Archiv der Kategorie: Gesundheit für Männer

Testosteronmangel: Nachlassende Leistungskraft sollte nicht verdrängt werden

Viele Männer in den besten Jahren kennen das: Das Bäuchlein wächst, die gewohnte Joggingstrecke erscheint plötzlich immer anstrengender, im Job nimmt die Konzentrationsfähigkeit ab und im Bett ist das Ruhebedürfnis oft größer als die Liebeslust. Doch die meisten Betroffenen ahnen nicht, dass der Leistungsknick mit einem sinkenden Testosteronspiegel zusammenhängen könnte. Denn ab Mitte 40 produzieren die Nebennierenrinden und die Hoden ganz allmählich immer weniger des männlichen Geschlechtshormons.

Defizit ausgleichen

Neben den beschriebenen Symptomen können auch Stimmungsschwankungen, Erektionsstörungen, fehlende Energie und Schweißattacken hinzukommen. Gerade für Männer ist Hormonmangel aber ein heikles Thema. Es geht an ihre Substanz, an die Identität und Leistungsfähigkeit als Mann. Sie sprechen nicht darüber, nicht mal mit dem besten Freund, schon gar nicht mit der Partnerin. Und viele meiden den Arzt, bis es nicht mehr anders geht. Dabei ist ein Testosteronmangel durch einen Labortest beim Urologen oder Andrologen leicht zu ermitteln. Unter www.mannvital.de beispielsweise gibt es weitere Informationen.
Ein Defizit lässt sich zum Beispiel durch ein Hormon-Gel wie „Testogel Dosiergel“ einfach und verträglich wieder ausgleichen. Das Gel im neuen Dosierspender kann individuell dosiert und damit maßgeschneidert an den jeweiligen Testosteronbedarf angepasst werden. Da ein zunehmender Testosteronmangel ernstzunehmende Gesundheitsstörungen wie Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte fördern kann, sollten Probleme nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Wie Frauen helfen können

Mit Druck ist allerdings wenig zu erreichen. Frauen sollten stattdessen lieber beim Partner geschickt nachfragen: „Was stört dich am meisten in deinem Leben? Möchtest du etwas ändern? Glaubst du nicht, dass dir ein Check-up helfen könnte?“ Oft genügt ein solcher Ideenanstoß, um den Entschluss, zum Arzt zu gehen, reifen zu lassen.

Wenn Männer zu oft „müssen“

Eine „schwache“ Blase haben – das gilt vielen Männern als rein weibliches Problem. Doch dabei handelt es sich um einen großen Irrtum. Zwar sind Frauen von Symptomen wie überfallartig auftretendem Harndrang und ungewolltem Urinverlust tatsächlich häufiger und meist auch früher betroffen. Doch auch bei Männern ist eine überaktive Blase – auch Reizblase genannt – keine Seltenheit. Zusätzlich zu anderen Ursachen wie Entzündungen oder einem übererregbaren Blasenmuskel kommt bei Männern eine vergrößerte Prostata als Auslöser infrage.

Die gereizte Blasenmuskulatur beruhigen

Männer sind insgesamt also weniger betroffen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen Untersuchungen aber, dass Männer stärker unter ihrer Inkontinenz leiden als Frauen und in diesem Zusammenhang auch deutlich anfälliger für Depressionen sind. Hier spiele wohl auch das männliche Selbstbild eine Rolle, wonach Binden, Vorlagen und andere Hilfsmittel reine Frauensache sind. Dabei ist das Leiden der Männer oft unnötig, weil Blasenbeschwerden sich in der Regel gut behandeln lassen. „Männer sollten deshalb ihre Scheu überwinden und bei allzu häufigem Müssen oder ‚Überlaufen‘ einen Urologen aufsuchen“, rät Gesundheitsexpertin Katja Schneider von RGZ24.de. Der Urologe kann die Ursache der Beschwerden finden und wirksame Medikamente verordnen. Eine überaktive Blase kann mit Medikamenten aus der Gruppe der Anticholinergika wie etwa „Vesikur“ behandelt werden. Sie können die gereizte Blasenmuskulatur beruhigen und den unerwünschten Harndrang merklich lindern. So bleibt im Ernstfall ausreichend Zeit, eine Toilette aufzusuchen.

Selbsttest verschafft Klarheit

Ob und wann ein Arztbesuch anzuraten wäre, können Männer beispielsweise per Selbsttest unter www.blase-ok.de herausfinden. Dort gibt es auch eine bundesweite Facharztsuche. Um dem Urologen alle wichtigen Informationen für seine Diagnose geben zu können, ist es sinnvoll, schon vor dem Termin ein sogenanntes Miktionsprotokoll zu führen. Darin wird notiert, wann und wie oft man getrunken und die Toilette besucht hat. Dieses Protokoll kann ebenfalls unter der genannten Webseite kostenlos angefordert werden.

Fünf Elemente und vier Regeln

Weit über 200 Partner sitzen inzwischen mit im Boot von Deutschlands größter regionaler Vorsorgeaktion, darunter die Hausärzte aus Niedersachsen und der Deutsche Olympische Sportbund als mitgliederstärkster Verband in der Bundesrepublik. Jetzt ist mit dem Kneipp-Bund aus Bad Wörishofen diejenige Organisation dazu gekommen, die wie keine andere als Inbegriff der Naturheilkunde gilt. „Wir freuen uns, dieser großartigen Idee noch ein Stück näher zu rücken“, sagt die Präsidentin des Kneipp-Bundes Marion Caspers-Merk.

Ebenso positiv äußert sich Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt: „Hier kommt im Interesse der Prävention zusammen, was zusammen gehört“, so die frühere Gesundheitsministerin. Sie hat die „Länger besser leben.“-Idee der BKK24 als Schirmherrin vom ersten Tag an begleitet und war fast immer selbst dabei, wenn neue Regionen in den Kreis der gesündesten Städte Deutschlands aufgenommen wurden. Beim Ausbau der bundesweiten Versorgung aller Versicherten mit „Länger besser leben.“-Angeboten arbeitet das Aktionsteam um Krankenkassen-Vorstand Friedrich Schütte derzeit intensiv daran, überregionale Kontakte zu knüpfen. Der Kooperation mit dem Kneipp-Bund war zuletzt eine Initiative mit dem LandesSportBund Niedersachsen zur Förderung von Trainingsangeboten speziell für Arbeitnehmer und Familien vorausgegangen, die in diesem Jahr das Sportabzeichen ablegen wollen.

Nicht nur Ernährung und Bewegung als die beiden wichtigsten der vier „Länger besser leben.“-Themen sind deckungsgleich mit der Gesundheitsidee des Naturheilers Kneipp, sondern auch die Philosophien und die ganzheitlichen Ansätze beider Organisationen. „In der Tat gibt es große Parallelen“, sagt Marion Caspers-Merk, die den 1897 gegründeten Traditionsbund damit ein Stück weiter ins Zentrum zeitgemäßer Aktivitäten zur Gesundheitsvorsorge rückt. „Natürlich denken wir bei solchen Schritten an die Vorteile für unsere Versicherten“, räumt Schütte ein – und meint damit auch das Thema Geld. So übernimmt die BKK24 den ersten Jahresbeitrag, wenn sich einer ihrer Kunden in einem der bundesweit 600 Kneipp-Vereine verstärkt um die eigene Gesundheit kümmert.

„Basis unserer Initiative sind wissenschaftliche Erkenntnisse aus ganz Europa, unter welchen Voraussetzungen Menschen seltener krank und deutlich älter werden“, so der Kassenvorstand zum Hintergrund von „Länger besser leben.“ Die entsprechenden Regeln wurden an der Cambridge Universität abgeleitet für die Themenfelder Ernährung, Bewegung, Nikotin und Alkohol. Macht jemand in allen vier Punkten alles richtig, dreht sich die Lebensuhr um bis zu 14 Jahre weiter. „Mit Heilpflanzen, Lebensordnung und Wasser bringt der Kneipp-Bund nun drei weitere Elemente ein, deren zusätzliche Bedeutung wir momentan noch gar nicht einschätzen können.“

Bereits vor der Unterschrift unter den Kooperationsvertrag hatte die BKK24 die Nähe zu einzelnen Kneipp-Vereinen gesucht, die Angebote in den bis heute noch regional begrenzten Kerngebieten von „Länger besser leben.“ vorhalten. Jetzt dürfte sich die Zahl der Präventionstermine im Internet-Kalender also erheblich ausdehnen, der unter der Adresse www.LBL-Stadt.de frei zugänglich ist.

Ratgeber für Reizblase-Patienten

Nicht nur Hämorrhoiden oder Magen-Darm-Probleme gehören zu den Beschwerden, über die niemand gerne spricht. Auch eine Reizblase zählt zu den schambehafteten Tabuthemen. Ein Grund, der den Leidensdruck der Betroffenen zusätzlich erhöht und zum Problem werden kann. Denn durch das Stillschweigen fehlt den Patienten häufig das Wissen über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ihrer Symptome. Es besteht also Gesprächsbedarf.

Wenn die Suche nach dem nächsten WC und die Angst, das stille Örtchen nicht rechtzeitig zu erreichen, das Leben bestimmt, wird der Alltag zur Herausforderung und die Lebensqualität leidet. Fast fünf Millionen Frauen haben hierzulande eine Reizblase – mehr als acht Mal müssen sie täglich zur Toilette. Permanenter Harndrang, aber nur geringe Urinmengen und diffuse Unterbauchschmerzen sind ihre ständigen Begleiter. Besonders belastend und vor allem unangenehm ist der unkontrollierbare Harnverlust, der bei einigen Betroffenen auftritt. Eine schwache Beckenbodenmuskulatur kann dies zusätzlich begünstigen. Weiteres Problem: Reizblasen kennen keine Nachtruhe. Reizblase-Patienten müssen auch nachts oft mehrmals zur Toilette. Der Schlafmangel trübt nicht nur die Stimmung, sondern kann zu verminderter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit führen.

Überaktivität mit zahlreichen Ursachen

Vor allem Frauen ab 40 leiden an einer gereizten Blase. Schuld am krankhaften Harndrang sind übersensible Nerven in der Blase, die bereits bei geringen Urinmengen das Signal zum Entleeren geben. Diese Hypersensibilität entwickelt sich häufig als Folge wiederkehrender Blasenentzündungen und wiederholter Reizungen der Blasenschleimhaut. Harnwegsinfekte und Reizblase stehen in einem engen Zusammenhang. Denn einerseits kann sich aus einer rezidivierenden Blasenentzündung eine Reizblase entwickeln, andererseits ist eine gereizte Blase auch anfälliger für bakterielle Infekte.

Ebenso können Veränderungen des hormonellen Gleichgewichts wie ein sinkender Östrogenspiegel während der Wechseljahre oder auch psychischer Stress eine Reizblase begünstigen. Nicht verantwortlich für eine chronisch überaktive Blase dagegen sind Bakterien. Diese verursachen „nur“ eine Blasenentzündung, die allerdings mit ähnlichen Symptomen verläuft wie eine Reizblase.

Infokasten: Natürliche Hilfe für gereizte Blasen

Bei der Behandlung einer akuten Reizblase haben sich zwei Arzneipflanzen besonders bewährt: Echte Goldrute und Bärentraube (wie in Cystinol® N Lösung). Echte Goldrute wirkt durchspülend und krampflösend und beruhigt mit ihren entzündungshemmenden Effekten die gereizte Blasenschleimhaut. Der Harndrang wird gemindert und die Kapazität der Blase spürbar erhöht. Bärentraubenblättertrockenextrakt hemmt die Entzündung und wirkt zusätzlich antibakteriell. Haben Bakterien zur Entstehung einer akuten Reizblase beigetragen, werden diese durch die Wirkstoffe des Bärentraubenblättertrockenextrakts effektiv abgetötet. Bei einer chronisch gereizten Blase ohne bakterielle Ursache ist eine langfristige Behandlung sinnvoll. Extrakt aus Echtem Goldrutenkraut (wie in Cystinol long® Kapseln) beruhigt die Blase dauerhaft und unterstützt wirksam das Blasentraining.

Bei akuten Blasenentzündungen dagegen, sind pflanzliche Mono-Präparate mit Bärentraubenblättertrockenextrakt (wie Cystinol akut®) effektiv und gleichzeitig schonend. Der enthaltene Wirkstoff Arbutin sorgt durch sein antibakterielles und entzündungshemmendes Wirkprofil für eine rasche Besserung der Symptome wie Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, Krämpfe und verstärkten Harndrang. Die gereizte Schleimhaut kann sich schnell erholen.

Tipps für eine starke Blase

Wer folgende Tipps beherzigt, kann seine Blase zusätzlich unterstützen

Training für die Blase

Wer seine Blase trainiert und die Abstände zwischen den Toilettengängen langsam vergrößert, kann nach und nach die Blasenkapazität erhöhen und die Überaktivität der Blase minimieren. Ein Miktionstagebuch hilft, ein Gefühl für die eigenen „Blasengewohnheiten“ zu bekommen.

Stress reduzieren

Häufig trägt Stress zu einer übersensiblen Blase bei. Deshalb: Bewusst auf Entspannung setzen, achtsam auf die eigenen Bedürfnisse hören und Stressfaktoren reduzieren. Das entspannt auch die gereizte Blase.

Auf reizende Nahrungsmittel verzichten

Zumindest bei starken Beschwerden sollte auf Lebensmittel, welche die Blase zusätzlich reizen, eine Weile verzichtet werden. Dazu zählen neben stark gewürzten Speisen und scharfen Nahrungsmitteln auch Kaffee und hochprozentiger Alkohol.

Bewusst trinken

Sind Bakterien die Ursache für Blasenbeschwerden – wie bei einer Cystitis – ist eine erhöhte Trinkmenge (min. 2l) besonders wichtig, um die Erreger auszuspülen. Bei einer Reizblase ohne bakteriellen Hintergrund, muss nicht auf eine verstärkte Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Im Gegenteil: Aktuellen Expertenmeinungen zufolge sollte zwar ausreichend (ca. 1,5l), aber nicht übermäßig viel getrunken werden, um die Blase nicht zusätzlich zu strapazieren.

Mehr Mut zur Diagnose

Männer sind das starke Geschlecht. Aus medizinischer Sicht allerdings auch das häufiger kranke. Männer liegen nicht nur bei Übergewicht und Suchtmittelkonsum vor den Frauen, sondern sterben im Schnitt auch fünf Jahre früher. Und sie drücken sich vor Arztbesuchen. Das ergab eine repräsentative Umfrage der „Apotheken Umschau“. Demnach glauben 81,9 Prozent der Befragten, dass Männer Krankheitssymptome häufiger ignorieren und zu lange warten, bis sie einen Arzt konsultieren. „Sich körperliche und seelische Leiden einzugestehen und sie behandeln zu lassen ist leider noch in vielen Männerköpfen ein Tabu“, so Dr. Wiete Schramm, Gesundheitsexpertin bei TÜV Rheinland.
Früherkennung rettet Leben

Im Rahmen von Checkup-Untersuchungen können Gesundheitsrisiken rechtzeitig diagnostiziert und Heilungschancen verbessert werden. Dazu gehört beispielsweise auch die Prüfung des Blutdrucks, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Dieser schmerzfreie, unkomplizierte Check ist enorm wichtig, da Herzinfarkt eine häufige Todesursache bei Männern ist. Weitere typische Männerkrankheiten, bei denen sich Vorsorgeuntersuchungen als sinnvoll erweisen, sind Krebs, Diabetes, Lungen- und Nierenerkrankungen. Da die Untersuchungen nur Momentaufnahmen zeigen, sollten sie wiederholt werden. Viele Männer fürchten jedoch das Behandlungsergebnis und gehen daher nicht zum Check-up.
Psychische Gesundheit rückt in den Fokus

Neben den körperlichen Leiden kamen in den vergangenen Jahren vermehrt psychische Störungen als Ursache für Arbeitsunfähigkeit hinzu. Aktuell machen sie bei Männern 12,5 Prozent aller betrieblichen Fehltage aus. Parallel dazu stieg auch die Selbstmordrate. Grund dafür ist laut Männergesundheitsbericht 2013 die unzureichende Diagnose von psychischen Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen und deren Behandlung.

Prostatakrebs: PSA-Test im Kreuzfeuer der Kritik

„Der PSA-Test ist unnütz und mitunter sogar gefährlich.“ Diese Aussage wird fälschlicherweise immer häufiger von den Medien transportiert. So zuletzt auch in der Sendung des RBB Politmagazins Kontraste „Früherkennung bei Prostatakrebs: Das Geschäft mit der Angst“. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU), der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) und der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe kritisieren die einseitige Berichterstattung, die zu einer tiefen Verunsicherung der Männer führt.

„Die einseitige Darstellung des PSA-Tests in den Medien birgt das Risiko einer Bagatellisierung von Prostatakrebs“, gibt auch Dr. Stephan Neubauer, leitender Urologe im Westdeutschen Prostatazentrum in Köln zu bedenken. „Bei aller berechtigten Diskussion dürfen wir nicht vergessen, dass in Deutschland noch immer jedes Jahr sehr viele Männer an Prostatakrebs sterben.“ Laut Angaben des Robert Koch-Instituts steht das Prostatakarzinom bei der Sterblichkeit mit 12.000 Todesfällen an dritter Stelle. Bislang ist der PSA-Test das effektivste Instrument zur Früherkennung von Prostatakrebs. „Enthalten wir unseren Patienten den PSA-Test vor, fallen Männer mit einem aggressiv wachsenden Tumor, der ohne eine adäquate Therapie zum Tod führen würde, durch das Vorsorgeraster“, unterstreicht der Kölner Urologe. So konnte eine jüngst im renommierten Fachjournal „Cancer“ publizierte Auswertung von Daten des größten Krebsregisters der USA zeigen, dass dank verbesserter Früherkennung mittels PSA-Test statt 25.000 nur 8.000 Männer ein spätes Stadium der Krebserkrankung erreichen.(1)

„Dennoch ist die Kritik der Medien nicht ganz unberechtigt, vor allem was den Umgang mit den Ergebnissen des PSA-Tests betrifft“, räumt Neubauer ein. Viel zu häufig landen Patienten vorschnell auf dem OP-Tisch und nehmen mitunter unnötigerweise massive Nebenwirkungen in Kauf, so der Prostata-Spezialist. Gerade die radikale Prostataoperation, die in Deutschland noch immer die häufigste Behandlung ist, geht zum Teil mit einer hohen Inkontinenz- und Impotenzrate einher. Dabei kann es bei Männern, die ein Prostatakarzinom mit geringem Risiko aufweisen, häufig ausreichend sein, den Tumor engmaschig zu überwachen (Active Surveillance). Sollte dennoch eine Behandlung notwendig werden, gilt es, den Fokus verstärkt dahin zu lenken, optimale Heilungsraten bei minimalen Nebenwirkungen zu erzielen.

Hierfür eignen sich vor allem moderne strahlentherapeutische Methoden, wie die Brachytherapie. Anders als bei der radikalen Entfernung der Prostata bleibt die Vorsteherdrüse erhalten. Durch das ultraschallgesteuerte Einbringen radioaktiver Strahlenquellen direkt in die Prostata, wird der Tumor gezielt zerstört und gleichzeitig das umliegende Gewebe geschont. Der Vorteil der „inneren Bestrahlung“ liegt darin, dass Patienten deutlich geringere Nebenwirkungen für die Behandlung in Kauf nehmen müssen, ohne Einbussen in der Heilung zu befürchten. Für fortgeschrittene Stadien sind die Verfahren auch in der Wirkung der Operation nachweislich deutlich überlegen, so dass wesentlich bessere Heilungsraten bei geringeren Nebenwirkungen erzielt werden.(2)

„Gefährlich ist also nicht der PSA-Test, sondern der Umgang mit den Ergebnissen“, resümiert Neubauer. Obwohl die Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie von Prostatakrebs klare Empfehlungen gibt, wann und zu welchen Umständen der Test angewandt werden sollte, komme es noch immer vor, dass PSA-Werte falsch interpretiert und unüberlegt gehandelt werde.

Literatur:
(1)Scosyrev E et al.: Prostate-specific antigen screening for
prostate cancer and the risk of overt metastatic disease at
presentation.Cancer 2012 Jul 30.
(2)Grimm P et al.: Comparative analysis of prostate-specific antigen
free survival outcomes for patients with low, intermediate and high
risk prostate cancer treat-ment by radical therapy. BJUI 109, Suppl.
1, 22-29, 2012

Frauen sind häufiger krank, Männer länger

Über 55 Millionen Krankschreibungstage verzeichnete die Techniker Krankenkasse (TK) 2012 für ihre knapp vier Millionen versicherten Erwerbspersonen (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und ALG-I-Empfänger). Fast jeder Zweite (47,7 Prozent) war im letzten Jahr mindestens einmal krankgeschrieben. Der Anteil derer, die 2012 wenigstens einmal arbeitsunfähig waren, ist bei den Frauen mit 51,3 Prozent jedoch deutlich höher als bei den Männern mit 44,6 Prozent. Im Falle einer Krankschreibung fallen Männer jedoch mit durchschnittlich 13,6 Tagen etwas länger aus als Frauen mit 13,3 Tagen.

Bei den Arzneimitteln haben inzwischen die Männer die Nase vorn: Sie erhielten 2012 statistisch gesehen Medikamente für 224 Tage, bei den Frauen waren es 222 Tageseinheiten. Auffällig: Bei den männlichen Erwerbspersonen entfällt knapp die Hälfte des gesamten Arzneimittelvolumens (48 Prozent) auf Herz-Kreislauf-Medikamente, bei den Frauen machen sie „nur“ 26 Prozent aus.

Der TK-Gesundheitsreport analysiert jährlich die Krankschreibungen und Arzneimitteldaten der 3,91 Millionen bei der TK versicherten Erwerbsperso-nen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Der Report 2013 steht unter dem Webcode 516422 auf der Website der TK.

Daten der Gesundheitsberichte der Krankenkassen sind traditionsgemäß nach einer von der Bundesagentur vorgegebenen Standardpopulation alters- und geschlechtsstandardisiert. Ende 2012 verständigten sich die Ersatzkassen auf eine aktualisierte Population. Die im TK-Gesundheitsbericht erfassten Daten sind alle, auch für die Vorjahre, für diese neue Standardpopulation errechnet. Vergleiche mit früheren Ausgaben der TK-Gesundheitsreporte sind jedoch nicht möglich.

Prostatakrebsforschung in Deutschland stärken

Über aktuelle Fortschritte in der Prostatakrebsforschung tauschen sich mehr als hundert deutsche und internationale Experten am 22. und 23. April 2013 in Bonn aus. Zu dem Symposium „Prostatakrebsforschung: Herausforderungen und Chancen“ („Challenges and Chances in Prostate Cancer Research“) hat die Deutsche Krebshilfe zahlreiche renommierte Sprecher eingeladen. „Wir möchten Wissenschaftler zusammenbringen, um Netzwerke zu schaffen und so die Forschung in Deutschland zu stärken“, sagte Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, anlässlich der Eröffnung des Symposiums im Bonner Hotel Bristol.

„Prostatakrebs stellt nach wie vor eine große wissenschaftliche Herausforderung dar“, so Pleitgen weiter. „Trotz zahlreicher wissenschaftlicher und medizinischer Fortschritte in den vergangenen Jahren besteht weiterhin ein hoher Bedarf an verbesserten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.“ Daher seien in der Forschung weitere Anstrengungen notwendig und wichtig, die zudem gut koordiniert angegangen werden müssten. „Um die Krankheit effektiver bekämpfen zu können, müssen die zahlreichen Forschergruppen vernetzt und ihre Expertise gebündelt werden.“

„Mit dem heutigen Kongress wollen wir diesen Gedanken nun in die Tat umsetzen“, ergänzte Professor Dr. Markus Hohenfellner, Direktor der Urologischen Klinik der Universität Heidelberg sowie Mitglied des Organisationskomitees und des Fachausschusses „Versorgungsmaßnahmen und -forschung“ der Deutschen Krebshilfe. „Wir ermöglichen es den Teilnehmern, in einem kollaborativen Ambiente ihre Erfahrungen und Ideen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und fachübergreifende Kooperationen anzuregen. Ein Beispiel für ein erfolgreiches interdisziplinäres Forschungsvorhaben ist ein von der Deutschen Krebshilfe bereits gefördertes Verbundprojekt zum Thema Prostatakarzinom-Früherkennung, an dem Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen beteiligt sind.“

Zusätzliche Impulse erhofft sich die Deutsche Krebshilfe von teilnehmenden Experten aus dem Ausland. Als internationale Fachleute sind Louis Denis, Antwerpen, Belgien, Jelle O. Batentz vom University Medical Center Nimwegen in den Niederlanden, Martin Gleave vom Vancouver General Hospital in Kanada und Mark A. Rubin vom Weill Cornell Medical College in New York nach Bonn gekommen.

„Der Dialog zwischen den deutschen und internationalen Wissenschaftlern wird neue Ansätze eröffnen, um Diagnostik und Therapie sowie die Lebensqualität von Männern mit Prostatakrebs zu verbessern“, sagte Günter Feick, Mitglied im Organisationskomitee und Vorsitzender des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS). Der BPS hatte die Durchführung des Symposiums aus dem Blickwinkel der Patienten angestoßen.

Hintergrund-Information: Prostatakrebs

Mit 67.600 Neuerkrankungen pro Jahr ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland. Ein Großteil der Betroffenen hat einen lokal begrenzten Tumor. In diesem Fall kommen vier Behandlungswege infrage: das operative Entfernen der Prostata, die Bestrahlung von außen, die Behandlung des Tumors mittels dauerhaft in der Prostata platzierten Strahlenquellen, die sogenannte Brachytherapie, oder die aktive Überwachung (Active Surveillance) mit regelmäßigen Kontrollen und der Einleitung weiterer Therapieschritte bei Fortschreiten der Krankheit.

Am 22. Januar 2013 fiel der Startschuss zu einer der größten klinischen Studien auf dem Gebiet der Onkologie – der sogenannten PREFERE-Studie. Hierbei werden erstmals alle vier Optionen zur Behandlung eines lokal begrenzten Prostatakarzinoms an rund 7.600 Patienten vergleichend untersucht. Knapp 1.000 niedergelassene Urologen und Strahlentherapeuten sowie mindestens 90 Prüfzentren werden sich bundesweit an der Studie beteiligen. Das Ziel der PREFERE-Studie ist es, mit größtmöglicher Zuverlässigkeit Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit für alle vier derzeit beim lokal begrenzten Prostatakarzinom angewendeten Strategien zu gewinnen. Bis zum Jahr 2030 finanzieren die Deutsche Krebshilfe sowie die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen das Projekt mit rund 25 Millionen Euro.

Männer und Beingesundheit

Männer sind keine Kompressionsstrumpf-Muffel. Sie wollen nur nicht, dass man sieht, wenn sie welche tragen (iCONSULT, Venenbeschwerden, München 2011). Der Hersteller medi bietet daher medizinische Kompressionsstrümpfe für Männer.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leben in Deutschland rund 31 Millionen Männer im Alter zwischen 20 und 79 Jahren. Laut der Bonner Venenstudie II haben auch viele Männer ein geschwächtes Venensystem (nach Bonner Venenstudie II bei www.eurocom-info.de / Presse). Es ist höchste Zeit, das „starke“ Geschlecht aufzuklären – über die Venen und medizinische Kompressionsstrümpfe.

So sollten Kompressionsstrümpfe für Männer sein

Männer legen Wert auf den Tragekomfort, die Hautverträglichkeit und die Passform. Den größten Anspruch haben sie hinsichtlich der Optik: Der Kompressionsstrumpf soll unbedingt wie ein normaler Herrenstrumpf aussehen.

Für alle, die körperlich aktiv sind, muss der Strumpf besonderen Anforderungen standhalten – auch in Arbeits- und Sicherheitsschuhen. Dafür gibt es strapazierfähige Ausführungen im robusten Rippen-Design, einer weichen Sohle mit Fersenverstärkung und breitem Bündchen (mediven active). Durch eine neue Stricktechnologie sind die Nähte im Zehenbereich kaum sichtbar und spürbar.

Für den gehobenen Dress-Code gibt es Kompressionsstrümpfe im Business-Look Design von Wolfgang Joop (mediven for men). Nach einem anstrengenden Tag im Meeting oder auf der Messe sind die Beine leichter und entspannter. Selbst im eleganten Schuh sitzt der Strumpf durch die anatomisch geformte Fußspitze mit Rechts / Links-Kennzeichnung bequem und faltenfrei.

Der definierte Kompressionsverlauf des Strumpfes verringert den Venendurchmesser. Dadurch schließen die innenliegenden Venenklappen und beschleunigen den Blutfluss zum Herzen. Schwellungen und Spannungsgefühle können abklingen.

Medizinische Kompressionsstrümpfe sind verordnungsfähige Produkte. Bei medizinischer Notwendigkeit kann sie der Arzt bis zu zweimal jährlich verordnen. Die Strümpfe sind im medizinischen Fachhandel erhältlich.

Eine Broschüre zu den Kompressionsstrümpfen für Männer gibt es bei medi, Telefon 0921 / 912-750, E-Mail Verbraucherservice@medi.de. Händlerfinder auf www.medi.de.

Prostatakrebs: Großstudie bewertet Therapien

Heute fiel der Startschuss zu einer der größten klinischen Studien auf dem Gebiet der Onkologie – der sogenannten PREFERE-Studie. Hierbei werden erstmals die gängigen Behandlungsoptionen bei Frühformen von Prostatakrebs an rund 7.600 Patienten vergleichend untersucht. Rund 1.000 niedergelassene Urologen und Strahlentherapeuten sowie mindestens 90 Prüfzentren werden sich bundesweit an der Studie beteiligen. „Die PREFERE-Studie soll richtungsweisend sein für die Behandlung von Menschen mit Prostatakrebs im Frühstadium.“, sagte Dr. Fritz Pleitgen, Schirmherr der Studie und Präsident der Deutschen Krebshilfe, in Berlin anlässlich der Pressekonferenz zum offiziellen Start des Großprojektes. „Wir rufen betroffene Patienten und niedergelassene Urologen auf: Beteiligen Sie sich an der Studie!“ Bis zum Jahr 2030 finanzieren die Deutsche Krebshilfe sowie die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen das Projekt mit rund 25 Millionen Euro.

„Die PREFERE-Studie ist das größte deutsche urologische Forschungsprojekt der letzten 50 Jahre“, erläuterte Professor Dr. Michael Stöckle, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums des Saarlandes. Der Mediziner leitet die Studie zusammen mit Professor Dr. Thomas Wiegel, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Ulm. „Jede der drei Therapieformen Strahlentherapie, Brachytherapie, also die Behandlung des Tumors mittels vieler kleiner, dauerhaft in der Prostata platzierter Strahlenquellen, und die Aktive Überwachung wird im Vergleich mit der Radikaloperation auf ihre Effektivität überprüft“, erklärte Wiegel.

Das Großprojekt hat vor allem ein Ziel: „Mit PREFERE wollen wir Sicherheit für den Patienten und das Ärzteteam schaffen“, erklärte Pleitgen dazu. „Die Frage nach der individuell besten Therapie soll durch die Erkenntnisse der Studie einfacher zu beantworten sein.“ Doch die Studie wird sich auch schon jetzt, direkt nach ihrem Start, positiv auf die Versorgung auswirken: „Alle betroffenen Männer profitieren ab sofort von der umfassenden und wissenschaftlich fundierten Aufklärung über die Vor- und Nachteile aller vier Behandlungsoptionen“, betonte Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbands, federführend für die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen.

Erfahrene Spezialisten in ausgewiesenen Studienzentren betreuen die Teilnehmer der Studie. Die Sicherheit und die Lebensqualität der Patienten stehen dabei an höchster Stelle. Sie werden nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt und erhalten eine Therapie auf höchstem medizinischen Niveau.

Grundlage für PREFERE war ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Danach wurde die Aufnahme der sogenannten Brachytherapie in den ambulanten Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zunächst ausgesetzt. Der Grund: Es gab keine ausreichenden Daten, um diese Behandlungsform zu bewerten. Daraufhin wurde das Studienkonzept für PREFERE entwickelt, um die Brachytherapie mit anderen Therapien vergleichen zu können. Nach einer Reihe von ausführlichen Begutachtungen dieses Konzeptes und der Weiterentwicklung durch nationale und internationale Experten verschiedener Fachrichtungen konnte PREFERE schließlich auf den Weg gebracht werden. So finden die Studie und ihr Design auch die uneingeschränkte Unterstützung durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das auch an der Konzeption beteiligt war.

Nicht nur inhaltlich ist das Großprojekt richtungweisend, sondern auch organisatorisch, denn PREFERE ist eine Initiative von verschiedenen Institutionen und Organisationen des Gesundheitswesens. Neben der Deutschen Krebshilfe beteiligen sich die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen, die Deutsche Gesellschaft für Urologie, die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie, der Berufsverband Deutscher Urologen, die Deutsche Krebsgesellschaft und der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe an dieser einmaligen Kooperation.

„Die Durchführung der Studie und insbesondere ihre lange Laufzeit bis zum Jahr 2030 sind für alle Beteiligten eine große Herausforderung“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Das gilt auch für die Finanzierung von PREFERE – knapp 13,5 Millionen Euro werden von unserer Organisation übernommen und mit 11,5 Millionen Euro unterstützen die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen das Projekt. Dieses Finanzierungsmodell erlaubt es uns, die Studie unabhängig von industriellen und kommerziellen Interessen durchzuführen – ganz im Sinne der Patienten.“

Interessierte erhalten weitere Informationen zur PREFERE-Studie bei ihrem Urologen oder unter www.prefere.de.