Archiv für den Monat: März 2017

Frühlingssonne mit Bedacht genießen

Endlich Frühling. Die Cafés und Parks füllen sich, das Fahrrad wird aus dem Keller geholt, Groß und Klein genießen Licht und Wärme der Sonne. Vergessen wird dabei schnell die UV-Strahlung, die in hoher Dosis krebserregend ist. Im Frühjahr kann eine stellenweise Verdünnung der Ozonschicht vereinzelt zu ungewöhnlich hohen UV-Werten führen. Die Freude am Frühling muss das nicht trüben: „Genießen Sie das schöne Wetter, aber vermeiden Sie Sonnenbrände und Hautrötungen.“, rät Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Orientieren Sie sich am UV-Index, der im Internet abrufbar ist. Dieser gibt die Stärke der UV-Strahlung sowie passende Schutzmaßnahmen an.“

Neben wohltuender Wärmestrahlung und sichtbarem Licht gehören auch die ultravioletten (UV-)Strahlen zum Strahlungsspektrum der Sonne. Mit ihrer Hilfe bildet der menschliche Körper lebenswichtiges Vitamin D. Zu viel UV-Strahlung ist jedoch gesundheitsschädigend. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ordnet diese als krebserregend ein. Ist die menschliche Haut der Sonne zu häufig und zu intensiv ausgesetzt, drohen nicht nur schmerzhafter Sonnenbrand, sondern auch Spätfolgen wie vorzeitige Hautalterung und Schäden am Erbgut der Hautzellen. Aus diesen kann im Laufe des Lebens Hautkrebs entstehen. Rund 265.000 Menschen erkranken deutschlandweit jährlich neu an einem Tumor der Haut.

Die Ozonschicht, die die Erde in 15 bis 30 Kilometern Höhe umgibt, sorgt dafür, dass nur ein Bruchteil der solaren UV-Strahlung die Erde erreicht. Im Frühling allerdings kann diese Schicht vorübergehend ausgedünnt sein. Verantwortlich dafür sind klimatische Verhältnisse im Spätwinter und Frühjahr, die dazu führen, dass ozonarme Luft aus der Polarregion und den Subtropen nach Mitteleuropa strömt. So entstehen vereinzelt kleine Ozonlöcher. „Ende März bis Anfang April können sich bei uns UV-Werte ergeben, die eher typisch für den Sommer sind“, erklärt Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V. Zu spüren ist davon zunächst nichts: „UV-Strahlung an sich kann man nicht fühlen. Wenn die Haut reagiert, also sich rötet, juckt oder schmerzt, haben wir bereits eine viel zu hohe Dosis davon abbekommen“, so der Dermatologe.

Um akuten und langfristigen Hautschäden vorzubeugen, gilt es, Rötungen und Sonnenbrände in jedem Fall zu vermeiden, insbesondere bei jungen Menschen. Generell empfehlen Experten, im Frühjahr die Haut durch kurze Aufenthalte im Freien langsam an die Sonne zu gewöhnen und in der Mittagszeit den Schatten aufzusuchen. Um die Frühlingssonne besser einschätzen zu können, raten die Deutsche Krebshilfe und die ADP dazu, sich am UV-Index (UVI) zu orientieren. Er beschreibt den am Boden erwarteten Tageshöchstwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung auf einer Skala von 1 bis 11+. Dabei sind jedem Skalenwert Empfehlungen zum Sonnenschutz zugeordnet. Der UVI wird vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt (UBA), dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und weiteren Institutionen erstellt. Er ist tagesaktuell im Internet abrufbar.

Darmtumoren polen Immunzellen für eigene Zwecke um

Tumoren entkommen dem Immunsystem, indem sie angreifende Abwehrzellen anlocken und einer „Gehirnwäsche“ unterziehen. Die umprogrammierten Zellen stoppen dann nicht nur ihren Angriff auf den Tumor, sondern unterstützen diesen sogar beim Wachstum. Was genau im Tumorinneren passiert, wollen Wissenschaftler der Charité in Berlin jetzt herausfinden. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsvorhaben mit 185.000 Euro.

Ziel der heimtückischen „Gehirnwäsche“ sind die sogenannten MDSC-Zellen (Myeloid-derived suppressor cells) des Immunsystems. Im gesunden Organismus sind MDSC-Zellen sehr selten, haben aber eine wichtige Aufgabe: Sie regulieren die Immunantwort und verhindern, dass eine zu starke Abwehrreaktion den Körper schädigen könnte. Sie sind sogar daran beteiligt, bereits beeinträchtigtes Gewebe wieder zu reparieren.

Bei Darmkrebs gerät dieses System aus dem Gleichgewicht. Große Mengen von MDSC-Zellen reichern sich plötzlich in Blut und Geweben an. Vom Tumor ausgeschüttete Botenstoffe locken sie zum Krankheitsherd. Verlassen sie den Tumor wieder, haben sie sich verändert: Von nun an arbeiten die MDSC-Zellen nur noch für den Tumor. Sie beschützen ihn vor dem Immunsystem, fördern dessen Wachstum und somit unmittelbar daran beteiligt, dass sich der Krebs im Körper ausbreiten kann.

Unbekannte Vorgänge im Inneren des Tumors
Was genau geschieht mit den MDSC-Zellen im Inneren eines Tumors? Diesem Rätsel sind Professor Dr. Britta Siegmund und Dr. Rainer Glauben von der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie der Charité Berlin auf der Spur. Glauben erläutert: „Wir wissen, dass die Krebszellen ihren Stoffwechsel verändern können. Sie produzieren bestimmte Fettsäuren, die von den in den Tumor eingewanderten MDSC-Zellen aufgenommen werden. Diese Fettsäuren machen aus den Immunzellen Handlanger des Tumors.“

Im Reagenzglas ist es den Forschern bereits gelungen, MDSC-Zellen durch die Zugabe bestimmter Fettsäuren umzuprogrammieren. Lassen sich diese Ergebnisse auch in den klinischen Alltag übertragen? „Welche Arten von Fettsäuren in welchem Tumor vorkommen, ist noch weitgehend unerforscht“, erklärt Siegmund. Hier setzen die Berliner Wissenschaftler an: „Wir müssen zunächst verstehen, welche dieser Fettsäuren die MDSC-Zellen verändern. Dann können wir nach Möglichkeiten suchen, den Stoffwechselweg, der für die Produktion dieser Fettsäuren verantwortlich, zu blockieren und so zu verhindern, dass sich die MDSC-Zellen verändern.“

Chronische Entzündung durch Übergewicht ist ein Risikofaktor
Einen direkten Zusammenhang zwischen einer ungesunden Ernährung und der krankhaften Veränderung des Fettsäurestoffwechsels von Darmkrebszellen sehen die Forscher jedoch nicht. Dennoch: „Medizinisch gesehen ist hohes Übergewicht nichts anderes als eine chronisch Entzündung des Körpers. Auch hier haben die Betroffenen eine stark erhöhte Anzahl von MDSC-Zellen im Körper – ideale Voraussetzungen für einen Tumor, sich auszubreiten“ so Siegmund weiter.

„Wir erhoffen uns von diesem Projekt neue Strategien für die Therapie von Darmkrebs“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe. „Innovative Forschungsprojekte zu fördern, die ein hohes Potenzial besitzen, dass deren Erkenntnisse schnell in den klinischen Alltag integriert werden, ist ein Kernanliegen der Deutschen Krebshilfe.“

Hintergrundinformation Darmkrebs
Rund jede achte Krebserkrankung von Frauen und Männern in Deutschland betrifft den Darm. Doch wie entsteht Darmkrebs? Wie wird er festgestellt und therapiert? Auf ihrer Homepage gibt die Deutsche Krebshilfe Antworten auf die wichtigsten Fragen und bietet kostenlose Informationsmaterialien an. Eine persönliche Beratung bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des telefonischen Informations- und Beratungsdienstes INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 80708877.

16. Tag der Rückengesundheit am 15. März 2017

Am 15. März 2017 findet der 16. Tag der Rückengesundheit statt. Unter dem Motto „Balance halten – Rücken stärken!“ werden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Workshops angeboten. Organisiert wird der Aktionstag traditionell von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Eine ausgewogene Balance – sowohl körperlich als auch psychisch – ist von zentraler Bedeutung für die Rückengesundheit. Damit stellt der diesjährige Aktionstag ein wichtiges Thema in den Fokus der Öffentlichkeit.

Rückenschmerzen sind nach wie vor eines der größten Volksleiden in Deutschland und der Hauptgrund für Arbeitsunfähigkeit. Zu 90 % sind keine ernsthaften Erkranken schuld am Rückenleiden. Die Ursachen sind dabei vielfältig. Oftmals rächt sich schnell eine einseitige Körperhaltung, eine falsche Ernährung oder Stress. Der von der AGR und dem BdR organisierte Tag der Rückengesundheit bietet Betroffenen durch viele Aktionen Hilfe. Schirmherrin ist Helga Kühn-Mengel, Bundestagsabgeordnete und Präsidentin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e. V. (BVPG).

Das richtige Maß

Das diesjährige Motto „Balance finden – Rücken stärken!“ bezieht sich auf das körperliche und psychische Gleichgewicht. Meist sind Rückenschmerzen das Resultat eines Ungleichgewichts zwischen einseitiger Belastung oder zu viel Stress. Sowohl zu starke Belastung als auch zu wenig Bewegung und Ruhe ist Gift für den Rücken. Betroffene sollten Ihren Alltag einmal selbst reflektieren. Oftmals wird einem dann bewusst woher die Schmerzen kommen könnten. Ein ausgewogenes Maß an Bewegung ist hier von großer Bedeutung. So sollten Personen in Sitzberufen mindestens 10.000 Schritte am Tag gehen. Viele kommen nicht einmal auf die Hälfte.

Ebenfalls zu Rückenschmerzen können „muskuläre Dysbalancen“ führen. Das heißt: Um eine Bewegung auszuführen verkürzt sich ein Muskel und sein Gegenspieler dehnt sich. Ist nun ein Muskel verkürzt, beispielsweise durch Bewegungsmangel oder Fehlhaltungen, führt das zu Schmerzen. So kann beim täglich stundenlangen monotonen Sitzen die Rückenmuskulatur verkümmern und durch die Sitzposition die Bauch- und Beinmuskulatur verkürzen. Das kann zu Beschwerden führen. Geprüfte Produkte mit dem AGR-Gütesiegel fördern die Bewegung und helfen, Rückenschmerzen zu vermeiden.

Die richtige Balance zu finden ist auch Kopfsache. Denn beruflicher Stress, Leistungsdruck, soziale Konflikte oder ein Mangel an Wertschätzung wirken sich ebenfalls negativ auf die Rückengesundheit aus. Die Folge sind oft psychosomatische Beschwerden oder Erkrankungen. Was hilft, sind Selbstfürsorge, Achtsamkeit sowie sozialer Rückhalt und ein Verständnis dafür, was für die eigene Gesundheit förderlich ist und was ihr schaden kann.

Ein großes Angebot an Veranstaltungen und Aktionen

Begleitet wird der 16. Tag der Rückengesundheit von einer Vielzahl an Veranstaltungen, Angeboten und Aktionen. Viele Einrichtungen, wie Praxen, Sportvereine und Fitnessstudios öffnen ihre Türen. Alle Veranstaltungen können auf www.agr-ev.de/tdr2017 gefunden werden.

Das Online-Fitnessstudio www.agr-coach.de bietet zum Tag der Rückengesundheit eine besondere Aktion an, um Rückenschmerzen den Kampf anzusagen. Alle Nutzer, die sich im März kostenlos registrieren, erhalten neben umfassenden Trainingsvideos und Ernährungsplänen das „5 Minuten Rückentraining“ ebenfalls kostenlos. Durch viele Informationsvideos zum Rücken, zu Risiken im Alltag und zu vorbeugenden Maßnahmen lernt man, Rückenschmerzen zu vermeiden. Die Kurzvideos stammen aus dem AGR-empfohlenen Buch von Manuel Eckardt „Das 5-Minuten-Rückentraining“.

Zudem öffnen FPZ Rückenschulen in ganz Deutschland am 15. und 18. März 2017 ihre Türen und bieten eine Vielzahl an Veranstaltungen, Vorträgen, Workshops und Beratungsangeboten an.