Archiv für den Monat: August 2013

Nationaler Aktionsplan für Menschen mit Seltenen Erkrankungen

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie Christoph Nachtigäller, Vorsitzender der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen e.V. (ACHSE), haben heute in Berlin den Nationalen Aktionsplan für Seltene Erkrankungen vorgestellt.

Der Plan behandelt die Probleme von Patienten mit Seltenen Erkrankungen in einem Maßnamenkatalog mit den vier Handlungsfeldern „Information“, „Diagnose“, „Versorgung/Zentren/Netzwerke“ und „Forschung“. Der Aktionsplan wurde durch das Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) in den vergangenen drei Jahren erarbeitet. „Die Mukoviszidose Institut gGmbH freut sich als Trägerin der Geschäftsstelle des NAMSE über diesen Erfolg. Das ist ein guter Tag für alle, die mit Seltenen Erkrankungen leben oder sich professionell um die Patienten kümmern“, so Dr. Andreas L.G. Reimann, Geschäftsführer des Mukoviszidose Instituts (MI).

Situation von Menschen mit Seltenen Krankheiten verbessert

Das NAMSE als Handlungsbündnis von 28 Spitzen- und Dachverbänden des Gesundheitswesens wurde bei der Arbeit wissenschaftlich und administrativ durch die Geschäftsstelle des NAMSE unterstützt. Diese wird bislang weitgehend durch eine Zuwendung des Bundesministeriums für Gesundheit finanziert. „Menschen mit einer Seltenen Erkrankung sind täglich mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Mit den vorliegenden Maßnahmenvorschlägen und Handlungsempfehlungen ist es gelungen, erste Lösungsansätze zur Verbesserung ihrer Situation zu formulieren“, so Dr. Miriam Schlangen, Leiterin der Geschäftsstelle des NAMSE, „an dieser Stelle möchten wir uns bei allen Bündnispartnern für die konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen drei Jahren bedanken.“ „Das MI versteht sich als sozialunternehmerischer Dienstleister, der patientenzentriert Lösungen im Gesundheitswesen voranbringt. Als Trägerin haben wir deshalb auf Professionalität, Unabhängigkeit und Transparenz der Geschäftsstelle geachtet. Wir danken dem Team unter Leitung von Miriam Schlangen für seine hervorragende Arbeit“, sagt Andreas L.G. Reimann.

Die Mukoviszidose Institut, eine gemeinnützige Gesellschaft für Forschung und Therapieentwicklung mbH (MI), ist eine hundertprozentige Tochter des Mukoviszidose e.V. mit Sitz in Bonn. Das MI wurde aufgebaut, um relevante Forschungsprojekte zu fördern und die Ergebnisse aus dieser Forschung den Mukoviszidose-Betroffenen zugänglich zu machen. Das MI möchte Brücken bauen für die CF-Therapie von morgen.

In Deutschland leiden Schätzungen zufolge rund vier Millionen Menschen an einer Seltenen Erkrankung. Die zumeist komplexen Krankheitsbilder verlaufen überwiegend chronisch und gehen mit einer eingeschränkten Lebensqualität und Lebenserwartung der Betroffenen einher. Etwa 80 Prozent der 7.000 bis 8.000 bekannten Seltenen Erkrankungen sind genetisch bedingt – selten sind sie heilbar.

Das Abwehrsystem gegen Hautkrebs fit machen

Schwarzer Hautkrebs ruft eine Entzündungsreaktion hervor, die das Immunsystem blockiert. So kann der Tumor nicht von Abwehrzellen angegriffen werden, wie Mannheimer Wissenschaftler herausgefunden haben. In Laborversuchen gelang es ihnen, diese Blockade wieder aufzuheben. Die Deutsche Krebshilfe hat das Forschungsprojekt mit 161.000 Euro gefördert. Die Forschungsergebnisse sollen nun in einer klinischen Studie getestet werden.

Eine der wichtigsten Strategien im Kampf gegen den Schwarzen Hautkrebs – im Fachjargon Malignes Melanom genannt – besteht darin, das Immunsystem bei seinem Vorgehen gegen die Tumorzellen zu unterstützen. Denn die bösartigen Zellen haben zahlreiche Strategien entwickelt, um den Angriffen der eigentlich so schlagkräftigen Immunabwehr zu entkommen. Solche Mechanismen werden als immunologische Escape-Phänomene bezeichnet.

Eine wesentliche Rolle dabei spielen die sogenannten Suppressorzellen. Diese Zellen können die Immunantwort gegen Hautkrebszellen wirkungsvoll unterdrücken, wie die Wissenschaftler um Professor Dr. Viktor Umansky vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und des Universitätsklinikums Mannheim nachweisen konnten. „Wie viele andere Tumoren auch, ruft der Schwarze Hautkrebs eine chronische Entzündung hervor. In der Umgebung des Tumors werden bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet, die zahlreiche Suppressorzellen an den Brandherd locken“, erläutert Umansky.

Die zum Tumor gewanderten Suppressorzellen wiederum unterdrücken eines der wichtigsten Instrumente des Immunsystems im Kampf gegen Krebs, die T-Zellen. „Eigentlich sind T-Zellen dazu in der Lage, den Tumor gezielt anzugreifen. Kommen sie jedoch in Kontakt mit einem bestimmten Molekül auf der Oberfläche der Suppressorzellen, stellen sie einfach ihre Aktivität ein“, so Umansky weiter. „Diesen Prozess zu unterbinden ist essenziell für die erfolgreiche Immuntherapie des Malignen Melanoms.“

In Labortests gelang es den Wissenschaftlern, die Produktion der Entzündungsbotenstoffe erfolgreich zu unterdrücken. Die Folge: Es wurden keine Suppressorzellen zum Tumor gelockt – die T-Zellen konnten ungestört zum Krebsherd wandern und den Tumor bekämpfen.

Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass durch das Unterdrücken der immunhemmenden Entzündung die Krebsabwehr auch beim Menschen verbessert werden kann. „Derzeit bereiten wir eine klinische Studie vor, um unsere Erkenntnisse im Praxisalltag zu überprüfen“, erklärt Umansky. „Wir hoffen, dass unsere Forschungsergebnisse dazu beitragen, Schwarzen Hautkrebs zukünftig besser behandeln zu können.“

Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, betont: „Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 234.000 Menschen an Hautkrebs, 28.000 davon am gefährlichen Malignen Melanom. Es ist daher enorm wichtig, gegen diese Krebserkrankung hochwirksame Therapien und neue Therapiestrategien zu entwickeln, um die Behandlung der Patienten zu verbessern.“

Das Versagen der Antibiotika

Die Allzweckwaffe der Medizin verliert an Schlagkraft. Immer mehr Krankheitserreger werden resistent gegen Antibiotika. Die Folge: Es häufen sich Infektionen, die sich kaum noch in den Griff bekommen lassen. Schon 2011 warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO: „Die Welt steht am Rande eines Zeitalters, in dem Infektionen wieder unvermindert töten werden.“ Seither hat sich die Situation noch verschärft.

In seiner aktuellen Ausgabe berichtet das Magazin GEO von einer bislang wenig beachteten, hoffnungsvollen Alternative: der Therapie mit Bakteriophagen. Dabei werden Patienten mit speziellen Viren behandelt, die die krankmachenden Bakterien auffressen. Eine Lösung? Schwer zu sagen. Die „Phagen-Therapie“ wurde vor allem in den 1920er Jahren in den USA und in Frankreich erforscht, kam dann aber gegenüber den effektiven Antibiotika bald ins Hintertreffen. Als die Rote Armee ihre Soldaten im Zweiten Weltkrieg mit Phagen-Medikamenten ausstattete, geriet die Methode in der westlichen Welt zudem in Verruf, als eine Art Medizin der Kommunisten.

Heute, wo die Wirkkraft der Antibiotika durch deren vielfachen unsachgemäßen Einsatz verblasst, wird die alte Therapieform mit Phagen auch im Westen neu entdeckt. Ebenso wie viele westliche Forscher waren auch die GEO-Reporter der Methode im georgischen Eliava-Institut auf der Spur, wo Phagen seit 1923 ohne Unterbrechung eingesetzt und studiert werden. Außerdem untersuchen die GEO-Journalisten einen Fall im Klinikum Hildesheim, wo eine Patientin nach jahrelangem Kampf mit einem multiresistenten Keim binnen kurzer Zeit nach Gabe von Phagen als geheilt entlassen werden konnte.

Chefarzt Prof. Dr. Burkhard Wippermann will zwar nicht die Hoffnung auf ein Wundermittel schüren, sagt aber über die lange geschmähte Bakteriophagentherapie: „Es ist grundsätzlich sinnvoll, so etwas zu benutzen.“

Die Statistik der Medizin-Datenbank PubMed belegt, dass in den vergangenen Jahren auch im Westen verstärkt über die Wirksamkeit von Bakteriophagen geforscht wird.

Die aktuelle Ausgabe von GEO ist ab sofort im Handel erhältlich, hat 156 Seiten und kostet 6,60 Euro.

Plasmatherapie für die tägliche Praxis

Therapiegeräte, die kaltes Plasma zur Desinfektion und Wundheilung verwenden, waren bislang nur für Anwendung innerhalb wissenschaftlicher Studien zugelassen.

Das rheinland-pfälzische Unternehmen plasma Medical Systems® hat für sein Produkt plasma One im Juli 2013 nach erfolgreich absolviertem Konformitätsverfahren eine Zulassung nach dem Medizinproduktgesetz (MPG), dass die EU-Standards und europäischen Richtlinien (z. B. EU- Direktive 93/42 EWG) umsetzt, erhalten. Somit kann das ME-Gerät für die tägliche Praxis als erstes zugelassenes Plasma-Medizinprodukt in Verkehr gebracht werden. Einsatz am Menschen ist in allen Arztpraxen durch jede medizinische Fachkraft möglich. Variable Sonden erreichen durch ihre individuelle Form auch schwer zugängliche Infektionsherde. Desinfektion und Wundheilung werden beschleunigt.

plasma One erzeugt kaltes Plasma direkt aus der umgebenden Atmosphäre. Das bei Anwendung entstehende kalte Plasma enthält reaktive Radikale, die in Verbindung mit geringer UV-Strahlung zerstörerisch auf Zellwände von Bakterien und Viren wirken. Zur Gewährleistung eines hohen Sicherheits-Standards wurde das Gerät für den Betrieb ohne Netzanschluss entwickelt und vom VDE auf elektromagnetische Verträglichkeit geprüft. In klinischen Studien ist Keimreduktion bis zu 99,9% nachgewiesen.

„Es konnte gezeigt werden, dass bei keimwirksamen Behandlungsdosen mit großer therapeutischer Breite keine schädigungsrelevanten UV- Dosen appliziert wurden und weder ex vivo noch in vivo mikroskopische Schädigungen im Hautzellverband auftraten.“ (Zitat aus der Inaugural-Dissertation von Dirk Wandke 2011; Disputation: 04.04.2012)

Wenn die Sprache lahmt, sofort den Notarzt rufen

Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird, desto größer sind die Chancen, dass der Betroffene wieder ganz gesund zu wird. Das Magazin Reader’s Digest widmet sich in seiner September-Ausgabe ausführlich dem Thema Schlaganfall, den Symptomen und Vorbeugungsmaßnahmen. Grundsätzlich gilt: Wer bei sich oder seinem Gegenüber verzerrte Gesichtszüge, Schwäche in den Armen, plötzliche Probleme beim Sprechen oder Sehen registriert, muss handeln. „Sobald Sie eines dieser Symptome feststellen, rufen Sie sofort den Notarzt, denn jede Minute zählt“, sagt Prof. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Evangelischen Krankenhaus in Bielefeld.

Nach aktuellen Statistiken erleiden jedes Jahr in Deutschland rund 250 000 Menschen einen Schlaganfall, in Österreich geht man von mindestens 20 000 Fällen aus. Fast ein Drittel der Patienten stirbt, und laut Prognosen der EU wird die Zahl der tödlichen Schlaganfälle bis zum Jahr 2025 von jetzt 1,3 auf dann 1,5 Millionen steigen. Dabei wird zwischen zwei Arten von Schlaganfällen unterschieden. Beim ischämischen Schlaganfall, der 85 Prozent der Fälle ausmacht und auch Hirninfarkt genannt wird, verstopft ein Blutgerinsel eine Arterie, die zum Gehirn führt. Beim hämorrhagischen Schlaganfall, der in 15 Prozent der Fälle auftritt, bildet sich hingegen im Hirngewebe als Folge eines geplatzten Gefäßes ein Bluterguss, der benachbarte Zellen quetscht oder die Blutversorgung unterbricht.

Bundesweit gibt es derzeit 235 so genannte „Stroke Units“, also Kliniken, die sich auf Schlaganfallpatienten spezialisiert haben. In Österreich sind es 35 solcher Einrichtungen. Ein Vorteil dieser Kliniken: Sie können mittels moderner Technik wie Computer- und Kernspintomografie schnell klären, um welche Art von Schlaganfall es sich handelt und ob es sinnvoll ist, dass gerinnungshemmende Enzym tPA zu spritzen. „Jede Minute, die tPA früher verabreicht wird, kann zwei Millionen Gehirnzellen retten“, sagt Dr. Steven Levine, Professor für Neurologie und Notfallmedizin am Medizinischen Zentrum von Booklyn, New York, in der neuen Ausgabe des Magazins Reader’s Digest. Jenseits der Informationen zur medizinischen Behandlung gibt das Magazin auch wichtige Tipps, was jedermann zur Vorbeugung tun kann. So ist belegt, dass Arterienverkalkung, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Übergewicht, Diabetes, Rauchen und starker Alkoholkonsum das Risiko vergrößern. Stattdessen raten Experten zu gesunder Ernährung, Abbau von Übergewicht und regelmäßiger körperlicher Bewegung.

Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die September-Ausgabe von Reader’s Digest Deutschland ist ab dem 26. August an zentralen Kiosken erhältlich.

Burnout im Bauch

Mehr als 100 Millionen Nervenzellen sitzen in unserem Verdauungstrakt. Ein ausgeklügeltes System, das in fein abgestimmter Zusammenarbeit Enormes leistet. Doch innere und äußere Reize können das sensible Gleichgewicht im Bauch empfindlich stören. Die Folge können Bauchschmerzen und -krämpfe sowie eine beschleunigte oder verlangsamte Verdauung sein. Treten die Beschwerden regelmäßig und ohne erkennbare organische Ursache auf, deutet das auf eine stark herabgesetzte Reizschwelle hin. Die Diagnose: Reizdarmsyndrom, kurz RDS. Einen Einblick in das Leben mit RDS geben die Ergebnisse einer neuen Umfrage der Selbsthilfeorganisation Reizdarmselbsthilfe e.V.. Das Fazit: Am meisten quälen die Betroffenen Schmerzen und Krämpfe im Bauch.

Inzwischen weiß man: Beim RDS hat unser Darm Dauerstress. Grund dafür ist eine stark herabgesetzte Reizschwelle. Das Verdauungssystem reagiert viel schneller und stärker auf Einflüsse von innen und außen. Oft lösen Stress oder psychische Anspannung die Beschwerden aus, aber auch eine Überempfindlichkeit auf bestimmte Lebensmittelgruppen ist möglich. Die Folge: Eine ständige Reizüberflutung stört das sensible Bauchhirn – wie die weitverzweigten Nervenzellen im Verdauungstrakt auch genannt werden.

Turbulenzen im Magen-Darm-Trakt

Wie das Reizdarmsyndrom in Erscheinung tritt, ist individuell sehr unterschiedlich. Während manche immer wieder an Durchfall leiden, stockt bei anderen die Verdauung oder liegt komplett lahm. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Reizdarmselbsthilfe unter ihren Mitgliedern zeigt jedoch: Am meisten quälen die Betroffenen Bauchschmerzen und -krämpfe. Die Folge der schmerzhaften Verkrampfung der Magen-Darm-Muskulatur beschreiben die RDS-Patienten überwiegend als eine starke bis sehr starke Beeinträchtigung der Lebensqualität. Ein geregelter Alltag ist durch die oft plötzlich eintretenden Symptome nur schwer realisierbar und die psychische Belastung enorm. Besonders häufig betroffen sind Frauen. Was die Symptome im Einzelnen auslöst, ist sehr individuell. Oft stecken Stress oder psychische Belastung dahinter. Eine Vorbelastung in den Genen ist vermutlich ein weiterer Risikofaktor um am RDS zu erkranken.

Symptomvielfalt erfordert maßgeschneiderte Therapie

Eine kausale Therapie ist beim Reizdarmsyndrom aufgrund der fehlenden körperlichen Ursache nicht möglich. Die Symptome sind allerdings oft gut behandelbar. Neben speziellen Medikamenten gegen Durchfall und Verstopfung können auch die Bauchschmerzen und -krämpfe gezielt behandelt werden. Der Grund für die Schmerzen ist eine verkrampfte Magen-Darm-Muskulatur. Experten empfehlen zum Lösen der Verspannung krampflösende Medikamente wie den Wirkstoff Butylscopolamin in Buscopan. Die Gründe für die Expertenmeinung: Der Wirkstoff Butylscopolamin mit einem natürlichen Ursprung in der Duboisia-Pflanze ist gezielt wirksam und gut verträglich. Studien zeigen, dass krampflösende Medikamente Bauchbeschwerden im Rahmen eines Reizdarmsyndroms besser lindern, als systemisch wirkende klassische Schmerzmittel. Zudem sind sie besser verträglich, denn viele freiverkäufliche Schmerzmittel gehen häufig mit Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt einher und stellen eine zusätzliche Belastung für die bereits strapazierten Strukturen im Bauch dar. Die Praxis gibt der Theorie recht: Aufgrund der guten Wirkung nehmen die meisten Reizdarmpatienten Buscopan ein, um ihre Bauchbeschwerden zu lindern – oft jedoch aus Unwissenheit erst nach einer langen Therapie-Odyssee ohne zufriedenstellende Effekte.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Optimale Behandlungsoptionen in der Krebstherapie

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 490.000 Menschen an Krebs. Wegweisende Fortschritte in der Vorsorge, Diagnostik und Therapie, die zu einer signifikanten Verbesserung der Überlebensrate und einer Verbesserung der Lebensqualität führen, sind maßgeblich auf eine interdisziplinäre und individuelle onkologische Therapie zurückzuführen. Neben der Chirurgie und Chemotherapie ist die Strahlentherapie eine der drei wichtigsten Säulen der Krebstherapie.

Seit Anfang September 2012 hat das Zentrum für Radiochirurgie und
Präzisionsbestrahlung am Universitätsklinikum Frankfurt neben dem
bereits bestehenden Gamma Knife® sein Behandlungsportfolio erweitert:
Mit dem innovativen CyberKnife® System, einer Kombination aus
Bildführungssystem und robotergesteuertem Linearbeschleuniger, können
hier neben intra- nun auch extrakranielle Tumore mit einer Präzision
im Submillimeterbereich bestrahlt werden. Damit bietet das auf
Radiochirurgie (eine Form der Strahlentherapie, bei der Tumore in nur
wenigen Sitzungen hoch dosiert bestrahlt werden) spezialisierte
Zentrum zwei Technologien – das Gamma Knife® sowie das CyberKnife®
System – zusammen unter einem Dach an. Dieses Angebot ist bundesweit
einmalig.

Für die Deutsche Krebshilfe zählt das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen Frankfurt zu den Onkologischen Spitzenzentren in Deutschland. „Ich freue mich sehr, dass wir unseren Versicherten den Zugang zu diesen innovativen Möglichkeiten der Spitzenmedizin jetzt vertraglich abgesichert ermöglichen können“, so Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK in Hessen. Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Frankfurt, Prof. Volker Seifert, betont die Vorteile dieser Zusammenarbeit: „Durch unsere Kooperation gewährleisten wir auch in der radiochirurgischen Krebsbehandlung für unsere Patienten Therapien auf dem weltweit neusten Stand von Forschung und Technik.“ Prof. Claus Rödel, Direktor der Klinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Frankfurt, ergänzt: „Die Patienten profitieren von der hohen Präzision des CyberKnifes® sowie der kurzen und komfortablen Behandlung.“

Die Präzisionsbestrahlungen mit den Systemen Gamma Knife® und
CyberKnife® sind nicht Bestandteil der Regelversorgung. Um diese
hocheffektiven Technologien betroffenen Versicherten im Rahmen einer
Krebsbehandlung ermöglichen zu können, waren bislang
Einzelfallentscheidungen mit fachlicher Begutachtung durch den
medizinischen Dienst notwendig.

Der neue integrierte Versorgungsvertrag (§§ 140a ff. SGB V) zwischen
der BARMER GEK Hessen, dem Medizinischen Versorgungszentrum für
Radiochirurgie und Präzisionsbestrahlung und dem Universitätsklinikum
Frankfurt ermöglicht eine unkomplizierte sektorenübergreifende
Zusammenarbeit aller Einrichtungen mit abgestimmten
Behandlungsabläufen im Sinne der Patienten und vor allem ohne
Zeitverluste. „Als leitende Ärzte des Radiochirurgie Zentrums freuen
wir uns, dass sich eine so große gesetzliche Krankenversicherung wie
die BARMER GEK Hessen den innovativen Technologien, die wir anbieten,
öffnet“, sind sich Herr Dr. Robert Wolff (Neurochirurg) und
Privatdozent Dr. Reinhard Heyd (Strahlentherapeut) einig.

Privatdozent Dr. Dr. Andreas Mack, Geschäftsführer des Radiochirurgie
Zentrums, ergänzt: „Für uns und unsere Arbeit im Zentrum war es von
Anfang an wichtig, Patienten optimal – und ausgelegt auf ihre
individuellen Bedürfnisse – zu behandeln. Dieses Versorgungsangebot
können wir nun noch mehr Patienten zukommen lassen.“

Mit dem interdisziplinär besetzten Tumorboard des
Universitätsklinikums Frankfurt stehen für die Abklärung der
Indikation sowie für die notwendige Bildgebung zur Planung und
Behandlung die hohe Fachkompetenz der beteiligten medizinischen
Disziplinen sowie die nötige Infrastruktur zur Verfügung. Das Zentrum
für Radiochirurgie und Präzisionsbestrahlung führt die ambulante
CyberKnife® / Gamma Knife® Behandlung in enger Abstimmung mit dem
interdisziplinären Tumorboard durch, das die Begutachtung der
Behandlungsergebnisse übernimmt. Die Prozesse sind dabei so
organisiert, dass der Patient den gesamten Behandlungsverlauf als
unbürokratische Behandlung „aus einer Hand“ erlebt.

BARMER GEK Patientinnen und Patienten, die an diesem
Versorgungsvertrag teilnehmen möchten, werden durch ihren
behandelnden Arzt an das Zentrum überwiesen. Nach der
Patientenvorstellung erfolgt das Beratungs- und Aufklärungsgespräch.
Das Tumorboard wird aufgrund der Indikationsstellung eine
radiochirurgische Behandlungsempfehlung abgeben. Ebenso abgestimmt
sind der Behandlungstag und die Nachsorge für die Patientinnen und
Patienten.

Gesetzlicher Hintergrund:
§§ 140a ff. SGB V
Der Gesetzgeber räumt den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der
§§ 140a ff. SGB V die Möglichkeit ein, zur Verbesserung der Qualität
und Wirtschaftlichkeit der Versorgung ihrer Versicherten Verträge zur
Integrierten Versorgung zu vereinbaren. Ziel ist es,
qualitätsgesicherte Leistungen unter Ausschöpfung aller
wirtschaftlichen Ressourcen in Form von sektorenübergreifenden
Behandlungspfaden (inkl. Planung) zu erbringen. Dazu gehört auch der
Zugang zu innovativen Behandlungsmethoden, die dem Versicherten eine
Verbesserung der Lebensqualität bieten können.

Zahnimplantate futsch

Ein Biss in den Apfel – dann waren die Zahnimplantate futsch: Diese kuriose Meldung amüsiert in diesen Tagen ganz Deutschland. Doch warum lösen sich die künstlichen Wurzeln aus dem Kieferknochen? Oft ist eine zu frühe Belastung frisch eingesetzter Implantate schuld, warnen Zahnfachärzte. Nicht richtig eingeheilte Implantate können sich lockern. Auch eine nicht bemerkte Entzündung – die oft schmerzfrei verläuft – kann zu Knochenabbau und damit zum Verlust der künstlichen Zahnwurzeln führen.

Ein 63-Jähriger habe während der Fahrt auf der Autobahn herzhaft zugebissen und den Apfelrest durchs Fenster entsorgt, berichten zahlreiche Medien. Leider steckten darin seine Zahnimplantate und damit wohl auch die Kronen bzw. Prothesen. Bei der sofortigen Suche wurde der Apfelrest entdeckt – die Implantate nicht.

„Grundsätzlich müssen Zahnimplantate nach dem Einsetzen durch den Spezialisten erst fest mit dem Knochengewebe im Kiefer verwachsen, ehe der Patient sie normal belasten kann“, erklärt der Hamburger Implantologe und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg Dr. Bernhard Brinkmann.

Zahn raus, Dental-Implantat rein, Krone drauf und sofort in eine Möhre beißen: Das wäre zwar wünschenswert, ist aber in den allermeisten Fällen illusorisch – auch wenn dies manchmal versprochen werde. „Niemand kommt auf die Idee, mit einem gebrochenen Bein ohne Schiene und Gipsverband herumzulaufen, so lange der Knochen nicht verheilt ist“, so Dr. Brinkmann, der Mitglied der European Centers for Dental Implantology ist, einer Vereinigung 17 spezialisierter Zahn-Fachkliniken und -Praxen. Auch ein Dental-Implantat müsse fest mit dem umgebenden Kieferknochen verbunden sein, wenn es – der natürlichen Zahnwurzel ähnlich – als sicherer Pfeiler die enormen Kaukräfte des Kiefers aushalten soll. Dieser Vorgang dauert in der Regel mindestens acht Wochen.

Wer verlorene Zähne durch Zahnimplantate ersetzen will, sollte also Geduld und Zeit aufbringen. Gleichwohl können Patientinnen und Patienten nach der Implantation bald wieder lächeln. Das ermöglichen provisorische Versorgungen, die den Zeitraum bis zum Einsetzen des eigentlichen Zahnersatzes überbrücken.

„Jede Implantation benötigt eine profunde Vorbereitung“, sagt der Düsseldorfer Kieferchirurg und Implantologe Dr. Dr. Martin Bonsmann. Dazu gehörten neben einer gründlichen Diagnose der Gegebenheiten im Mundraum auch detaillierte Kenntnisse der Gesundheit des Patienten insgesamt sowie eine penible Mundhygiene durch den Patienten selbst. Denn eine auftretende Entzündung verläuft meist schleichend und schmerzlos, so dass der Patient sie gar nicht bemerken kann. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle durch den behandelnden Arzt unverzichtbar, so ECDI-Mitglied Bonsmann.

Über ECDI: Unter dem Dach der European Centers for Dental Implantology (ECDI) sind 17 Zentren in Deutschland zusammengeschlossen. Weitere Zentren in Europa kommen hinzu. Die ECDI stehen für höchste und vor allem für eine geprüfte und transparente Qualität in der Zahn-Implantologie. Ihre Ärzte müssen seit mindestens 15 Jahren implantologisch tätig sein und mindestens 3.000 Implantate gesetzt haben. Die Leistungszahlen der Zentren werden jährlich überprüft und veröffentlicht. Die Zentren sind einer leitliniengerechten und wissenschaftlich gesicherten Therapie verpflichtet.

www.zahnimplantate.com

Spannungskopfschmerz entsteht im Rücken

Eine falsche Haltung fördert Verspannungen und verursacht Spannungskopfschmerzen / Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure unterbricht Schmerzweiterleitung und wirkt effektiv gegen Rücken- und Spannungskopfschmerzen

Beim Autofahren, im Büro oder auf dem Sofa: Die Deutschen verbringen rund sechs Stunden am Tag im Sitzen(1) – dabei gehört langes Sitzen zu den häufigsten Ursachen für Verspannungen. Diese werden vor allem durch eine schlechte Haltung beim Sitzen oder Tragen von schweren Gegenständen verursacht und fördern die Entstehung von Rückenschmerzen. Die Verspannungen können die Schmerzempfindlichkeit der perikranialen Muskulatur erhöhen und Spannungskopfschmerzen auslösen.(2),(3) Das belegt auch eine aktuelle wissenschaftliche Umfrage: 71 Prozent der Betroffenen führen ihre Kopfschmerzen auf Probleme mit dem Bewegungsapparat zurück. Am häufigsten wurden Verspannungen der Rücken- und Nackenmuskulatur sowie eine falsche Köperhaltung als Ursache genannt.(4) Der Zusammenhang zwischen Verspannungen und Kopfschmerzen ist vielen unbekannt, obwohl dies bei etwa der Hälfte der Fälle zutrifft.(5)

Achtung: Verspannungsfallen fördern auch Kopfschmerzen

Besonders im beruflichen Alltag leidet der Rücken: Lange Bürotage mit einer einseitigen Sitzhaltung, eine unpassende Stuhl- oder Tischhöhe, fehlende Bewegung und Stress gehören zu den häufigsten Verspannungsfallen. Genauso kann eine Überlastung der Muskulatur zu Rückenschmerzen führen. „Auch schweres Heben oder das Tragen von hohen Absatzschuhen kann zu einer Überbeanspruchung der Rückenmuskulatur führen“, erklärt Dr. Astrid Gendolla, Fachärztin für Neurologie. „Durch die Überlastung wird der Muskeltonus und die Schmerzempfindlichkeit erhöht. Das kann Spannungskopfschmerzen begünstigen.“(2),(3),(5)

Wie der Schmerz entsteht

Kopfschmerzen vom Spannungstyp gehören zu den häufigsten Kopfschmerzformen: Ungefähr zwei Drittel der Menschen leiden mindestens einmal im Jahr unter dem drückenden, dumpfen, meist beidseitig auftretenden Schmerz.(8),(9) Bei der Entstehung von Spannungskopfschmerzen spielen sogenannte periphere Faktoren wie Verspannungen eine zentrale Rolle. Sie erhöhen die Empfindlichkeit der Muskulatur und verstärken die Schmerzweiterleitung ins Gehirn. Emotionaler Stress kann diesen Effekt noch fördern, indem der Körper Nervenbotenstoffe wie Serotonin und Endorphine ausschüttet. Diese Botenstoffe bewirken eine Öffnung der Schmerzfilter im Gehirn. Dadurch kann der Schmerz nicht mehr gefiltert werden und ungehindert einströmen.

Den Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp und Rückenschmerzen belegt auch eine aktuelle Studie: Die Forscher zeigen, dass Patienten, die oft an Spannungskopfschmerzen leiden, auch öfter über Rückenschmerzen berichten. Demnach verdoppelt der Kopfschmerz vom Spannungstyp sogar das Risiko für häufige Rückenschmerzen.(7) In einem anderen Versuch stimulierten Wissenschaftler die Nackenmuskulatur schmerzhaft und konnten dadurch beweisen, dass der Schmerz im Nacken das zentrale Nervensystem beeinflusste und die Schmerzempfindlichkeit generell anstieg.(3)

Verspannungen aus dem Weg gehen

Verspannungen können zu einem schmerzhaften Problem werden. Sind sie dauerhaft, können sie die Chronifizierung der Spannungskopfschmerzen begünstigen. Regelmäßiger Sport und Bewegung können helfen, Stress abzubauen und Verspannungen langfristig aus dem Weg zu gehen: In einer Forsa-Umfrage gaben 72 Prozent der Befragten an, Sport und Bewegung zu nutzen, um Stress abzubauen.(10) „Einfache Kräftigungs- und Entspannungsübungen können am Schreibtisch durchgeführt werden und die Verspannungen kurzzeitig verbessern – zum Beispiel ist aktives Sitzen wichtig“, erklärt Gendolla. „Das heißt, dass man die Haltung und die Sitzposition zwischendurch verändert“, so die Neurologin, „langfristig kann die Kräftigung der Bauch- und Rückenmuskulatur helfen, Rückenschmerzen und Verspannungen vorzubeugen.“ Bei akuten Schmerzen ist es wichtig, die Schmerzweiterleitung frühzeitig zu unterbrechen und so die Chronifizierung der Spannungskopfschmerzen zu vermeiden.(11) Der Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure wirkt gleich mehrfach gegen Spannungskopfschmerzen: Er unterbricht die Schmerzweiterleitung ins Gehirn und reguliert die Schmerzfilter. So wirkt Aspirin effektiv gegen leichte bis mäßig starke Kopfschmerzen vom Spannungstyp sowie Rückenschmerzen und beugt einer Chronifizierung der Schmerzen vor.(3),(12),(13) Zudem hilft der Wirkstoff auch, die Verspannungen zu lockern und den Rücken schmerzfrei zu halten.(13)

„Gesundheit wählen“

Für die Initiative „Gesundheit wählen“ stellen 299 Apotheker in den ebenso vielen Wahlkreisen jeweils 7 oder 8 Fragen an 1.631 Direktkandidaten zur Bundestagswahl 2013. Anhand der 12.959 Antworten zur Zukunft der Gesundheitsversorgung vor Ort soll ein Dialog zwischen den dort lebenden Bürgern und den für Berlin kandidierenden Politikern über notwendige Konzepte, gute Ideen und vorrangige Pläne entstehen. Unter dem Motto „Informieren und mitreden!“ wird dieser Dialog auf der Webseite „www.gesundheit-waehlen.de“ dokumentiert, aufbereitet und bebildert. Jeder einzelne Bürger kann über ein E-Mail-Abonnement alle Antworten „seiner“ Wahlkreiskandidaten zeitnah abrufen.

Neben allgegenwärtigen Themen wie dem demografischen Wandel, dem Fachkräftemangel oder einer besseren Vernetzung der Heilberufe sind die Fragen von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich: In Baden-Württemberg wird die Versorgung mit Impfstoffen diskutiert. Sowohl in Sachsen als auch in Hamburg fragt man sich, wie die Ausbildung von Apothekern gesichert werden soll, wenn die jeweiligen Universitäten ihre pharmazeutischen Institute „ausbluten“ lassen. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen macht man sich Gedanken um die flächendeckende Versorgung in dünner besiedelten, ländlichen Gebieten. In Berlin und Bayern geht die Frage an die Politiker, wie sie Prävention fördern wollen.

Noch detailliertere Fragen stellen manche der 299 Apotheker den Politikern im Wahlkreis: In „Schwerin – Ludwigslust-Parchim I – Nordwestmecklenburg I“ geht es nach dem Elbe-Hochwasser um die Frage eines verbesserten Krisenmanagements bei Katastrophen. In „Aurich – Emden“ wird thematisiert, wie sich die Schließung von Apotheken in Ostfriesland auf die Arzneimittelversorgung auswirkt. In „Altötting“ sollen die Politiker anhand der Präventionszusammenarbeit von Apotheken und Gesundheitsamt in Mühldorf sagen, welche weiteren Netzwerke sie sich vorstellen können. Und in „Aachen II“ wird diskutiert, inwieweit die Nähe zu Holland für eine Diskrepanz zwischen Wettbewerb und Versorgungsauftrag sorgt.

Weitere Informationen unter www.abda.de und www.gesundheit-waehlen.de