Archiv für den Monat: Juli 2016

Sport unterstützt Krebstherapie

Ob Prävention, Therapiebegleitung oder Nachsorge: Bewegung ist ein wirkungsvolles Mittel gegen Krebs. „Körperliche Aktivität senkt das Risiko, an Krebs zu erkranken. Bei den häufigsten Krebserkrankungen – wie Brust- und Darmkrebs – ist das wissenschaftlich bewiesen“, bestätigt PD Dr. Freerk Baumann von der Deutschen Sporthochschule Köln. „Inzwischen zeigen Studien: Bewegungstherapie und körperliche Aktivität helfen auch Krebspatienten und wirken sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus“, so der Experte bei der Jahres-Pressekonferenz der Deutschen Krebshilfe am 6. Juli 2016 in Berlin. Neben der Vorstellung der Aktivitäten im Bereich „Sport und Krebs“ sowie weiterer Förderschwerpunkte zog die Deutsche Krebshilfe Bilanz: Im Jahr 2015 konnte die Organisation 108,8 Millionen Euro an Zuwendungen aus der Bevölkerung verzeichnen – im Wesentlichen Spenden sowie Erlöse aus Erbschaften und Vermächtnissen. Damit hat sie 128 Projekte und Initiativen gefördert, um die Versorgung krebskranker Menschen weiter zu verbessern.

Als Bürgerbewegung im Kampf gegen den Krebs finanziert die Deutsche Krebshilfe ihre gesamten Aktivitäten ausschließlich aus Spenden und freiwilligen Zuwendungen der Bevölkerung. „Im Jahr 2015 unterstützte uns die Bevölkerung erneut in hohem Maße mit über 100 Millionen Euro“, resümierte Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Organisation. „61,7 Millionen Euro stammten aus Erbschaften und Vermächtnissen. Hinzu kamen über 356.000 Einzelspenden von Privatpersonen und Firmen mit insgesamt 26,2 Millionen Euro, zudem Erlöse aus Aktionen und Veranstaltungen sowie Kondolenzspenden.“

„Für dieses Vertrauen und die Unterstützung möchten wir uns bei allen Spenderinnen und Spendern bedanken – ohne sie wäre unsere wichtige Arbeit nicht möglich“, betonte Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe. „Rund 500.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an Krebs. Ich bin sehr froh, dass wir mit unserer Arbeit dazu beitragen können, den betroffenen Menschen in ihrer schweren Situation zu helfen und die Versorgung von Krebspatienten stetig zu verbessern.“ Inzwischen kann jeder zweite erwachsene Krebspatient geheilt werden oder noch lange Jahre und bei hoher Lebensqualität mit der Erkrankung leben. Bei krebskranken Kindern und Jugendlichen liegen die Heilungsraten heute bei fast 80 Prozent.

Eines der wichtigsten Instrumente der Deutschen Krebshilfe im Kampf gegen Krebs ist die Forschung. Alleine im Jahr 2015 hat die Organisation rund 35,6 Millionen Euro für die Grundlagenforschung, klinische Krebsforschung und Versorgungsforschung zur Verfügung gestellt – dies macht sie zum bedeutendsten privaten Drittmittelgeber der Krebsforschung in Deutschland.

Auch auf gesundheitspolitischer Ebene setzt sich die Deutsche Krebshilfe für die Belange der Betroffenen ein. Im vergangenen Jahr nahm sie erneut deutlich Position ein auf dem Weg zur Verabschiedung neuer Gesetze zur besseren Versorgung krebskranker Menschen. Darüber hinaus setzte sie sich mit zahlreichen Maßnahmen und Initiativen dafür ein, die Bevölkerung über die Möglichkeiten aufzuklären, Krebs zu vermeiden.

In Zukunft wird die Prävention von Krebs verstärkt im Fokus der Aktivitäten der Deutschen Krebshilfe stehen. Experten schätzen, dass in Deutschland rund die Hälfte aller Krebserkrankungen auf Lebensstilfaktoren zurückzuführen sind, wie Rauchen, eine unausgewogene Ernährung, zu wenig Bewegung, zu viel Alkohol und zu viel UV-Strahlung. „Jeder Mensch kann daher aktiv dazu beitragen, das eigene Krebsrisiko zu reduzieren. Regelmäßige Bewegung ist dabei ein ganz wichtiger Faktor“, erklärte Pleitgen. Darauf machte die Deutsche Krebshilfe gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und der Deutschen Sporthochschule Köln im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Bewegung gegen Krebs“ auch im Jahr 2015 aufmerksam.

Doch Sport hilft nicht nur, Krebs zu verhindern, sondern auch die Erkrankung zu überwinden. Regelmäßige Bewegung steigert die körperliche Leistungsfähigkeit von Krebserkrankten, stärkt ihr Immunsystem und reduziert das Fatigue-Syndrom. Bei vielen Patienten verringert sportliche Betätigung signifikant die Therapie-Nebenwirkungen. „Bei den häufigsten Begleitsymptomen einer Krebstherapie wie Polyneuropathie, Gelenkschmerzen und Fatigue zeigt die Bewegungstherapie im Vergleich zu anderen unterstützenden Therapien die beste Wirkung bei der Reduktion der Beschwerden“, berichtete Baumann. Studien weisen zudem darauf hin, dass körperliche Aktivität die Tumorabwehr von Krebspatienten anregt und somit das Rückfall-Risiko reduzieren kann. Um diese positiven Effekte weiter zu erforschen, unterstützt die Deutsche Krebshilfe zurzeit mehrere Studien mit rund 1,5 Millionen Euro.

Weitere Informationen über die Arbeit und die Projekte der Deutschen Krebshilfe unter www.krebshilfe.de. Näheres zum Thema „Sport und Krebs“ unter www.bewegung-gegen-krebs.de.