Archiv für den Monat: September 2013

Auch ohne Sport zur gesunden Dosis Bewegung?

Fragt man Herzspezialisten, dann ist Bewegung die Medizin des 21. Jahrhunderts. Längst wissenschaftlich belegt ist die vorbeugende Wirkung von regelmäßiger Bewegung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Bluthochdruck. Trotzdem bewegen sich leider immer mehr Menschen viel zu wenig in ihrem Alltag, weil ihnen für Sport die Zeit fehlt. Nur wenige wissen: Man muss für seine Gesundheit nicht unbedingt jeden Tag eine Stunde joggen oder im Fitnessstudio trainieren. „Auch schon eine geringfügige Steigerung der Bewegungsaktivität, etwa durch tägliches flottes Gehen oder Radfahren, senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöht die Lebensqualität bedeutsam“, bestätigt der Herzspezialist PD Dr. med. Stephan Gielen, stv. Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III /Kardiologie am Universitätsklinikum Halle (Saale), und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung. Für gesunde Erwachsene werden moderate Aktivitäten von mindestens 30 Minuten pro Tag (möglich auch in 10-Minuten-Abschnitten), fünfmal in der Woche, empfohlen.

Um den Menschen im beruflichen und familiären Alltag mit einfachen Tipps den Einstieg in ein bewegtes Leben zu erleichtern, bietet die Deutsche Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/ausdauer-verbessern zum Weltherztag (29.9.) den kostenfreien Ratgeber für mehr Bewegung „Jeder Schritt zählt!“. Wie oft pro Woche und in welcher Intensität sollte man sich bewegen, damit es auch dem Erhalt der Herzgesundheit etwas bringt? Wie kann ich mein Bewegungspensum auch bei schlechter Witterung steigern? Auf diese und viele weitere Fragen bietet der hochwertige Ratgeber Antworten und praktische Hilfe.

Als Bewegungssammler Herzkrankheiten vorbeugen
„Bewegungsmangel ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung und das Fortschreiten der koronaren Herzkrankheit, der Krankheit, die dem Herzinfarkt vorausgeht. Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis, sich mal wieder öfter zu bewegen oder endlich mehr Sport zu machen, fällt vielen Menschen dennoch schwer“, weiß Kardiologe PD Gielen. „Der Bewegungs-Ratgeber der Deutschen Herzstiftung zeigt, wie man einfach und unverkrampft als Bewegungssammler seine tägliche Dosis an Bewegung erhöht.“
Wichtig ist nur, dass jeder seine Aktivität konsequent und wirkungsvoll in den Alltag integriert, indem man sie bewusst steigert, etwa beim Spielen im Freien mit den Kindern oder durch einen flotten zehnminütigen Spaziergang in der Mittagspause. Wer im Büro viel sitzt, sollte bei kurzen Wegen eher einmal aufstehen und seinen Kollegen besuchen, anstatt zum Telefon zu greifen.

Nicht mal jeder Zweite kennt eigenen Impfstatus

Fast vier von fünf Deutschen (78 %) ist ein aktueller Impfschutz wichtig – aber weniger als die Hälfte (39 %) kennt den eigenen Impfstatus vollständig. Das ergab eine Umfrage* der Betriebskrankenkasse Mobil Oil.

Auch wenn 78 % der Befragten angeben, ein aktueller Impfschutz sei ihnen „wichtig“ oder sogar „sehr wichtig“ – wie es um den eigenen Impfschutz steht, können viele nicht mit Sicherheit sagen: Nur 39 % der Deutschen kennen ihren Impfstatus vollständig. Insgesamt 14 % der Befragten kennen den eigenen Impfstatus überhaupt nicht. 17 % der Männer ist der eigene Impfstatus sogar völlig unbekannt, bei den Frauen gibt dies nur rund jede zehnte an (11 %). Auch der Blick in den Impfpass kann nicht bei jedem diese Frage klären, denn: fast jeder fünfte kann nicht mit einem Impfpass aufwarten: 5 % der Befragten gaben an, keinen Impfpass zu haben, 14 % der Befragten wissen nicht, wo sich ihr Impfpass derzeit befindet.

Expertentipp: Den eigenen Impfstatus klären

Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf, empfiehlt: „Wer den eigenen Impfstatus nicht kennt, sollte diesen gemeinsam mit dem Arzt klären. Mediziner sind verpflichtet, Unterlagen zehn Jahre lang aufzubewahren. Wer noch weiß, wo er sich hat impfen lassen, kann in der Praxis nachfragen. Für manche Impfungen – etwa Masern – lässt sich per Blutuntersuchung nachweisen, ob eine Immunisierung besteht. Wo das nicht geht, sollte man im Zweifelsfall noch einmal impfen.“

Unwissen über empfohlene Impfauffrischungen – Erinnerung erwünscht

Auch das Wissen für welche Impfungen Auffrischungen im Erwachsenenalter empfohlen sind, hat längst nicht jeder: Nicht einmal jeder Zweite (45 %) gab an, das zu wissen. 16 % der Befragten gaben zu, „keine Ahnung“ zu haben, 39 % wissen nur teilweise Bescheid oder haben Vermutungen, was Auffrischungsempfehlungen angeht. Allerdings wissen 76 % der Befragten, dass sie innerhalb der vergangenen 10 Jahre eine Impfung erhalten haben – 17 % gaben an, keine Impfung erhalten zu haben und 8 % wissen nicht, ob sie in diesem Zeitraum immunisiert wurden. Deutliche Unterschiede gibt es hier zwischen Ost und West: In den Neuen Ländern geben 81 % an, in den vergangenen 10 Jahren eine Impfung erhalten zu haben, in den Alten Ländern sind es 74 %. Und: Drei von vier Deutschen (76 %) wünschen sich, an fällige Impfauffrischungen erinnert zu werden. Die BKK Mobil Oil bietet für diesen Fall den Erinnerungsservice an. Die personalisierbare Online-Funktion erinnert per E-Mail an empfohlene Impftermine.

Impfschutz aktualisieren – für die Aktiv-Prämie punkten

Zusätzlicher Vorteil für Versicherte der BKK Mobil Oil: Mit einer Impfung oder Impfauffrischung können Teilnehmer des Bonusprogramms fitforcash punkten. Das Prinzip von fitforcash: Wer drei einfache Voraussetzungen für seine Gesundheit erfüllt, erhält die Aktiv-Prämie in Höhe von 200,00 Euro pro Jahr. Angerechnet wird unter anderem eine Auffrischungsimpfung gegen Tetanus oder Diphterie, die Erwachsenen alle zehn Jahre empfohlen wird – ebenso wie die Grippeimpfung. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.bkk-mobil-oil.de/fitforcash.

*Befragt wurden durch das Marktforschungsinstitut Ipsos in einer repräsentativen Online-Umfrage (OMNIBUS) 995 Personen ab 18 Jahren. Befragungszeitraum: August 2013

Was ist eigentlich Gesundheit?

Das wollten die Trendforscher Corinna Mühlhausen und Prof. Peter Wippermann wissen und haben zusammen mit TNS Infratest eine repräsentative Befragung zu diesem Thema durchgeführt.

Für 79 Prozent der Bundesbürger ist es das persönliche Wohlgefühl, für 67 Prozent die Abwesenheit von Krankheit, 56 Prozent setzen Gesundheit mit persönlicher Fitness gleich.

Fast ebenso viele meinen Arbeits- und Leistungsfähigkeit, wenn sie Gesundheit sagen – das ist neu. 58 Prozent denken an die Balance von Körper, Geist und Seele und ganze 21 Prozent der Deutschen assoziieren Schönheit mit Gesundheit.

Die Bereitschaft, selbst in die Gesundheit zu investieren, ist so hoch wie nie: 88 Prozent der Bevölkerung geben dafür Geld aus.

Eine Gruppe nimmt mit großem Nachdruck die Chefs in die Pflicht: Bei den jüngeren Berufstätigen unter 30 Jahren halten es bereits mehr als ein Drittel für die Aufgabe des Arbeitgebers, ihnen bei der Verbesserung ihrer Work-Life-Balance zur Seite zu stehen.

„Dieser Wertewandel wird die Arbeitskultur in den nächsten Jahren massiv verändern, der War for Talents sorgt für zusätzlichen Zündstoff“ prognostizieren die Trendforscher.

Doch was bedeuten diese Zahlen für den von Mühlhausen/Wippermann im Jahr 2009 analysierten Trend Healthstyle? Er ist erwachsen geworden. Das Zeitalter der Selbstoptimierer hat begonnen – das ist das Ergebnis der neuen Studie 2013, die jetzt im New Business Verlag, Hamburg, erschienen ist.

Drei Beispiele aus der Studie:

– In New York wurde im Juni eine Wohlfühl-Apotheke eröffnet.
Apotheker Stanley George kombiniert darin Südsee-Spa-Ambiente
mit einer weißen Zen-Aura. Und trägt dazu einen Style wie Roger
Moore als 007, ganz in weiß.
– In Tokio gibt es seit diesem Frühjahr ein Sleeping-Café für
Frauen. Für 10 Minuten Power Nap werden umgerechnet knapp 5 Euro
fällig. Eine Erfrischungsstation für Haare und Make up stehen
bereit. Nach einem leichten Mittagssnack geht es zurück ins
Office.
– In Singapurs Krankenhäusern geht man mit Duft gegen Demenz vor.
Die Pfleger können aus einem Duft-Mix-Set Gerüche kombinieren,
die ihren Patienten beim Konservieren ihrer Erinnerungen helfen
sollen. Zur Auswahl stehen Düfte mit Namen wie „School Days“,
„Bedtime Storie“ oder „Mom’s Cooking“.

Das Fazit von Mühlhausen/Wippermann: „Die Arbeit am Selbst wird zum lebenslangen, gesellschaftlichen Grundprinzip. Daraus folgt:

1. What’s in it for me? Diese Frage steht in Zukunft vor jeder
(Kauf-)Entscheidung.
2. Das Schicksal hat ausgedient. Die Idee der Selbstoptimierung
tritt an seine Stelle.
3. Unsere Gesellschaft wird immer jünger, weil das Alter radikal
bekämpft wird.“

„Das Zeitalter der Selbstoptimierer: Healthstyle 2 | Ein Trend wird erwachsen“, New Business Verlag 2013, ISBN 978-3936-182-44-6, 168 Seiten, 98,00 Euro, Bestellungen unter abo@new-business.de oder im Buchhandel.

Patienten nicht nur als Beitragszahler, sondern als Menschen betrachten

Das Gleichgewicht zwischen möglichst niedrigen Krankenversicherungsbeiträgen und der bestmöglichen Behandlung im Gesundheitswesen muss im Interesse der Menschen wieder hergestellt werden. „Die massive Ausweitung des Einflusses der Krankenkassen in der Versorgung hat dazu geführt, dass Patienteninteressen unter die Räder gekommen sind“, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, vor dem morgen beginnenden Deutschen Apothekertag. In Richtung Politik und Gesellschaft fordert Schmidt: „Spitzenmedizin und Grundversorgung können als Ziele beide erreicht werden, gerade wenn man Milliarden auf der hohen Kante liegen hat. Das deutsche Gesundheitswesen in seiner kleinteiligen, bürger- und wohnortnahen Struktur bietet beste Voraussetzungen dafür.“

„Wir wollen gemeinsam in eine Debatte mit Politik und Gesellschaft zu der Frage eintreten, welche Funktionen Apotheker in der öffentlichen Apotheke in Zukunft übernehmen sollen“, sagt Schmidt. „Am Beginn dieser Debatte steht die Aufgabe, das Thema zu beschreiben und die öffentliche Aufmerksamkeit auf unser Anliegen zu lenken – begleitet von einer offenen und konfliktfähigen Auseinandersetzung um den richtigen Weg.“ Schmidt weiter: „Wir Apotheker tragen gestaltende Verantwortung. 100 Milliarden Arzneimittelanwendungen in jedem Jahr bedeuten 100 Milliarden Vertrauensbeweise für uns Apotheker. Das Vertrauen unserer Patienten ist Voraussetzung unserer Arbeit. Daran lassen wir uns messen. Apotheken gehören zu den besten Adressen in Deutschland, wenn es um das Patientenvertrauen geht.“

„Trotz des Rückgangs der Zahl an Apotheken ist bisher nirgendwo in Deutschland der pharmazeutische Notstand ausgebrochen“, sagt ABDA-Präsident Schmidt. „Wer neue Versorgungsformen wie die ‚Videoapotheke‘ oder den ‚Apothekenbus‘ propagiert, nimmt die Menschen in den betroffenen Regionen auf die Schippe. Es gibt in diesen Regionen kein logistisches, sondern ein ‚humanitäres‘ Problem. Alte Menschen, die unter Immobilität und Krankheit leiden, brauchen jemanden, der ihre Verhältnisse kennt, mit ihnen spricht, den Kontakt zu Arzt und Pflegedienst hält. Die nächstgelegene Apotheke ist die einzige vernünftige Antwort auf das Problem der Demografie und der Landflucht. Unsere Aufforderung an die Politik kann deshalb nur lauten, die im Apothekengesetz und in der Apothekenbetriebsordnung angelegten Lösungen zu nutzen, um dadurch das bestehende System zu stärken.“

Weitere Informationen unter www.abda.de

Jemand neben mir hat einen Herzstillstand – was muss ich nach der 112 tun?

Jeden Tag werden Menschen irgendwo in Deutschland – im Bus, im Büro, auf der Straße – völlig unerwartet mit einem Herznotfall konfrontiert: Jemand bricht ohne Warnzeichen zusammen, liegt bewusstlos am Boden, reagiert nicht auf Zurufen, Rütteln oder leichte Schmerzreize wie Zwicken, atmet nicht mehr oder röchelt nur – sehr wahrscheinlich liegt ein akuter Herzstillstand vor. Ein plötzlicher Herztod droht, wenn nicht sofort nach dem Notruf 112 durch Herzdruckmassage die lebenswichtige Versorgung des Körpers, insbesondere des Gehirns, mit Sauerstoff überbrückt wird, bis der Notarzt mit dem Defibrillator eintrifft. Aber nur die wenigsten trauen sich die alleinige Herzdruckmassage auch ohne Mund-zu-Mund-Beatmung zu. Dabei ist sie schnell erlernbar und leicht anzuwenden.

Um der Bevölkerung die lähmende Angst vor Fehlern in der Wiederbelebung durch Herzdruckmassage zu nehmen, bietet die Deutsche Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/herznotfall-set.html ein kostenfreies Herznotfall-Set mit den wichtigsten Informationen für rasches und richtiges Verhalten bei akutem Herzstillstand an. In einem neuen Spot sensibilisiert die Herzstiftung die Bevölkerung mit Elementen der Komik für die leicht anwendbare alleinige Herzdruckmassage: ein Bankräuber bricht seinen Überfall abrupt ab, um einer Kundin durch Herzdruckmassage das Leben zu retten (www.herzstiftung.de/spots/wiederbelebung-herzstiftung.mp4). Anlass für diese Aufklärungsaktion ist die bundesweite „Woche der Wiederbelebung“ (16.-.9).

Herzstillstand erkennen – Notruf 112 abgeben – Herzdruckmassage anwenden
„Aus Angst etwas falsch zu machen, wird nach dem Absetzen des Notrufs 112 oft gar nichts getan und abgewartet, bis der Rettungsdienst eintrifft. Dann ist es aber zumeist zu spät. Auch deswegen sterben jedes Jahr hierzulande immer noch etwa 80.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod“, weiß Notfallmediziner Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Kardiologie/Konservative Intensivmedizin am Vivantes-Klinikum Am Urban in Berlin.

„Mit dem Herznotfall-Set zeigen wir leicht verständlich, wie man schnell prüft, ob ein akuter Herzstillstand vorliegt und wie man nach dem Notruf 112 die sofortige Herzdruckmassage richtig anwendet, bis der Notarzt eintrifft.“ Häufige Ängste, z. B. eine Herzdruckmassage wirke schädigend, wenn doch kein Herzstillstand vorliegt, oder man könnte durch Rippenbrüche im Zuge der Herzdruckmassage lebensgefährlich verletzen, sind unbegründet. „Auch wenn kein Herzstillstand vorliegt und der Betroffene ,nur‘ bewusstlos ist, kann eine Herzdruckmassage keinen Schaden anrichten“, bestätigt der Notfallmediziner Prof. Andresen, und: „Zu Rippenbrüchen kann es bei der Herzdruckmassage kommen, was bisweilen eine unvermeidbare Begleitwirkung ist. Eine oder mehrere gebrochene Rippen sind aber in dieser Notfallsituation das kleinere Problem.“

Anstieg gefälschter Arzneimittel in Europa

Verbraucher müssen wachsam sein, wenn sie im Internet Medikamente bestellen. Jedes zweite im Internet gekaufte Medikament ist laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Fälschung. Deutsche Zollbehörden haben alleine im ersten Halbjahr 2013 1,4 Millionen gefälschter Tabletten, Pulver und Ampullen sichergestellt (+ 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Anlässlich des 2. Informationsforums Arzneimittelfälschung in Berlin präsentierten Zollkriminalamt, INTERPOL, Arzneimittelhersteller und Apotheker Inhalte ihrer Zusammenarbeit, um Fälscher zu entlarven und Verbraucher besser zu schützen.

Fälschungen können lebensgefährlich sein und von Verbrauchern kaum von originalen Arzneimitteln unterschieden werden. Gefälscht werden nicht nur Medikamente gegen Erektionsstörungen sondern auch Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Magengeschwüren, hohem Cholesterin, Alzheimer, Bluthochdruck, Depression, Rheuma, Malaria oder auch Verhütungsmittel.

Arzneimittelfälschungen können gar keinen, den falschen, zu wenig oder zu viel Wirkstoff enthalten. Sie werden häufig in Hinterhöfen und Garagen unter unhygienischen Bedingungen hergestellt und enthalten oftmals bedenkliche oder giftige Substanzen.

Zoll und Polizei suchen gezielt nach Fälschungen

„Der illegale Handel mit Arzneimittelfälschungen steigt international stark an und macht einen intensiven Kampf gegen die gewissenlosen Kriminellen notwendig“, so Norbert Drude, Präsident Zollkriminalamt. „Das setzt eine enge Kooperation aller Sicherheits- und Gesundheitsbehörden auf nationaler und internationaler Ebene voraus.“

Wie groß das Ausmaß des Handels mit illegalen Arzneimitteln konkret ist, hat beispielhaft die diesjährige weltweite Kontrolloperation mit dem Namen PANGEA gezeigt. Bei einer konzertierten Aktion haben Polizei- und Zollbehörden unter der Leitung von INTERPOL vom 18. bis 27. Juni 2013 in 100 Staaten den internationalen Warenverkehr gezielt nach Fälschungen von Arzneimitteln untersucht.

Die weltweite Aktion führte zur Beschlagnahmung von 9,8 Millionen potenziell gefährlicher Medikamentenfälschungen und 58 Verhaftungen. Mehr als 9.000 Internetseiten, die auf illegale Versandhändler verlinkt hatten, wurden identifiziert und abgeschaltet. Verbraucher unterschätzen die Gefahren „International organisierte kriminelle Fälscher nutzen hauptsächlich das Internet, um Verbraucher zum Kauf von gefälschten Medikamenten zu animieren. Dabei setzen sie Gesundheit und Leben von Menschen aufs Spiel“, sagt Rüdiger Klausmann, International Police Organization (INTERPOL). „Verbraucher können wir schützen, indem wir illegale Online-Shops schließen, gefälschte pharmazeutische Produkte konfiszieren und die Kriminellen vor Gericht bringen.“

„Patienten wissen oft nicht, welchen hohen gesundheitlichen Risiken sie sich in Folge einer Bestellung von Medikamenten aus unsicheren Internetquellen aussetzen“, sagt Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). „Es wurden mitunter lebensgefährliche Inhaltsstoffe in gefälschten Medikamenten gefunden. Die Arzneimittelkommission rät dringend, keine Arzneimittel aus dubiosen Quellen im Internet zu kaufen.“

Investitionen in den Arzneimittelvertrieb schützen Patienten und Verbraucher

Arzneimittelhersteller, Apotheker und Großhändler setzen derzeit ihr Wissen und großes Engagement in ein neues Sicherheitssystem ein, mit dem ab 2017 Arzneimittel europaweit vor Abgabe an den Patienten in der Apotheke auf Echtheit geprüft werden können. In Deutschland wird das System securPharm bereits seit Anfang 2013 getestet. Dabei wird auf jeder Medikamentenpackung ein zweidimensionaler sogenannter „Data Matrix Code“ aufgedruckt, mit der die Packung eindeutig zurückverfolgt werden kann.

„Wir müssen sicherstellen, dass Patienten in Europa ihre Medikamente dauerhaft aus sicheren Quellen erhalten“, so Richard Bergström, Generaldirektor European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA). „Dafür brauchen wir grenzüberschreitende Systeme und Prozesse, die Fälschungen aus dem Arzneimittelvertrieb verlässlich beseitigen und kriminelle Fälscher aufspüren.“

Berufskrankheiten: Anerkennung bestimmter Hautkrebsformen möglich

Bestimmte Formen des Hautkrebses, aktinische Keratosen und das Plattenepithelkarzinom, können wie eine Berufskrankheit anerkannt werden. Grundlage hierfür ist die Wissenschaftliche Begründung des Ärztlichen Sachverständigenbeirats „Berufskrankheiten“ beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die am 12. August 2013 im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht wurde. Voraussetzung für eine Anerkennung ist, dass die Betroffenen über viele Jahre im Freien gearbeitet haben und dabei lange natürlicher UV-Strahlung ausgesetzt waren. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) unterstützt die wissenschaftliche Empfehlung und fordert vor diesem Hintergrund, die Berufskrankheitenliste entsprechend zu ergänzen. Andere Hautkrebsarten wie Melanom und Basaliom sind nicht von der wissenschaftlichen Begründung erfasst. Hier gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine ausreichenden medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse für eine arbeitsbedingte Verursachung, so dass die Voraussetzung für ihre Aufnahme in die Berufskrankheitenverordnung nicht gegeben ist.

Damit eine Krankheit als Berufskrankheit anerkannt werden kann, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Unter anderem muss wissenschaftlich belegt sein, dass bestimmte Personengruppen arbeitsbedingt ein höheres Erkrankungsrisiko haben als der Rest der Bevölkerung. Für aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinome liegt dieser Nachweis nun vor. Danach haben Beschäftigte, die über viele Jahre „in der Sonne“ gearbeitet haben, ein wesentlich höheres Erkrankungsrisiko für aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinome als die übrige Bevölkerung. Ursache hierfür ist, dass langjährige Sonnenstrahlung zu chronischen Schäden der Haut und nachfolgend zu Hautkrebserkrankungen führen kann. Die Wissenschaftliche Begründung nennt folgende Voraussetzungen für die Anerkennung einer Erkrankung als Berufskrankheit:

– Die Diagnose „Plattenepithelkarzinom“ oder „multiple aktinische
Keratose“ muss gesichert sein. Einzelne aktinische Keratosen
sind noch keine Berufskrankheit.
– Das betroffene Hautareal muss bei der Arbeit langjährig und
direkt der Sonnenstrahlung ausgesetzt gewesen sein.
– Der Hauttyp spielt keine Rolle bei der Anerkennung. Er ist aber
wichtig für die Auswahl geeigneter Sonnenschutzmaßnahmen.

Entscheidend ist in jedem Fall die arbeitsbedingte UV-Strahlungsdosis, der die Betroffenen bei ihren beruflichen Tätigkeiten ausgesetzt waren. Zu der alltäglichen UV-Belastungsdosis, der jeder Mensch tagtäglich ausgesetzt ist, muss bezogen auf das bisherige Leben eine arbeitsbedingte Mehrbelastung von mindestens 40 Prozent dieser Lebensbelastungsdosis kommen. Diese Mehrbelastung wird von einem 50-Jährigen Erkrankten beispielsweise erreicht, wenn er mehr als 15 Jahre in Vollzeit im Freien gearbeitet hat. Bei einem 60-Jährigen wird eine berufliche Verursachung bei ca. 18 Jahren „Outdoorarbeit“ wahrscheinlich. Derartige Belastungen treten typischerweise bei Beschäftigten in der Landwirtschaft, am Bau, im Handwerk, auf See und in Berufen wie Bademeister auf.

„Als Verordnungsgeber ist die Bundesregierung nun gefordert, zügig die Berufskrankheitenliste zu ergänzen“, erklärt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer. Auch wenn die beiden Krankheiten noch nicht in die Berufskrankheitenliste aufgenommen wurden, können Berufsgenossenschaften und Unfallkassen sie bereits jetzt wie eine Berufskrankheit anerkennen. Im Vordergrund steht dabei die Übernahme der Heilbehandlung, die in der gesetzlichen Unfallversicherung für Versicherte in der Regel zuzahlungsfrei ist. Betroffene sollten daher ihren Betriebsarzt oder behandelnden Arzt auf einen möglichen beruflichen Zusammenhang hinweisen. Der Arzt wird dann eine Verdachtsmeldung an die gesetzliche Unfallversicherung schicken.

Hintergrund: Hautkrebs

Das Plattenepithelkarzinom ist ein maligner Krebs der Haut, der die oberen Schichten der Haut (Epithel) betrifft. Der Krebs und seine Vorstufe, die aktinische Keratose, treten bevorzugt an Stellen der Haut auf, die meist nicht mit Kleidung bedeckt sind: zum Beispiel Kopf, Hals, Dekolleté, Arme und Handrücken. Die Erkrankung beginnt häufig erst nach dem 50. Lebensjahr. Bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung ist die Heilungsprognose gut.

Arztvergleich: Patienten sehen deutliche Unterschiede

Arztbewertung von AOK, BARMER GEK, Techniker Krankenkasse und Weisse
Liste: Internisten und Allgemeinmediziner erhalten am meisten
Zustimmung, Hautärzte und Orthopäden am wenigsten

Die Patienten in Deutschland sind überwiegend zufrieden mit ihren Haus- und Fachärzten. Jedoch sehen sie teils deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Fachgruppen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Patientenbewertungen im Arztvergleichsportal der Weissen Liste und den darauf basierenden Portalen von AOK, BARMER GEK und Techniker Krankenkasse (TK). Die Weisse Liste ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen.

Insgesamt würden rund 85 Prozent der Teilnehmer ihren Arzt weiterempfehlen. Dabei schneiden Internisten und Allgemeinmediziner mit Weiterempfehlungsraten von 89 bzw. 88 Prozent am besten ab. Hautärzte (62 Prozent) und Orthopäden (64 Prozent) erhalten im Schnitt deutlich geringere Zustimmungswerte. Am wichtigsten ist den teilnehmenden Patienten, dass niedergelassene Ärzte gut mit ihnen kommunizieren. Sie möchten, dass die Ärzte auf ihre Fragen, Ängste und Sorgen eingehen und ihnen gut zuhören. Auch für diesen speziellen Bereich erhalten Internisten und Allgemeinmediziner am meisten Zustimmung, Hautärzte und Orthopäden am wenigsten. (Eine Liste mit den Weiterempfehlungsraten aller Fachgebiete findet sich unter der Pressemitteilung)

Die Auswertung zeigt auch: 17 Prozent der Patienten fühlen sich manchmal bedrängt, Leistungen in Anspruch zu nehmen, die ihre Krankenkasse nicht übernimmt. Am seltensten nehmen die Teilnehmer das Angebot von Zusatzleistungen bei Kinderärzten (8 Prozent) und Neurologen (12 Prozent) wahr, am häufigsten bei Augenärzten (37 Prozent) und Orthopäden (27 Prozent). Zudem lässt sich erkennen, dass es auch zwischen einzelnen Ärzten einer Fachgruppe deutliche Unterschiede gibt. So erreicht zum Beispiel jeder zehnte Orthopäde bei seinen Patienten nur eine Weiterempfehlungsrate von unter 40 Prozent. Mehr als ein Drittel der Orthopäden schneiden hingegen deutlich besser ab: Sie werden von 80 bis 100 Prozent ihrer Patienten weiterempfohlen.

Mit dem unabhängigen und kostenfreien Arztvergleichsportal wollen die Initiatoren Patienten eine verlässliche Hilfestellung für die Suche nach einem passenden Arzt geben. Die Bewertungen beruhen auf einem wissenschaftlich fundierten Fragebogen und werden im Portal erst freigeschaltet, wenn eine Mindestzahl von fünf Bewertungen für einen Arzt vorliegt. Teilnehmen können die Versicherten von AOK, BARMER GEK und TK. Bis jetzt haben sie rund 270.000 Bewertungen für rund 70.000 einzelne Ärzte abgegeben. In die Analyse eingeflossen sind rund 250.000 Bewertungen zu Haus- und Fachärzten.

Arztbewertung ab heute auch per App oder über www.aerzte-gut-finden.de

Ab heute kann der Arztvergleich auch mobil genutzt werden: AOK, BARMER GEK, TK und Weisse Liste bieten kostenfreie Apps zur Arztbewertung und Arztsuche für Smartphones an. So können Patienten auch unterwegs nach Ärzten suchen und die Bewertung direkt nach einem Arztbesuch vornehmen. Zudem starten die Partner eine Aktion mit dem Titel „Ärzte gut finden“. Ziel dieser Aktion ist es, noch mehr Versicherte darauf aufmerksam zu machen, dass sie mit ihrer Arztbewertung anderen helfen können, einen passenden Arzt zu finden. So sind der Arzt-vergleich und der Einstieg in die Bewertung ab heute auch über eine neu geschaffene, zentrale Seite möglich: www.aerzte-gut-finden.de

Jürgen Graalmann, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes:

„Das Ergebnis der Auswertung ist erfreulich: Die Patienten finden ihre Ärzte gut. Zufrieden sind sie vor allem mit den Hausärzten. Wir sehen aber auch, dass es Unterschiede gibt – auch zwischen den einzelnen Ärzten eines Fachgebiets. Die Versicherten machen mit ihrer Bewertung im AOK-Arztnavigator und in den Portalen unserer Partner die Unterschiede deutlich und geben anderen Patienten Orientierung.“

Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellv. Vorstandsvorsitzender der BARMER GEK:

„Internist ist nicht gleich Internist und Hautarzt nicht gleich Hautarzt. Deshalb ist die Bewertung jedes Doktors durch möglichst viele Patienten so wichtig. Mit jeder neuen Bewertung wächst die Aussagekraft sowohl für Patienten als auch für Ärzte. Und mit der mobilen App wird sie für viele Patienten einfacher und attraktiver.“

Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung:

„Patienten erleben tagtäglich, was in Arztpraxen aus ihrer Sicht gut und was weniger gut läuft. Ihre Erfahrungen sind ein bedeutender Wissensschatz. Diesen Schatz gilt es weiter zu heben, wenn wir Verbesserungen erreichen wollen: Mehr Orientierung für Patienten und mehr Qualität in der Versorgung.“

Dr. Jutta Hundertmark-Mayser, Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen:

„Durch die Möglichkeit zur Bewertung erhalten Patienten eine Stimme. Sie können ihre Ärzte empfehlen, aber auch kritische Rückmeldungen geben. So wird das Gesundheitssystem für alle Seiten transparenter.“

Weiterempfehlungsraten nach Fachgebiet (n= 249.256 Bewertungen bundesweit)

– Gesamt-Durchschnittswert: 85%
– Innere Medizin: 89%
– Allgemeinmedizin: 88%
– Urologie: 87%
– Praktischer Arzt / Praktische Ärztin: 87%
– Frauenheilkunde und Geburtshilfe: 85%
– Anästhesiologie: 84%
– Kinderheilkunde / Kinder- und Jugendmedizin: 78%
– Chirurgie: 78%
– Hals-Nasen-Ohrenheilkunde: 78%
– Augenheilkunde: 74%
– Neurologie: 73%
– Psychiatrie und Psychotherapie: 73%
– Orthopädie und Unfallchirurgie: 67%
– Orthopädie: 64%
– Haut- und Geschlechtskrankheiten: 62%

Kritischer neuer Bericht deckt die wahre, durch Verstopfung ausgelöste Last für über 65-Jährige in ganz Europa auf

Ein neuer Bericht mit dem Titel The Burden of Constipation in our Ageing Population – Working Towards Better Solutions (Die durch Verstopfung ausgelöste Last für unsere alternde Bevölkerung – Wege für bessere Lösungen) deckt zum ersten Mal das wahre Ausmass der Probleme auf, die durch chronische Verstopfung bei Erwachsenen über 65 Jahre ausgelöst werden. Eine Expertengruppe hat alle öffentlich verfügbaren Beweise in Europa gesammelt und die alarmierenden Ergebnisse zeigen, dass diese Krankheit unterschätzt, nicht ausreichend behandelt und übersehen wird.

Der Bericht deckt auf, dass chronische Verstopfung – funktionell oder sekundär zu eindeutig feststellbaren Ursachen – bis zu 80 Prozent der älteren Erwachsenenpopulation, die in Pflegeheimen leben, und einen von fünf Erwachsenen im Alter von 65 Jahren in der Gemeinschaft betrifft.[1]-[3] Falls diese nicht behandelt wird, kann dies zu ernsthaften medizinischen Konsequenzen führen, wie zum Beispiel zu Koprostase, einer Krankheit, bei der die Stauung von festen Kot die normale Ausscheidung verhindert. Stuhlimpaktion kann bis zu 50 Prozent der älteren Bevölkerung auf Krankenhausstationen oder in Pflegeheimen betreffen und kann zu Stuhlinkontinenz führen.[4]-[6]

David Sinclair, stellvertretender Direktor des Bereichs Policy & Kommunikation, ILC-UK, kommentierte: „Trotz der geschätzten Zahl, dass 80 Prozent der Bewohner in Pflegeheimen an Verstopfung leiden, wird dieses ältere Erwachsene betreffende Problem eindeutig nicht ernst genug genommen. Wir hoffen, dass dieser Bericht ein Mittel bereitstellt, mit dem die Früherkennung der Verstopfung verbessert werden kann und, noch wichtiger, mit dem all diejenigen, die im Bereich der Altenpflege tätig sind, dazu angeregt werden, die positiven und unmittelbaren Schritte zu unternehmen, die in diesem Bericht dargelegt werden und die zu einer verbesserten Pflege führen werden.“

Professor Enrico Corazziari, Professor der Gastroenterologie, Universität „La Sapienza“, Rom (Italien) kommentierte diesen Bericht: „Verstopfung kann eine Quelle von echtem mentalen und physischen Leid für ältere Erwachsene darstellen. Das Fehlen von evidenzbasierten Richtlinien über den Umgang mit Verstopfung bei älteren Erwachsenen in ganz Europa führt dazu, dass nur eine suboptimale Behandlung erfolgt. Patienten leiden unter ihrer schlechten Gesundheit und erhalten keine angemessene beziehungsweise zeitnahe Behandlung. Wir hoffen, dass die in diesem Bericht dargelegten Handlungsaufforderungen einen dringenden Anstoss für eine umfassende Revision über den Umgang mit dieser verbreiteten und vermeidbaren Krankheit erzeugt.“

Peter Martin, Chief Operating Officer bei Norgine kommentierte: „Als ein Unternehmen mit einer langjährigen Expertise in Gastroenterologie, sind wir der Verbesserung der Lebensqualität der Patienten verpflichtet, die an Verstopfung leiden. Durch die zusammen mit ILC-UK aufgebrachte Finanzierung dieses Berichts wollen wir mit den Gesundheitssystemen in ganz Europa zusammenarbeiten, um die kosteneffektivsten Lösungen zur Verbesserung des Gesundheitszustands der Patienten zu finden.“

Die vollständige Veröffentlichung steht unter http://www.norgine.com zur Verfügung.

Der vollständige Bericht steht unter http://www.ilcuk.org.uk/index.php/publications zur Verfügung.

Masernviren gegen Krebs

Masernviren sollen zukünftig helfen, Tumoren zu zerstören. Wissenschaftlern des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg ist es gelungen, die Viren so zu programmieren, dass sie ausschließlich Krebszellen befallen. Haben sie sich einmal in der Zelle eingenistet, führt das zu deren Zerstörung. Zusätzlich werden Botenstoffe freigesetzt, die das Immunsystem anregen, weitere Krebszellen anzugreifen. Im Labor hat sich diese Methode bereits als erfolgreich erwiesen. Nun wollen die Forscher ihre Erkenntnisse in einer klinischen Studie zur Anwendung bringen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Vorhaben mit 464.000 Euro.

Das Forscherteam um PD Dr. Guy Ungerechts, Leiter der Arbeitsgruppe „Virotherapie“ der Abteilung Translationale Onkologie am NCT, entwickelte aus einem abgeschwächten Masern-Impfvirus in langjähriger Laborarbeit eine maßgeschneiderte Waffe gegen Krebszellen. „Um den gewünschten Effekt zu erzielen, mussten wir das Virus in mehreren Schritten genetisch radikal verändern“, so Ungerechts. „Zu gewährleisten, dass die Viren ausschließlich den Tumor ansteuern und dass das Immunsystem effektiv gegen den Tumor gelenkt wird, waren die wesentlichen Arbeitsschritte unseres Projektes.“

Dazu haben die Wissenschaftler die Eiweißhülle des Virus so umgebaut, das es Krebszellen direkt ansteuert und sich in ihnen einnistet. „Krebszellen besitzen spezielle Rezeptoren auf ihrer Oberfläche“, erläutert Ungerechts. „Wir verändern das Virus derart, dass es gezielt an diese Rezeptoren andockt und nicht etwa gesunde Zellen angreift.“

Sobald die Masernviren in die Krebszellen eingedrungen sind, beginnen sie mit Ihrem zerstörerischen Werk. Zusätzlich zwingen die veränderten Viren die besetzten Zellen, einen bestimmten Botenstoff freizusetzen. Dadurch werden Zellen des Immunsystems angelockt, die den Tumor vor der Behandlung noch nicht als „feindlich“ erkannt hatten. Die Abwehrzellen ergänzen das anti-tumorale Wirken der Viren und greifen insbesondere diejenigen Krebszellen an, die von den Viren nicht erreicht werden.

Im Labor konnten Ungerechts und sein Team die neue Behandlungsstrategie erfolgreich etablieren. Nun geht es darum, diese in den klinischen Alltag zu
überführen. „Wir werden zunächst Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumorleiden behandeln, um die Verträglichkeit dieser neuen Behandlungsmethode zu untersuchen und um erste Hinweise auf die Wirksamkeit zu bekommen“, erläutert Ungerechts. „Wenn wir diese Phase erfolgreich abschließen, haben wir einen großen Schritt in Richtung Praxisanwendung getan.“

Zudem wollen die Wissenschaftler ihr Therapiekonzept noch weiterentwickeln. Sie bauen zukünftig beispielweise sogenannte Selbstmordgene in das Masernvirus-Erbgut ein. Infizierte Krebszellen werden dann gezwungen, eine eigentlich harmlose Substanz, die dem Patienten verabreicht wird, in ein tödliches Zellgift umzuwandeln, das den Tumor von innen heraus zerstört. Da die meisten Patienten in ihrer Jugend an Masern erkrankt waren oder dagegen geimpft wurden, ist ihr Abwehrsystem vorgewarnt. Damit es die Viren während einer Therapie nicht vorzeitig abfängt, können die Forscher die Virushülle so maskieren, damit nicht das Therapeutikum, jedoch die infizierten Tumorzellen als fremd erkannt werden.

Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, betont: „Innovative Forschungsprojekte und Strategien zu fördern ist ein großes Anliegen der Deutschen Krebshilfe, um die Krebstherapie stetig zu verbessern. Wir hoffen, dass die Erkenntnisse dieses Projekts schon bald krebskranken Menschen zugutekommen.“