Archiv für den Monat: Juli 2013

EU sollte ihre Bürger besser vor Hepatitis schützen

Bei der Hepatitis-Prävention und dem Zugang zu medizinischer Versorgung gibt es noch immer besorgniserregende Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Fast ein Jahr nach der Veröffentlichung der Vergleichsstudie ‚Euro Hepatitis Care Index‘ durch den Europäischen Verband der Leberpatienten (ELPA) hat sich die Situation kaum verbessert. „Sogar die EU-Mitgliedstaaten, die ganz oben auf dem Index stehen, erbringen nicht durchwegs gute Leistungen, sondern sind in spezifischen Aspekten stark, hinken in anderen aber hinterher“, sagt Tatjana Reic, Präsidentin von ELPA, anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages (WHD) am 28. Juli.

Deutschland ist zum Beispiel gut bei Prävention und medizinischer Behandlung, zeigt jedoch Schwäche in Sachen Früherkennung. Am überraschendsten sind nach wie vor die inadäquaten Massnahmen der Regierungen auf ganzheitlicher strategiescher Ebene. Dies und andere detailliertere Erkenntnisse über die Situation in den EU-Mitgliedstaaten, der Schweiz und in Norwegen findet man im „Euro Hepatitis Care Index [http://www.hep-index.eu ]“, der von ELPA und der schwedischen Expertenkommission Health Consumer Powerhouse aufgestellt wurde.

„Eine Aufforderung an die Mitgliedstaaten, nationale Hepatitispläne zu entwickeln, die sich auf die alarmierenden Ungleichheiten bei Verhütung, Erkennung und den Zugang zur Behandlung viraler Hepatitis konzentrieren, ist ein wichtiger Fortschritt“, sagt Frau Reic.

ELPA wurde im Jahr 2004 gegründet und repräsentiert heute 30 Leberpatientenorganisationen aus 24 Ländern. Sie beteiligt sich jedes Jahr an der Kampagne zur Förderung des WHD. Auf den diesjährigen Feierlichkeiten kündigt die WHO den Bericht Viral Hepatitis: Global Policy (Virale Hepatitis: weltweite Richtlinien) an. Dieser Bericht enthält die Richtlinien der Regierungen der WHO-Mitgliedsstaaten für virale Hepatitis.

„Die intensiven Bemühungen der WHO, das Bewusstsein für virale Hepatitis zu steigern und die damit verbundenen Probleme anzugehen, verdient höchstes Lob. Als Patientenorganisation unterstützen wir bei ELPA diese Initiative in vollem Umfang. Indem wir dem Bericht unsere Anerkennung aussprechen und die Perspektive der Patienten weitervermitteln, hoffen wir auf eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit mit der WHO“, sagt Frau Reich.

Hepatitis ist eine Leberentzündung, die meist durch eine Virusinfektion verursacht wird. Europaweit sind 23 Millionen Bürger mit dem Hepatitisvirus infiziert und jährlich kommen viele Neuinfektionen hinzu. Erkrankungen im Zusammenhang mit Hepatitis fordern jährlich 125.000 Todesopfer und diese Zahl nimmt stetig zu. Die WHO schätzt, dass weltweit 2 Milliarden Menschen mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind, ca. 150 Millionen Menschen an der chronischen Hepatitis C leiden und mehr als 350 Millionen Menschen chronische Leberinfektionen haben. Ohne Behandlung können beide Typen zu Leberzirrhose und Krebs führen und können auch schwere Folgeschäden wie Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes verursachen.

http://www.elpa-info.org

Die besten Wege zur inneren Ruhe

Immer mehr Menschen geraten im modernen und hektischen Alltag unter Leistungsdruck: Ärger in der Familie oder am Arbeitsplatz, volle Terminkalender oder Anpassungsprobleme an neue berufliche Herausforderungen: Die Auslöser für Stress im Alltag sind vielfältig. Immer mehr Arbeitgeber setzen beispielsweise eine ständige Erreichbarkeit ihrer Mitarbeiter per E-Mail oder Handy voraus – das macht ein Abschalten vom Job fast unmöglich. Häufig sind gestresste Menschen zudem Perfektionisten, die hohe Anforderungen an sich selbst stellen und äußerst gewissenhaft arbeiten. Sie sind oft der Ansicht, ihre Umwelt nur so wirklich zufriedenstellen zu können. Daher lässt es ihr enormes Verantwortungsbewusstsein auch nur selten zu, Aufgaben an andere zu delegieren. Doch permanente Anspannung und Überforderung können die innere Balance schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Stress kann sich dann auch körperlich bemerkbar machen – zum Beispiel durch Schwitzen, Unkonzentriertheit, Nervosität, wiederkehrende Infekte bis hin zu Magen-Darm-Problemen oder Herz-Kreislauf-Störungen. Finden die Betroffenen dann auch noch in der Nacht keinen erholsamen Schlaf, kommen Erschöpfung und Übermüdung hinzu.

Wege zur inneren Ruhe: Unterschiedliche Reaktionen auf Stress

Forscher, darunter auch die „Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit“, haben herausgefunden, dass die Geschlechter unterschiedlich auf Stress reagieren. Während Frauen ihre Verärgerung lieber in Gesprächen zum Ausdruck bringen, begegnen Männer Stress in ihrem Alltag eher mit Verdrängung oder Rückzug. Sie suchen zudem wesentlich häufiger in Suchtmitteln wie Alkohol und Zigaretten Zuflucht, anstatt nach Lösungswegen zu suchen. Doch auch wenn Männer und Frauen unterschiedlich auf Stress reagieren, so sind sie durch Zeit- und Leistungsdruck sowie Überforderung gleichermaßen betroffen. Auch Monotonie am Arbeitsplatz, fehlende Anerkennung und die Angst, den Job womöglich zu verlieren, belasten sie in gleicher Weise. Frauen leiden dabei häufig unter einer Mehrfachbelastung: Als Mütter, Hausfrauen und Berufstätige müssen sie mitunter in gleich mehreren Lebensbereichen enormen Druck aushalten. Wer dabei von Haus aus sehr harmoniebedürftig ist, leidet meist besonders unter angespannten Situationen und Konflikten. Daher ist es keine Lösung, Probleme zu ignorieren oder angespannte Situationen dauerhaft beizubehalten. Im Gegenteil: Das ist allenfalls der direkte Weg in Richtung Depression, Krankheit und Burnout.

Natürliche Hilfsmittel

In besonders hektischen Zeiten kann daher neben regelmäßiger Bewegung das Erlernen und Ausüben von Entspannungstechniken sehr hilfreich sein, damit der Körper im Gleichgewicht bleibt. Dazu zählen vor allem Meditation, Yoga und autogenes Training, wodurch man in stressigen Situationen bewusst innehalten kann. Indem man dem eigenen Atem dabei folgt, wie er in den Körper hinein- und wieder hinausströmt, kann man Stress hervorragend ausblenden. Viele Menschen schwören dabei auch auf die Unterstützung von Aromalampen und Entspannungsmusik. Natürliche Arzneimittel wie Neurexan können zudem für mehr Gelassenheit und Ruhe sorgen. Gerade bei Unruhezuständen und Schlafstörungen können die enthaltenen Wirkstoffe der Passionsblume effektiv unterstützend wirken, während gleichzeitig Hafer bei Überforderung und Erschöpfung stärken kann, Zinkvalerianat und Kaffeesamen nervliche Anspannungen ausgleichen können.

Freiräume schaffen

Besonders wichtig sind auch persönliche Erholungszeiten, die übrigens überhaupt nichts mit Egoismus zu tun haben. Wer dennoch dauerhaft überlastet und gestresst ist, sucht sich am besten Hilfe. Im Berufsleben sollte zudem überprüft werden, welche Aufgaben und Tätigkeiten besonders viel Zeit einfordern. Dabei kann es helfen, einen konkreten Zeitrahmen für Telefonate und Besprechungen festzulegen und auch einzuhalten. Sinnvoll ist es zudem, Prioritäten täglich zu überprüfen und das eigene Tagespensum genau durchzuplanen. So lassen sich die wirklich wichtigen Aufgaben identifizieren und sinnlose Zeitfresser eliminieren. Unwichtiges sollte möglichst delegiert werden. Die dadurch entstehenden freien Zeitfenster lassen sich dann bewusst für Erholung nutzen. Sei es regelmäßiger Sport, ein gutes Buch, Saunabesuche, Spaziergänge oder Treffen mit Freunden – eine aktive Gestaltung der freien Zeit sorgt für den benötigten Abstand vom Alltagsstress.

Schlafstörungen begegnen

Allerspätestens wenn Nervosität und Anspannung den Tagesablauf bestimmen und einen die eigenen Sorgen nachts um den Schlaf bringen, sollte man nach konkreten Lösungen suchen. So einfach und plausibel es auch klingt, rechtzeitig ins Bett zu gehen, einzuschlafen und am nächsten Tag wieder ausgeruht aufzuwachen – in der Realität gestaltet sich genau das mitunter als äußerst schwierig. Zwar fallen viele abends müde ins Bett, können aber dennoch nicht gleich einschlafen. Anstatt endlich zur Ruhe zu kommen, beginnt vielmehr eine innere Unruhe. Die Gedanken kreisen dann häufig um den Alltagsstress und sorgen dafür, dass man gar nicht oder nur sehr leicht schläft. Viele schrecken nachts sogar regelmäßig aus dem Schlaf hoch. Da verwundert es kaum, dass sich die Angst vieler verstärkt, den täglichen Anforderungen in unausgeschlafenem Zustand erst recht nicht mehr genügen zu können.

Achtet man jedoch tagsüber darauf, genügend Entspannungsmomente in sein Alltagsgeschehen einzuflechten, nimmt man abends automatisch weniger Sorgen und Stress mit ins Bett. Neben Entspannungstechniken eignen sich dabei auch ( http://www.tipps-gegen-stress.de/ratgeber-stress/alltagsstress.html ) natürliche Arzneimittel, die zwar dabei helfen, ausgeglichener zu werden, die Leistungsfähigkeit jedoch nicht negativ beeinflussen. Damit die Nacht auch wirklich ruhig und erholsam ist, sollte man Sorgen und Probleme im Vorfeld so gut es geht ausschalten. Das gilt auch für spannende TV-Krimis, die im Schlafzimmer nichts zu suchen haben. Da eine unangenehm hohe Raumtemperatur und stickige Luft das Einschlafen erschweren, sollte man hier für Abhilfe sorgen. Leidet man nachts unter kalten Füßen, greift man besser zu Bettsocken oder einer Wärmflasche. Auch ein warmes Bad, leise Musik, ein Spaziergang oder ein Glas heiße Milch können das Einschlummern erleichtern.

Wer sich vom Schnarchen seines Partners gestört fühlt, sollte überlegen, in getrennten Zimmern zu schlafen. Gerade Frauen schlafen häufig schlechter, wenn sich ihr Partner im gleichen Raum befindet. Dabei liegt die empfohlene Schlafdauer bei sieben Stunden und sollte auf Dauer nicht unterschritten werden. Man sollte den Schritt der getrennten Schlafstätten daher durchaus in Erwägung ziehen, um die eigene körperliche wie geistige Gesundheit zu gewährleisten und seine Lebensqualität nicht dauerhaft zu beeinträchtigen.

Was sich verändert, wenn man Krebs hat

Die Diagnose Krebs verändert schlagartig das Leben der Betroffenen. Sie löst Angst und Unsicherheit aus: vor der Behandlung, vor Nebenwirkungen und vor der Zukunft. Aber verschlechtert sich auch die Lebensqualität? Dieser Frage gehen Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg nach. In der sogenannten „LinDe-Studie“ befragen sie mehr als 10.000 gesunde und kranke Menschen nach ihrer Lebensqualität. Die Deutsche Krebshilfe fördert die Studie mit 356.000 Euro.

„‚LinDe‘ bedeutet Lebensqualität in Deutschland“, erläutert Dr. Volker Arndt von der Abteilung Klinische Epidemiologie und Altersforschung den Namen der Studie. „Mit Hilfe der in der Studie erhobenen Daten werden wir viele drängende Fragen beantworten können: Wie schätzen die Deutschen ihre Lebensqualität ein? Was beeinflusst diese? Wie beeinträchtigen chronische Erkrankungen, insbesondere Krebserkrankungen langfristig die Lebensqualität?“

Dazu werden im Rahmen der „LinDe-Studie“ deutschlandweit über 10.000 Fragebögen an zufällig über die Einwohnermeldeämter ausgewählte Bürgerinnen und Bürger verschickt. Ihnen werden unter anderem Fragen zu Lebensqualität, körperlicher Aktivität und dem sozialen Umfeld gestellt.

Besonderer Fokus liegt auf Tumorerkrankungen. „Eine Krebsdiagnose stellt ein einschneidendes Erlebnis für die Betroffenen dar“, so Arndt weiter. Die Erkrankung und die damit verbundene Therapie, wie beispielsweise eine Chemo- oder Strahlentherapie können zu verschiedenen körperlichen, psychischen und sozialen Problemen führen. Diese Probleme können eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität der Patienten und Patientinnen nach sich ziehen, auch noch viele Jahre nach der Therapie.“

„Unser Ziel ist es, Beeinträchtigungen der Lebensqualität durch eine Krebserkrankung zu erfassen und Möglichkeiten zu erforschen, diese Beeinträchtigungen zu vermeiden.“ So soll die medizinische und psychosoziale Versorgung der Betroffenen verbessert werden.

Hintergrund-Information: Krebs in Deutschland

Laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts erhalten derzeit jedes Jahr mehr als 490.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Krebs. Die Tendenz ist steigend – bis zum Jahr 2050 könnte sich diese Zahl um ein Drittel erhöhen. Der Grund: Die steigende Lebenserwartung. Je älter der Mensch wird, desto unzuverlässiger arbeiten die Reparatursysteme der Zellen. Das Gesundheitssystem steht vor enormen Herausforderungen. Die Deutsche Krebshilfe stellt sich dieser Aufgabe: Sie setzt sich für die Interessen der Betroffenen ein, hilft Krebspatienten und ihren Angehörigen und bemüht sich um eine verbesserte Prävention und Früherkennung von Krebserkrankungen.

Wie Ingwer Krebspatienten hilft

Viele Krebspatienten leiden unter den Nebenwirkungen einer Chemotherapie: Übelkeit und Erbrechen. Heute gibt es wirkungsvolle Medikamente dagegen, aber viele Betroffene vertrauen zusätzlich auf die magenberuhigende Wirkung der Ingwerwurzel. Bis jetzt war unklar, wie Ingwer eigentlich wirkt. Wissenschaftler aus Heidelberg konnten das Rätsel nun lösen: Die Inhaltsstoffe des Ingwer hemmen bestimmte Botenstoffe des Brechzentrums im Gehirn. Diese Erkenntnisse ermöglichen der Ingwerwurzel den Einsatz in der klinischen Praxis. Die Deutsche Krebshilfe hat das Projekt mit 208.000 Euro unterstützt.

Wem übel ist, der mag nichts essen. Für Krebspatienten kann das gefährlich werden. Nichts oder wenig zu essen, schwächt die ohnehin schon durch die Erkrankung mitgenommenen Patienten noch zusätzlich. In schweren Fällen muss der behandelnde Arzt sogar die Therapie abbrechen – selbst wenn der Tumor eigentlich auf die Medikamente anspricht. Für die Betroffenen ist dies eine besonders schwerwiegende Situation.

Ausgelöst wird die Übelkeit durch die in den Chemo-Medikamenten enthaltenen Zellgifte. Diese greifen vor allem Zellen an, die sich häufig teilen – in erster Linie Krebszellen. Aber auch Darmzellen erneuern sich ständig und sind deshalb besonders anfällig für die Medikamente. Die geschädigten Zellen setzen den Botenstoff Serotonin frei. Dieser dockt an einen Rezeptor auf der Oberfläche von Nervenzellen an und aktiviert so das Brechzentrum im Gehirn. Die Folge sind Übelkeit und Erbrechen.

Heutzutage lassen sich die Begleiterscheinungen einer Chemotherapie sehr gut mit Medikamenten, den sogenannten Anti-Emetika, bekämpfen. Aber auch die natürlichen Wirkstoffe der Ingwerwurzel unterdrücken die Übelkeit: Bereits 2009 berichteten im Rahmen einer Studie US-Forscher, dass Ingwerextrakt die Beschwerden um 40 Prozent senken kann. Der wissenschaftliche Beweis für die Wirksamkeit der Wurzel stand bisher aus. Nun konnten die Wissenschaftler um PD Dr. Beate Niesler vom Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums in Heidelberg das Ingwer-Rätsel lösen.

„Die Ingwerwurzel enthält eine Reihe von hochwirksamen Inhaltstoffen“, erklärt Niesler. Diese besetzen die Serotonin-Andockstellen auf den Nervenzellen. „Die Folge: Das Serotonin kann nicht mehr binden. Das Brechzentrum wird nicht aktiviert und die Übelkeit bleibt aus.“
Auf dieselbe Weise funktionieren auch die klassischen Anti-Emetika, die ebenfalls bestimmte Andockstellen auf den Nervenzellen besetzen. „Die Inhaltsstoffe des Ingwers sind sozusagen das natürliche Pendant zu den Wirkstoffen der Anti-Emetika“, so Niesler weiter.

Die Wissenschaftler hoffen, dass die Ingwerwurzel und ihre Inhaltsstoffe schon bald in klinischen Studien zum Einsatz kommen. Niesler erläutert: „Eine Kombination von Ingwerextrakt und Anti-Emetika wären eine starke Waffe gegen die von der Chemotherapie verursachte Übelkeit. Die Behandlung wäre doppelt wirksam.“

Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, betont: „Ziel der von uns geförderten Forschungsprojekte ist es nicht nur, neue Therapiestrategien zu entwickeln, sondern auch die bestehenden Behandlungen so effektiv und nebenwirkungsarm wie möglich zu machen. Die Lebensqualität der Betroffenen ist uns ebenfalls wichtig!“

Ihre Erkenntnisse haben die Heidelberger Wissenschaftler kürzlich im renommierten Fachmagazin Neurogastroenterology and Motility veröffentlicht.

Hintergrund-Information: Chemotherapie

Eine Chemotherapie ist eine medikamentöse Behandlung, die das Wachstum von Tumorzellen im Körper hemmt. Es gibt heute eine große Anzahl verschiedener Chemotherapie-Kombinationen, die in ihrer Wirkung und auch in ihrer Verträglichkeit bezogen auf die verschiedenen Tumorentitäten sehr unterschiedlich sind. Die Substanzen werden in die Blutgefäße verabreicht und über den Blutstrom in alle Bereiche des Körpers transportiert. Da die Medikamente auf diese Weise überall hingelangen und somit das gesamte „System Mensch“ behandelt wird, spricht man auch von „systemischer Therapie“ – sie wirkt im gesamten Organismus.

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall

Europa ist vereint, auch beim Notruf. In allen EU-Mitgliedstaaten gilt die Notrufnummer 112. Darauf verweist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich der Sommerreisewelle.

Morgen beginnen auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen die Sommerferien. Millionen Deutsche streben in den kommenden Tagen in den Urlaub. Ein Großteil von ihnen wird in Ländern der Europäischen Union bleiben. Und offensichtlich vertrauen die Deutschen darauf, dass ihnen dabei nichts passiert. Denn welche Notrufnummer sie bei Verdacht auf Schlaganfall oder in anderen Notfällen wählen müssen, wissen gerade einmal 22 Prozent. Das ergab das Eurobarometer, eine Umfrage der EU.

In allen 28 Mitgliedsstaaten ist die 112 sowohl über das Festnetz als auch über Mobilfunknetze erreichbar. In der Regel sprechen die Mitarbeiter der Leitstellen neben ihrer Landessprache auch zumindest englisch.

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, um Leben zu retten oder bleibende Behinderungen zu vermeiden. Umso wichtiger ist es, im medizinischen Notfall schnell zu reagieren. Häufige Symptome eines Schlaganfalls sind Sehstörungen, Sprach- und Sprachverständnisstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, Schwindel mit Gangunsicherheit sowie sehr starker Kopfschmerz.

Mit dem so genannten FAST-Test können auch medizinische Laien in wenigen Sekunden einen Verdacht auf Schlaganfall prüfen. Wie der FAST-Test funktioniert, ist nachzulesen unter schlaganfall-hilfe.de. Nähere Informationen zum Schlaganfall gibt’s auch im Service- und Beratungszentrum der Stiftung, Tel. 0 52 41 – 9 77 00.

Keine Chance für Blutzuckerspitzen

Bewegungsmangel und Übergewicht lassen die Zahl der Typ-2-Diabetiker immer weiter ansteigen. Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland rund sieben Millionen Menschen unter der Stoffwechselerkrankung. Hinzu kommen alle, die bislang unerkannt mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel leben. Denn ein Diabetes entsteht oft schleichend – ohne akute Beschwerden.

Häufiges Wasserlassen, gesteigertes Trinkbedürfnis, trockene Haut oder Müdigkeit können erste Anzeichen sein. Um den Blutzucker möglichst stabil zu halten, sollten Betroffene neben dem weitmöglichen Verzicht auf weißen Industriezucker, Süßstoff und Alkohol täglich auf eine ausgewogene vollwertig-vegetarische Ernährung mit viel gedünstetem und rohem Gemüse, Salat, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und frischem Obst achten. Als gesundes und wohlschmeckendes Frühstück empfiehlt Dr. h. c. Peter Jentschura den Hirse-Buchweizen-Brei „Morgenstund’“. „Mit diesem ballaststoffreichen Brei erzielt man eine lang anhaltende Sättigung und vermeidet ausgeprägte Blutzuckerspitzen“, erklärt der Gesundheitsautor. Unter www.p-jentschura.de gibt es eine Vielzahl von Rezepten rund um das Frühstück. Darüber hinaus rät der Stoffwechselexperte Diabetikern, ihre Nieren mit ausgiebigen basischen Fußbädern bei der Ausscheidung von Stoffwechselabfällen zu unterstützen und so möglichen Folgeschäden an Füßen und Beinen vorzubeugen.

Selbst Schwerkranke erhalten ihre Osteoporose-Medikamente nicht

Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) und des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) zeigt gravierende Mängel bei der medizinischen Versorgung von Osteoporose-Kranken. Laut der Studie bekommen 60 Prozent der an Knochenschwund Erkrankten trotz eines Bruchs nicht die dringend benötigten Medikamente zum Knochenaufbau, teilte die Techniker Krankenkasse (TK) mit. Und selbst bei schweren Osteoporose-Fällen mit sieben und mehr Knochenbrüchen bleiben noch 42 Prozent der Versicherten ohne die notwendigen Medikamente.

„Diese Zahlen machen nachdenklich“, sagt Studienleiter Professor Dr. Roland Linder vom WINEG. „Osteoporose lässt sich mit den Medikamenten wirksam und preiswert behandeln. Bei vielen der 6,3 Millionen Osteoporose-Kranken in Deutschland könnten die Medikamente Knochenbrüche vermeiden.“

Auch rein finanziell sind die Ausgaben für Osteoporose-Mittel gut angelegt: Die Medikamente gibt es bereits ab etwa 20 Euro im Monat. Erleidet ein Patient zwei oder mehr Frakturen, steigen die mittleren Behandlungskosten von 342 Euro auf 2.219 Euro im Jahr. Professor Linder: „Bei 4,5 Milliarden Euro Osteoporose-Kosten in Deutschland lässt sich erahnen, wie viel unsere Gesellschaft durch eine bessere Osteoporose-Behandlung an Leid und Geld sparen könnte.“

Linder: „Warum das nicht schon bisher geschieht, lässt sich anhand der ausgewerteten Daten nicht beurteilen. Dieser Frage müssen wir noch mit weiteren Untersuchungen auf den Grund gehen.“

Laut der Studie leiden 24 Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer ab 50 Jahren unter Osteoporose. Insgesamt wird die Zahl der Neuerkrankungen auf 885.000 pro Jahr geschätzt. Jeder zweite Betroffene erlitt innerhalb des Untersuchungszeitraums von vier Jahren mindestens einen Knochenbruch.

Für die Studie haben WINEG und IGES die Abrechnungsdaten der TK in den Jahren 2006 bis 2009 analysiert. Die Arbeit ist unter www.tk.de mit dem Webcode 496184 abrufbar.

Eine Infografik „Medikamente für Osteoporose-Patienten“ zeigt den Anteil der Patienten nach Anzahl der Knochenbrüche, die Osteoporose-Medikamente erhalten. Diese Infografik ist zu finden auf der Website des TK-Geschäftsberichts 2012 unter dem Internetlink: http://ow.ly/mPvM1.

Gesunder Urlaub an der Nordsee

Wer an die Nordsee denkt, dem fallen mit Sicherheit als erstes Ebbe und Flut ein. Und auch das Wattenmeer wird sicherlich einen festen Platz in den Gedanken bekommen. Aber die Nordsee bietet seinen Besuchern auch eine einzigartige Natur. Vor allem Menschen, die einen wunderschönen und erholsamen Natururlaub erleben wollen, werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Auf Casamoo.de können unter anderem sehr gute und vor allem preiswerte Unterkünfte gebucht werden. Schließlich gehört die Nordsee auch zu den Urlaubsregionen, wo man einfach sehr günstig urlauben kann.

Natur in ganzer Vielfalt
Die Nordsee hat viele Gesichter. Und die Natur in dieser Region ist nicht nur einzigartig, sondern auch sehr facettenreich. Hier gibt es die Natur einfach in einem wunderschönen Einklang zu sehen und auch zu erleben. Denn Flora und Fauna können hier auf eine unbeschwerte Art und Weise bewundert werden. Allen voran natürlich das Leben im Wattenmeer. Um wirklich etwas über das Leben und diese Natur erfahren zu können, kann unter anderem eine Watt-Safari unternommen werden. So können die Gezeiten einfach miterlebt werden. Die Menschen sind schon seit vielen Jahrhunderten von der Ebbe und Flut fasziniert. Diese werden vor allem durch den Rhythmus des Mondes bestimmt. Im Watt selber finden sich dann nicht nur eine Menge Kleinstlebewesen, sondern auch Muscheln, Organismen, Wattwürmer, Krebse oder auch noch viele andere Lebewesen, die man sonst sicherlich so noch nie gesehen hat. Denn manchmal können hier auch Seehunde oder Seesterne an Land gesehen werden. Vor allem Kinder sind von dieser faszinierenden Welt geradezu begeistert. Mit einem geschulten Wattführer können unter anderem auch noch sinnvollen Informationen ausgetauscht werden.

Im Nationalpark der Natur auf der Spur
An der Nordsee ist der Nationalpark Wattenmeer sehr wichtig und wird auch entsprechend gut behütet. Für die Besucher bedeutet dies, hier auf eine unbeschwerte und sehr schöne Natur zu treffen. Wer hier seinen Urlaub verbringt, wird sicherlich mit bleibenden Eindrücken wieder zurückkehren. Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist einfach ideal, um einen schönen Tag in einer noch schöneren Natur zu verbringen. Schließlich kann es auch im Urlaub nichts Schöneres geben, als einfach mal der Natur beim Sein zu zusehen.

Neue Rabattarzneimittel für Millionen Patienten

Viele neue Rabattverträge treten ab sofort in allen deutschen Apotheken in Kraft. Millionen gesetzlich krankenversicherter Patienten müssen sich darauf einstellen, bei ihrer nächsten Rezepteinlösung ein anderes Arzneimittel als bisher vom Apotheker ausgehändigt zu bekommen. Darauf macht der Deutsche Apothekerverband (DAV) aufmerksam. Nach Berechnungen des DAV erlassen oder ermäßigen die Krankenkassen ihren Versicherten die gesetzliche Zuzahlung aber für kaum mehr als ein Drittel dieser Rabattarzneimittel. Von den 24.800 erfassten Rabattarzneimitteln sind nur 9.400 Medikamente ab 1. Juli zur Hälfte oder komplett von der Zuzahlung befreit (38 Prozent).

„Das ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass Millionen Patienten auf neue Arzneimittel umgestellt werden, und es wird wohl auch nicht das letzte Mal sein“, sagt der stellvertretende DAV-Vorsitzende Dr. Rainer Bienfait. Jede Apotheke müsse grundsätzlich das von der jeweiligen Krankenkasse vorgesehene Rabattarzneimittel abgeben – bei gleichem Wirkstoff, gleicher Wirkstärke, gleicher oder als austauschbar festgesetzter Darreichungsform, identischer Packungsgröße und Zulassung für ein gleiches Anwendungsgebiet. Bienfait: „Besonders groß kann die Verunsicherung bei chronisch kranken Menschen sein, die ihre Medikamente genau kennen. Persönliches Engagement des Apothekers in Verbindung mit pharmazeutischem Fachwissen ist dann erforderlich, um dem Patienten das Vertrauen in seine Medikation wiederzugeben.“

Durch das Umsetzen der Rabattverträge unterstützen die Apotheken die gesetzlichen Krankenkassen bei diesen Einsparungen. Laut Bundesgesundheitsministerium hat die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Jahr 2012 rund 2,4 Mrd. Euro durch Rabattverträge eingespart (2011: 1,7 Mrd. Euro). Vor allem der AOK-Verbund mit 1,1 Mrd. Euro (2011: 0,7 Mrd. Euro) und die Ersatzkassen mit 0,8 Mrd. Euro (2011: 0,6 Mrd. Euro) gehören zu den größten Sparern. Zum Vergleich: Selbst ohne Abzug der Rabattvertragseinsparungen sind die GKV-Arzneimittelausgaben 2012 nur um 1,5 Prozent auf 27,7 Mrd. Euro gestiegen und lagen damit deutlich unter den Erwartungen in Höhe von 2,7 Prozent laut Rahmenvorgaben von GKV und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV).