Archiv der Kategorie: Gesundheit für Frauen

HPV-Impfung ab sofort früher möglich

Stiko setzt Impfalter herab – Impfung auch im Erwachsenenalter noch sinnvoll

Nach Inkrafttreten der angepassten Schutzimpfungsrichtlinie können Mädchen ab sofort bereits im Alter von neun bis vierzehn Jahren gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft werden. Bisher war eine HPV-Impfung im Alter von zwölf bis siebzehn Jahren möglich. Eine Impfung senkt das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

„Mit der Herabsetzung des Impfalters wird erreicht, dass mehr Mädchen als bisher vor dem ersten sexuellen Kontakt gegen eine HPV-Infektion geschützt werden“, informiert Thomas Wiechert von der IKK classic. „Weiterhin sind – aufgrund der besseren Antikörperreaktionen im jüngeren Alter – nur noch zwei statt bisher drei Impftermine im Abstand von sechs Monaten erforderlich“, so der IKK-Sprecher weiter. Voraussetzung dafür ist, dass die Impfung in der empfohlenen Altersspanne von neun bis vierzehn Jahren durchgeführt wird. Eine Nachholimpfung ist im Alter von fünfzehn bis siebzehn Jahren möglich. Sind Mädchen älter als vierzehn Jahre wird zur Vervollständigung einer Impfserie beziehungsweise für Nachholimpfungen eine dritte Impfdosis nötig.

Jedes Jahr erkranken etwas 4.600 Frauen am Gebärmutterhalskrebs; etwa 1.500 Frauen sterben jährlich daran. Auslöser der Erkrankung ist in den meisten Fällen eine Infektion mit humanen Papillomviren. Die HP-Viren werden durch sexuellen Kontakt übertragen. Seit März 2007 empfiehlt die Stiko eine HPV-Impfung für junge Mädchen. Bereits jetzt ist belegt, dass die Impfung die Entwicklung von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals verhindern kann. Trotz dieser Erkenntnis wurde die Impfung seit ihrer Einführung erst von 30 bis 40 Prozent aller Mädchen und jungen Frauen in Anspruch genommen.

Aber Achtung: Da die HPV-Impfung nicht gegen alle krebsauslösenden HPV-Typen schützt, müssen Früherkennungsmaßnahmen zum Gebärmutterhalskrebs unverändert in Anspruch genommen werden, rät die IKK classic. „Frauen ab 20 Jahre haben Anspruch auf eine jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung mit einem Zellabstrich am Gebärmutterhals, dem so genannten PAP-Test“, erläutert Wiechert.

Die Kosten der HPV-Impfung werden bis zum vollendeten 18. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Da eine Impfung aber auch im jungen Erwachsenenalter noch sinnvoll ist, zahlen einige Kassen die Impfung über das 18. Lebensjahr hinaus. So erstattet die IKK classic die Impfkosten für junge Frauen bis zum vollendeten 26. Lebensjahr. In Niedersachsen wurden im vergangenen Jahr rund 1.000 IKK classic-versicherte Mädchen und junge Frauen gegen HPV geimpft.

Fünf Elemente und vier Regeln

Weit über 200 Partner sitzen inzwischen mit im Boot von Deutschlands größter regionaler Vorsorgeaktion, darunter die Hausärzte aus Niedersachsen und der Deutsche Olympische Sportbund als mitgliederstärkster Verband in der Bundesrepublik. Jetzt ist mit dem Kneipp-Bund aus Bad Wörishofen diejenige Organisation dazu gekommen, die wie keine andere als Inbegriff der Naturheilkunde gilt. „Wir freuen uns, dieser großartigen Idee noch ein Stück näher zu rücken“, sagt die Präsidentin des Kneipp-Bundes Marion Caspers-Merk.

Ebenso positiv äußert sich Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt: „Hier kommt im Interesse der Prävention zusammen, was zusammen gehört“, so die frühere Gesundheitsministerin. Sie hat die „Länger besser leben.“-Idee der BKK24 als Schirmherrin vom ersten Tag an begleitet und war fast immer selbst dabei, wenn neue Regionen in den Kreis der gesündesten Städte Deutschlands aufgenommen wurden. Beim Ausbau der bundesweiten Versorgung aller Versicherten mit „Länger besser leben.“-Angeboten arbeitet das Aktionsteam um Krankenkassen-Vorstand Friedrich Schütte derzeit intensiv daran, überregionale Kontakte zu knüpfen. Der Kooperation mit dem Kneipp-Bund war zuletzt eine Initiative mit dem LandesSportBund Niedersachsen zur Förderung von Trainingsangeboten speziell für Arbeitnehmer und Familien vorausgegangen, die in diesem Jahr das Sportabzeichen ablegen wollen.

Nicht nur Ernährung und Bewegung als die beiden wichtigsten der vier „Länger besser leben.“-Themen sind deckungsgleich mit der Gesundheitsidee des Naturheilers Kneipp, sondern auch die Philosophien und die ganzheitlichen Ansätze beider Organisationen. „In der Tat gibt es große Parallelen“, sagt Marion Caspers-Merk, die den 1897 gegründeten Traditionsbund damit ein Stück weiter ins Zentrum zeitgemäßer Aktivitäten zur Gesundheitsvorsorge rückt. „Natürlich denken wir bei solchen Schritten an die Vorteile für unsere Versicherten“, räumt Schütte ein – und meint damit auch das Thema Geld. So übernimmt die BKK24 den ersten Jahresbeitrag, wenn sich einer ihrer Kunden in einem der bundesweit 600 Kneipp-Vereine verstärkt um die eigene Gesundheit kümmert.

„Basis unserer Initiative sind wissenschaftliche Erkenntnisse aus ganz Europa, unter welchen Voraussetzungen Menschen seltener krank und deutlich älter werden“, so der Kassenvorstand zum Hintergrund von „Länger besser leben.“ Die entsprechenden Regeln wurden an der Cambridge Universität abgeleitet für die Themenfelder Ernährung, Bewegung, Nikotin und Alkohol. Macht jemand in allen vier Punkten alles richtig, dreht sich die Lebensuhr um bis zu 14 Jahre weiter. „Mit Heilpflanzen, Lebensordnung und Wasser bringt der Kneipp-Bund nun drei weitere Elemente ein, deren zusätzliche Bedeutung wir momentan noch gar nicht einschätzen können.“

Bereits vor der Unterschrift unter den Kooperationsvertrag hatte die BKK24 die Nähe zu einzelnen Kneipp-Vereinen gesucht, die Angebote in den bis heute noch regional begrenzten Kerngebieten von „Länger besser leben.“ vorhalten. Jetzt dürfte sich die Zahl der Präventionstermine im Internet-Kalender also erheblich ausdehnen, der unter der Adresse www.LBL-Stadt.de frei zugänglich ist.

Ratgeber für Reizblase-Patienten

Nicht nur Hämorrhoiden oder Magen-Darm-Probleme gehören zu den Beschwerden, über die niemand gerne spricht. Auch eine Reizblase zählt zu den schambehafteten Tabuthemen. Ein Grund, der den Leidensdruck der Betroffenen zusätzlich erhöht und zum Problem werden kann. Denn durch das Stillschweigen fehlt den Patienten häufig das Wissen über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ihrer Symptome. Es besteht also Gesprächsbedarf.

Wenn die Suche nach dem nächsten WC und die Angst, das stille Örtchen nicht rechtzeitig zu erreichen, das Leben bestimmt, wird der Alltag zur Herausforderung und die Lebensqualität leidet. Fast fünf Millionen Frauen haben hierzulande eine Reizblase – mehr als acht Mal müssen sie täglich zur Toilette. Permanenter Harndrang, aber nur geringe Urinmengen und diffuse Unterbauchschmerzen sind ihre ständigen Begleiter. Besonders belastend und vor allem unangenehm ist der unkontrollierbare Harnverlust, der bei einigen Betroffenen auftritt. Eine schwache Beckenbodenmuskulatur kann dies zusätzlich begünstigen. Weiteres Problem: Reizblasen kennen keine Nachtruhe. Reizblase-Patienten müssen auch nachts oft mehrmals zur Toilette. Der Schlafmangel trübt nicht nur die Stimmung, sondern kann zu verminderter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit führen.

Überaktivität mit zahlreichen Ursachen

Vor allem Frauen ab 40 leiden an einer gereizten Blase. Schuld am krankhaften Harndrang sind übersensible Nerven in der Blase, die bereits bei geringen Urinmengen das Signal zum Entleeren geben. Diese Hypersensibilität entwickelt sich häufig als Folge wiederkehrender Blasenentzündungen und wiederholter Reizungen der Blasenschleimhaut. Harnwegsinfekte und Reizblase stehen in einem engen Zusammenhang. Denn einerseits kann sich aus einer rezidivierenden Blasenentzündung eine Reizblase entwickeln, andererseits ist eine gereizte Blase auch anfälliger für bakterielle Infekte.

Ebenso können Veränderungen des hormonellen Gleichgewichts wie ein sinkender Östrogenspiegel während der Wechseljahre oder auch psychischer Stress eine Reizblase begünstigen. Nicht verantwortlich für eine chronisch überaktive Blase dagegen sind Bakterien. Diese verursachen „nur“ eine Blasenentzündung, die allerdings mit ähnlichen Symptomen verläuft wie eine Reizblase.

Infokasten: Natürliche Hilfe für gereizte Blasen

Bei der Behandlung einer akuten Reizblase haben sich zwei Arzneipflanzen besonders bewährt: Echte Goldrute und Bärentraube (wie in Cystinol® N Lösung). Echte Goldrute wirkt durchspülend und krampflösend und beruhigt mit ihren entzündungshemmenden Effekten die gereizte Blasenschleimhaut. Der Harndrang wird gemindert und die Kapazität der Blase spürbar erhöht. Bärentraubenblättertrockenextrakt hemmt die Entzündung und wirkt zusätzlich antibakteriell. Haben Bakterien zur Entstehung einer akuten Reizblase beigetragen, werden diese durch die Wirkstoffe des Bärentraubenblättertrockenextrakts effektiv abgetötet. Bei einer chronisch gereizten Blase ohne bakterielle Ursache ist eine langfristige Behandlung sinnvoll. Extrakt aus Echtem Goldrutenkraut (wie in Cystinol long® Kapseln) beruhigt die Blase dauerhaft und unterstützt wirksam das Blasentraining.

Bei akuten Blasenentzündungen dagegen, sind pflanzliche Mono-Präparate mit Bärentraubenblättertrockenextrakt (wie Cystinol akut®) effektiv und gleichzeitig schonend. Der enthaltene Wirkstoff Arbutin sorgt durch sein antibakterielles und entzündungshemmendes Wirkprofil für eine rasche Besserung der Symptome wie Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, Krämpfe und verstärkten Harndrang. Die gereizte Schleimhaut kann sich schnell erholen.

Tipps für eine starke Blase

Wer folgende Tipps beherzigt, kann seine Blase zusätzlich unterstützen

Training für die Blase

Wer seine Blase trainiert und die Abstände zwischen den Toilettengängen langsam vergrößert, kann nach und nach die Blasenkapazität erhöhen und die Überaktivität der Blase minimieren. Ein Miktionstagebuch hilft, ein Gefühl für die eigenen „Blasengewohnheiten“ zu bekommen.

Stress reduzieren

Häufig trägt Stress zu einer übersensiblen Blase bei. Deshalb: Bewusst auf Entspannung setzen, achtsam auf die eigenen Bedürfnisse hören und Stressfaktoren reduzieren. Das entspannt auch die gereizte Blase.

Auf reizende Nahrungsmittel verzichten

Zumindest bei starken Beschwerden sollte auf Lebensmittel, welche die Blase zusätzlich reizen, eine Weile verzichtet werden. Dazu zählen neben stark gewürzten Speisen und scharfen Nahrungsmitteln auch Kaffee und hochprozentiger Alkohol.

Bewusst trinken

Sind Bakterien die Ursache für Blasenbeschwerden – wie bei einer Cystitis – ist eine erhöhte Trinkmenge (min. 2l) besonders wichtig, um die Erreger auszuspülen. Bei einer Reizblase ohne bakteriellen Hintergrund, muss nicht auf eine verstärkte Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Im Gegenteil: Aktuellen Expertenmeinungen zufolge sollte zwar ausreichend (ca. 1,5l), aber nicht übermäßig viel getrunken werden, um die Blase nicht zusätzlich zu strapazieren.

Beschwerden in den Wechseljahren

Bei den weiblichen Sexualhormonen steht meist das Östrogen im Vordergrund. Ebenso wichtig ist jedoch das Progesteron, auch als Gelbkörperhormon bezeichnet. Es wird bei gebärfähigen Frauen nach dem Eisprung im Gelbkörper gebildet, der sich aus den Resten der Eihülle entwickelt. Das Hormon sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut auf die folgende Schwangerschaft vorbereitet. Wird die Frau nicht schwanger, fällt der Progesteronspiegel wieder ab und schließlich setzt die Menstruation ein.

Bleibt der Eisprung aus, fehlt Progesteron

Mit Beginn des Klimakteriums findet immer öfter kein Eisprung mehr statt, womit auch die erhöhte Progesteronproduktion in der zweiten Zyklushälfte ausbleibt. Dadurch kommt es in dieser Phase zu einem relativen Östrogenüberschuss. Dann zeigen sich oft die ersten Wechseljahresbeschwerden durch Progesteronmangel mit Symptomen wie unregelmäßigen Monatszyklen, besonders starken Blutungen, Stimmungsschwankungen und schmerzhaftem Brustspannen. Schlafstörungen sind ebenfalls häufig, da die schlaffördernde Wirkung des Progesterons wegfällt. Und weil der Östrogenüberschuss auch die Einlagerung von Wasser begünstigt, legen Frauen oft an Gewicht zu.

Progesteronmangel lässt sich behandeln

Durch einen Progesteronmangel verursachte Beschwerden lassen sich oft durch eine Substitution des Hormons (www.hormontherapie-wechseljahre.de) lindern. Eine Untersuchung des Münchener Max-Planck-Instituts hat beispielsweise ergeben, dass der gestörte Nachtschlaf durch mikronisiertes Progesteron wieder deutlich ruhiger werden kann. Ödeme und damit die lästigen Brustschmerzen können ebenfalls verringert werden, da es auch wasseraustreibend wirkt. Weiterhin werden dem Progesteron stimmungsaufhellende und hautglättende Wirkungen zugeschrieben. Bei einer Hormonersatztherapie setzt man es auch gemeinsam mit Östrogen ein, um Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut zu verhindern.

Besser natürlich als synthetisch

Um Wechseljahresbeschwerden durch Progesteronmangel zu behandeln, gibt es sowohl synthetische Gestagene als auch körperidentisches Progesteron, etwa Utrogest. Dabei zeigte sich das natürliche Progesteron in Studien verträglicher und hatte ein geringeres Risiko für Nebenwirkungen. So konnte bei der Therapie mit dem naturidentischen Hormon im Gegensatz zu einer längerfristigen Therapie mit Gestagenen kein erhöhtes Brustkrebsrisiko beobachtet werden. Weitere Einsatzmöglichkeiten für Progesteron sind die Behandlung von Brustbeschwerden und unerfüllter Kinderwunsch. Auch kann es Frühgeburten verhindern helfen.

Selbsthilfe mit Sport und Entspannung

Neben einer medikamentösen Behandlung kann auch Eigeninitiative menopausale Beschwerden lindern. Besonders günstig ist regelmäßiger Sport, aber auch aktive Entspannung etwa mit Meditation, Yoga oder progressiver Muskelentspannung nach Jacobson kann die Nerven beruhigen und stärken. Feste Schlafenszeiten erleichtern das Einschlafen. Auf Alkohol und Zigaretten sollte man weitgehend verzichten, dafür gesund und vitaminreich essen.

Frauen sind häufiger krank, Männer länger

Über 55 Millionen Krankschreibungstage verzeichnete die Techniker Krankenkasse (TK) 2012 für ihre knapp vier Millionen versicherten Erwerbspersonen (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und ALG-I-Empfänger). Fast jeder Zweite (47,7 Prozent) war im letzten Jahr mindestens einmal krankgeschrieben. Der Anteil derer, die 2012 wenigstens einmal arbeitsunfähig waren, ist bei den Frauen mit 51,3 Prozent jedoch deutlich höher als bei den Männern mit 44,6 Prozent. Im Falle einer Krankschreibung fallen Männer jedoch mit durchschnittlich 13,6 Tagen etwas länger aus als Frauen mit 13,3 Tagen.

Bei den Arzneimitteln haben inzwischen die Männer die Nase vorn: Sie erhielten 2012 statistisch gesehen Medikamente für 224 Tage, bei den Frauen waren es 222 Tageseinheiten. Auffällig: Bei den männlichen Erwerbspersonen entfällt knapp die Hälfte des gesamten Arzneimittelvolumens (48 Prozent) auf Herz-Kreislauf-Medikamente, bei den Frauen machen sie „nur“ 26 Prozent aus.

Der TK-Gesundheitsreport analysiert jährlich die Krankschreibungen und Arzneimitteldaten der 3,91 Millionen bei der TK versicherten Erwerbsperso-nen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Der Report 2013 steht unter dem Webcode 516422 auf der Website der TK.

Daten der Gesundheitsberichte der Krankenkassen sind traditionsgemäß nach einer von der Bundesagentur vorgegebenen Standardpopulation alters- und geschlechtsstandardisiert. Ende 2012 verständigten sich die Ersatzkassen auf eine aktualisierte Population. Die im TK-Gesundheitsbericht erfassten Daten sind alle, auch für die Vorjahre, für diese neue Standardpopulation errechnet. Vergleiche mit früheren Ausgaben der TK-Gesundheitsreporte sind jedoch nicht möglich.

Unwissenheit begünstigt Ausbreitung von Masern bei Erwachsenen

Immer mehr Erwachsene erkranken an Masern. Der Grund dafür ist ein Rückgang des Impfschutzes in den letzten Jahren. Schutz vor Krankheitsausbrüchen ist durch konsequente Impfung mit einem unkomplizierten Dreifach-Kombinationsimpfstoff möglich. Durch die gute medizinische Versorgung in Deutschland geht in der Bevölkerung zunehmend die Sensibilität für die Notwendigkeit von Impfungen verloren. Dies spiegelt sich beispielsweise besonders in den Impfraten der zweiten Masern-Mumps-Röteln-Impfung von Kindern sowie im allgemeinen Impfverhalten von Erwachsenen wider. 2010 lag die Impfquote für die zweite Masern-Mumps-Röteln-Impfung von Kindern bei nur 91,5 Prozent. Für eine Ausrottung dieser Erkrankungen ist jedoch eine Impfquote von 95 Prozent notwendig. Deutschland zählt zu den Ländern mit den höchsten Masern-Erkrankungsraten in Europa. Immer wieder gibt es epidemieartige Masernwellen. Besonders auffällig ist dabei eine Häufung in Westdeutschland. In Ostdeutschland besteht eine höhere Durchimpfungsrate, dort sind die Menschen vor einer Ausbreitung besser geschützt.

Deutschland verfehlt erneut Masern-Ziel

Deutschland hatte bereits das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern bis 2010 auszurotten, nicht erreicht. Auch der neu gesetzte Termin, dies bis 2015 zu schaffen, kann nicht eingehalten werden, wie die Ärzte Zeitung im Juni 2012 berichtete. Denn die Masern gelten erst dann offiziell als ausgerottet, wenn drei Jahre hintereinander weniger als 0,1 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner auftreten. In Deutschland dürften also im Jahr 2012 nicht mehr als 82 Menschen an Masern erkranken. Bis zum 17. Oktober wurden aber bereits 170 Erkrankungen an das Robert Koch-Institut gemeldet.

Gründe für Impfmüdigkeit

Die Notwendigkeit für regelmäßige Impfungen bei Kindern und entsprechende Auffrischungen wird immer wieder betont, hingegen wird der Impfschutz bei Erwachsenen oft vernachlässigt. Viele Erwachsene achten vermehrt auf einen ausreichenden Impfschutz für ihre Kinder als für sich selbst. Ein Grund dafür: Die Bedrohung durch Infektionskrankheiten ist nicht mehr so präsent wie früher – eben aufgrund des Erfolgs von Impfungen. Dadurch rückt aber die Angst vor Impfnebenwirkungen in den Vordergrund der Überlegungen. „Viele impfpräventable Erkrankungen sind heutzutage nur noch wenig bekannt. Immer wieder wird öffentlich über Impfnebenwirkungen spekuliert, schwerwiegende Symptome einer Erkrankung selbst werden allerdings außer Acht gelassen“, so der Impfexperte Dr. med. Albrecht von Schrader-Beielstein aus Erfahrung. Viele Erwachsene sind zusätzlich nicht ausreichend über die für sie notwendigen Impfungen informiert. Häufig ist eine Fernreise der einzige Anlass, sich mit dem Thema Impfung auseinander zu setzen. Bei vielen ist der Impfausweis verloren gegangen oder nicht gut gepflegt. Daher fehlt auch den Hausärzten der Überblick für erfolgte und noch erforderliche Impfungen ihrer Patienten.

Folgen fehlender Masern-Mumps-Röteln-Impfung

Eine langfristige Immunität ist nur nach einer zweimaligen Impfung oder einer überstandenen Erkrankung gewährleistet. Seit 2006 nimmt für Erwachsene das Erkrankungsrisiko durch Masern wieder zu: Im Jahr 2010 wurden insgesamt 780 Masern-Fälle in Deutschland gezählt, 2011 hatte sich die Zahl schon auf 1.607 Fälle mehr als verdoppelt. Die Erkrankten werden im Durchschnitt dabei immer älter. Der entscheidende Grund für diese Entwicklung ist: Erst seit 1991 gibt es eine klare Empfehlung an die Ärzte, zweimal zu impfen, um ausreichenden Schutz zu gewährleisten. Mit dem Start der Masernimpfung in den 1970er Jahren bis Anfang der 1990er Jahre wurde aber nur eine einmalige Impfung gegeben, die keinen langfristigen Schutz bietet. Dies hat zur Folge, dass die heutige Elterngeneration – in der Regel zwischen 1970 und 1990 geboren – nur unzureichend gegen Masern, Mumps und Röteln geschützt ist. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher seit 2010 alle nach 1970 Geborenen mit unklarem oder nicht ausreichendem Impfstatus mit dem Dreifach-Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln zu impfen. Die Krankenversicherungen übernehmen komplett die Kosten für die Masern-Mumps-Röteln-Impfung für alle nach 1970 geborenen sowie für Kinder ab dem elften Lebensmonat.

Veränderungen bei Gesundheitsergebnissen von Müttern und Neugeborenen bewirken

Beim Erreichen des Millenniumsentwicklungsziels 5 „Müttergesundheit verbessern“ der Vereinten Nationen wurden einige – wenn auch langsame – Fortschritte erzielt. Im Jahr 2010 rief der UN-Generalsekretär die „Global Strategy for Women’s and Children’s Health“ ins Leben, um Regierungen und die Zivilbevölkerung zu mobilisieren und so für schnelleren Fortschritt zu sorgen.

„Vor Ban Ki-moons Erklärung hat FIGO, der Internationale Verband der Gynäkologen und Geburtshelfer, vor diesem Hintergrund bereits die ,Saving Mothers and Newborns‘-Initiative ins Leben gerufen. Die von FIGO und der schwedischen Zentralbehörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit finanzierte Initiative brachte verschiedene Chancen und Herausforderungen für 10 ressourcenschwache Länder mit sich und soll sie bei ihrer Aufgabe unterstützen, die Morbidität und Mortalität von Müttern und Neugeborenen erheblich zu senken“, so Dr. André Lalonde, der Vorsitzende des FIGO-Komitees für sichere Mutterschaft und Neugeborenengesundheit, im Rahmen einer Präsentation auf dem FIGO2012-Kongress im italienischen Rom.

FIGO hat bereits mit den Landesverbänden der Geburtshelfer, Gynäkologen und Hebammen von Haiti, Kenia, dem Kosovo, Moldawien, Nigeria, Pakistan, Peru, Uganda, der Ukraine und Uruguay zusammengearbeitet, woran sich auch die Berufsverbände ressourcenstarker Länder beteiligt haben. Die dabei erzielten Ergebnisse – insbesondere nennenswert waren klinische Schulungsprogramme für mehr als 2.000 Gesundheitsfachkräfte, darunter Geburtsbegleiter, Hebammen und Doktoren – führten zu einer Verbesserung der Gesundheitsergebnisse von Müttern und Neugeborenen.

Mit dem Haiti-Projekt wurde der humanitären Katastrophe nach dem Erdbeben 2010 Rechnung getragen. Das Mütterzentrum von Port-au-Prince war eines der wenigen Zentren, in denen noch grundlegende geburtshilfliche Versorgungsleistungen angeboten wurden. Das Uruguay-Projekt, bei dem es um die Kontrolle von unsachgemäss vorgenommenen Abtreibungen in einem Land mit restriktiver Gesetzeslage geht, ist für viele Länder ein Vorbild.

Die Durchführung von sicheren Abtreibungen im Rahmen gesetzlicher Vorgaben zur Bekämpfung von Müttersterblichkeit und damit verbundenen Problemen wie Blutungen, Beckeninfektionen und Unfruchtbarkeit steht im Mittelpunkt eines weiteren FIGO-Projekts – der „Initiative zur Prävention unsicherer Abtreibungen“.

Das Projekt betrifft 44 Länder aus aller Welt und basiert auf nationalen Aktionsplänen, die Regierungen und die Zivilbevölkerung im Rahmen ihrer gemeinsamen Bemühungen verabschiedet haben. Bis zu vier verschiedene Stufen können Gegenstand der Pläne sein: ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen reduzieren; unvermeidbare Abtreibungen sicherer gestalten; die rechtzeitige und korrekte Behandlung von Komplikationen bei der Abtreibung; ihrem erneuten Auftreten entgegenwirken.

„Die meisten teilnehmenden Länder haben grosse Fortschritte erzielt. In erster Linie haben sie aber das Konzept verinnerlicht und übernommen, dass Abtreibung ein Problem ist, dessen Bedeutung für die öffentliche Gesundheit und das Leben einer Frau einfach nicht von der Hand zu weisen ist. Folglich müssen Massnahmen ergriffen werden, um die Häufigkeit und damit verbundene Konsequenzen einzuschränken“, so Professor Anibal Faúndes, der Vorsitzende der FIGO-Arbeitsgruppe zur Prävention unsicherer Abtreibung.

Nachwuchs kündigt sich an: Kein Problem für Katzenfans

Ist ein Baby unterwegs, haben viele Katzenbesitzer automatisch das Wort Toxoplasmose im Sinn, eine Krankheit, die von Katzen übertragen und für das ungeborene Leben gefährlich werden kann. Aber: Auch in der Schwangerschaft gibt es keinen Grund, die geliebten Samtpfoten wegzugeben. Denn: Längst nicht jede Katze hat Toxoplasmose und beim Tierarzt können Herrchen und Frauchen jederzeit einen entsprechenden Test machen lassen. Überdies können sich Schwangere mit ein paar Regeln vor der Krankheit schützen:

„Die Gefahr einer Ansteckung lässt sich schon mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen ganz erheblich reduzieren“, beruhigt der Hamburger Tierarzt und Buchautor Dr. Martin Bucksch. Denn: Riskant ist nicht der Kontakt mit der Katze, Schmusen und Streicheln inbegriffen. Gefährlich kann es jedoch werden, wenn die Schwangere mit dem Katzenkot in Berührung kommt, über den der Krankheitserreger übertragen werden kann.

Deshalb gilt in der Schwangerschaft: Die Reinigung der Katzentoilette übernimmt entweder jemand anderes als die Schwangere selbst oder sie benutzt Einweghandschuhe. Dieselbe Empfehlung gilt für Gartenarbeiten, denn auch hier können über Katzen Toxoplasmose-Erreger aktiv sein.

Übrigens: Ganz gleich, ob Hund, Katze, Meerschweinchen, Kaninchen oder Vogel – kein Tier muss weggegeben werden, weil ein Baby unterwegs ist. „Vorausgesetzt, das Tier ist gesund und die Halter achten auf Hygiene“, sagt Dr. Martin Bucksch. Dabei ist wichtig, dass dem Hund oder der Katze Flöhe und Würmer vom Leib bleiben und dass der Impfschutz stimmt.

Beim Vogelbauer ist es ähnlich wie bei der Katzentoilette: Der Kot könnte bedenkliche Keime enthalten. Also am besten mit Einweghandschuhen arbeiten oder die Aufgabe anderen überlassen. IVH

In den Wechseljahren werden Berührungen oft als unangenehm empfunden

(djd/pt). Wenn in der Natur die ersten Blättchen sprießen, steigt auch bei vielen Menschen die Stimmung. Wärmere Temperaturen und Sonnenschein wecken zudem die Sehnsucht nach Zärtlichkeit. Bei Frauen in den Wechseljahren wollen sich die Frühlingsgefühle jedoch oft nicht einstellen. Neben Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen machen ihnen Hitzewallungen zu schaffen, die körperliche Berührungen unangenehm werden lassen. Darüber hinaus kann der hormonelle Rückgang auch Beschwerden im Intimbereich nach sich ziehen. So können beispielsweise Juckreiz und Brennen, leichte Blutungen und Schmerzen beim Sex Anzeichen eines Östrogenmangels sein.

Frust statt Lust

„In den Wechseljahren wird aufgrund des sinkenden Hormonspiegels die Scheidenhaut oft trocken und empfindlich, was den Geschlechtsverkehr unangenehm macht“, erklärt die Münchner Frauenärztin Dr. Eva Göpfert. Denn mit den Östrogenen geht auch die Durchblutung der Scheide zurück. Die Scheidenschleimhaut wird trockener und dünner, sie entzündet sich und wird anfälliger für kleine Verletzungen oder Infektionen mit Bakterien und Pilzen. Wirksame Abhilfe kann eine Hormontherapie schaffen. „Hier können die Hormone beispielsweise durch Tabletten zugeführt werden, oder auch als Pflaster oder Gel über die Haut, wie etwa mit Gynokadin Dosiergel“, erläutert die Expertin.

Gleichmäßige Wirkung über die Haut

Diese Anwendungsweise habe den Vorteil, dass der Darm-Leber-Kreislauf umgangen und die erforderliche Dosis gesenkt werden könne, betont auch Dr. Jens Herold. „Bei Anwendung des Gels wird durch den Speichereffekt der Haut die Abgabe des Hormons konstant gehalten und eine gleichmäßige Wirkung erreicht“, weiß der Münchner Gynäkologe. Die transdermale Gabe kann auch mögliche Risiken senken. „Dazu gehören thrombotische Ereignisse, die unter der Darreichung eines Östrogen-Gels kaum noch vermehrt zu beobachten sind“, ergänzt Dr. Alexander Römmler. Im Hinblick auf das hormonelle Brustkrebsrisiko, erläutert der Münchner Privatdozent, gelte laut Studien der Einsatz von natürlichem Progesteron als relativ risikoarm.

Wenn Stress auf den Magen schlägt

Heilkraft aus der Natur statt teurer Medikamente: Immer mehr Menschen mit Sodbrennen und Magenbeschwerden setzen neben den Methoden der etablierten Schulmedizin auch auf die Kraft natürlicher Quellen.

Regensburg (obx-medizindirekt) – Wachsender Erfolgs- und Termindruck im Alltag, berufliche und private Sorgen und Nöte schlagen immer mehr Menschen auf den Magentrakt: Jeder dritte Bundesbürger leidet nach neuesten Zahlen unter ständig wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden in Form von Krämpfen, Blähungen und Völlegefühl – Tendenz steigend. Auch Sodbrennen gehört neben Kopfschmerzen mittlerweile zu den häufigsten Gesundheitsbeschwerden.Zehntausende Patienten, Kurgäste und Gesundheitsurlauber nutzen jedes Jahr die natürlich starke Heilwirkung der bereits vor über 180 Jahren erschlossenen Heilquellen im süddeutschen Bad Mergentheim.

„Das moderne Arbeitsleben mit seinen ständig wachsenden Anforderungen konfrontiert uns in vielerlei Hinsicht mit Faktoren, die die Entstehung von Sodbrennen begünstigen“, sagt der Internist und Ernährungsmediziner Dr. Lukas André. Mit eine entscheidende Rolle spielt die Ernährung, denn bestimmte Lebensmittel regen unseren Magen zur vermehrten Produktion von Magensäure an. Dazu gehören fettige, stark gewürzte, frittierte und gebratene Speisen und koffeinhaltige Getränke sowie oftmals zuviel Süßes – Dinge, die im beruflichen Alltag zu oft auf dem Speiseplan stehen: ein schneller „Coffee to go“ auf dem Weg ins Büro, ein Burger und eine eisgekühlte Cola am Flughafen-Terminal, weil es schnell gehen muss, ein Feierabend-Bier mit Curry-Wurst und Pommes. Die Folge: Der Magen reagiert „sauer“. Mehr als 12 Millionen Mal gehen die Bundesbürger pro Jahr inzwischen wegen Sodbrennens und Magenschmerzen zum Arzt, sagen die neuesten Zahlen der Krankenkassen.

Die meisten Betroffenen versuchen, dem sauren Aufstoßen und den Magenschmerzen mit Medikamenten beizukommen, die die Säureproduktion hemmen. Die schnelle Lösung gegen Magenprobleme ist allerdings nicht immer die Beste. Wer ohne chemische Mittel behandeln will, kann durch den Einsatz der Bad Mergentheimer Heilquellen in vielen Fällen Beschwerdelinderung erhalten.
Deshalb setzen immer mehr Menschen mit den verschiedensten Magen-Darm-Beschwerden auf Bad Mergentheim mit seinen drei natürlichen Heilquellen: Wilhelm, Karl und Albert. Professor Dr. Karl-Ludwig Resch, Leiter des Deutschen Instituts für Gesundheitsforschung und einer der führenden Bäderheilkundler Deutschlands, weiß warum: „Wer nach Bad Mergentheim kommt, zahlt einmal und kriegt dafür Gesundheit im Dreierpack. Die Bad Mergentheimer Heilquellen wirken mit ihren Inhaltsstoffen – vor allem Magnesium, Kalium, Hydrogenkarbonat, Natrium, Kalzium, Chlorid und Sulfat – als natürliches Arzneimittel sanft und kräftig zugleich und beruhigen Magen und Darm. Der Abstand zum Alltagsstress, Natur, Kultur und Wellness in Bad Mergentheim tragen das ihre dazu bei, dass der Adrenalinspiegel sinkt und damit das überreizte vegetative Nervensystem zur Ruhe kommt. Schließlich kann ein fachlich kompetentes Coaching neue Kompetenzen vermitteln, wie künftig Alltagsstress besser verarbeitet werden kann und welche individuellen Tricks am besten vor einem Rückfall in den alten Teufelskreis schützen.“ Und er fügt hinzu:
“Gerade die Bad Mergentheimer Heilquellen mit ihren einzigartigen Inhaltsstoffen sind ein wahrer Balsam gegen weit verbreitete Beschwerden unserer Zeit und zuverlässige Basis für die erfolgreiche Behandlung von Magen- und Verdauungsbeschwerden in den Kliniken und Sanatorien in Bad Mergentheim.“

„Langfristig lassen sich viele Magen- und Darmbeschwerden dann abstellen, wenn man eine Strategie entwickelt hat, wie man sein Leben und seine Umwelt in den Griff kriegt – eine Strategie, die auch wirklich funktioniert“, weiß Dr. Lukas André. Auch dabei helfen die Gesundheitsexperten in Bad Mergentheim den Patienten.