Archiv für den Monat: November 2014

Leichtes Training beugt Infektionen vor

Dreimal wöchentlicher Ausdauersport stärkt die Abwehrkräfte und das Herz-Kreislauf-System. Im Sommer ist das regelmäßige Training im Freien für viele Menschen kein Problem. „Gerade in den Wintermonaten fehlt den Menschen aber Bewegung an der frischen Luft. Kälte und Nässe sind, medizinisch gesehen, kein Grund, mit dem Training draußen aufzuhören“, sagt Dr. Wiete Schramm, Gesundheitsexpertin bei TÜV Rheinland. Ob Joggen, Radfahren oder Fußball – moderates Training beugt Infektionen vor und baut Stress ab. „Wer schon erkältet ist, sollte weder drinnen noch draußen Sport treiben, um den Körper nicht zusätzlich zu schwächen“, rät die Medizinerin.

Tuch vor dem Mund erleichtert das Einatmen

Um bei Minusgraden nicht auszukühlen, ist atmungsaktive Funktionskleidung aus Mikrofaser hilfreich. Sie sollte aus mehreren Schichten bestehen: Die unterste Lage transportiert Schweiß vom Körper weg, die mittlere Schicht wärmt und die Außenbekleidung schützt vor Regen und Wind. Sie sollte allerdings nicht komplett dicht sein, damit sie Schweiß nach außen durchlassen kann. Weil empfindliche Stellen wie Kopf, Hände und Zehenspitzen am schnellsten frieren, sollten Sportler Mütze, Handschuhe und speziell wärmende Socken tragen. „Wenn es sehr kalt ist, hilft ein zusätzliches Tuch vor dem Mund gegen eisige Luft“, empfiehlt Dr. Wiete Schramm und weist auf eine weitere Besonderheit hin: Im Winter verspürt man weniger Durst als im Sommer, aber der Flüssigkeitsbedarf ist genauso hoch. Daher ihr Rat: Trinken nicht vergessen.

Bei Eisglätte in die Halle ausweichen

Bei Dunkelheit sind Jogger auf bekannten Strecken sicherer unterwegs. Stirnlampen helfen, heruntergefallene Äste oder Steine auf dem Weg zu erkennen. Reflektorstreifen machen die Sportler für andere sichtbar. Für Dr. Wiete Schramm gibt es nur wenige Gründe, auf Freiluftsport in der kalten Jahreszeit zu verzichten: Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius und Eisglätte. Bei Asthma, Bluthochdruck und bestimmten Herzerkrankungen sollten Sportler vor dem Wintertraining ihren Arzt befragen.

Die richtige Antibiotika-Einnahme

Antibiotika könnten langfristig ihre Wirksamkeit verlieren. Immer häufiger kommt es zu Infektionen durch resistente Bakterien, bei denen die klassischen Antibiotika nicht mehr wirken. „Durch eine verantwortungsvolle Anwendung von Antibiotika können Resistenzen vermieden werden. Jeder Patient ist mit dafür verantwortlich, dass Antibiotika wirksam bleiben“, sagt Karin Graf, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Die Apotheken klären deshalb über den richtigen Umgang mit Antibiotika auf.“ Anlässlich des Europäischen Antibiotikatags am 18. November 2014 bieten Apotheken für Patienten einen Flyer mit dem Titel „7 Tipps für den richtigen Umgang mit Antibiotika“ an.

1. Antibiotika sollten ausschließlich nach ärztlicher Verordnung
angewendet werden.
2. Antibiotika sollten so lange und in der Dosierung eingenommen
werden, wie vom Arzt vorgesehen.
3. Apotheker informieren Patienten über Wechselwirkungen und geben
Einnahmehinweise. Einige Antibiotika werden durch Kalzium in ihrer
Wirkung gestört. Sie sollten deshalb nicht mit Milch oder
kalziumreichen Mineralwässern eingenommen werden. Idealerweise
nimmt man die Tabletten mit einem großen Glas Wasser ein.
4. Reste von Antibiotika sollten nicht aufgehoben oder von Patienten
bei der nächsten Infektion auf eigene Faust eingenommen werden.
5. Ärztlich verordnete Antibiotika sollten nicht an andere Patienten
weitergegeben werden.
6. Antibiotika sollten über den Hausmüll entsorgt werden, aber nicht
über die Toilette oder das Waschbecken. Die Entsorgung von
Antibiotika über das Abwasser verbreitet die Substanzen in die
Umwelt und fördert so die Entstehung von Resistenzen. Einige
Apotheken bieten als freiwilligen Service an, Arzneimittelreste zu
entsorgen.
7. Viele Infektionen können durch einfache Hygienemaßnahmen vermieden
werden. Empfehlenswert ist auch eine Grippeimpfung.

Impfbewusstsein auf den Prüfstand

Obwohl für 82% aller Deutschen das Thema Impfen eine sehr große Rolle spielt, kennen weniger als die Hälfte aller Bundesbürger (47%) den eigenen Impfstatus und ganze 67% haben keine Ahnung oder lediglich Vermutungen, welche Impfungen empfohlen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Umfrage* der BKK Mobil Oil. Dr. Jan Leidel, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), spricht über Hintergründe und Folgen der Nachlässigkeit beim Impfstatus.

In der Theorie misst die Mehrheit der Deutschen dem Thema Impfen eine große Bedeutung zu: Laut der Umfrage halten 82% der Befragten die Aktualität des eigenen Impfstatus für wichtig oder sogar sehr wichtig. In der Praxis allerdings scheint der Stellenwert eines aktuellen Impfschutzes nachzulassen: Weniger als die Hälfte aller Befragten (47%) kennt den eigenen Impfstatus vollständig, nur jeder Dritte (33%) ist über die aktuellen Impf-Empfehlungen für Erwachsende informiert. Dr. Leidel erklärt diesen Widerspruch so: „Mit zunehmendem Alter sinkt bei vielen die Bedeutung von Impfungen. Während sich Eltern bei ihren Kindern noch sehr aktiv um einen aktuellen Impfstatus kümmern, gehen die meisten Erwachsenen mit dem eigenen Schutz oft sehr nachlässig um.“

Nachlässigkeit beim Impfschutz und ihre Folgen

Knapp jeder fünfte Befragte (18%) gibt an, den eigenen Impfschutz für weniger wichtig oder unwichtig zu halten. Dabei erachtet mehr als die Hälfte von ihnen (52%) das Erkrankungsrisiko als gering, knapp jeder Dritte (28%) begründet seine Skepsis durch mögliche Nebenwirkungen, weitere 13% lehnen Impfungen grundsätzlich ab. „Falsche Informationen auf impfkritischen Internetseiten begünstigen diese negative Einstellung und die daraus resultierende Nachlässigkeit“, erklärt Dr. Leidel. Als Folge eines fehlenden Impfschutzes treten besiegt geglaubte Krankheiten, etwa Keuchhusten oder Masern, wieder vermehrt auf. Laut Angaben des Robert Koch Instituts stieg die Anzahl der Menschen, die in den neuen Bundesländern an Keuchhusten erkrankten, von 2001 bis 2012 um das 46-fache an – von 117 auf 5.438 Fälle. Ein weiteres Detail: Das Durchschnittsalter der Menschen, die sich mit der einstigen „Kinderkrankheit Keuchhusten“ infizieren, liegt heute bei 42 Jahren.

Impfung als wirkungsvollster Schutz

Um schwere Krankheiten wirkungsvoll zu bekämpfen, sollten alle Ärzte ihre Patienten über die Bedeutung von Impfungen aufklären. Denn ansteckende Krankheiten lassen sich am effektivsten durch Impfungen bekämpfen. Auch wer seinen Impfpass verloren oder mehrmals den Arzt gewechselt hat, kann seinen Impfstatus rekonstruieren. Mediziner sind verpflichtet, ihre Unterlagen zehn Jahre aufzubewahren und entsprechende Auskünfte zu erteilen. Ist es nicht mehr möglich, den Impfstatus genau zu klären, empfiehlt die STIKO, auf aufwendige Laboruntersuchungen zu verzichten und sich mit einer Neuimpfung abzusichern.

* Befragt wurden durch das Marktforschungsinstitut IPSOS in einer repräsentativen Mehrthemen-Umfrage in Deutschland 986 Personen ab 18 Jahren. Befragungszeitraum: 12. bis 16.09.2014

Neue Therapie-Alternative bei Prostatakrebs

Ein bakterieller Giftstoff, der in Prostatakrebszellen eingeschleust wird und diese von innen zerstört – dieses Therapiekonzept wird derzeit von Wissenschaftlern der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Freiburg entwickelt. Insbesondere sollen damit zukünftig Patienten mit einem Prostatatumor im fortgeschrittenen Stadium behandelt werden. Für diese gibt es derzeit keine Therapie, die Heilung verspricht. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsvorhaben mit 352.000 Euro.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 70.000 Männer neu an Prostatakrebs. Während der Tumor in einem frühen Stadium gut behandelbar ist, sinken die Heilungschancen, je später der Tumor entdeckt wird. Haben sich die Krebszellen schon im Körper ausgebreitet, sinkt die Lebenserwartung der Betroffenen drastisch.

Zu einer Therapieverbesserung könnte zukünftig ein von PD Dr. Philipp Wolf und seinem Team entwickeltes Immuntoxin beitragen. Ein Immuntoxin ist ein Molekül, das in der Regel aus zwei verschiedenen Teilen besteht: eine Komponente beherbergt einen Giftstoff, der andere Teil enthält einen Antikörper. Letzterer erkennt bestimmte Oberflächenmoleküle auf Zielzellen und dirigiert den Giftstoff dorthin.

„Der von uns verwendete Antikörper identifiziert das sogenannte Prostataspezifische Membranantigen (PSMA) auf Prostatakrebszellen“, erläutert Wolf. „Als Giftstoff dient uns Exotoxin A aus dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa. Dieses besitzt die Fähigkeit, nach Eindringen in die Zelle den Zellstoffwechsel zu hemmen und dadurch den Zelltod herbeizuführen.

Dies machen sich die Freiburger Forscher zunutze: Einmal losgelassen, sucht das Immuntoxin zielstrebig nach Prostatakrebszellen, durchbricht die Membran und schleust seinen Giftstoff in das Zellinnere ein. Das Ergebnis: die Krebszelle wird zerstört.

Im Reagenzglas hat sich die Strategie bereits als erfolgreich erwiesen. Nun wollen die Wissenschaftler ihr Konzept so verfeinern, dass ihr Immuntoxin in der klinischen Praxis eingesetzt werden kann. „Zum einen müssen wir sicherstellen, dass das Immuntoxin nicht vom Immunsystem des Patienten als schädlicher Eindringling erkannt wird. Denn dadurch würde es neutralisiert und seine Wirksamkeit beeinträchtigt werden“, so Wolf weiter. „Außerdem wollen wir mögliche Nebenwirkungen auf ein Minimum reduzieren.“

Zusammen mit einer Chemotherapie wirkt das Immuntoxin möglicherweise sogar noch besser. Auch dies wollen die Wissenschaftler nun untersuchen. Besonders im späten Stadium einer Prostatakrebserkrankung könnte sich eine solche Kombinationstherapie als erfolgreich erweisen.

„Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart des Mannes. Neue und innovative Therapien gegen die Erkrankung, insbesondere im fortgeschrittenen Stadium, zu entwickeln, ist ein wichtiges Anliegen der Deutschen Krebshilfe und der von uns geförderten Projekte“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Deutsche Stiftung Organtransplantation

„Durch eine gute, transparente und klar strukturierte Arbeit wollen wir dazu beitragen, dass das Vertrauen in das Transplantationssystem wieder gestärkt wird“, erklärt der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Dr. Axel Rahmel, anlässlich des 10. DSO-Jahreskongress in Frankfurt. Die DSO hat ihre aktuellen Aufgaben klar definiert: Konzentration auf die Kernprozesse innerhalb der Organspende und eine umfassende Qualitätssicherung aller Abläufe. Hierin sieht der DSO-Vorstand den zentralen Beitrag, den die Koordinierungsstelle für die Weiterentwicklung der Transplantationsmedizin leistet. Dabei sei die DSO sowohl dem Verstorbenen verpflichtet, der seine Organe spenden möchte, als auch dem Empfänger gegenüber in der Verantwortung, das Organ mit größter Sorgfalt und in bester Qualität für eine Transplantation zur Verfügung zu stellen.

Gerade blickt die DSO auf 30 bewegte Jahre zurück, in denen sie gemeinsam mit ihren Partnern bereits zahlreiche Herausforderungen gemeistert und Strukturen und Voraussetzungen für ein funktionierendes Organspende- und Transplantationssystem in Deutschland geschaffen hat. Mittlerweile ist die Transplantation ein etabliertes medizinisches Verfahren, mit dem allein in der Bundesrepublik rund 100.000 Menschen die Chance auf ein neues Leben mit besserer Lebensqualität ermöglicht wurde. Und doch steht die Transplantationsmedizin heute mehr denn je vor neuen Herausforderungen. Seit 2010 ist die Anzahl der Organspender um fast ein Drittel zurückgegangen. Auch die ersten drei Quartale des laufenden Jahres zeigen immer noch einen Rückgang von knapp vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Medizinische Vorstand der DSO nennt mehrere mögliche Gründe für diesen Rückgang: „Die Manipulationen der Wartelisten und dadurch der Vergabe der Spenderorgane haben der Organspende immens geschadet. Die Verunsicherung betrifft sowohl Teile der Bevölkerung als auch die Mitarbeiter in den Kliniken selbst. Aber auch andere Faktoren können zur Erklärung beitragen, etwa geänderte Behandlungsstrategien von Patienten mit schwerer Hirnschädigung, zu denen auch frühzeitige Therapielimitierungen unter Berücksichtigung des Patientenwillens gehören.“

Gemeinsam mit den Krankenhäusern arbeitet die DSO derzeit an einer systematischen Datenerhebung und Analyse aller Todesfälle auf den Intensivstationen nach primärer oder sekundärer Hirnschädigung. Mit Hilfe des durch die Koordinierungsstelle zur Verfügung gestellten Softwareprogramms „Transplantcheck“ soll als eine wichtige Maßnahme der Qualitätssicherung ein transparenteres Bild der möglicherweise komplexen Ursachen des Rückgangs der Spenderzahlen ermittelt werden. Laut DSO-Vorstand gibt es aber auch leise Anzeichen dafür, dass die intensiven Umstrukturierungen und Neuregelungen das Vertrauen in die Transplantationsmedizin wieder aufbauen: „Betrachten wir als Frühindikator die Zustimmungsraten zur postmortalen Organspende in Angehörigengesprächen, stellen wir fest, dass sie in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres wieder angestiegen sind – auf rund 63 Prozent. Im letzten Jahr waren sie noch deutlich von 62,5 auf 54,2 Prozent gesunken.“ Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte sich die Anzahl der Organspender zum Ende des Jahres zumindest auf dem Vorjahresniveau wieder stabilisieren“, hofft Rahmel. Insgesamt stehe die Transplantationsmedizin jedoch vor großen Herausforderungen, die nur von allen Partnern gemeinsam bewältigt werden könnten: „Als Koordinierungsstelle konzentrieren wir uns auf die Kernprozesse der Organspende und eine umfassende Qualitätssicherung aller Abläufe. Wir werden die enge Zusammenarbeit mit den Entnahmekrankenhäusern weiter stärken und unsere Unterstützungsangebote intensivieren. Durch individuelle Bedarfsanalysen wollen wir die Strukturen und Abläufe in den Kliniken gemeinsam kontinuierlich weiter verbessern“, so Rahmel. Zudem sei die DSO gesetzlich beauftragt, Verfahrensanweisungen zu erarbeiten, die die Zusammenarbeit aller Partner zur Organentnahme bei verstorbenen Spendern und die Durchführung aller bis zur Übertragung erforderlichen Maßnahmen – mit Ausnahme der Vermittlung – verbindlich regeln.

Als bundesweite Koordinierungsstelle für die Organspende nimmt die DSO eine zentrale Rolle im Organspendeprozess ein. Sie bietet den Krankenhäusern rund um die Uhr umfassende Unterstützung bei allen organisatorischen Abläufen der Organspende an. „Dabei sind wir in erster Linie dem Willen des Verstorbenen verpflichtet. Wenn es der Wille des Verstorbenen war, anderen Menschen nach seinem Tod, mit einer Organspende zu helfen, ist es unser Ziel, diesen Wunsch zu erfüllen. Dem Empfänger gegenüber haben wir die Verantwortung, dass er das geschenkte Organ mit größter Sorgfalt in bester Qualität erhält“, betont Rahmel. „Um eine hohe Erfolgsaussicht und Sicherheit der Transplantation zu gewährleisten, sorgt die DSO für eine detaillierte Spendercharakterisierung und eine hohe Qualität der Spenderbetreuung, der Organentnahme und des Transports“, erklärt Rahmel. „Mit einer zuverlässigen Qualitätssicherung, der größtmöglichen Transparenz der Abläufe und einem Höchstmaß an Verantwortung gegenüber Spender und Empfänger wird das Vertrauen in die Transplantationsmedizin zurückkehren – sowohl in den Kliniken selbst als auch in der Bevölkerung“, ist Rahmel überzeugt.

„Eine verbindliche Einführung von Transplantationsbeauftragten in allen Entnahmekrankenhäusern ist eine große Chance, die bestmöglich unterstützt werden muss. Wir wünschen uns eine möglichst einheitliche Umsetzung was die Anforderung und Ausbildung in den Ausführungsgesetzen der Länder betrifft“, erklärt Thomas Biet, Kaufmännischer Vorstand der Stiftung. Die DSO beteilige sich im Rahmen ihrer Curricularen Fortbildung, so Biet. Praxisnahe Schulung und Ausbildung sind nach Ansicht der beiden Vorstände unabdingbare Voraussetzung, um mögliche Organspender auf der Intensivstation überhaupt zu erkennen.

„Die Gesetze und Richtlinien schaffen die Rahmenbedingungen für die Organspende – erfolgreich wird sie erst durch das persönliche Engagement und den Einsatz aller Beteiligten. Das gilt für die Transplantationsbeauftragten, die Koordinatoren der DSO, die Entnahmechirurgen und alle, die direkt oder indirekt am Organspendeprozess beteiligt sind“, erklärt Rahmel und ergänzt: „Vertrauen in die Organspende ist eine unabdingbare Voraussetzung, um mehr Menschen mit einer Transplantation helfen zu können. Das geplante Transplantationsregister kann über eine pseudonymisierte Zusammenführung von Spender- und Empfängerdaten hierbei einen wertvollen Beitrag leisten.“ Die daraus gewonnen Erkenntnisse könnten die Ergebnisqualität der Organspende und Transplantation nachhaltig verbessern. „Die öffentliche Debatte zu Wartelistenführung und den Richtlinien zur Organverteilung muss offen auf der Grundlage von validen Daten geführt werden“, fordert der Medizinische Vorstand. Ein wichtiges Anliegen der DSO ist schon seit Jahren die Betreuung der Angehörigen eines Organspenders über die Spende hinaus. Hierfür engagiert sich die Koordinierungsstelle mit besonderer Überzeugung und organisiert Angehörigentreffen, um den Organspendern in Anwesenheit ihrer Familien zu danken und zu gedenken. „Wir setzen uns dafür ein, dass den Organspendern und ihren Familien Anerkennung und Wertschätzung entgegen gebracht wird“, unterstreicht Biet. In diesem Zusammenhang appelliert er an alle Menschen, sich im Sinne der Entscheidungslösung sachlich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen: „Zum einen entlasten Sie Ihre Angehörigen und zum anderen benötigen die 11.000 Patienten auf der Warteliste unsere Solidarität und Anteilnahme – unabhängig davon, wie diese persönliche Entscheidung dann ausfällt.“