Archiv für den Monat: September 2015

„Auf Augenhöhe – gemeinsam für gutes Sehen“

Dem diesjährigen Thema der Woche des Sehens (8. bis 15. Oktober) entsprechend werden am Mittwoch, 14. Oktober beim Chat auf www.woche-des-sehens.de Fragen rund um diabetische Augenkrankheiten auf Augenhöhe thematisiert. Dr. Georg Spital, Generalsekretär der Initiativgruppe „Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen“ gibt von 14 bis 16 Uhr Hinweise, wie Patienten mit Diabetes langfristig ihr Augenlicht erhalten können.

Diabetiker und Augenärzte sind in den Bemühungen um den Erhalt des Augenlichts Verbündete. Einmal im Jahr zum Augenarzt – das ist für Zuckerkranke eine wichtige Vorsorgemaßnahme, um die Sehschärfe zu erhalten. Denn die diabetische Netzhauterkrankung und der Graue Star zählen zu den schwerwiegenden Folgekrankheiten des Diabetes mellitus. Die Entstehung verläuft dabei oft schleichend und wird bei einer augenärztlichen Untersuchung in der Regel schneller entdeckt als vom Patienten selbst bemerkt. Im Frühstadium lassen sich diabetische Augenerkrankungen oft gut behandeln, so dass eine dauerhafte Sehbeeinträchtigung vermieden werden kann. Die konsequente Kontrolle von Blutzucker und Blutdruck tut ein Weiteres, um Schäden zu vermeiden.

Erfolgreiche Bemühungen um das Augenlicht

Nach 20 Jahren mit Diabetes Typ 1 zeigen sich etwa bei der Hälfte der Betroffenen Veränderungen an der Netzhaut. Nach 40 Jahren sind etwa 85 Prozent der Patienten von einer Netzhauterkrankung betroffen; bei der Hälfte von diesen liegt eine schwere, fortgeschrittene Form der Augenkrankheit vor. So schlimm diese Zahlen auch sind und so sehr sie zeigen, wie wichtig regelmäßige Augenkontrollen sind, verglichen mit älteren Zahlen zeigen sie, dass die Bemühungen, das Augenlicht der Patienten zu erhalten, bereits Fortschritte erreicht haben: Älteren Daten zufolge litten nach 20 Jahren bereits 95 Prozent der Diabetes-Patienten an einer Netzhautkrankheit. Heutzutage werden jedoch die Blutzucker- und Blutdruck-Werte konsequenter eingestellt und den Patienten wird die regelmäßige augenärztliche Kontrolle nahegelegt.

Beim Typ 2 Diabetes, der oftmals sehr schleichend beginnt, müssen Augenärzte leider feststellen, dass nicht selten schon bei der Erstdiagnose der Zuckerkrankheit die Netzhaut bereits geschädigt ist. Manchmal erkennen überhaupt erst die Augenärzte bei einer Augenuntersuchung die Zuckerkrankheit – die Patienten selbst wissen noch gar nichts davon.

Früherkennung ist das A und O

Ganz wesentlich für den Erfolg der augenärztlichen Therapie ist, dass die krankhaften Prozesse so früh wie möglich erkannt und unterbunden werden. Die Initiativgruppe „Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen“ und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands raten deshalb: Jeder Diabetiker sollte einmal jährlich zum Augenarzt gehen, auch wenn noch keine Schäden am Auge bekannt sind und der Patient gut sieht. Sobald erste Veränderungen zu beobachten sind, werden die Untersuchungsintervalle individuell abgestimmt. Es gibt eine zunehmende Zahl an Behandlungsmöglichkeiten, die vielfach sogar eine Sehverbesserung erzielen können, wenn rechtzeitig behandelt wird. Eine Erblindung ist heute bei regelmäßiger Untersuchung und stadiengerechter Therapie fast immer vermeidbar!

Chat am 14. Oktober von 14 bis 16 Uhr

Diabetes ist eine komplexe Krankheit und in jedem einzelnen Fall gilt es, die richtige Strategie zu finden, um Folgeschäden zu vermeiden oder in den Griff zu bekommen. Die Woche des Sehens lädt in diesem Jahr erstmals zu einem Chat ein, bei dem Betroffene oder auch Angehörige einem erfahrenen Augenarzt Fragen stellen können. Den Besuch beim Augenarzt kann ein solcher Austausch selbstverständlich nicht ersetzen. Doch fundierte Informationen vom Experten können dazu beitragen, die Partnerschaft zwischen Augenärzten und Patienten zu verbessern.

Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober 2015

Die Woche des Sehens unter der Schirmherrschaft der Fernsehjournalistin Gundula Gause wird von sieben Partnern gemeinsam getragen: der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie der PRO RETINA Deutschland. Seit dem Jahr 2002 informiert die bundesweite Kampagne mit vielfältigen Aktionen über die Bedeutung guten Sehvermögens und klärt über die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation sehbehinderter und blinder Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern auf. Unterstützt wird die Woche des Sehens von der Aktion Mensch und der Carl Zeiss Meditec AG.

Weitere Informationen finden Sie auf www.woche-des-sehens.de oder www.facebook.com/WochedesSehens.

Organspende: Klarheit dank Spenderausweis

Neun von zehn Bundesbürgern würden im Notfall ein Spenderorgan annehmen. Und umgekehrt? Laut Umfragen ist die Spendenbereitschaft in den letzten Jahren auf fast 75 Prozent gestiegen. Doch nur 25 Prozent der Deutschen tragen tatsächlich einen Spenderausweis bei sich.

In diesem Jahr erhalten alle niedersächsischen Krankenversicherten ab 16 Jahren nach 2013 wieder Post von ihrer Krankenkasse zum Thema Organspende. Die Reform des Transplantationsgesetzes sieht vor, das die Krankenversicherungen ihre Versicherten alle zwei Jahre zu diesem Thema informieren und einem Organspendeausweis zur Verfügung stellen. So befindet sich Im Schreiben der IKK classic neben dem Spenderausweis beispielsweise ein ausführliches Informationsfaltblatt zur Organspende.

„Die Entscheidung darüber, Organspender zu sein oder nicht, ist eine sehr persönliche und private Angelegenheit – sie erfordert Mut und Vertrauen“, sagt Landesgeschäftsführer Andreas Schönhalz von der IKK classic. „Wir wollen unseren Versicherten Informationen und Denkanstöße geben und sie ermutigen, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen. Ein richtig oder falsch gibt es hierbei nicht.“

Gut informiert kann jeder seine Entscheidung in einem Organspenderausweis dokumentieren. Im Spenderausweis kann eine Einverständnis zur Organspende, eine Ablehnung oder eine Teilerlaubnis eingetragen werden. Die schriftlich festgehaltene Entscheidung ist bindend für Ärzte und Angehörige und nimmt der Familie im Notfall eine schwere Entscheidung ab. Wer seine Meinung über die Bereitschaft zur Spende ändert, kann dies jederzeit tun, indem er den Ausweis zerreißt und einen neuen ausfüllt. Die Daten werden nirgends gespeichert.

Hintergrundinformationen:
Derzeit stehen rund 12.000 Patienten in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan, fast 1.000 allein in Niedersachsen. Vielen könnte geholfen werden, wenn deutlich mehr Menschen auch praktisch zu einer Spende bereit wären und dies mit einem ausgefüllten Organspendeausweis in der Brieftasche dokumentieren würden.

Hohe Rate plötzlicher Todesfälle

Deutschlands katastrophale Ersthelferquote für mehr als 60.000 Sterbefälle durch plötzlichen Herztod mitverantwortlich / Wiederbelebung durch Laien muss zur Selbstverständlichkeit werden

Als katastrophal bezeichnet die Deutsche Herzstiftung die weiterhin geringe Reanimationsbereitschaft unter Laien-Helfern, bei Patienten mit plötzlichem Herzkreislaufstillstand sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen einzuleiten. „Weil Laien als Ersthelfer vor Ort häufig nur unzureichend reanimieren oder aus Angst vor Fehlern gar nichts machen, sterben in Deutschland jährlich über 60.000 Menschen am plötzlichen Herztod“, warnt der Notfallmediziner und Kardiologe Prof. Dr. med. Dietrich Andresen vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung. Nur etwa 30 bis 35 Prozent der Zeugen eines Herzkreislaufstillstandes führen eine Herzdruckmassage durch. „Eine Sofortmaßnahme, ohne die der Betroffene kaum Überlebenschancen hat“, betont Prof. Andresen in Berlin bei einer Aufklärungsaktion gemeinsam mit Vertretern des Ausschusses für Gesundheit im Bundestag, dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), Hertha BSC und der Berliner Feuerwehr. Deshalb bietet die Herzstiftung das kostenfreie Herznotfall-Set unter www.herzstiftung.de/herznotfall-set.html an, in dem genau erläutert wird, was im Notfall zu tun ist und wie die Herzdruckmassage durchgeführt wird.

Jeder kann die Herzdruckmassage erlernen
„Deutschlands sehr niedriger Helferquote durch Laien können wir nur durch flächendeckende Aufklärungsaktionen und Informationsangebote gegensteuern, die alle Gesellschaftsschichten und Altersgruppen mit einbeziehen. „Wiederbelebung muss zur Selbstverständlichkeit in Familie, Schule, Arbeit sowie Sport- und Freizeitbereich werden“, fordert der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit im Bundestag, Dr. Edgar Franke. Gemeinsam mit weiteren Bundestagsabgebordneten ließ sich Dr. Franke in der Herzdruckmassage unterweisen, um damit der Bevölkerung ein Signal zu setzen: „Jeder kann lernen, Leben zu retten. Die Niederlande und die skandinavischen Länder haben es uns vorgemacht. Dort liegen die Ersthelferquoten deutlich höher bei über 70 Prozent, und entsprechend höher ist die Überlebensrate. Auf der Homepage der Herzstiftung wird gezeigt, wie wir in Zukunft Betroffene vor einem plötzlichen Herztod oder einer schweren Hirnschädigung mit lebenslanger Behinderung bewahren sollten.“ (www.herzstiftung.de)

Was tun bei Herzkreislaufstillstand?
Jederzeit kann es passieren: Jemand bricht plötzlich infolge eines akuten Herzkreislaufstillstandes zusammen, liegt bewusstlos am Boden und atmet nicht mehr oder nur noch in Schnappatmung. Was tun? Sofort muss nach Prüfung der Bewusstlosigkeit und der Atmung des Betroffenen der Rettungsdienst alarmiert werden (Notruf 112). Danach beginnt man sofort mit einer Herzdruckmassage. Der Helfer kniet dazu seitlich neben dem auf dem Rücken liegenden Betroffenen und legt bei durchgestreckten Armen beide Handballen übereinander auf die Mitte des Brustbeins (dort, wo eine gedachte Linie zwischen den Brustwarzen das Brustbein kreuzt). Dann drückt man den Brustkorb schnell (mindestens 100-mal pro Minute) und kräftig (mindestens fünf Zentimeter tief) in Richtung Wirbelsäule ein. Dadurch wird ein künstlicher Blutkreislauf erzeugt, über den der Körper und vor allem das Gehirn des Betroffenen mit Sauerstoff versorgt wird. Gedrückt wird so lange, bis der Rettungsdienst/Notarzt eintrifft. Sind weitere Helfer vor Ort, kann man sich abwechseln. Dazu darf die Herzdruckmassage aber nur ganz kurz unterbrochen werden („fliegender Wechsel“). Deshalb ist auf eine Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung zu verzichten, um die Herzdruckmassage nicht zu unterbrechen (auch nach Herzkreislaufstillstand befindet sich im Blut für mehrere Minuten ausreichend Sauerstoff).

Erscheint noch vor dem Eintreffen des Notarztes ein anderer Helfer mit einem Defibrillator („AED“ für Automatisierter Externer Defibrillator) – ein Gerät, das durch einen kräftigen Stromstoß das Herz wieder „zum Schlagen bringt“ –, dann kann der AED eingesetzt werden. Eine automatische Stimme führt durch das Programm. Ganz wichtig: „Beim Anschließen des AED darf die Herzdruckmassage möglichst nicht und wenn, nur kurz unterbrochen werden. Auch hier gilt: Fehlende Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff lässt tausende Gehirnzellen untergehen“, warnt Prof. Andresen.

Herzstiftung und Deutscher Fußball-Bund starten Initiative zur Laien-Reanimation
Zur Verbesserung der Laien-Wiederbelebung insbesondere in den Fußballvereinen und deren Umfeld bieten die Deutsche Herzstiftung und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit dem Gemeinschaftsprojekt „LEBENSRETTER SEIN“ im Herbst 2015 in zwei Pilot-Regionen Reanimationsschulungen für Fußballer in höherem Lebensalter an, im sogenannten Ü-Fußball (in den meisten Regionen ab einem Alter von 32 Jahren). Mit dem Ü-Fußball sind laut DFB neben verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen auch Risiken verbunden, denn insbesondere ältere Männer stellen eine Gruppe mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. „Daher empfehlen wir den aktiven Ü-Fußballern regelmäßige ärztliche Tauglichkeitsuntersuchungen, um ihre individuelle Gefährdung zu minimieren“, unterstreicht Prof. Dr. med. Tim Meyer, Vorsitzender der Kommission Sportmedizin des DFB und Mannschaftsarzt der Fußball-Nationalmannschaft. „Darüber hinaus erfolgt gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung eine Initiative, die die Laienreanimation in dieser Zielgruppe fördern und den korrekten Umgang mit denkbaren tragischen Ereignissen eines Herzkreislaufstillstandes schulen soll“, so Prof. Meyer weiter.
Der Herzstiftungs-Vorstand ist überzeugt, dass sich die Herzdruckmassage nur mit Hilfe flächendeckender Kurzschulungen in Laien-Reanimation zu einer Notfallmaßnahme etablieren lässt, die dann in der Bevölkerung auch wie selbstverständlich beherrscht wird. „Nur so kommen wir unserem Ziel näher, dass innerhalb der nächsten drei Jahre bei mindestens bei 80 Prozent aller Menschen, die einen beobachteten Herzkreislaufstillstand erleiden, eine qualitativ hochwertige Laienreanimation durchgeführt wird“, betont Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Individuelle Beratung stößt auf große Nachfrage

Die Anneliese Pohl-Psychosoziale Krebsberatungsstelle hat sich erfolgreich in Marburg etabliert. Dies zeigt unter anderem die Inanspruchnahme des Informations- und Beratungsangebots, die seit ihrer Eröffnung im Januar 2010 konstant gestiegen ist. Krebserkrankte und ihre Angehörigen erhalten in allen Phasen der Erkrankung professionelle Hilfe, die kurzfristig und kostenfrei zur Verfügung steht. Das fünfjährige Bestehen feierte die Krebsberatungsstelle mit über 60 Gästen in Marburg. Zu ihrem Geburtstag hat die Anneliese Pohl Stiftung der Anneliese Pohl-Psychosozialen Krebsberatungsstelle eine großzügige Spende in Höhe von 100.000 Euro überreicht. Damit erweitert die Stiftung ihr bisheriges Engagement gegenüber der Krebsberatungsstelle. Professor Dr. Jochen Werner, Direktor des Universitätsklinikums Marburg, sagt: „Mittlerweile wurden insgesamt mehr als 6.835 Beratungsgespräche geführt. Die hohe Nachfrage bestätigt den Erfolg der Anneliese Pohl-Psychosozialen Krebsberatungsstelle in Marburg“.

Betreuung von Betroffenen und deren Angehörigen

Mit der Krebserkrankung eines Familienmitglieds gehen meist Veränderungen der Lebenssituation sowohl des Patienten als auch der Angehörigen einher. Daher richtet sich die Anneliese Pohl-Psychosoziale Krebsberatungsstelle auch an die Angehörigen der Betroffenen. In der Beratung wird nach Entlastungsmöglichkeiten gesucht und Unterstützung bei der Lösung konkreter Lebensprobleme angeboten. Andreas Pohl, Vorstand der Anneliese Pohl Stiftung, sagt: „Der 7. September ist für mich und meinen Bruder ein besonderer Tag. Unsere Mutter, Anneliese Pohl, wäre heute 77 Jahre alt geworden. Bereits als die Krebsberatungsstelle vor fünf Jahren zu ihren Ehren gegründet wurde, waren wir vollkommen überzeugt von der Idee, nicht nur Krebspatienten selbst, sondern auch deren Familien zur Seite zu stehen. Unsere Mutter hat sich immer für andere eingesetzt. Umso schöner ist es für uns, zu sehen, dass in ihrem Sinne vielen Menschen geholfen werden konnte“.

Hochqualifizierte Beratung

Auch in Fachkreisen überzeugt das Angebot. Die Anneliese Pohl-Psychosoziale Krebsberatungsstelle ist eine von aktuell 20 Krebsberatungsstellen in Deutschland, die von der Deutschen Krebshilfe e.V. gefördert und deren Arbeit von externen Gutachtern beurteilt werden. Sie hat eine sehr positive Gesamtbeurteilung für ihre Beratungsqualität erhalten. Die gemeinnützige Organisation unterstützt die Krebsberatungsstelle im Rahmen ihres Förderschwerpunkt-Programms „Psychosoziale Krebsberatungsstellen“, das von einem Evaluationsprojekt begleitet wird. Zudem fördert die Stadt Marburg diese erstklassige Anlaufstelle für Krebspatienten. Annekatrein Menges-Beutel, Leiterin der Anneliese Pohl-Psychosozialen Krebsberatungsstelle, erklärt: „Wir unterstützen die Erkrankten sowie ihre Angehörigen bei der Krankheitsbewältigung und allen Problemen, die durch eine solche Krankheit entstehen können. Dank der Förderung der Anneliese Pohl Stiftung und der Deutschen Krebshilfe steht der rat- und hilfesuchende Mensch bei uns im Mittelpunkt und wir können uns voll auf ihn konzentrieren“. Ob persönliche, finanzielle oder familiäre Belange – das Beratungsangebot schließt vielfältige Fragestellungen ein und gilt in jeder Phase der Erkrankung. Speziell ausgebildetes Fachpersonal kümmert sich um die Betroffenen auf ihrem schwierigen Weg.

Annekatrein Menges-Beutel weiter: „Ich freue mich, dass unser Angebot inzwischen ein Teil des Versorgungsnetzwerkes für Krebsbetroffene in Marburg und Umgebung geworden ist, und sowohl von den Ratsuchenden als auch von kooperierenden Institutionen angenommen wird. In Zukunft streben wir den weiteren Ausbau der Vernetzung und ein Bekanntwerden unseres Beratungsangebots für die professionellen Behandler und Helfer an. Wir sind überglücklich über die unerwartete und großzügige Spende der Anneliese Pohl Stiftung und der Familie Pohl von 100.000 Euro zum fünfjährigen Bestehen der Beratungsstelle. Damit ist der Betrieb der Krebsberatungsstelle, auch nach der Beendigung der Förderung durch die Deutsche Krebshilfe e.V. Ende 2016, auf jeden Fall bis Ende 2019 gesichert“.

Aktuelle Projekte der Anneliese Pohl Stiftung

Die Unterstützung der Stiftung umfasst neben der Psychosozialen Krebsberatungsstelle auch die Anneliese Pohl-Habilitationsförderung. Im April wurden die ersten zwei Akademikerinnen, die mit finanzieller Unterstützung des Stiftungsprogramms ihre Habilitation abgeschlossen haben, ausgezeichnet. Das Programm fördert insgesamt sieben herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen, damit sie nach einer exzellenten Dissertation den wissenschaftlichen Karriereweg fortsetzen können. Im Rahmen des Programms erhalten junge Medizinerinnen, die neben der Facharzt-Ausbildung auch eine wissenschaftliche Karriere anstreben, eine individuelle Förderung in Form von Personal- und/oder Sachmitteln in Höhe von bis zu 100.000 Euro für einen Zeitraum von maximal drei Jahren.