Archiv für den Monat: Oktober 2014

Im Fokus – Der gut informierte Krebspatient

So unterschiedlich Betroffene mit der schockierenden Diagnose Krebs umgehen, so individuell sind die Fragen, die sie sich stellen. Antworten, leicht verständlich und patientennah formuliert, liefern der neue telefonische Beratungsdienst INFONETZ KREBS und das ‘Handbuch gegen Krebs‘.

Rund 500.000 Menschen sehen sich in Deutschland jedes Jahr mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Eine Diagnose, die das gesamte Leben der Betroffenen, aber auch ihrer Angehörigen und Freunde von einem Tag auf den anderen verändert. Viele dieser Menschen haben sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht mit dem Thema Krebs auseinandersetzen müssen. Unwissenheit aber verstärkt Ängste und das Gefühl der Hilflosigkeit. Und das in einer Situation, in der sich die Betroffenen mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sehen und weitreichende Entscheidungen, wie etwa die Wahl des Behandlungsverfahrens, treffen müssen.

Seit Gründung der Deutschen Krebshilfe vor 40 Jahren durch Mildred Scheel gehört die Information und Aufklärung über die Erkrankung Krebs zu den Kernaufgaben der Organisation. „Krebspatienten sollen und möchten heute auch in die medizinischen Entscheidungen mit einbezogen werden und damit gleichberechtigte Gesprächspartner ihrer behandelnden Ärzte sein“ betonte der Präsident der Deutschen Krebshilfe Dr. Fritz Pleitgen. Gemeinsam reagieren die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft auf den hohen Bedarf an patientennahen Informationen mit dem neuen Beratungsangebot INFONETZ KREBS, das Aufklärung mit höchster Qualität und nach aktuellem Wissen bietet.

Unter der Telefonnummer 0800 / 80 70 88 77 erhalten Betroffene und deren Angehörige kostenfrei qualitätsgesicherte Informationen und Beratung. „Das Beratungsangebot ist als zusätzlicher Service gedacht und soll den Patienten dabei unterstützen, aktiv und informiert an seiner Behandlung teilzuhaben“, erklärte Hans-Peter Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

Zahlreiche Experten haben viele tausend wissenschaftliche Artikel, Studien, Gesetzestexte und Erfahrungsberichte von Betroffenen gesichtet und analysiert. Die Datenbank des INFONETZ KREBS umfasst somit den heutigen Wissensstand in der Onkologie.

Ergänzend dazu stellten die beiden Organisationen das neue ‘Handbuch gegen Krebs‘ vor. Unter Mitwirkung von BILD ist dies im Zabert Sandmann-Verlag erschienen. „BILD möchte aufklären und Betroffene und Angehörige auf dem oft schweren Weg einer Krebserkrankung begleiten. Deshalb unterstützen wir das ‘Handbuch gegen Krebs‘. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Informationen in verständlicher Sprache zu vermitteln – um Sicherheit zu bieten und vor allem, um Mut zu machen“, so Kai Diekmann, BILD-Chefredakteur. 60 namhafte Experten der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft waren inhaltlich beteiligt. Das Buch gibt einen Überblick über die verschiedenen Stadien der 35 häufigsten Krebsarten. Es unterstützt Betroffene in einer Art Lotsenfunktion – von der Diagnose bis zur Therapie und der Nachsorge.

„In Zusammenarbeit mit BILD als großer deutscher Boulevard-Zeitung entstand ein Buch mit verständlichen Informationen, das Unterstützung bietet und der Krankheit Krebs ein Stück ihres Schreckens nehmen kann“, erklärt Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft.

Ab heute, dem 27. Oktober 2014, ist das ‘Handbuch gegen Krebs‘ für 19,95 € im Handel erhältlich. Pro verkauftem Exemplar kommen 2 € der Arbeit der Deutschen Krebshilfe zu Gute.

Weiterführende Informationen zu dem neuen Beratungsangebot INFONETZ KREBS: www.infonetz-krebs.de

Wie soll man mit Herzrhythmusstörungen umgehen?

Interview mit Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Kardiologe am Klinikum Stephansplatz, Hamburg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung

Viele Menschen sind von Herzrhythmusstörungen betroffen. Es besteht eine große Unsicherheit darüber, ob diese harmlos oder gefährlich sind und wie sie behandelt werden können. Allein an Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmusstörung, leiden in Deutschland etwa 1,8 Millionen Menschen. Viele dieser Patienten stehen unter einem erheblichen Leidensdruck. Für sie alle ist es wichtig, die heutigen Therapiemöglichkeiten zu kennen.

Was ist eine normale Herzschlagfolge? Was ist ein normaler Puls?
Prof. Meinertz: Die normale Herzschlagfolge, die normale Herzfrequenz in Ruhe, liegt zwischen 60 und 90 Schlägen pro Minute. Bei seelischer oder körperlicher Belastung kann der Puls ohne Weiteres bis auf eine Frequenz von 160 bis 180 steigen. Dieser Anstieg des Pulses ist völlig normal. Aber: Krankhaft ist ein schlagartiges Umspringen des Pulses von einer normalen Herzschlagfolge auf eine sehr hohe oder sehr niedrige Herzfrequenz.

Wo liegt die Grenze nach unten?
Nachts sinkt die Herzfrequenz ab und liegt bei vielen Menschen zwischen 45 und 55 Schlägen pro Minute. Doch auch tiefere Herzfrequenzen können ohne krankhafte Bedeutung sein. So kann z. B. beim Leistungssportler die Herzfrequenz auf 30 bis 35 Schläge pro Minute abfallen. Eine solch niedrige Herzfrequenz ist natürlich für einen Untrainierten nicht normal. Die untere Grenze zum krankhaften Befund liegt bei etwa 40 Schlägen pro Minute.

Wann muss man anfangen, sich Sorgen zu machen? Wann werden Herzrhythmusstörungen gefährlich?
Herzrhythmusstörungen können etwas völlig Normales sein. Praktisch jeder Mensch hat irgendwann in seinem Leben Unregelmäßigkeiten des Herzschlags – häufig, ohne es zu merken. Oft sind Herzrhythmusstörungen Folge einer Herzkrankheit (z.B. Hochdruckherz, koronare Herzkrankheit, Klappenfehler). Auch Diabetes und Übergewicht können zu Herzrhythmusstörungen führen. Selten sind Herzrhythmusstörungen Vorläufer und Warnzeichen eines drohenden plötzlichen Herztodes. Der Übergang zwischen normal und krankhaft ist fließend. Krankhaft bedeutet nicht immer gefährlich. Die Grenze ist im Einzelfall schwierig zu ziehen. Ob Herzrhythmusstörungen harmlos, weniger harmlos oder lebensbedrohlich sind, kann nur ein Kardiologe nach ausführlicher Untersuchung des Patienten entscheiden.

Was sind Herzrhythmusstörungen?
Man kann sie mit Fehlzündungen eines Motors vergleichen. Normalerweise bilden die elektrischen Taktgeber im Herzen regelmäßig ihre Impulse. Daher schlägt das Herz regelmäßig. Diese elektrischen Taktgeber sind störanfällig, und Störungen, Fehlzündungen können zu Extraschlägen führen. Die Taktgeber können auch in ihrer Funktion versagen, vorübergehend oder ganz, dann kommt es zu einer Verlangsamung der Herzschlagfolge. Dabei kann die Störung sowohl in den elektrischen Impulsgebern liegen als auch überall im Herzmuskel. Denn bei Herzkrankheiten kann der Herzmuskel selbst elektrische Aktivität entwickeln und zu fehlgebildeten Impulsen Anlass geben.

Herzrhythmusstörung ist also nicht gleich Herzrhythmusstörung.
So ist es. Zu unterscheiden ist zwischen:
– harmlosen Herzrhythmusstörungen, die als Fehlzündungen eines normalen Herzens angesehen werden können,
– Herzrhythmusstörungen, die durch eine Erkrankung der elektrischen Impulsgeber hervorgerufen werden (als Beispiele: AV-Block und das Sinusknoten-Syndrom),
– Herzrhythmusstörungen, die durch überzählige Erregungsleitungsbahnen (z. B. WPW-Syndrom) oder Ionenkanalerkrankungen (z. B. angeborenes QT-Syndrom) ausgelöst werden (sogenannte primär elektrische Erkrankungen des Herzens),
– am häufigsten und am bedeutsamsten: Herzrhythmusstörungen, die Folge einer Herzkrankheit sind, und
– Herzrhythmusstörungen, die Folge anderer Krankheiten sind, wie z. B. einer Schilddrüsenüberfunktion.

Herzrhythmusstörungen sind also in der Regel – wenn sie nicht angeboren sind – keine eigene Erkrankung, sondern meistens die Folge von Herzkrankheiten oder anderen Einflüssen, die das Herz aus dem Takt bringen.

Welche Einflüsse sind das?
Besonders wichtig ist die Störung der Zusammensetzung der Blutsalze, der Elektrolyte: Kaliummangel, Magnesiummangel. Dadurch werden sowohl gutartige wie bösartige Herzrhythmusstörungen verstärkt oder ausgelöst. Daher ist darauf zu achten, dass es zu keinem Kalium- oder Magnesiummangel zum Beispiel bei regelmäßigem Gebrauch von Diuretika (Entwässerungsmitteln) kommt. Aber auch ein zu hoher Kaliumspiegel beeinflusst den Herzrhythmus ungünstig. Auch Genussgifte (reichlicher Konsum von Alkohol, Kaffee oder Nikotin), Medikamente, Schlafmangel und üppige Mahlzeiten können Herzrhythmusstörungen auslösen.

Was ist die beste Strategie?
Die beste Strategie gegen Herzrhythmusstörungen ist die Ausschaltung von Faktoren, die Herzrhythmusstörungen begünstigen, und die Behandlung der Grundkrankheit, die die Herzrhythmusstörung verursacht. Am wichtigsten ist der hohe Blutdruck. Wird ein hoher Blutdruck konsequent gesenkt (auf unter 140/90 mmHg), kann in vielen Fällen Vorhofflimmern gebessert werden. Das geht nicht von einer Woche auf die andere. Das braucht Zeit.

Wann müssen – über die Behandlung der Grundkrankheit hinaus – Herzrhythmusstörungen direkt behandelt werden?
Früher haben wir viele Herzrhythmusstörungen für bedrohlicher gehalten, als sie es tatsächlich sind. Viele Herzrhythmusstörungen müssen überhaupt nicht behandelt werden. Wenn Herzrhythmusstörungen harmlos sind, was sie meistens sind, dann sollte man sie auf keinen Fall behandeln. Heute behandelt man Herzrhythmusstörungen nur, wenn dies zwingend erforderlich ist. Dann aber sollten sie konsequent und nur vom Fachmann behandelt werden. Die Entscheidung für eine Behandlung ist Sache des Kardiologen, die regelmäßige Verlaufskontrolle kann in der Zusammenarbeit zwischen Hausarzt/Internisten und Kardiologen erfolgen.

Wann ist die Behandlung notwendig?
Eine Herzrhythmusstörung muss behandelt werden,
– wenn sie die Gefahr eines plötzlichen Herztodes mit sich bringt,
– wenn sie zu einem Schlaganfall führen kann,
– wenn sie sich auf die körperliche Leistungsfähigkeit auswirkt,
– wenn sie den Patienten belastet, zum Beispiel durch Schwindelanfälle, durch Herzrasen oder durch ausgeprägtes Unwohlsein.
Erst dann wird eine Therapie eingeleitet – in den meisten Fällen zunächst mit Medikamenten, bei langsamen Herzrhythmusstörungen mit einem Herzschrittmacher.

Was ist mit Medikamenten gegen Herzrhythmusstörungen zu erreichen?
Diese Medikamente können die Herzrhythmusstörung unterdrücken oder zumindest dafür sorgen, dass sie seltener, kürzer oder erträglicher auftritt. Dafür stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Deren Wirkung im Einzelfall ist nicht sicher vorauszusehen. Da die Patienten unterschiedlich auf die Medikamente ansprechen, braucht man Geduld und unter Umständen auch mehrfachen Medikamentenwechsel, bis das richtige Medikament und die richtige Dosierung gefunden sind. Eines können Rhythmusmedikamente nach neueren Erkenntnissen nicht leisten: bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen den plötzlichen Herztod verhindern. Dafür ist der Defibrillator erfunden worden.

Welche Nachteile haben die Rhythmusmedikamente?
Das Hauptproblem besteht darin, dass alle Rhythmusmedikamente – von Betablockern abgesehen – selten (im Bereich weniger Prozente) selbst Rhythmusstörungen verstärken und so im Einzelfall dramatische und lebensbedrohliche Situationen hervorrufen können – am häufigsten zu Beginn einer Therapie. Deshalb muss man mit diesen Medikamenten vorsichtig umgehen. Man muss sie kritisch und gezielt einsetzen.

Wie lässt sich das Risiko begrenzen?
Man kann die Gefährdung des Patienten verringern, wenn man den Patienten sorgfältig einstellt. Besonders gefährdet durch die Nebenwirkungen von Rhythmusmedikamenten sind Patienten mit einer begleitenden Herzkrankheit. Die Therapie sollte in diesen Fällen – Ausnahme Betablocker – in der Klinik eingeleitet werden, wo die Nebenwirkungen optimal am EKG-Monitor überwacht werden können. Bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen ohne begleitende Herzkrankheit sollte der Kardiologe in der Praxis den Herzrhythmus nach der ersten Einnahme des Medikaments überwachen. Auch wenn der Patient gut eingestellt ist, darf man ihn nicht – wie es häufig geschieht – allein lassen, sondern man muss ihn etwa alle drei Monate kontrollieren.

Seit Jahren gibt es einen anderen Weg, Herzrhythmusstörungen zu bekämpfen: die Katheterablation.
Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem Herzzellen gezielt durch Hochfrequenzstrom oder Kälte so verödet werden, dass Herzrhythmusstörungen nicht mehr entstehen können. Die Prozedur wird mit Hilfe von Kathetertechnik durchgeführt, bei der millimeterdünne Sonden über die Beinvenen ins Herz geschoben werden. Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass es in vielen Fällen Herzrhythmusstörungen heilen kann, was Medikamente nicht können. Allerdings sind manchmal (z. B. bei Vorhofflimmern) erneute Eingriffe notwendig.

Für wen kommt die Katheterablation in Betracht?
Für die Katheterablation gibt es heute gesicherte Einsatzbereiche: häufige und belastende, schnelle Herzrhythmusstörungen aus dem Bereich der Herzvorhöfe und des AV-Knotens sowie der Herzkammern. Besonders interessant ist die Entwicklung der Katheterablation beim Vorhofflimmern. Vor Jahren noch experimentell, ist sie heute ein Standardverfahren – mit guten Ergebnissen.

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Allein in Deutschland leiden etwa 1,8 Millionen Menschen daran. Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Vorhofflimmern ist nicht nur die häufigste Herzrhythmusstörung, es ist auch die Herzrhythmusstörung, bei deren Therapie die größten Fortschritte erzielt wurden. Betrachtet man die Entwicklung in den letzten zehn Jahren, so ist es nicht übertrieben, von spektakulären Fortschritten zu sprechen. Oft ist es sinnvoll, Vorhofflimmern bei seltenen Anfällen (z. B. weniger als 1-mal im Monat) zunächst nicht zu behandeln, bzw. nur die Grundkrankheit, die das Vorhofflimmern verursacht, zu therapieren. Der nächste Schritt ist der Einsatz von Rhythmusmedikamenten. Allerdings muss man relativ rasch handeln, damit sich die Anfälle nicht mehr und mehr häufen und Vorhofflimmern dauerhaft wird. Dann ist die Chance, mit Medikamenten, aber auch mit der Katheterablation etwas auszurichten, viel geringer.

Lässt sich durch Medikamente auf Dauer ein Erfolg erzielen?
Leider kann man mit Medikamenten auf Dauer die Anfälle von Vorhofflimmern nicht verhindern. Aber dann gibt es eine andere Form der Behandlung: die Frequenzkontrolle. Dabei wird das durch Vorhofflimmern bedingte Herzrasen, die schnelle Herzschlagfolge (100-160 Schläge/Minute) mit Medikamenten normalisiert, das Vorhofflimmern als solches aber bleibt bestehen. Damit kommen viele Patienten gut zurecht. Wenn die Anfälle selten, also z. B. weniger als 3-mal im Monat, auftreten, gibt es eine andere Möglichkeit der Behandlung: das Pill in the Pocket-Konzept, eine Therapie, bei der der Patient selbst den Anfall beenden kann.

Wie ist das zu verstehen?
Herzgesunde Patienten können Anfälle von Vorhofflimmern beenden, wenn sie im Anfall ein Rhythmusmedikament nehmen. Amiodaron kommt nicht in Frage, da die Wirkung zu langsam eintritt. Wirksam ist Flecainid oder Propafenon. In der Mehrzahl der Fälle sind diese Medikamente erfolgreich: Sie beenden in 2-3 Stunden nach Einnahme den Anfall. Vorsichtshalber sollte der Patient das erste Mal das Medikament unter Aufsicht in der Klinik oder in der kardiologischen Praxis einnehmen, um sicherzustellen, dass keine gefährlichen Herzrhythmusstörungen auftreten.

Wann wird zur Katheterablation geraten?
Wenn Medikamente nicht erfolgreich sind oder nicht vertragen werden und die Patienten erheblich unter Vorhofflimmern leiden, kommt die Katheterablation in Frage. Man braucht allerdings manchmal zwei oder mehr Prozeduren, um Vorhofflimmern dauerhaft zu beseitigen. Wenn ein Patient ohnehin am Herzen operiert werden muss, bietet es sich an, Vorhofflimmern während der Operation durch eine Ablation zu heilen. Das Operationsrisiko erhöht sich dadurch nicht. Da die Entwicklung auf diesem Gebiet schnell vorangeht, ist zu erwarten, dass sich die Katheterablation in Zukunft immer mehr durchsetzen wird.

Bei der Behandlung von Vorhofflimmern sind große Fortschritte erzielt worden. Wo sonst noch?
Neben den Erfolgen bei der Behandlung des Vorhofflimmerns sehe ich in der Vorbeugung des plötzlichen Herztodes große Fortschritte. Heute kennen wir einige Patientengruppen, die durch den plötzlichen Herztod besonders gefährdet sind. Ihnen können wir durch den Defibrillator helfen.

So groß die Fortschritte bei der Behandlung von Vorhofflimmern sind, ein Problem bleibt: Vorhofflimmern bringt die Gefahr des Schlaganfalls mit sich. Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern in Deutschland etwa 30 000 Schlaganfälle.
Ja, der Schlaganfall ist die größte Gefahr, die von Vorhofflimmern ausgeht. Denn bei Vorhofflimmern können sich Blutgerinnsel im Herzen bilden und vom Blutstrom fortgeschwemmt Hirngefäße verschließen: Schlaganfall. Die gerinnungshemmenden Medikamente Marcumar/Falithrom/Warfarin oder die neuen Gerinnungshemmer Pradaxa, Xarelto, Eliquis können die Patienten gegen Schlaganfall schützen.

Vorhofflimmern kann heimtückisch sein, wenn es nicht bemerkt wird. Das ist oft der Fall. Wer, ohne es zu wissen, Vorhofflimmern hat, ist besonders gefährdet, einen Schlaganfall zu erleiden, weil er nicht durch gerinnungshemmende Medikamente geschützt wird.
Um unbemerktes Vorhofflimmern aufzudecken, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Wenn ein Patient mit Bluthochdruck oder im Alter von über 65 – aus welchem Grund auch immer – einen Arzt aufsucht, sollte der Arzt seinen Puls fühlen, und wenn er unregelmäßig ist, ein EKG machen, das Vorhofflimmern dokumentieren kann. In jedem Haushalt sollte ein Blutdruckmessgerät vorhanden sein, das ja nicht viel kostet. Die meisten dieser Geräte können den unregelmäßigen Herzschlag anzeigen, wenn man den Blutdruck misst. Das ist eine gute Möglichkeit, Unregelmäßigkeiten des Pulses festzustellen und dann den Herzrhythmus beim Arzt durch ein EKG überprüfen zu lassen. Jeder kann lernen, selbst den Puls zu fühlen, und dadurch kontrollieren, ob der Puls unregelmäßig oder z. B. zu schnell ist, und dann zum Arzt gehen, um zu prüfen, ob Rhythmusstörungen vorliegen.

Bisher haben wir davon geredet, was die heutige Medizin für den Rhythmuspatienten tun kann. Was können die Patienten selbst tun?
Der Patient hat viel in der Hand. Er kann die Faktoren ausschalten, die Rhythmusstörungen auslösen oder verstärken: Rauchen, Alkohol, Koffein, Schlafmangel, üppige Mahlzeiten. Er kann darauf achten, dass er ausreichend Elektrolyte – Kalium, Magnesium – zu sich nimmt, insbesondere, wenn er fiebert, schwitzt oder mit Entwässerungsmitteln behandelt wird. Vor allem kann er Krankheiten vorbeugen, die Vorhofflimmern verursachen (Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Diabetes, Übergewicht) oder dafür sorgen, dass sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Wichtig ist ein gesunder Lebensstil, der nicht nur für genug Bewegung, gesunde Ernährung und genug Schlaf sorgt, sondern auch ein Gleichgewicht zwischen Belastung und Entspannung herstellt.

Wie soll man mit Herzrhythmusstörungen umgehen?
Mit Gelassenheit. Von Herzrhythmusstörungen darf man sich nicht verrückt machen lassen. Mit harmlosen Rhythmusstörungen muss man leben lernen. Andererseits muss man bei bedeutsamen Herzrhythmusstörungen konsequent vorgehen. Hier sollte man, wenn man einen Arzt gefunden hat, dem man vertraut, dessen Ratschlägen folgen. Die Angst vor Herzschrittmachern oder technischen Geräten wie Defibrillatoren sollte man überwinden. Auch mit einem Herzschrittmacher oder mit einem Defibrillator kann man gut und lange leben, ohne dauernd an die Rhythmusstörung zu denken.

Interview: Irene Oswalt

Das vollständige Interview ist in der aktuellen Broschüre der Deutschen Herzstiftung „Aus dem Takt: Herzrhythmusstörungen“ veröffentlicht. Interessierte können den Ratgeber für 3 EUR in Briefmarken (Versandkostenpauschale) beziehen bei: Deutsche Herzstiftung, Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt oder unter www.herzstiftung.de/Herzrhythmusstoerungen-Sonderband.html

52 Millionen Operat­ionen und medi­zinische Proze­duren bei statio­nären Patien­ten im Jahr 2013

Knapp 52 Millionen Operationen und medizinische Prozeduren wurden bei den im Jahr 2013 aus vollstationärer Krankenhausbehandlung entlassenen Patientinnen und Patienten durchgeführt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 2,0 % mehr als im Jahr 2012. Dabei wird jedoch nicht berücksichtigt, ob der Zuwachs auf Veränderungen des Operationen- und Prozedurenschlüssels oder auf andere Gründe zurückzuführen ist. Die Anzahl der Krankenhausfälle, bei denen eine Operation oder medizinische Prozedur durchgeführt wurde, stieg im selben Zeitraum nur um 0,7 % auf 15 Millionen. Bei jedem dieser Fälle wurden 2013 im Durchschnitt 3,5 Maßnahmen durchgeführt.

Knapp ein Drittel der im Jahr 2013 durchgeführten Maßnahmen waren Operationen (15,8 Millionen), gefolgt von nichtoperativen therapeutischen Maßnahmen mit einem Anteil von 26,3 % (13,7 Millionen), bildgebende Diagnostik mit 19,7 % (10,3 Millionen) und diagnostische Maßnahmen mit 19,2 % (10 Millionen). Der Rest verteilte sich auf ergänzende Maßnahmen wie zum Beispiel geburtsbegleitende Behandlungen (1,9 Millionen) sowie die Verabreichung spezieller Medikamente (0,3 Millionen).

Von den 15,8 Millionen Operationen entfielen 41,9 % auf die über 65-jährigen Patientinnen und Patienten. Zu den häufigsten Operationen in dieser Altersgruppe zählten andere Operationen am Darm (zum Beispiel Lösen von Verwachsungen oder Aufdehnung von Darmabschnitten), endoskopische Operationen an den Gallengängen sowie die Implantation einer Endoprothese am Hüftgelenk.

Arthroskopische Operationen am Gelenkknorpel und an den Menisken spielten vor allem bei den 45- bis 64-Jährigen eine große Rolle. Auf den weiteren Rängen in dieser Altersgruppe folgten bei den Frauen andere Operationen am Darm und bei den Männern der Verschluss eines Leistenbruchs.

Bei Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren waren Operationen, die im Zusammenhang mit Entbindungen stehen, am häufigsten. Bei Männern dieser Altersgruppe wurden in erster Linie operative Eingriffe an der unteren Nasenmuschel sowie arthroskopische Operationen am Gelenkknorpel und an den Menisken vorgenommen.

Bei Kindern bis 14 Jahren gehörten das Einschneiden des Trommelfells zur Eröffnung der Paukenhöhle sowie die Entfernung der Rachenmandeln zu den häufigsten Operationen.

Erkältungszeit: Mit Baden, Ruhe und sanfter Pflanzenkraft wieder fit werden

Fast jeden erwischt sie irgendwann – die Erkältung. Drei bis viermal im Jahr erkälten sich Erwachsene durchschnittlich. Eine Erkältung äußert sich zunächst meist mit Schmerzen im Hals, dann beginnt die Nase zu laufen, oft kommen noch Husten und Heiserkeit hinzu. Normalerweise sind Erkältungen harmlos und nach ein bis zwei Wochen überstanden. Manchmal kann sich aus einem einfachen Husten oder Schnupfen allerdings auch eine Bronchitis oder eine Nebenhöhlenentzündung entwickeln.

Infekte nicht auf die leichte Schulter nehmen

Daher sollte man eine Erkältung nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern sie entsprechend behandeln. Schon bei den ersten Anzeichen ist es wichtig, einen Gang herunterzuschalten und sich etwas mehr Ruhe zu gönnen. Mindestens sieben bis acht Stunden Schlaf sind ratsam. Eine optimale Einstimmung dafür ist ein entspannendes Bad, beispielsweise mit dem „tetesept Erkältungs Bad“ mit Campher, Eukalyptus-, Thymian- und Kiefernnadelöl. Die ätherischen Öle und das warme Wasser verbessern die Durchblutung, Nase und Atemwege können spürbar befreit werden und die Gliederschmerzen nachlassen. Die Wassertemperatur sollte allerdings nicht höher als 36 bis 38 Grad betragen und nach zehn bis 15 Minuten heißt es: raus aus der Wanne. Anschließend geht man am besten direkt ins Bett, trinkt vielleicht noch einen wohltuenden Kräutertee oder ein anderes Heißgetränk, bevor man in den erholsamen Schlummer gleitet.

Zwei Liter trinken

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, etwa zwei Liter am Tag zu trinken, um fest sitzenden Schleim zu lösen und die durch Schwitzen verlorengegangene Flüssigkeit zu ersetzen. Des Weiteren können pflanzliche Mittel etwa mit Salbei, Isländisch Moos oder afrikanischer Kapland-Pelargonie die Genesung unterstützen. Weitere Tipps dazu unter www.tetesept.de sowie unter www.ratgeberzentrale.de. Oft ist es auch angenehm bei Erkältungen, die Luft in den Innenräumen feucht zu halten, indem man nasse Handtücher aufhängt oder Wasserschalen auf die Heizung stellt

Pflegestärkungsgesetz bringt kaum Verbesserungen

„Das Pflegestärkungsgesetz bringt nur kleine Verbesserungen. Für die 1,5 Millionen Demenzkranken und ihre pflegenden Angehörigen ist immer noch keine wirkliche Entlastung in Sicht“, so Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich der heutigen abschließenden Lesung des
1. Pflegestärkungsgesetzes im Bundestag.

„Eine große Pflegereform, wie der VdK sie fordert, ist das Pflegestärkungsgesetz nicht“, kommentiert Mascher weiter. Es fehle immer noch die Einführung eines umfassenden Pflegebedürftigkeitsbegriffs. „Konkret fordern wir fünf statt der heutigen drei Pflegestufen, die neben körperlichen auch seelisch-geistige Beeinträchtigungen berücksichtigen. Würde diese Einteilung bereits angewandt, hätten schon heute viele Demenzpatienten und deren pflegende Angehörige Zugang zu besseren Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Ohne Pflegestufe gibt es für die pflegenden Angehörigen von Demenzkranken auch keinen vollen Zugang zu Entlastungsangeboten wie Tages- und Kurzzeitpflege“, erklärt die VdK-Präsidentin. Außerdem verstreiche durch die neuerliche Erprobung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes viel kostbare Zeit. „Wir befürchten deshalb, dass die Umsetzung, die erst in einem zweiten Schritt erfolgen soll, nicht in dieser Wahlperiode kommen wird“.

Wenig Verständnis hat Mascher dafür, dass ab 1. Januar 2015 ein Pflegevorsorgefonds aus den Beitragsgeldern der Versicherten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro jährlich aufgebaut werden soll. „Das Geld benötigen wir für die Umsetzung des ganzheitlichen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, und zwar sofort. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass immer, wenn ein Geldtopf angelegt wird, die Gefahr groß ist, dass ein Finanzminister zugreift. Wir sollten deshalb auf den Fonds verzichten und Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen das Geld ungeschmälert zukommen lassen“, so Mascher.

Der Einbezug der privaten Pflegeversicherung für einen Finanzausgleich und die Schnittstellenprobleme zwischen Kranken- und Pflegeversicherung würden ebenfalls weiterhin nicht angepackt. Die rentenrechtliche Anerkennung von Pflegezeit in der Pflegestufe 0 fehlt auch. Es gebe Lichtblicke wie die Anhebung um vier Prozent bei Pflegegeld und Pflegesachleistungen. Ein automatischer Inflationsausgleich ist im Gesetz jedoch nicht verankert. Mascher: „Wir fordern eine jährliche Anpassung des Pflegegelds, die sich an den tatsächlichen Kostensteigerungen orientiert.“

Für eine ganzheitlichere, bedarfsgerechtere und zukunftsfähige Pflege – Mit der Kampagne „Große Pflegereform – jetzt!“ macht sich der Sozialverband VdK für eine sofortige grundlegende Pflegereform stark. Jetzt informieren: www.grosse-pflegereform-jetzt.de

Jeder dritte Krebspatient braucht seelische Hilfe

Angst, Anpassungsschwierigkeiten und Depressivität: Das sind die drei häufigsten psychischen Probleme, mit denen Krebspatienten zu kämpfen haben. Jeder Dritte ist davon betroffen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler im Rahmen einer Studie, für die sie bundesweit mehr als 4.000 Patienten zwischen 18 und 75 Jahren befragt haben. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher jetzt in dem renommierten US-Fachmagazin „Journal of Clinical Oncology“. Die Deutsche Krebshilfe hat die Studie mit 648.000 Euro gefördert.

Die psychologische Betreuung von Krebspatienten hat sich zu einem wichtigen Therapiezweig entwickelt. Denn eine Krebserkrankung ist ein einschneidendes Erlebnis: Ängste, Hilflosigkeit, Kontrollverlust treten an die Stelle von Sicherheit und Vertrauen. Im schlimmsten Fall kann sich eine nicht behandelte psychische Störung negativ auf den Erfolg der medizinischen Therapie auswirken.

„Durchschnittlich 32 Prozent aller von uns im Rahmen von klinischen Interviews befragten Krebspatienten benötigten psychoonkologische Hilfe“, erläutert Professor Dr. Anja Mehnert, Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Leipzig und Studienkoordinatorin. „Ein Teil der Patienten hatten sogar mit mehr als einer psychischen Störung zu kämpfen: Etwa sechs Prozent der Befragten litten unter zwei verschiedenen Störungen, während bei eineinhalb Prozent der Teilnehmer sogar drei oder mehr Störungen diagnostiziert wurden.“

Das Spektrum der psychologischen Belastungen von Krebspatienten ist groß. Häufigste Begleiter einer Krebserkrankung sind Angststörungen: Angst vor der Krankheit, vor der Therapie, vor der Möglichkeit des Sterbens. Jeder siebte Studienteilnehmer litt darunter.

Fast jeder neunte Betroffene hatte mit Anpassungsstörungen – also mit Schwierigkeiten, sich an die neue Lebenssituation anzupassen – zu kämpfen. Am dritthäufigsten waren depressive Störungen, jeder fünfzehnte Patient war davon betroffen. Auch somatoforme Erkrankungen, also körperliche Beschwerden ausgelöst durch den Stress der Erkrankung, Substanzmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit gehörten zum Spektrum der psychischen Störungen.

Besonders gefährdet waren Betroffene, die an Brustkrebs, Schwarzem Hautkrebs oder einem Tumor des Kopf- oder Halsbereiches erkrankt sind: 42 Prozent aller Brustkrebsbetroffenen benötigten psychoonkologische Hilfe, bei Kopf- oder Halstumoren waren es 41 Prozent, bei Hautkrebs 39 Prozent. Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs (20 Prozent), Magen- oder Speiseröhrenkrebs (21 Prozent) und Prostatakrebs (22 Prozent) waren vergleichsweise weniger häufig betroffen.

„Die Krebsart, an welcher der Betroffene erkrankt ist, spielt eine wichtige Rolle nicht nur bei der medizinischen Therapie, sondern auch bei der psychoonkologischen Behandlung. Auch viele andere Faktoren, wie etwa Alter oder soziales Umfeld müssen berücksichtigt werden“, so Professor Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und Leiter der Studie. „Daher benötigt jeder Patient auch auf seelischer Ebene eine auf ihn maßgeschneiderte Behandlung, die entsprechend der S3-Leitlinie Psychosoziale Onkologie von Information über Beratung bis hin zur Psychotherapie reichen kann.“

Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, betont: „Die psychoonkologische Betreuung ist für die Deutsche Krebshilfe ein elementarer Bestandteil einer adäquaten onkologischen Versorgung. Für eine bedarfsgerechte Versorgung fehlen hierzulande allerdings immer noch die notwendigen Versorgungsstrukturen und deren Finanzierung. Nach wie vor sind hier Gesundheitspolitik und Kostenträger gefordert.“

Publikation: “Four-week prevalence of mental disorders in cancer patients across major tumor entities“, erschienen am 6. Oktober 2014 im ‘Journal of Clinical Oncology’, DOI:10.1200/JCO.2014.56.0086.

Erhöhte Blutfette

Wer heute von seinem Arzt die Diagnose „Behandlungsbedürftiger erhöhter Cholesterinspiegel“ erhält, bekommt meist ein Rezept mit einem chemisch-pharmazeutisch hergestellten Cholesterinsenker.

Bewegung und gesunde, weniger fetthaltige Ernährung haben selten dauerhaften Erfolg bei der Regulation erhöhter Blutfettwerte.

Es gibt jedoch Nahrungsergänzungsmittel, die pulverisiertes rotes Reismehl enthalten: monachol® extra (Hersteller monasan GmbH). monachol® extra hilft auf natürliche Weise, den aus dem Gleichgewicht geratenen Cholesterinhaushalt wieder ins Lot zu bringen.

Dass rotes Reismehl einen günstigen Einfluss auf die Herzgesundheit hat, ist in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) seit Jahrhunderten bekannt. Sein spezifischer Einfluss auf die Blutfettregulation wurde allerdings erst jetzt genauer erforscht und in zahlreichen Studien nachgewiesen.

Das Besondere an rotem Reismehl liegt im Entstehungsprozess: Durch einen Fermentationsschritt, bei dem weißer Reis nach alter Tradition durch Zugabe eines Hefepilzes rot gefärbt wird, entstehen auf natürliche Weise zwei besondere Stoffe: Mevinolinsäure und Monacoline. Diese besitzen die Fähigkeit, im Stoffwechsel die Blutfette günstig zu beeinflussen, d.h. ein Zuviel am gefährlicheren LDL-Cholesterin zu verhindern.

monachol® extra ist ein natürliches Produkt, das bedenkenlos über einen längeren Zeitraum eingenommen werden kann. Um das dauerhafte Risiko von Blutgefäßverschlüssen, bekannt als Herzinfarkt oder Gehirnschlag, zu reduzieren, ist eine dauerhafte und regelmäßige Einnahme notwendig.

Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Ihr Cholesterinwert zu hoch ist und/oder Sie die bisherigen chemischen Arzneimittel nicht vertragen oder diese unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Wie effektiv rotes Reismehl tatsächlich ist, wurde in einer Studie eindrucksvoll bestätigt: Zwei Monate lang wurde es etwa 700 Personen mit erhöhten Blutfettwerten verabreicht. Ergebnis: Nachgewiesene Regulation der Blutfette bei insgesamt sehr guter Verträglichkeit.

monachol® extra Kapseln mit rotem Reismehl gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen rezeptfrei in Apotheken zu kaufen.

Kampf gegen den schleichenden Gefäßtod

Die Zahlen sind erschreckend: Allein in Deutschland sterben jährlich rund 100.000 (1) Menschen an einem Gefäßverschluss aufgrund von thrombotischen Erkrankungen, medizinisch als venöse Thromboembolie (VTE) bezeichnet. Europaweit sind es über 500.000 Menschen – das sind mehr als durch Verkehrsunfälle, AIDS, Brust- und Prostatakrebs zusammen (2). Das Wissen um die Thrombose (verstopftes Blutgefäß) und die Lungenembolie, eine der gefährlichsten Folgekomplikationen der Thrombose, ist in der Bevölkerung extrem niedrig: Laut einer aktuellen Umfrage (3) haben 50 Prozent der Befragten den Begriff Lungenembolie noch nie gehört.

Daher engagieren sich internationale und nationale Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA), die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (DGP) und die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) im Rahmen des ersten Welt-Thrombose-Tages am 13. Oktober 2014. Ihr gemeinsames Ziel: Aufklären, das Bewusstsein für die Erkrankung erhöhen, vermeidbare Todesfälle verhindern.

Anlässlich des ersten Welt-Thrombose-Tages stellen Experten unter Vorsitz von Prof. Dr. med. Rupert Bauersachs, Darmstadt, Leiter der Sektion Venenerkrankungen und Lymphologie der DGA, eindrücklich die Möglichkeiten zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung der VTE vor.

Lungenembolie – vermeidbare Todesfälle verhindern

Bei einer Thrombose bildet sich in einem gesunden oder vorgeschädigten Blutgefäß – meist einer Vene – ein Blutgerinnsel (Thrombus), welches das Gefäß verengt oder verstopft. Thrombosen treten manchmal als gut sicht- und tastbare, aber auch schmerzhafte Venenentzündungen auf. Sitzen sie tiefer im Körper, spricht man von einer tiefen Bein- oder Beckenthrombose. Noch gefürchteter als die venöse Thrombose selbst, sind ihre möglichen Komplikationen. Wird ein Thrombus mit dem Blutstrom in weitere Körperbereiche fortgeschwemmt, besteht die Gefahr, dass er die Blutgefäße in der Lunge blockiert. Dieses Ereignis, von den Auswirkungen mit einem Herzinfarkt vergleichbar, wird auch Lungenembolie genannt und verläuft häufig tödlich.

Eine venöse Thromboembolie ist nicht nur ein persönliches Schicksal – auch für die weltweiten Gesundheitssysteme hat die Erkrankung erhebliche Auswirkungen. So liegen beispielsweise die Behandlungskosten der durch tiefe Beinvenenthrombosen verursachten Lungenembolien europaweit bei rund drei Milliarden Euro im Jahr (4).

Thrombose – schleichender Tod im Gefäßsystem

Völlig unvorbereitet traf das Schicksal Thrombose die bekannte Sängerin, Schauspielerin und Autorin Nina Omilian. Müdigkeit, Rückenschmerzen, ein Gefühl von Steifheit: diffus und schleichend begannen die Beschwerden der Sängerin Nina Omilian im Oktober 2013. Über Wochen wurden die Schmerzen immer stärker, bis sie sich schließlich in der Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses vorstellte. Die Diagnose wurde in der Computertomographie gestellt: eine Thrombose der Vena cava, der unteren Hohlvene, die durch ein großes Blutgerinnsel komplett verschlossen war. „Die Diagnose ,Gerinnsel in der Hohlvene‘ nahm ich zunächst ohne großen Schock hin. Ich war völlig sicher, dass ein Irrtum vorlag. Ich bin jung, ich reite gerne und treibe viel Sport – ich war so gar kein Thrombosekandidat“, so die 38-Jährige. „Die venöse Thromboembolie zählt zu den häufigsten und potenziell tödlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann jeden treffen, in jedem Alter, zu jeder Zeit,“ schlägt Bauersachs daher anlässlich des ersten Welt-Thrombose-Tages Alarm. Doch trotz des bedrohlichen Risikos sind das Bewusstsein und das Wissen um die Erkrankung in der Gesellschaft gering.

Erster Welt-Thrombose-Tag

„Der Welt-Thrombose-Tag soll Öffentlichkeit, Ärzte und Entscheidungsträger im Gesundheitssystem über die Erkrankung, ihre Entstehung, die Risikofaktoren, die Symptome und Vorbeugungsmaßnahmen informieren“, erläutert die Venenspezialistin Dr. Jutta Schimmelpfennig, Burgebrach/Bamberg, Mitglied der DGP. „Die Menschen sollen die Risikofaktoren und die Symptome kennen, um im Notfall sofort ärztliche Hilfe zu suchen“, ergänzt Dr. med. Robert Klamroth, Berlin, Sprecher der Kommission Hämophilie der GTH. Der erste Welt-Thrombose-Tag soll auch darüber informieren, dass Thrombosen und eine Lungenembolie durch moderne Diagnose- und Vorbeugungsmaßnahmen frühzeitig erkannt, behandelt und verhindert werden können. „Die Krankheitshäufigkeit und die Sterblichkeit durch VTE könnten erheblich reduziert werden. Gezielte Aufklärung und Thromboseprophylaxe sind daher die wichtigsten Maßnahmen, um die Patientensicherheit zu verbessern. Als Fachgesellschaften sehen wir uns in der Verantwortung, durch den Dialog zum Thema langfristig zu einer Reduktion künftiger Erkrankungen beizutragen“, erklärt abschließend Bauersachs.

Über den Welt-Thrombose-Tag

Um das Bewusstsein für die venöse Thrombose und die lebensbedrohliche Lungenembolie in der Gesellschaft zu erhöhen, hat die Internationale Gesellschaft für Thrombose und Hämostaseologie (ISTH) den Welt-Thrombose-Tag ins Leben gerufen. Dieser wird erstmals am 13. Oktober 2014 im Andenken des Geburtstages von Rudolf Virchow begangen, der vor über 100 Jahren in Berlin maßgeblich zum Verständnis der Erkrankung beigetragen hat. Schon 1856 beschrieb der Berliner Pathologe die drei entscheidenden Ursachen der Thromboseentstehung, die als die Virchow’sche Trias bezeichnet werden. Gemeint sind damit Störungen der Blutzusammensetzung, eine Verlangsamung der Blutflussgeschwindigkeit oder Veränderungen an der Gefäßwand.

Der Welt-Thrombose-Tag soll über die Erkrankung, ihre Risikofaktoren, die Symptome und Vorbeugungsmaßnahmen informieren und mit Unterstützung von Ärzten, Fachgesellschaften und Patientenorganisationen die venöse Thromboembolie zu einer globalen Priorität der Gesundheitssysteme machen.

Über die DGA

Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie, Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (DGA) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Gefäßmediziner und vertritt rund tausend Angiologen aus Klinik, Forschung und Praxis. Sie versteht sich als Taktgeber und Kooperationspartner für die Initiierung, Umsetzung und Evaluation von versorgungswissenschaftlichen Fragestellungen auf dem Gebiet der Gefäßerkrankungen. Qualitätssicherung in der Versorgung gefäßkranker Patienten ist ein zentrales Thema in der DGA. Die Fachgesellschaft ist federführend beteiligt an der Entwicklung von Leitlinien zu den häufigsten Gefäßerkrankungen wie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, der Venenthrombose oder der Lungenembolie. Die DGA engagiert sich in diesen Bereichen intensiv mit Patientenratgebern und Informationskampagnen wie der „Verschlusssache PAVK“, dem jährlich stattfindenden bundesweiten „Aktionstag Gefäßgesundheit“ und der in Kürze startenden eigenen Kampagne zur Thrombose und Lungenembolie, www.risiko-thrombose.de. www.dga-gefaessmedizin.de

Über die DGP Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (DGP) wurde 1957 gegründet und vertritt ca. 1.300 Mitglieder. Schon seit der Gründung hat sich die DGP auf die Fahne geschrieben, die wissenschaftliche Entwicklung der Erkrankungen des Venensystems zu fördern und dies auch in der Praxis umzusetzen. Fortbildungsmaßnahmen zur Erkennung und Behandlung von Venenerkrankungen, Venenthrombosen und deren Folgen im Rahmen wissenschaftlicher Veranstaltungen, die finanzielle Unterstützung phlebologischer Fortbildungsprojekte, Patientenveranstaltungen zur Aufklärung über Venenerkrankungen und die Gründung der phlebologischen Fortbildungsakademie sind einige Maßnahmen, um dieses Ziel zu optimieren. Seit Jahren ist die DGP mitfederführend bei der Erstellung der Leitlinien u. a. der Diagnostik und Therapie thrombo-embolischer Erkrankungen. Die Angebote der DGP ermöglichen es allen phlebologisch interessierten Kollegen – Neueinsteigern und Profis – in Klinik und Praxis, sich unkompliziert und systematisch im spannenden Feld Phlebologie zu betätigen. Die Therapie der Thrombose ist ein zentrales Behandlungsspektrum innerhalb der Phlebologie. www.phlebology.de

Über die GTH

Die Gesellschaft für Thrombose und Hämostaseforschung e.V. (GTH) wurde 1956 gegründet und hat derzeit rund 820 Mitglieder. Der interdisziplinäre gemeinnützige Verein vereint Forscher aus dem deutschsprachigen Raum und fördert die Forschung und die Verbreitung der Kenntnisse auf dem Gebiet der Hämostase und Thrombose. Die Gesellschaft veranstaltet interdisziplinäre Kongresse und spezielle Symposien auf dem Gebiet der Hämostase und Thrombose. Sie unterhält Arbeitsgruppen und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs auf ihrem Fachgebiet. www.gth-online.de

Über die Sponsoren

Neben zahlreichen nationalen und internationalen Fachgesellschaften und Ärzten unterstützen in Deutschland folgende Unternehmen die WTD-Kampagne: Aspen Europe GmbH, Bayer Vital GmbH, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG.

Quellen:
(1) Cohen AT et al. Thromb Haemost 2007; 98:756-64
(2) American Public Health Association Leadership Conference 2003
(3) Umfrage im Auftrag der Internationale Gesellschaft für Thrombose
und Hämostaseologie (ISTH)
(4) Goldhaber et al. In Harrison´s Principles of Internal Medicine,
Band 2, New York 2012, S. 2170.

Rückenübungen mit Spaßfaktor

Rund 80 Prozent der Bevölkerung leiden mindestens einmal im Leben unter Rückenschmerzen. Die gute Nachricht dabei: Über 90 Prozent aller Rückenschmerzen sind unspezifisch. Nur selten liegen ernsthafte Erkrankungen vor. Deshalb können Betroffene sehr viel selbst tun, damit die Beschwerden bald wieder verschwinden. Das Übungs- und Trainingskonzept Valedo für das selbständige Training zu Hause, wie auch ValedoMotion und ValedoShape für den therapeutischen Bereich können dabei helfen – seit Juni 2014 tragen sie als Bestätigung von Effektivität und Nutzen das AGR-Gütesiegel.

Das Problem bei konventionellen Rückenübungen

Das Hauptproblem bei herkömmlichem Rückentraining ist oft: Vielen Menschen fehlt zuhause die Motivation, den meist eintönigen und anstrengenden Übungen im Alltag konsequent nachzugehen. Doch wie kann man verhindern, dass die Rückenübungen vernachlässigt werden? Mit dieser Frage hat sich auch das Medizintechnikunternehmen Hocoma aus der Schweiz beschäftigt. Und dabei ist eine Lösung entstanden, die für den Bereich der Rückenübungen eine interessante Alternative bietet.

Der spielerische Aspekt ist der Schlüssel zu mehr Durchhaltevermögen

Für die Entwickler stand fest: Die Rückenübungen mussten mit einem spielerischen Aspekt verknüpft werden, um das Gefühl einer lästigen Pflichterfüllung zu vermeiden und stattdessen die Motivation und Freude am Training zu wecken. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist Valedo!

So funktioniert’s

Die einzelnen Rückenübungen werden in eine virtuelle Spielwelt eingebettet. Der Nutzer lädt die Software auf sein iPad (ab iPad 3) oder sein iPhone (ab iPhone 5) und wird dann zum Avatar eines Bewegungsspiels. Dafür sind zwei Sensoren nötig: Einer wird am Brustbein, der andere an der Lendenwirbelsäule angebracht. Die Sensoren stehen in Verbindung zur Spieloberfläche und der Protagonist kann dadurch die Spielfigur mit seinen eigenen Bewegungen durch verschiedene Landschaften steuern. Insgesamt 45 Spielwelten stehen dabei für 17 eigens erstellte Bewegungen zur Verfügung. Diese enthalten Elemente zur Mobilisierung, Stabilisierung, Körperkontrolle, Verbesserung des Bewegungsbewusstseins, sowie Dehnung und Balance. Vor allem auch die tiefe Rückenmuskulatur wird so gezielt gestärkt.

Die Vorteile am Training

Was Valedo von konventionellen Rückenübungen unterscheidet, ist aber nicht nur der Spaßfaktor. Die Software wird auf dem iPad/iPhone installiert und ermöglicht so das Training unterwegs oder auch im Büro. So können die Übungen problemlos in den Alltag integriert werden. Eine detaillierte Auswertung der spielerischen Übungen rundet das Konzept ab. Dafür werden die Trainingseinheiten und Bewegungen ausführlich protokolliert. Die eigenen Fortschritte und Defizite werden visualisiert, verbunden mit Tipps, wie der Nutzer Bewegungsabläufe noch verbessern kann. Weiterführende Informationen finden Sie unter www.valedotherapy.com.

ValedoShape & ValedoMotion ergänzen die Valedo Produktgruppe

Neben dem Valedo für die individuelle Nutzung ist ValedoMotion für den therapeutischen Bereich verfügbar. Patient und Therapeut können so gemeinsam ein Bewegungsprofil erstellen und den Trainingsfortschritt analysieren. ValedoShape vermisst exakt die Wirbelsäule und die einzelnen Wirbel und liefert so ein akkurates dreidimensionales Profil von Form und Bewegung der Wirbelsäule. Dafür wird ein spezielles Messgerät entlang der Wirbelsäule appliziert und die Daten an den Computer übermittelt.

Über den Hersteller

Das Medizintechnikunternehmen Hocoma aus Volketswil bei Zürich in der Schweiz hat sich auf die Entwicklung von automatisierten Geräten zur funktionellen Bewegungstherapie spezialisiert. Alle Produkte sind das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit von Physiotherapeuten, Bewegungswissenschaftlern und Therapeuten.

Über die AGR und die Auszeichnung mit dem AGR-Gütesiegel

Die drei Valedo-Konzepte von Hocoma wurden im Juni 2014 mit dem AGR-Gütesiegel ausgezeichnet. Die Aktion Gesunder Rücken e. V. (AGR) arbeitet seit mittlerweile fast zwei Jahrzehnten daran, ein Bewusstsein für die Bedeutung rückengerechter Verhältnisse zu schaffen und dadurch Rückenschmerzen zu vermeiden. Alltagsgegenstände, die diesen Kriterien entsprechen, werden von unabhängigen medizinischen Gremien mit dem AGR-Gütesiegel „Geprüft & empfohlen“ (von ÖKO-TEST mit „sehr gut“ bewertet) ausgezeichnet. Auch allen drei Valedo-Konzepten wird mit der Auszeichnung durch das Gütesiegel ein nachhaltiger Beitrag zur Rückengesundheit bestätigt.

Weiterführende Informationen zu einem rückengerechten Alltag und zu rückengerechten Alltagsgegenständen mit dem AGR-Gütesiegel finden Sie unter www.agr ev.de oder sind auf Anforderung als Infopaket mit dem „Ergonomie-Ratgeber“ und dem Patientenratgeber „AGR-MAGAZIN“ zum Preis von 12,95 Euro bei der AGR (Tel. 04284/926 99 90 oder www.agr-ev.de/patientenmedien) erhältlich. Den Ergonomie-Ratgeber gibt es zudem als eBook in der Kindle Version bei amazon zum Preis von 9,86 Euro.

Deutsche Reisen für eine Zahnbehandlung nach Ungarn

Ungarn hat sich als Zielland für Gesundheitstourismus mittlerweile fest etabliert. Insbesondere für Zahnbehandlungen wird das Land von deutschen Patienten verstärkt nachgefragt. Das hat eine neue repräsentative Studie der FirstMed Service GmbH zum Thema Medizintourismus ergeben, die in Kürze veröffentlicht wird. Dem Ungarischen Tourismusamt liegen erste Ergebnisse bereits vor.

An der Studie nahmen von 2012 bis 2013 insgesamt 1.038 Medizintouristen aus Deutschland und der Schweiz teil. Um mögliche Trends aufzuzeigen, wurden die Ergebnisse der aktuellen Studie mit einer Erhebung aus dem Jahr 2010 verglichen. Während im Jahr 2010 nur 22 Prozent der Befragten angaben, dass ihnen eine Behandlung in Ungarn „sehr wichtig“ sei, stieg die Zahl 2013 sogar auf über ein Drittel aller Befragten (34 Prozent) an. „Unwichtig“ war es bei der ersten Befragung knapp einem Viertel der Patienten (23 Prozent), 2013 bewerteten es nur noch 15 Prozent der Befragten so.

Der Hauptgrund für das gestiegene Interesse an eine Behandlung in Ungarn ist nach wie vor die Ersparnis, die trotz Reisekosten bei einer Zahnbehandlung je nach Komplexität zwischen 40 bis 70 Prozent beträgt. Ein weiteres Argument für eine Behandlung in Ungarn ist auch die Erreichbarkeit des Landes. Diese wird aktuell von 94 Prozent der Befragten mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. Immer mehr Patienten verbinden ihren Aufenthalt in Ungarn mit weiteren Aktivitäten. Während es bei der ersten Erhebung noch 43 Prozent waren, so ist es aktuell fast die Hälfte.