Archiv für den Monat: März 2015

Einfache Tipps zum Schutz vor Hautkrebs

Länger werdende Tage. Sonne, die nach draußen lockt. Die Sehnsucht nach Licht und Wärme ist groß. „Unterschätzen Sie nicht die UV-Strahlung der Frühlingssonne“, sagt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Genießen Sie die Sonne nach dem langen Winter ohne Hautrötungen und Sonnenbrände. So vermeiden Sie vorzeitiges Altern der Haut und Hautkrebs.“ Orientierung für einen optimalen Sonnenschutz bietet der UV-Index. Er gibt die Stärke der UV-Strahlung an und empfiehlt entsprechende Schutzmaßnahmen.

Ultraviolette Strahlung der Sonne ist ebenso wie die Künstliche in Solarien der größte Risikofaktor für das Entstehen von Hautkrebs. In Deutschland erkranken jährlich etwa 251.000 Menschen neu daran, fast 30.000 davon am gefährlichen schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom. Damit ist Hautkrebs die häufigste Krebsart hierzulande. Ihr kann jedoch gut vorgebeugt werden.

„Richtiger UV-Schutz beginnt damit, intensive Sonneneinstrahlung zu meiden, vor allem in der Mittagszeit“, erklärt Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP). „Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die Sonne.“ In der Sonne kommt es dann auf den richten Schutz durch geeignete Kleidung an. Das bedeutet: Kopfbedeckung, dicht gewebtes T-Shirt, Hemd und Schuhe, die den Fußrücken ausreichend bedecken sowie eine Sonnenbrille. Alle unbedeckten Körperstellen mit einem Sonnenschutzmittel eincremen, das einen Lichtschutzfaktor 30 mit UV-A- und UV-B-Schutz enthält. Für Kinder und Jugendliche sind diese Tipps – vor allem während der Ferien – ganz besonders wichtig, da sie tagsüber viel Zeit im Freien verbringen. Zudem ist der UV-Eigenschutz der Haut in den ersten Lebensjahren noch nicht vollständig entwickelt.

Als tägliches Maß für den richtigen UV-Schutz eignet sich der UV-Index (UVI). Er beschreibt den am Boden erwarteten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung auf einer Skala von 1 bis 11+. Dabei sind jedem Skalenwert Empfehlungen zum Sonnenschutz zugeordnet. Der UVI ist im Internet abrufbar, zum Beispiel unter www.bfs.de/de/uv/uv2/uv_messnetz/uvi/prognose.html. Für den Monat April werden UVI-Werte zwischen 4 und 6 erwartet, also im Bereich mittel bis hoch.

Weitere Informationen bieten die Ratgeber und Faltblätter der Deutschen Krebshilfe. Diese Infomaterialien können unter www.krebshilfe.de kostenlos bestellt werden.

Mehr Bewegung – weniger Darmkrebsrisiko

Darmkrebs ist die dritthäufigste Tumorerkrankung in Deutschland. Lebensstilfaktoren wie regelmäßiges Bewegen und Normalgewicht können dem Entstehen einer Darmkrebserkrankung vorbeugen. „Bewegen Sie sich täglich mindestens eine halbe Stunde und kommen dabei ruhig auch ins Schwitzen“, empfiehlt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Das ist gesund und senkt nachweislich das Darmkrebsrisiko. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt Menschen, die körperlich aktiver werden möchten mit der Kampagne „Bewegung gegen Krebs“ und dem kostenlosen Präventionsratgeber „Schritt für Schritt. Mehr Bewegung – Weniger Krebsrisiko.“

Jährlich erkranken in Deutschland rund 35.500 Männer und 28.400 Frauen neu an einem bösartigen Tumor des Darms. Die Deutsche Krebshilfe nimmt den diesjährigen Darmkrebsmonat daher zum Anlass, verstärkt über die vorbeugenden Effekte von Bewegung und Normalgewicht zu informieren.

„Kein Medikament und keine Heilpflanze wirken derart umfassend auf unseren Organismus wie körperliche Aktivität. Die Wahrscheinlichkeit, an Dickdarmkrebs zu erkranken, lässt sich durch regelmäßiges Bewegen um 20 bis 30 Prozent reduzieren“, sagt Dr. Freerk Baumann vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. „Mit körperlich aktiv ist gemeint, sich möglichst an allen Tagen der Woche mindestens 30 Minuten zu bewegen, also Tätigkeiten auszuüben, bei denen man auch etwas schwerer atmen muss. Für Kinder und Jugendliche gilt: Täglich mindestens eine Stunde bewegen!“ Intensive körperliche Aktivitäten seien dabei ebenso wirksam wie moderater Ausdauersport. Wissenschaftler vermuten verschiedene Einflüsse: Körperliche Aktivität senkt chronische Entzündungsprozesse im Körper, stärkt das Immunsystem und unterstützt Verläufe, durch die der Körper Schäden am Erbgut reparieren kann. Darüber hinaus regt regelmäßige Bewegung den Stoffwechsel an und erleichtert die Gewichtskontrolle. Dies sei besonders bedeutsam, da Übergewicht die Entstehung von Tumoren des Darms begünstigt“, so Baumann.

Gerd Nettekoven: “Menschen, die sich gern und viel bewegen, pflegen zudem oft insgesamt einen gesünderen Lebensstil als „Bewegungsmuffel“. Sie ernähren sich zumeist bewusster, rauchen seltener, trinken nur wenig Alkohol und verbringen mehr Zeit an der frischen Luft. So senken sie zusätzlich aktiv und selbstbestimmt ihr individuelles Darmkrebsrisiko.“

Wer seinen Alltag bewegungsreicher gestalten möchte, erhält Tipps und Anleitungen im Präventionsratgeber „Schritt für Schritt. Mehr Bewegung – Weniger Krebsrisiko“ der Deutschen Krebshilfe. Der Ratgeber kann kostenlos unter www.krebshilfe.de bestellt werden. Er enthält ausführliche Informationen, Motivationstipps sowie Trainingspläne für Anfänger und Fortgeschrittene.

Die gemeinsame Kampagne „Bewegung gegen Krebs“ der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Deutschen Sporthochschule Köln bietet Interessierten zudem Informationen über die präventive Wirkung von körperlicher Aktivität und gibt wertvolle Tipps, wie ein sportlich aktives Leben schrittweise gelingt.

Auch zum Thema Darmkrebs bietet die Deutsche Krebshilfe kostenlose Informationsmaterialien an: Ratgeber, Präventionsfaltblätter, Plakate sowie Patienten-Informationsfilme auf DVD können bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, bestellt und im Internet unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

Nachbesserungen im Präventionsgesetz

„Das geplante Präventionsgesetz bringt nur kleine Verbesserungen, erfüllt aber die Erwartungen immer noch nicht“, so kommentiert Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, die heutige 1. Lesung des Gesetzentwurfs im Bundestag.

Zwar sollen die Krankenkassen ab 2016 pro Versichertem im Jahr 7 Euro statt rund 3 Euro für Präventionszwecke ausgeben, aber die Verteilung der Mittel stellt der VdK in Frage. „Man beschränkt sich weiter auf punktuelle Leistungsverbesserungen. Insgesamt sind Prävention und Gesundheitsförderung im Bereich der Krankenversicherung auch dann noch unterfinanziert. Sie sind aber gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Alle Sozialversicherungsträger und die private Kranken- und Pflegeversicherung müssen in die Pflicht genommen werden“, so Mascher.

Der Sozialverband VdK kritisiert vor allem, dass mit dem Präventionsgesetz Bevölkerungsgruppen wie Langzeitarbeitslose, Ältere oder Menschen mit Behinderung kaum erreicht werden. Dabei würden diese in besonderem Maße von Vorsorge profitieren. „Es ist beispielsweise hinreichend bewiesen, dass Prävention bei Älteren einer Pflegebedürftigkeit vorbeugt oder diese zumindest abmildert und damit enorme Kosten für die Pflege- und Krankenkassen einspart.“

Der Sozialverband VdK begrüßt zwar, dass die Pflegekassen Präventionsleistungen in voll- und teilstationären Einrichtungen erbringen müssen. „Es ist aber nicht nachvollziehbar, dass der Präventionsauftrag der Pflegeversicherung nur auf diesen Bereich beschränkt wird. Zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten zu Hause versorgt. Auch dort sind Präventionsleistungen notwendig“, so Mascher. Angebote wie etwa die Sturzprophylaxe müssten noch viel häufiger bei den Betroffenen ankommen. Dazu gehöre auch, den präventiven Hausbesuch in den Pflichtleistungskatalog der Krankenversicherung aufzunehmen. „Der Hausarzt muss als Präventionslotse fungieren und individuelle präventive Maßnahmen verordnen dürfen. Dafür muss aber auch die bessere Qualifizierung der Ärzte und Medizinstudentinnen und -studenten hinsichtlich Gesundheitsförderung und -beratung gewährleistet sein“, sagt Mascher.

Biomarker verbessert Risikobeurteilung von Patienten mit koronarer Herzkrankheit

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die häufigste Herzerkrankung und diejenige Krankheit, die dem Herzinfarkt vorausgeht. Sie entsteht dadurch, dass sich Herzkranzgefäße in einem langen schleichenden Prozess verengen, so dass die Durchblutung des Herzens behindert wird. Jährlich werden bundesweit über 665.000 Patienten wegen einer KHK ins Krankenhaus eingeliefert, fast 130.000 Menschen sterben daran.

Großes Potenzial für die KHK-Therapie
Für die Therapie von KHK-Patienten sind innovative Messverfahren wichtig, mit deren Hilfe sich schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse, das Sterblichkeitsrisiko und zugleich auch das Erkrankungsrisiko jüngerer, noch nicht erkrankter Menschen genauer bestimmen lassen.
Amyloid-β 1-40 (Aβ40), ein Peptid, also eine Verbindung von Aminosäuren, ist der Forschung bereits als Biomarker bei altersbedingten chronischen Gefäßentzündungen bekannt. Dass Amyloid-β diese Eigenschaften auch für die Risikobewertung von Patienten mit einer stabilen KHK besitzt, hat erstmals Prof. Dr. med. Konstantinos Stellos, Medizinische Klinik III/Kardiologie und Institut für Kardiovaskuläre Regeneration am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, erkannt. Seine Arbeit „Amyloid-β und das kardiovaskuläre Mortalitätsrisiko bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung“ wurde mit dem Wilhelm P. Winterstein Preis 2014 der Deutschen Herzstiftung ausgezeichnet (Dotation: 10.000 Euro) und erscheint am 10. März im renommierten Fachmagazin „Journal of the American College of Cardiology“ (JACC) (online bereits abrufbar). Insgesamt sind neun Bewerbungen für den Preis bei der Herzstiftung eingegangen. Das Gutachtergremium aus dem Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Stiftung für Herzforschung gab der Forschungsarbeit von Prof. Stellos die höchste Bewertung.
„Die Arbeit von Professor Stellos stellt einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Herzinfarktsterblichkeit dar, indem Aβ40 eine noch feinere Beurteilung von Erkrankungsrisiko und Schweregrad einer koronaren Herzkrankheit ermöglicht“, würdigt Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung und Kardiologe am Klinikum Stephansplatz in Hamburg, die Forschungsarbeit.

Verbesserung der Prognose
Aβ40 wurde in Blutproben von insgesamt 1.464 Teilnehmern aus vier unabhängigen Patientengruppen gemessen. Ziel der Studie war es zu klären, ob der Aβ40-Spiegel im Blut von Patienten mit stabiler KHK, die in zwei Patientengruppen in München und Athen über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren untersucht wurden, zur Prognose der kardiovaskulären Sterblichkeit und anderen Herz-Kreislauf-Ereignissen beiträgt. Zudem wurde untersucht, ob Aβ40-Werte mit einer fortschreitenden Gefäßversteifung und einer beginnenden, jedoch leicht verlaufenden (subklinischen) KHK in Verbindung stehen.
Das Fazit: Stellos und Kollegen konnten zeigen, dass Aβ40 die Beurteilung des Sterblichkeitsrisikos und die Prognose von schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Ereignissen bei Patienten mit stabiler KHK deutlich verbessert. Dies gilt Stellos zufolge unabhängig von anderen etablierten Faktoren wie z. B. Alter, Geschlecht, Nierenfunktion und Pumpfunktion des Herzens. Die Messung des Blutspiegels von Aβ40 identifiziert Patienten mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Tod. „Aβ40 birgt als prognostischer Marker großes Potenzial für die Behandlung von KHK-Patienten und zugleich für die Vorbeugung der KHK. Denn Aβ40-Spiegel korrelieren auch mit dem Ausmaß der leicht verlaufenden Arteriosklerose bei Patienten ohne manifeste KHK. Der Biomarker kann dabei helfen zu entscheiden, ob eine zeitlebens intensive vorbeugende Behandlung nötig ist“, unterstreicht Prof. Stellos. „Das von Prof. Stellos entwickelte Diagnoseinstrument hat großes Potenzial, zum besseren Verständnis der koronaren Herzkrankheit beizutragen. Dieser herausragende Forschungserfolg wird unseren Patienten unmittelbar zugutekommen“, ergänzt Prof. Dr. med. Andreas Zeiher, Direktor der Medizinischen Klinik III des Universitätsklinikums Frankfurt.

Der Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung wird alljährlich für eine wissenschaftlich herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bevorzugt aus einem patientennahen Forschungsbereich, vergeben. Wilhelm P. und Ursula Winterstein sind seit fast 20 Jahren die Stifter dieses Wissenschaftspreises, der jedes Jahr auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Herzstiftung verliehen wird.

HPV-Impfung ab sofort früher möglich

Stiko setzt Impfalter herab – Impfung auch im Erwachsenenalter noch sinnvoll

Nach Inkrafttreten der angepassten Schutzimpfungsrichtlinie können Mädchen ab sofort bereits im Alter von neun bis vierzehn Jahren gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft werden. Bisher war eine HPV-Impfung im Alter von zwölf bis siebzehn Jahren möglich. Eine Impfung senkt das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

„Mit der Herabsetzung des Impfalters wird erreicht, dass mehr Mädchen als bisher vor dem ersten sexuellen Kontakt gegen eine HPV-Infektion geschützt werden“, informiert Thomas Wiechert von der IKK classic. „Weiterhin sind – aufgrund der besseren Antikörperreaktionen im jüngeren Alter – nur noch zwei statt bisher drei Impftermine im Abstand von sechs Monaten erforderlich“, so der IKK-Sprecher weiter. Voraussetzung dafür ist, dass die Impfung in der empfohlenen Altersspanne von neun bis vierzehn Jahren durchgeführt wird. Eine Nachholimpfung ist im Alter von fünfzehn bis siebzehn Jahren möglich. Sind Mädchen älter als vierzehn Jahre wird zur Vervollständigung einer Impfserie beziehungsweise für Nachholimpfungen eine dritte Impfdosis nötig.

Jedes Jahr erkranken etwas 4.600 Frauen am Gebärmutterhalskrebs; etwa 1.500 Frauen sterben jährlich daran. Auslöser der Erkrankung ist in den meisten Fällen eine Infektion mit humanen Papillomviren. Die HP-Viren werden durch sexuellen Kontakt übertragen. Seit März 2007 empfiehlt die Stiko eine HPV-Impfung für junge Mädchen. Bereits jetzt ist belegt, dass die Impfung die Entwicklung von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals verhindern kann. Trotz dieser Erkenntnis wurde die Impfung seit ihrer Einführung erst von 30 bis 40 Prozent aller Mädchen und jungen Frauen in Anspruch genommen.

Aber Achtung: Da die HPV-Impfung nicht gegen alle krebsauslösenden HPV-Typen schützt, müssen Früherkennungsmaßnahmen zum Gebärmutterhalskrebs unverändert in Anspruch genommen werden, rät die IKK classic. „Frauen ab 20 Jahre haben Anspruch auf eine jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung mit einem Zellabstrich am Gebärmutterhals, dem so genannten PAP-Test“, erläutert Wiechert.

Die Kosten der HPV-Impfung werden bis zum vollendeten 18. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Da eine Impfung aber auch im jungen Erwachsenenalter noch sinnvoll ist, zahlen einige Kassen die Impfung über das 18. Lebensjahr hinaus. So erstattet die IKK classic die Impfkosten für junge Frauen bis zum vollendeten 26. Lebensjahr. In Niedersachsen wurden im vergangenen Jahr rund 1.000 IKK classic-versicherte Mädchen und junge Frauen gegen HPV geimpft.