Archiv für den Monat: März 2013

Organspende

„Leben retten, anderen helfen“ – das ist laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) die häufigste Begründung, wenn sich Menschen entscheiden, Organspender zu sein. Für zwei von drei Deutschen ist dies die Hauptmotivation, vor dem Argument „brauche meine Organe nach dem Tod nicht“ (21 Prozent) und „könnte selbst ein Organ benötigen“ (17 Prozent). Allerdings sind die Beweggründe laut TK regional unterschiedlich verteilt: Während in Nordrhein-Westfalen 28 Prozent der Menschen angaben, nicht an das Leben nach dem Tod zu glauben und deshalb ihre Organe nicht mehr zu benötigen, liegt der Anteil in Bayern nur bei fünf Prozent.

„Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende ist ein sehr persönlicher, zutiefst in das Private reichender Entschluss. Es ist nicht Sache der Krankenkassen oder des Staates, sich in diese Frage einzumischen“, so Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. Wichtig ist dem TK-Chef jedoch, dass auch diejenigen, die sich gegen die Organspende entscheiden, dies in einem Ausweis dokumentieren. „Wer sich nicht äußert, überlässt die Entscheidung im Fall des Falles anderen. Diese Bürde sollte man seinen Angehörigen möglichst ersparen.“

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der TK hat mittlerweile jeder fünfte Erwachsene in Deutschland (21 Prozent) einen Organspendeausweis. Bei den Versicherten der TK liegt der Anteil zehn Prozentpunkte höher, fast jeder Dritte hat hier einen Ausweis ausgefüllt (31 Prozent). Als einzige große Krankenkasse hat die TK bisher das neue Transplantationsgesetz umgesetzt und ihren Versicherten Ausweis und Informationen zur Organspende nach Hause geschickt.

HERZINFARKT – Das Patientenbuch

Fehlende Bewegung, Rauchen, Übergewicht und mangelhafte Ernährung: Es gibt viele Faktoren, die unser Herz aus dem Takt bringen können. Welche das sind und was Betroffene tun können, erklärt der Kardiologe Professor Rainer Hambrecht, Vorsitzender der „Stiftung Bremer Herzen“ in dem Patientenbuch HERZINFARKT.

Das umfangreiche Buch, das von der „Stiftung Bremer Herzen“ in Kooperation mit dem Nitrospray-Hersteller Pohl Boskamp herausgegeben wird, informiert Betroffene und Angehörige über alles was man rund um das Thema Herzinfarkt wissen muss: Welche Risikofaktoren dem Herzen schaden, was im Notfall zu tun ist und wie die weiteren Behandlungsmaßnahmen bei einem Herzinfarkt aussehen. Mehrere Kapitel widmen sich dem Leben nach dem Infarkt: Wichtig ist in diesem Zusammenhang eine Anpassung des Lebensstils mit gesunder Ernährung und mehr Bewegung im Alltag. Außerdem wird erläutert, welche Medikamente im Anschluss an einen Herzinfarkt üblicherweise verordnet werden.

Trotz erfolgreicher Behandlung beispielsweise durch Ballondilation, dem Setzen eines Stents oder einer Bypass-Operation und individueller, medikamentöser Einstellung gibt es aber einen relativ großen Anteil von Herzpatienten, die nach einem Herzinfarkt unter Angina pectoris-Beschwerden leiden. Für diese Menschen ist ein zuverlässiges Notfallmedikament, das sie stets bei sich tragen, unverzichtbar. Hier ist Nitrospray das Mittel der Wahl. Zwei Hübe unter die Zunge und die Beschwerden, die sich durch ein sehr unangenehmes Engegefühl in der Brust äußern, verschwinden innerhalb weniger Minuten. Ermöglicht wird diese rasche Symptomlinderung durch die gefäßerweiternde Wirkung des enthaltenen Nitroglycerins. Empfohlen wird übrigens auch der prophylaktische Einsatz vor körperlicher Belastung, um es erst gar nicht zum Angina pectoris-Anfall kommen zu lassen.

Das Patientenbuch können Interessierte kostenlos abfordern unter:

Rothenburg & Partner
Stichwort: Nitrospray
Friesenweg 5f
22763 Hamburg
postfach@rothenburg-pr.de

Gesund essen gegen Krebs

Täglich entscheiden wir darüber, was wir essen. Dies erfolgt meist intuitiv und oft nicht im Einklang mit dem, was als gesund gilt. So erging es Tom. Jahrelang aß er was und wie viel ihm gerade schmeckte. Sein Gewicht stieg stetig, das Bewegen im Alltag wurde mühsam. In der aktuellen Ausgabe des Magazins der Deutschen Krebshilfe erzählt Tom, was ihn zum Umdenken bewogen hat und warum er seinen jetzigen Lebensstil schätzt.

Als Single kümmerte es Tom wenig was er aß. Anderes war wichtig, Essen etwas für nebenbei. Er aß zu viel, zu kalorienreich, zu unausgewogen und war zudem zu wenig körperlich aktiv. Wie Tom geht es vielen Menschen. Fehlernährung ist in Deutschland weit verbreitet: Jedes sechste Schulkind und mehr als die Hälfte der erwachsenen Bundesbürger sind übergewichtig.

Übergewicht schränkt nicht nur die Lebensqualität ein, es kann auch zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. „Wer sich vielseitig ernährt und regelmäßig bewegt, vermeidet Übergewicht und fühlt sich direkt wohler und leistungsfähiger“, sagt Dr. Jutta Hübner, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Medizin in der Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft. „Langfristig kann so auch bestimmten Krebsarten vorgebeugt werden“.

Als Tom Vater wurde, schaffte er es, sich ernsthaft zu einem anderen Essverhalten aufzuraffen. Heute genießt er mit seinen Kindern das gemeinsame Einkaufen und Kochen am Wochenende. „Gesund ernähren schmeckt und macht uns Spaߓ, sagt er.

Ausführliche Informationen über eine ausgewogene Ernährung und das vollständige Interview mit Dr. Hübner gibt es in der Ausgabe 1/2013 des „Magazins der Deutschen Krebshilfe“, das kostenfrei bei der gemeinnützigen Organisation angefordert werden kann. Hier finden Interessierte zudem weitere Informationen über aktuelle Forschungsprojekte und Initiativen der Deutschen Krebshilfe sowie Benefizaktionen und Veranstaltungen zu Gunsten krebskranker Menschen. Die komplette Ausgabe ist ab sofort auch im Internet als E-Paper abrufbar: www.krebshilfe.de/magazin.

Warum es gesund ist, wenn die Nase läuft

Innerhalb einer Stunde atmen wir 10.000 Bakterien und 100.000 Viren ein. Es grenzt an ein Wunder, dass wir nicht permanent krank sind. Verantwortlich für die einzigartige Abwehrleistung sind die Schleimhäute in den Atemwegen. Sie funktionieren wie ein Schutzschild und reagieren auf den Angriff mit der Produktion von Sekret, mit dem die Erreger umhüllt und aus den Atemwegen transportiert werden.

Vorsicht Staugefahr

Ist dieser natürliche Selbstreinigungsmechanismus allerdings eingeschränkt, nisten sich die Erreger in der Schleimhaut ein, vermehren sich und legen die Schutzfunktion der Atemwege lahm. Um die Erreger loszuwerden, produzieren die Becherzellen Schleim, die Schleimhäute werden stärker durchblutet und schwellen an. Folge: Das Sekret staut sich, die Erreger verbleiben in den Atemwegen und die Entzündung kann sich auf die Nasennebenhöhlen ausweiten. Professor Hans Behrbohm, Chefarzt der Abteilung für HNO-Heilkunde der Park-Klinik Weißensee Berlin, beschreibt das Problem wie folgt: „Die verstopfte Nase blockiert die Verbindungswege zu den Nebenhöhlen, sodass Belüftung und Drainage der dortigen Schleimhäute zum Erliegen kommen. Die Viren haben es nun leicht, sich auf die Schleimhäute der Nebenhöhlen auszubreiten und eine Sinusitis entsteht.“

Die Nase zum Laufen bringen

Wer bei einer Erkältung rechtzeitig handelt, kann meist Schlimmeres verhindern. Oberste Priorität hat die Befreiung und Belüftung der Atemwege. „Bei Entzündungen der Schleimhäute in Nase und Nebenhöhlen sind pflanzliche Sekretolytika besonders wertvoll. Sie befreien die Atemwege schnell und zuverlässig“, empfiehlt Professor Behrbohm. Der pflanzliche Schleimlöser GeloMyrtol® forte verflüssigt den zähen Schleim und fördert den Abtransport. Professor Behrbohm bestätigt: „Zeigen sich die ersten Symptome einer Erkältungskrankheit, ist GeloMyrtol® forte das Mittel der ersten Wahl.“ Das Präparat wirkt antibakteriell, antientzündlich und Erkältungsbeschwerden bessern sich rasch. Die Devise sollte daher lauten: Wenn die Nase mal wieder läuft, tief durchatmen und darüber freuen, dass sich der Schnupfen nicht festsetzt.

Schmerzlose Dentallaser, synthetisches Blut und Haut aus der Spraydose

Metallschrauben im Kiefer, Chemokeule bei Krebserkrankungen – schon bald werden wir uns an diese Torturen kaum noch erinnern. Denn an Universitäten und in den Labors der Pharmaindustrie tüfteln Forscher an sanfteren Methoden und Techniken. Das berichtet die Zeitschrift WUNDERWELT WISSEN (Ausgabe 4/2013, ab heute im Handel). Sie werden die Medizin revolutionieren.

Für mehr als die Hälfte der Deutschen ist der Weg in die Zahnarztpraxis ein Gräuel. Doch Angstinstrument Nr. 1, der Bohrer, kann demnächst seinen Weg ins Museum antreten: In Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität Wuppertal hat das US-Medizintechnik-Unternehmen Biolase Technology einen Dentallaser entwickelt. Mit ihm kann Karies kontaktlos ohne Hitze, Vibration und Druck vom Zahn entfernt werden. „Das Gerät ist wirksam an Zahnfleisch, Haut und Knochen, präziser als ein Skalpell und verursacht weniger Blutung“, preisen die Erfinder ihre Innovation. Auch die gefürchtete Betäubungsspritze ins Zahnfleisch wird durch den 7-W-Diodenlaser überflüssig.

Schon 25.000 Menschen in Europa hat das sogenannte Tissue Engineering – die Gewebezüchtung aus Stammzellen des Patienten – durch Züchten von Haut, Knorpeln und Blutgefäßen im Reagenzglas geholfen. Patienten, die durch Verbrennungen größere Hautschäden erlitten, wurde künstliche Haut eingesetzt. In den USA ist man schon so weit, dass man neue Haut aufsprüht – wie Farbe auf Papier. Die Forscher von der Wake Forest University haben die Methode erfolgreich an Mäusen getestet. „Wir haben neue Zellen direkt auf die Wunde gesprüht“, sagt Wissenschaftler Kyle Binder, „und es hat funktioniert.“ Jetzt sind weitere Tests im Gange, die für eine Zulassung zur Anwendung beim Menschen notwendig sind.

Ein weiterer Hoffnungsschimmer, wo Hightech der Medizinbarbarei in den nächsten Jahrzehnten ein Ende setzt: Erstmals gelang es einem US-amerikanisch-chinesischen Team, das für die Blutbildung so wichtige Protein Albumin aus genverändertem Reis zu gewinnen. Ein wichtiger Schritt, eines Tages menschliches Blut komplett künstlich herstellen zu können und für OPs ausreichend Blutkonserven zur Verfügung zu haben.

Aspirin: Schmerzmittel des Jahres

Deutsche Verbraucher haben Aspirin zum vertrauenswürdigsten Schmerzmittel des Jahres 2013 gewählt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Reader’s Digest, bei der die Befragten das Bayer-Präparat in der Kategorie Schmerzmittel ungestützt an erster Stelle nannten. Somit wird Aspirin zum dreizehnten Mal in Folge mit dem Pegasus Award ausgezeichnet.

Die repräsentative Studie „Most Trusted Brands“ ist mit einer Datenbasis von europaweit 19.000 Befragten in mehr als 12 Ländern, davon 3.300 in Deutschland, als eine der größten Verbraucheruntersuchungen anerkannt. Die Leser von Reader´s Digest wurden schriftlich und ohne Angabe von Marken in 33 Kategorien gebeten, das Produkt zu nennen, dem sie persönlich am meisten Vertrauen. Aspirin erhielt von 94 Schmerzmittelmarken mit 28 Prozent die meisten Nennungen.

Der Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure zählt zu den wichtigsten Schmerzmittel-Substanzen in der Apotheke und wird von Fachgesellschaften bei Kopfschmerzen und Migräne empfohlen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt ihn in ihrer Liste der unentbehrlichen Arzneimittel. Seit 114 Jahren bewährt sich Aspirin millionenfach bei der Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen sowie Fieber. Es ist eines der am längsten und besten erforschten Arzneimittel unserer Zeit.

Neues Notdienstgesetz stärkt Landapotheken

Heute hat das Bundeskabinett den Entwurf zur Förderung der Sicherstellung des Apothekennotdienstes (Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz – ANSG) beschlossen. „Wir begrüßen diesen Kabinettsbeschluss“, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Das neue Gesetz ist besonders für die Apotheken auf dem Land mit vielen Nacht- und Notdiensten eine gute Nachricht.“ Die ABDA appelliert an Bundestag und Bundesrat, das Gesetz zügig umzusetzen.

In dünn besiedelten Regionen wird der Notdienst von weniger Patienten in Anspruch genommen als in der Stadt. Wegen der geringeren Apothekendichte müssen Apotheken auf dem Land gleichzeitig häufiger Nacht- und Notdienste leisten. Die Sicherstellung des Notdiensts ist damit für Apotheken in bevölkerungsarmen Regionen besonders belastend. Um dies auszugleichen, sollen nach dem ANSG Apotheken für jeden Notdienst einen pauschalen Zuschuss erhalten.

Finanziert werden soll der Zuschuss über eine Erhöhung des Festzuschlags für rezeptpflichtige Medikamente um 16 Cent pro Packung. Dieser Erhöhungsbeitrag ist ausdrücklich für die Förderung des Notdiensts vorgesehen und wird vollständig an einen Fonds abgeführt, der für die Verteilung unter allen deutschen Apotheken zuständig ist. Schmidt: „Die Vorbereitungen für den Fonds sind bereits in vollem Gange. Wir werden das ANSG zügig, transparent und so unbürokratisch wie möglich umsetzen.“

Die Notdienstgebühr in Höhe von 2,50 Euro bleibt auch beim ANSG erhalten. Diese wird vom Patienten bezahlt, wenn er einen Nacht- und Notdienst in Anspruch nimmt. Der Arzt kann Patienten in dringenden Fällen von dieser Notdienstgebühr entbinden, indem er auf dem Rezeptformular das sog. noctu-Feld ankreuzt.

Mangel an Spenderherzen ist dramatisch

Derzeit stehen 327 Spenderherzen pro Jahr mehr als 1 000 Patienten auf den Wartelisten für eine Herztransplantation gegenüber. Mit großer Sorge beobachtet die Deutsche Herzstiftung den dramatischen Rückgang in der Organspendenbereitschaft infolge des Transplantationsskandals im Bereich der Lebertransplantation in Deutschland. Angesichts des großen Organmangels bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen appelliert die Herzstiftung mit hoher Dringlichkeit an die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung. Die Zeit für Empfänger eines Spenderherzens drängt: „Die Wartezeit für eine Herztransplantation ist ohnehin viel zu lang und beträgt im Schnitt 16 Monate, so dass sich der Zustand vieler dieser schwerkranken Patienten erheblich verschlechtert. Die aktuelle Situation ist alarmierend, wenn wir zirka 90 Prozent aller Herztransplantationen bei Patienten durchführen, die bereits auf der Intensivstation liegen. Insbesondere bei Kindern sind Spenderherzen kaum verfügbar“, warnt das Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, Prof. Dr. med. Jan Gummert, Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und Kardiovaskularchirurgie am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen. „Uns sind Fälle bekannt, wo Kinder seit drei Jahren mit einem Kunstherz, dem sog. ,Assist-System‘, in der Klinik leben müssen. Für alle Patienten, Kinder wie Erwachsene, und ihre Angehörigen bedeutet das Leiden, das schwer zu ertragen ist.“

Neues Transplantationsgesetz: Bringt es Vertrauen in die Transplantationsmedizin?
Nach Angaben der Fachgesellschaft der Herzchirurgen (DGTHG) ist die Zahl der Herztransplantationen eingebrochen. Wurden im Jahr 2010 noch 379 Spenderherzen transplantiert, sank die Zahl von 355 Spenderherzen im Jahr 2011 auf zuletzt 327 (2012). „So verständlich die Verunsicherung vieler Menschen ist, so beschränken sich die Vorgänge bisher auf den Bereich Lebertransplantation und auf die Transplantationszentren Göttingen, Regensburg, München und Leipzig. Sie sollten niemanden davon abhalten, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen, um am Ende zu einer hoffentlich positiven Einstellung zu kommen. Organspende rettet Menschenleben“, sagt Prof. Gummert. Dass es im Bereich der Herztransplantation bisher zu keinen Manipulationsfällen gekommen ist, liegt u.a. daran, dass über den Dringlichkeitsstatus für eine Herzzuteilung nicht das Transplantationszentrum selbst, sondern drei unabhängige Experten (Auditoren), zwei internationale und ein nationaler, nach bestimmten festgelegten Richtwerten entscheiden. „Eben diese Regelung macht das System beim Herzen transparent“, sagt Prof. Dr. med. Dr. phil. Hermann Reichenspurner, Ärztl. Direktor des Universitären Herzzentrums Hamburg und Direktor der Klinik und Poliklinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Wichtig: Transplantationskonferenz nach Sechs-Augen-Prinzip und unangekündigte Stichproben
Das neue Transplantationsgesetz mit der Entscheidungslösung verbunden mit regelmäßigen Informationen über das Thema Organspende sieht die Deutsche Herzstiftung als „Schritt in die richtige Richtung“. Ein wichtiger Punkt im neuen Gesetz ist, dass Patienten in einer interdisziplinären Transplantationskonferenz mindestens nach dem Sechs-Augen-Prinzip besprochen werden müssen. Das betont Prof. Reichenspurner, Beiratsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Zu diesem interdisziplinären Gremium sollen im Bereich der Herztransplantationen mindestens ein Herzchirurg, ein Kardiologe und ein unabhängiger Mediziner, der dem Ärztlichen Direktor des Klinikums unterstellt ist, gehören. „Um Manipulationen zu vermeiden, wird diese Transplantationskonferenz über die Aufnahme von Patienten auf die Warteliste entscheiden. Außerdem finden unabhängige Kontrollen statt. Künftig wird die Prüfungskommission unangekündigte Stichproben bei allen Transplantationszentren durchführen. Dies trägt noch stärker zur Gewährleistung der Verteilungsgerechtigkeit auf den Wartelisten bei und ist eine deutliche Verschärfung der Kontrollen“, erläutert Prof. Reichenspurner. Bislang sei man im Wesentlichen nur Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten in den Zentren nachgegangen.

Vitamin-D-Speicher-Auffüllen stärkt die erschöpften Abwehrkräfte und fördert gesunden Schlaf

Über die Wintermonate hat sich das Immunsystem erschöpft, hat mit grippalen Infekten oder gar Grippe gekämpft. Und wenn Ostern vor der Tür steht, sind die Leiden oft noch nicht ausgestanden, und der Organismus fühlt sich müde und ausgepowert. Das liegt auch mit daran, dass sich im an Sonnentagen ärmsten Winter seit über 40 Jahren hierzulande die Vitamin-D-Speicher geleert haben. Nun ist es höchste Zeit, diese Speicher gezielt wieder aufzufüllen. Allerdings schwankt die körpereigene durch Sonnenlicht angeregte Bildung von Vitamin D in der Haut individuell von Mensch zu Mensch und lässt im Alter sogar nach. Größere Mengen des Vitamins stellt der Organismus nur bei intensiver Sonneneinstrahlung auf Gesicht, Hände sowie Arme und Beine her. Auch die Vitamin-D-Zufuhr über Lebensmittel, wie etwa Fisch, leistet hierzulande nur einen geringen Beitrag zur ausreichenden Versorgung. Sie ist gemäß Studien des Robert-Koch-Institutes bei 60 Prozent der Deutschen unzureichend. Außerdem ergab die Nationale Verzehrsstudie II, dass ca. 90 Prozent der Frauen und ca. 80 Prozent der Männer nicht die täglich empfohlene Menge erreichen, die über Lebensmittel aufgenommen werden sollte. Schon allein deshalb verweisen Experten wie Dr. Heike Bischoff-Ferrari von der Universität Zürich darauf, Defizite an Vitamin D durch Nahrungsergänzung auszugleichen. Eine ausreichende Versorgung ist wichtig, da Vitamin D nicht nur die Knochen stärkt, sondern auch für eine optimale Immunabwehr, besonders gegen Atemwegsinfekte, benötigt wird. Ein intaktes Immunsystem braucht ferner genügend Schlaf. Und auch diesen fördert, neuen Erkenntnissen zu Folge, Vitamin D.

Eine Studie an der dänischen Universität Kopenhagen hat bereits in 2010 aufgezeigt, dass die Killerzellen des Immunsystems (T-Zellen), welche in den Körper eindringende Viren und Bakterien abwehren, zunächst eine Art „Antenne“ ausfahren: Sie produzieren ein Vitamin-D-Erkennungsprotein. Können sie kein Vitamin D entdecken, bleiben sie inaktiv. Ist jedoch Vitamin D verfügbar, so kommt es zu einer Reaktionskaskade, an deren Ende sich die T-Zelle zu hunderten identischer Zellen vervielfältigt und gegen den Eindringling mobil gemacht hat. Forscher der amerikanischen Universität Denver, Colorado, entdeckten dann in 2011 den Zusammenhang zwischen einer guten Vitamin-D-Versorgung und dem geringeren Auftreten von Atemwegsinfekten.

Die neueste Forschung bringt Vitamin-D-Defizite im Körper auch mit den weltweit zunehmenden Schlafstörungen in Verbindung. Eine amerikanische Forschergruppe konnte in ihrer jüngsten Studie das Auftreten von Schlafstörungen insbesondere bei Menschen mit niedrigen Blutkonzentrationen an Vitamin D beobachten. Ferner stellten sie fest, dass Menschen mit Schlafstörungen, die für normale Vitamin-D-Blutwerte sorgten, besser schliefen. Die Wissenschaftler weisen drauf hin, diesen Zusammenhang künftig stärker zu berücksichtigen, da Schlafstörungen das Immunsystem schwächen, und ein Risiko für Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen und Schlaganfall, Depression und chronische Schmerzen darstellen.

Vitamin-D-Präparate – sinnvoll und sicher geregelt

Die Grenze für die Dosierung von Vitamin D in Nahrungsergänzungsmitteln, die rechtlich als Lebensmittel eingestuft sind, liegt bei 200 I.E (5 mcg) pro Tablette oder Kapsel. Werden höhere Dosen empfohlen, liegen diese bereits im Bereich von Arzneimitteln, die frei verkäuflich, jedoch apothekenpflichtig sind. Solche nur in der Apotheke rezeptfrei erhältlichen Präparate mit Vitamin D enthalten Dosierungen zwischen 200 – 1.000 I.E. (5-25 mcg) pro Tablette oder Kapsel. Ein Mikrogramm (mcg) sind 40 Internationale Einheiten (I.E.). Höhere Dosierungen, wie z.B. Injektionen mit Vitamin D, unterliegen hierzulande der ärztlichen Verschreibungspflicht. Befolgt man die Einnahmeempfehlungen, sind die Präparate in puncto Nebenwirkungen unbedenklich, wissen Fachleute wie die Apothekerin und Lebensmittelchemikerin Dr. Sylvia Terlinden: „Vitamin-D-Präparate als Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, ihre Sicherheit und Qualität ist durch zahlreiche Gesetze und Verordnungen gewährleistet „, erläutert die Expertin aus Frankfurt. „Die Verwender sollten sich aber an die vorgegebene Dosierung halten.“ Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt folgenden Sicherheitsbereich für Vitamin D an: Eine maximale tägliche Dosis von 50 mcg (2.000 IE) für Jugendliche und Erwachsene (einschließlich Schwangere und stillende Mütter) und 25 mcg (1000 IE) für Kinder in den ersten 10 Lebensjahren können Gesunde ohne Risiko von Nebenwirkungen und ohne medizinische Aufsicht langfristig einnehmen.

Quellen:

Geisler C. et al. Vitamin D controls T cell antigen receptor signaling and activation of human T cells. Nature Immunology. 2010;11: 344-349

Ginde A.A. et al. Association between serum 25-hydroxyvitamin D level and upper respiratory tract infection in the Third National Health and Nutrition Examination Survey. Arch Intern Med. 2009;169(4):384-390.

Gominak S.C.; Stumpf W.E. The world epidemic of sleep dis-orders is linked to vitamin D deficiency. Medical Hypotheses. 2012;79: 132-135

Unfallversichert beim Betriebssport

In vielen Unternehmen können die Beschäftigten ein breit gefächertes Angebot zum Betriebssport nutzen. Kommt es während des Betriebssports zu Unfällen, sind Arbeitnehmer gesetzlich unfallversichert. Darauf weist die gesetzliche Unfallversicherung VBG in Hamburg hin. Entscheidend dafür ist, dass der Sport Ausgleichs- und nicht Wettkampfcharakter hat. Der Betriebssport sollte sich im Wesentlichen auf Beschäftigte eines Betriebes beschränken, regelmäßig stattfinden und unternehmensbezogen organisiert werden. Etwa, wenn das Unternehmen feste Zeiten vorgibt oder die Sportstätten und -geräte zur Verfügung stellt.

Gerade wer bei der Arbeit überwiegend am Schreibtisch sitzt, schafft durch den Betriebssport einen gesunden Ausgleich für den Bewegungsmangel während des Arbeitstages. Die im Januar 2013 von allen Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung gestartete Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken“ liefert praktische Tipps für mehr Bewegung im Büro. Mehr Informationen sind unter www.vbg.de/deinruecken zu finden.

Der Betriebssport ist ein weit verbreitetes Angebot, um die Beschäftigten zu einem aktiven Lebensstil zu motivieren. Sowohl in Großunternehmen als auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen lohnt sich das, wie die folgenden fünf Gründe erläutern.

Fünf gute Gründe für ein aktiveres Leben:

1. Bewegung nimmt Einfluss auf den Gesundheitszustand und kann
damit Fehlzeiten verringern.
2. Bewegung mindert die Reizbarkeit: Eine unterschätzte Ressource,
um das Betriebsklima zu verbessern.
3. Bewegung reduziert Ängste und Stress. Ein wichtiger Puffer und
Schutzfaktor für stark belastete Beschäftigte.
4. Bewegung steigert die Leistungsfähigkeit und damit das
Betriebsergebnis, denn sie verbessert die Aufmerksamkeit sowie
Lern-, Planungs- und Entscheidungsfähigkeit von Beschäftigten.
5. Bewegung ist eine Möglichkeit, das Gehirn fit zu halten.
Gedächtnis und Lernfähigkeit verbessern sich.

Weitere Informationen: www.vbg.de