungschancen bei rechtzeitiger Diagnose nahezu 100%. Alle Anstrengungen richten sich daher darauf, den Darmtumor oder dessen Vorstufen wie etwa Polypen möglichst im Anfangsstadium zu entdecken.

Der neue Kombi-Schnelltest ScheBo® 2in1 QuickTM (M2-PK + Hb) stellt eine Erweiterung des patentierten Biomarkers M2-PK (M2-Pyruvatkinase) dar, der sich in den letzten Jahren unter der Produktbezeichnung ScheBo® M2-PK QuickTM sehr erfolgreich im Markt etabliert hat. Das Enzym M2-PK wurde bereits als das Schlüsselenzym bei Darmtumoren und Polypen identifiziert.

„Die Erweiterung der Bestimmung des Enzym-Biomarkers M2-PK mit der gleichzeitigen immunologischen „Blut-im-Stuhl“-Bestimmung (iFOB) in Form dieses neuen und weltweit einzigartigen Kombinations-Tests macht uns sehr froh und stolz zugleich“, so Vorstandsmitglied und Mitgründerin Dr. Ursula Scheefers-Borchel. Vorstandskollege Dr. René M. Kröger ergänzt: „Der parallele Nachweis von M2-PK und humanem Hämoglobin (Hb) im Stuhl liefert noch mehr Vorteile und ein noch höheres Maß an Sicherheit“.

Die Stärke des neuen Tests ScheBo® 2in1 QuickTM (M2-PK + Hb) liegt vor allem darin begründet, dass beide Verfahren – M2-PK- und immunologischer „Blut-im-Stuhl“-Nachweis(Hb) – vollkommen voneinander unabhängige und unterschiedliche Dinge messen und von daher jeder für sich einen zusätzlichen wichtigen Beitrag zur Darmkrebsvorsorge leistet. Anhand der kombinierten Testung von M2-PK und Hb ist es damit nun möglich, sowohl blutende als auch nicht blutende Darmpolypen oder -tumoren zu erfassen.

Der neue ScheBo® 2in1 QuickTM (M2-PK + Hb) zur Darmkrebsvorsorge lässt sich ohne spezielle Diät durchführen. Lediglich eine winzige Stuhlprobe ist ausreichend. Das Testergebnis liegt innerhalb von wenigen Minuten vor.

Als Weltneuheit und als zusätzliche Option zum bereits im Markt befindlichen M2-PK-Einzeltest ScheBo® M2-PK QuickTM kann der niedergelassene Arzt den Test ScheBo® 2in1 QuickTM (M2-PK + Hb) nun auch in seiner eigenen Praxis einsetzen und als IGeL-Leistung abrechnen. Der ScheBo® 2in1 QuickTM (M2-PK + Hb) kostet den Patienten etwa EUR 42. Darüber hinaus steht auch weiterhin der M2-PK- Einzeltest über den Laborfacharzt sowie in jeder Apotheke zur Verfügung.

Kombiniert mit einer Koloskopie zur Abklärung positiver Befunde ist der Schnelltest ScheBo® 2in1 QuickTM (M2-PK + Hb) ein wertvolles Instrument zur Verbesserung der Früherkennung von kolorektalen Polypen und Darmtumoren.

Kontakt: ScheBo Biotech AG / Tel: 0641-4996-0 / Fax: 0641-4996-78 www.schebo.com

Wachsender Gesundheitskluft

Vor einer wachsenden Gesundheitskluft in Deutschland warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband und appelliert in einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Bahr, ein Präventionsgesetz auf den Weg zu bringen, um für alle Menschen gleiche Chancen auf ein möglichst gesundes und möglichst langes Leben schaffen. Die Lebenserwartung dürfe in Deutschland nicht länger vom Geldbeutel abhängen. Ein entsprechendes Gesetz zur Gesundheitsförderung müsse alle relevanten Akteure in die Pflicht nehmen, Qualitätsstandards sichern und eine verlässliche Finanzierung garantieren.

„Die gesundheitliche Chancenungleichheit in Deutschland ist skandalös. Die ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung sterben im Durchschnitt zehn Jahre früher als die reichsten 20 Prozent. Bei ihnen brechen chronische Erkrankungen früher aus und verlaufen deutlich schwerwiegender“, kritisiert Verbandsvorsitzender Prof. Dr. Rolf Rosenbrock. Schon im Kindergarten manifestierten sich die ungleichen Gesundheitschancen: „Kinder aus sozial benachteiligten Familien sind nachweislich häufiger von physischen oder psychosozialen Problemen betroffen, die ihr gesamtes weiteres Leben beeinträchtigen können. Dieser Zustand ist beschämend und in einem der reichsten Länder der Welt untragbar.“

Der Verband fordert die Einführung eines eigenen Bundesgesetzes für nicht-medizinische Primärprävention und Gesundheitsförderung, um bereits erprobte Ansätze zu verstetigen und flächendeckend umzusetzen. „Wir brauchen mehr als Aufklärungs- und Informationskampagnen oder die medizinische Verhinderung von Krankheit durch Impfungen. Wir brauchen zielgruppenspezifische Maßnahmen, die dort ansetzen, wo die Menschen sind“, fordert Rosenbrock. Erforderlich seien Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, Gesundheitsprogramme in Kindertageseinrichtungen, kultursensible Programme, die auch Migrantinnen und Migranten erreichen sowie Ansätze der Gesundheitsförderung im Stadtteil und in Wohn- und Betreuungseinrichtungen. „Die Projektitis in diesem Bereich muss ein Ende haben und endlich durch dauerhafte Strukturen ersetzt werden.“

Dies sei nicht zuletzt ein Gebot ökonomischer Vernunft. „Jeder Euro, den wir heute in wirkungsvolle Prävention investieren, zahlt sich auch finanziell langfristig aus durch eine Entlastung der Sozialsysteme. Jeder Tag, den wir weiter warten, ist volkswirtschaftlich betrachtet, vergeudetes Geld“, warnt Gesundheitsökonom Rosenbrock. Es gebe kein Erkenntnisproblem, sondern ein Handlungsdefizit. „Der Minister ist in der Bringschuld.“

Oberste Richter bestätigen Verbraucherrecht für Patienten

Patienten können sich weiter darauf verlassen, dass in allen Apotheken – auch ausländischen Versandapotheken – dieselben Preise für rezeptpflichtige Medikamente gelten. Der Gemeinsame Senat der Obersten Gerichtshöfe hat einheitliche Preise für verschreibungspflichtige Arzneimittel bestätigt.

„Wir begrüßen das Votum des Gerichts, das endlich die Voraussetzungen für fairen Leistungswettbewerb zwischen in- und ausländischen Apotheken schafft“, sagt Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, zur Karlsruher Entscheidung. „Der Wettbewerb der Apotheken findet über Qualität, Leistung und Service statt. Das ist aktiver Verbraucherschutz.“

Nach Auffassung des Bundesgerichtshofes (BGH) 2010 gilt der einheitliche Abgabepreis auch für ausländische Versandapotheken, die Medikamente an Kunden in Deutschland verschicken. Preisnachlässe wie Boni oder Rabatte ausländischer Apotheken wollte der BGH deshalb untersagen. Da das Bundessozialgericht (BSG) 2008 in einem anderen Zusammenhang die Geltung der einschlägigen Normen für ausländische Anbieter aber bereits einmal verneint hatte, musste gestern nun der Gemeinsame Senat der Obersten Gerichtshöfe entscheiden.

Alle Apotheken sind laut Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) verpflichtet, ihre Abgabepreise für rezeptpflichtige Arzneimittel bundesweit nach einem vorgeschriebenen System zu errechnen. Ein und dasselbe Arzneimittel ist somit nach Vorlage des Rezepts in jeder Apotheke zum selben Preis erhältlich. Dies bietet Patienten und Krankenkassen die Sicherheit vor Übervorteilung und schützt Apotheken vor ruinösem Preiswettbewerb.

Aufent­halts­dauer im Kran­ken­haus 2011 durch­schnitt­lich 7,7 Tage

Der Aufenthalt im Krankenhaus dauerte im Jahr 2011 durchschnittlich 7,7 Tage, im Jahr 2010 waren es noch 7,9 Tage. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse der Krankenhausstatistik weiter mitteilt, wurden im Jahr 2011 insgesamt 18,3 Millionen Patientinnen und Patienten stationär im Krankenhaus behandelt. Das waren rund 300 000 Fälle mehr als 2010 (+ 1,6 %).

In den 2 041 Krankenhäusern Deutschlands standen insgesamt knapp 502 000 Betten zur Verfügung – gegenüber dem Vorjahr hat sich das Versorgungsangebot kaum verändert (2 064 Krankenhäuser mit 503 000 Betten). Weiterhin steht annähernd jedes zweite Bett (48,6 %) in einem Krankenhaus eines öffentlichen Trägers. Der Anteil der Betten in privaten Häusern nimmt jedoch stetig zu (2011: 17,2 %), während der Anteil in freigemeinnützigen Häusern sinkt. 2011 lag er bei 34,2 %.

Die Bettenauslastung lag 2011 mit 77,3 % geringfügig unter dem Vorjahresniveau (77,4 %). Die höchste Auslastung erreichten öffentliche Krankenhäuser mit 78,7 %, die geringste (75,7 %) freigemeinnützige Krankenhäuser.

Rund 839 000 Vollkräfte – das ist die Anzahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit um­gerechneten Beschäftigten – kümmerten sich 2011 um die Versorgung der Krankenhauspatientinnen und -patienten. Davon zählten knapp 139 000 zum ärztlichen Dienst und 701 000 zum nichtärztlichen Dienst, darunter allein 310 000 Vollkräfte im Pflegedienst (2010: 306 000). Die Zahl der im Krankenhaus beschäftigten Vollkräfte nahm im Ver­gleich zum Vorjahr sowohl im ärztlichen als auch im nichtärztlichen Dienst um 2,8 % zu.

Der stationäre Aufenthalt in einer der 1 235 Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen Deutschlands dauerte wie im Jahr 2010 im Durchschnitt 25,4 Tage. Hier standen knapp 171 000 Betten für die Versorgung von rund 1,9 Millionen Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Mit 78,7 % lag die Bettenauslastung um 1,4 %-Punkte unter der des Vorjahres (80,1 %). Öffentliche Einrichtungen hatten mit 89,5 % die höchste Bettenauslastung, private Einrichtungen mit 75,9 % die niedrigste.

Anders als bei den Krankenhäusern sind bei den Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen private Träger die größten Anbieter: hier standen zwei Drittel aller Betten (66,3 %), Einrichtungen eines öffentlichen Trägers verfügten hingegen nur über 17,9 % der Betten. Den geringsten Anteil hatten freigemeinnützige Einrichtungen mit 15,7 % des Bettenangebots.

Gut 8 000 Vollkräfte im ärztlichen Dienst und 84 000 Vollkräfte im nichtärztlichen Dienst – darunter 21 000 Pflegevollkräfte – versorgten 2011 die vollstationären Patientinnen und Patienten in den Vorsorge‑ oder Rehabilitationseinrichtungen.

Kühler Kopf trotz Sonne und Hitze: Lauftipps von frubiase® SPORT

Laufen im Freien macht im Sommer besonders viel Spaß, doch bei Sonne und Hitze sollte man das Training vorsichtig angehen lassen. Temperaturen von mehr als 25 Grad werden schnell zur Ausdauer-Bremse. Die Begleiterscheinungen bekommt man schnell zu spüren: Die Leistung sinkt in den Keller und längere Erholungsphasen sind zwangsweise die Folge, im Extremfall drohen Überhitzung und Kreislaufkollaps. Gerade Gelegenheits-Läufer spüren, wie die Leistung mit jedem Grad Celsius abnimmt. Die Hitze schwächt den Körper, die Anstrengung führt zu einem schnelleren Flüssigkeitsverlust und auch Herzfrequenz, Körpertemperatur sowie die Stresshormonwerte können bei heißem Wetter ansteigen.

Die gute Nachricht: Geht man regelmäßig bei hohen Temperaturen laufen, gewöhnt sich der Körper langsam daran und kann seine Funktionen anpassen. Beachtet man außerdem einige Maßnahmen, wird das Laufen auch bei hohen Temperaturen zum sportlichen Vergnügen. frubiase® SPORT gibt die wichtigsten Tipps, damit Läufer auch bei hohen Temperaturen einen kühlen Kopf bewahren:

Achtung Ozon – Mittagssonne meiden

Steigen die Temperarturen über 25 Grad sollten Sportler in den frühen Morgen- bzw. späten Abendstunden laufen, vor allem morgens ist die Luft angenehm frisch und kühl. Wer sich in der prallen Mittagssonne abmüht, tut seinem Körper keinen Gefallen. Neben der Hitze machen die höheren Ozonwerte dem Körper zusätzlich zu schaffen. Für „Stadt-Jogger“ eignen sich besonders die frühen Morgenstunden, denn um diese Zeit sind die Ozonwerte meist niedriger als am Abend und auch die Belastung durch Abgase ist geringer.

Das A und O: Flüssigkeit

Die wichtigste Maßnahme, um bei hohen Temperaturen fit zu bleiben: den Flüssigkeitshaushalt ausgleichen – und zwar bereits während des Trainings. Bei hohen Temperaturen verlieren Läufer bis zu einen Liter Schweiß pro Stunde. Schon ein Wasserverlust von ein bis zwei Prozent des Körpergewichts kann die eigene Leistungsfähigkeit um zehn Prozent vermindern. Daher gilt bei Trainingseinheiten, die länger als 30 Minuten dauern: während des Sports immer wieder in kleinen Schlucken trinken. Bei Hitze ist es generell besonders wichtig immer ausreichend zu trinken – idealerweise über den Tag hinweg mindestens 2 bis 2,5 Liter. frubiase® SPORT hilft, den Flüssigkeitshaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und den Elektrolythaushalt auszugleichen. Durch die Kombination der wichtigsten Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wird der Körper neben Wasser auch noch mit wichtigen Nährstoffen versorgt.

Der richtige Schutz – Caps, Sonnencreme und passende Kleidung Schweiß wirkt auf der Haut wie ein Brennglas für Sonnenstrahlen, daher ist Sonnenschutzcreme für jeden Läufer ein Muss. Eine leichte, luftdurchlässige Kopfbedeckung mit einem breiten Schirm bietet zudem Schutz vor der prallen Sonne. Zusätzliche Kühlung erreicht, wer die Kappe vorher nass macht. Die Kleidung sollte leicht und locker sitzen, funktional sein und bestenfalls über einen zusätzlichen UV-Schutz verfügen. Helle Kleidung ist bei starker Sonneneinstrahlung besser geeignet, da sie reflektiert während dunkle sich zusätzlich aufheizt. Auch eine Sonnenbrille erleichtert das Laufen in der Sonne, außerdem sind die Augen vor der gefährlichen UV- Strahlung besser geschützt.

Laufrouten und Training anpassen

Gerade im Sommer sorgen Laufrouten mit Passagen in Wäldern oder Parks für ein abwechslungsreiches und erholsames Training. Der Körper kann sich im kühlen Schatten der Bäume kurz regenerieren und wird durch Abgase weniger beansprucht. Tipps zu Laufrouten in den unterschiedlichen Regionen finden sich im frubiase® SPORT Trainingscenter. Und wenn der Asphalt einmal zu sehr brennt: Fahrradfahren ist eine perfekte Ergänzung zum Lauftraining und der kühle Fahrtwind wirkt erfrischend auf Körper und Geist.

Weitere Informationen in Ihrer Apotheke, unter www.frubiaseSPORT.de oder auf Facebook unter www.facebook.com/frubiaseSPORT.

Schlecht informiert nach Arztbesuch

38 % der Patienten fühlen sich nach einem Arztbesuch nicht gut informiert. Das ergab eine Online-Umfrage der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) empfiehlt eine bessere Vorbereitung.

1.600 Personen aus dem Netzwerk der Stiftung beteiligten sich an der Befragung. 42 Prozent von ihnen gaben an, sich nicht auf einen Arztbesuch vorzubereiten. Erfahrungen der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) zeigen, dass viele Patienten die Inhalte eines Aufklärungsgesprächs mit dem Arzt schon nach kurzer Zeit wieder vergessen haben. „Beim Arztbesuch sind viele Patienten in einer besonderen, manchmal auch angstbesetzten Situation“, sagt Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler, Geschäftsführer der UPD. „Die Aufnahmefähigkeit ist eingeschränkt und wenn dann noch medizinische Fachbegriffe fallen, lösen sich die Botschaften der Mediziner nicht selten in Luft auf. Deshalb lohnt es sich, gerade für Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen, selbst seriöse Informationen zu sichten und sich beraten zu lassen“.

Eine gute Vorbereitung empfiehlt auch die Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Nur so könnten Patienten die immer kürzeren Beratungszeiten optimal nutzen. Informationen und Fragebögen zur Vorbereitung auf den Arztbesuch hat die Stiftung in ihrem Online-Portal (schlaganfall-hilfe.de) zum Download bereitgestellt. Auskünfte erteilt auch das Service- und Beratungszentrum der Stiftung, Tel. 0 18 05 / 09 30 93.

In deutschen Apotheken stehen die Zeichen auf Streik

Die Zeichen in den deutschen Apotheken stehen auf Streik. Weil die Auseinandersetzung um eine Erhöhung des Fixhonorars bei der Abgabe rezeptpflichtiger Arzneimittel ins Stocken geraten ist, wollen die Pharmazeuten eine schärfere Gangart einschlagen. Bei einer aktuellen Umfrage des Branchendienstes APOTHEKE ADHOC befürworteten 82 Prozent der Teilnehmer einen Apothekerstreik. 12 Prozent waren der Auffassung, dass dies nichts bringe. Nur eine Minderheit von 4 Prozent sorgt sich um das Verhältnis zur Politik.

Erstmals seit 2004 soll das Fixhonorar der Apotheken für die Abgabe rezeptpflichtiger Arzneimittel in Höhe von 8,10 Euro je Packung angepasst werden. Während die Berufsorganisationen mehr als 1 Euro pro Packung zusätzlich fordern, hat der zuständige Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) lediglich 25 Cent Erhöhung in Aussicht gestellt.

Die Apotheker weisen dieses Angebot angesichts der stark steigenden Zahl von Apothekenschließungen als „absolut unzureichend“ zurück. Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble (CDU) hingegen forderte Rösler sogar auf, auf die Erhöhung zu verzichten.

Ein flächendeckender Streik der Apotheken in Deutschland wäre ein Novum. Größere Demonstrationen von Apothekern und deren Mitarbeitern hatte es zuletzt im Herbst 2006 in Hamburg, München, Leipzig und Düsseldorf gegen ein Gesetz der damaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) gegeben.

An der Umfrage nahmen am 21. und 22. August 2012 insgesamt 1034 Leserinnen und Leser von APOTHEKE ADHOC teil.

Die detaillierten Ergebnisse finden Sie unter www.apotheke-adhoc.de/umfragen/sollten-die-apotheker-gegen-25-cent-streiken

Weniger Menschen ohne Kranken­ver­sicherungs­schutz

Im Jahr 2011 waren in Deutschland rund 137 000 Personen nicht krankenversichert und besaßen auch keinen sonstigen Anspruch auf Krankenversorgung. Gegenüber 2007 – damals waren rund 196 000 Personen ohne Krankenversicherungsschutz – ging die Zahl der nicht krankenversicherten Personen damit um 30 % zurück. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Grundlage des alle vier Jahre erhobenen Zusatzprogramms „Angaben zur Krankenversicherung“ im Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland und Europa, mit.

Zu den Personen mit einem sonstigen Anspruch auf Krankenversorgung zählen beispielsweise Soldatinnen und Soldaten, Grundwehrdienst- und Zivildienstleistende, Beamtinnen und Beamte oder Richterinnen und Richter.

Von den Personen ohne Krankenversicherungsschutz waren knapp zwei Drittel Männer (62 % beziehungsweise 85 000 Personen), 38 % waren Frauen (52 000 Personen). Gegenüber 2007 ging jedoch die Zahl der nicht krankenversicherten Männer stärker zurück (– 36 %) als die der nicht krankenversicherten Frauen (– 17 %).

Selbstständige (einschließlich mithelfende Familienangehörige) sowie erwerbslose Personen hatten – wie vor vier Jahren – besonders häufig keinen Krankenversicherungsschutz: Jeweils rund 0,8 % der Selbstständigen sowie der Erwerbslosen waren im Jahr 2011 nicht krankenversichert. Damit waren diese beiden Personengruppen in etwa viermal so häufig ohne Krankenversicherungsschutz wie die Bevölkerung insgesamt. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung Deutschlands waren nur weniger als 0,2 % nicht krankenversichert.
Als erwerbslos gelten nicht erwerbstätige Personen, die aktiv nach einer Arbeitsstelle suchen und auch kurzfristig für die Aufnahme einer Tätigkeit zur Verfügung stehen.

Bei der Interpretation der Ergebnisse im Zeitvergleich ist zu berücksichtigen, dass im Zuge der Gesundheitsreform 2007 – schrittweise bis 2009 – eine Krankenversicherungspflicht für alle Bürgerinnen und Bürger ohne anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall eingeführt wurde.