Archiv der Kategorie: Schlaganfall

Akute Schlaganfallversorgung – Fremdsprachen kein Hindernis

Verständigungsprobleme scheinen keine negativen Folgen für die Akutbehandlung eines Schlaganfalls zu haben. Das berichtet die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Sie beruft sich auf eine neue Studie aus den USA.

Ein Schlaganfall kann jeden treffen – und überall, auch im Ausland. Wie wichtig ist es dann, dass Arzt und Patient sich gut verständigen können? US-Experten sind dieser Frage in einem großen Schlaganfallzentrum nachgegangen, in dem ein hoher Anteil der Mitarbeiter Spanisch spricht. Ergebnis: Selbst wenn Arzt und Patient nicht die gleiche Sprache sprachen, hatte dies keinen negativen Einfluss auf das Behandlungsergebnis. Das berichtet die Fachzeitschrift „Neurohospitalist“.

Anders als in der Langzeittherapie von chronischen Krankheiten ist die Bedeutung der Sprache im Akutfall offensichtlich gering. „Notfalldiagnostik und Notfalltherapie scheinen so standardisiert zu sein, dass es auch dann schnell geht, wenn sich Arzt und Patient nicht optimal verstehen“, resümiert Philipp Grätzel von Grätz. Der Berliner Arzt und Wissenschaftsjournalist beobachtet für die Deutsche Schlaganfall-Hilfe die internationale Forschung. Er vermutet: „Bei Herzinfarkten und einigen anderen Notfällen dürfte das ähnlich sein“.

(Quelle: Neurohospitalist 2016; 6(3):107-10)

Schlaganfall-Patienten müssen schnell auf einer Spezialstation behandelt werden

Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Hilfe erleiden jährlich etwa 270.000 Bundesbürger einen Schlaganfall. Um Langzeitschäden zu verhindern, ist im Notfall höchste Eile geboten. Denn anfangs ist nur ein kleines Kerngebiet von einem Infarkt betroffen. „Um die Ausbildung eines vollständigen Schlaganfalles zu verhindern, muss der Patient sehr früh auf einer Spezialstation mit einer Lysetherapie behandelt werden. Gelingt dies innerhalb der ersten drei bis fünf Stunden, dann sind die Chancen auf eine teilweise oder sogar vollständige Rückbildung der Symptome sehr gut“, sagt Prof. Dr. med. Wolf Rüdiger Schäbitz, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld.

Frühzeitig Maßnahmen ergreifen

Je nach Symptom werde bereits auf der Spezialstation mit umfangreichen Maßnahmen begonnen und die Weiterbehandlung in der Reha sowie die anschließende Entlassung nach Hause organisiert. „In der Reha wird in der Regel geprüft, ob zu Hause eine Unterstützung etwa durch einen Pflegedienst nötig ist“, sagt Prof. Schäbitz. Im Falle einer Pflegebedürftigkeit springe die gesetzliche Pflegeversicherung ein. Durch sie würden aber bei schwereren Pflegefällen nicht alle Leistungen abgedeckt. Der Betrag der Unterdeckung und zusätzlich anfallender Kosten könne rasch zwischen 1.000 und 2.000 Euro liegen: „In diesen Fällen kann eine Zusatz-Pflegeversicherung sinnvoll sein, die diesen Teil abdeckt.“

Unterstützung durch Einmalzahlung

Damit sichert man sich entweder direkt für die Unterbringung in einem Pflegeheim ab oder man erhält ein Pflege-, Tages- oder Monatsgeld, mit dem man sich bei Eintritt in eine Pflegestufe ein gutes Pflegeheim leisten kann. „Wir bieten zusätzlich zum Pflegemonatsgeld im Tarif PZ3 einmalig das sechsfache Pflegemonatsgeld bei Eintritt der Pflegestufe III – falls Schlaganfall, Herzinfarkt oder Oberschenkelhalsbruch als eine der pflegebegründenden Diagnosen im Pflegegutachten genannt sind“, betont Elrond Weinbach von den Ergo Direkt Versicherungen. Damit können die ersten, dringend nötigen und teuren Anschaffungen finanziert werden.

Wenn die Sprache lahmt, sofort den Notarzt rufen

Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird, desto größer sind die Chancen, dass der Betroffene wieder ganz gesund zu wird. Das Magazin Reader’s Digest widmet sich in seiner September-Ausgabe ausführlich dem Thema Schlaganfall, den Symptomen und Vorbeugungsmaßnahmen. Grundsätzlich gilt: Wer bei sich oder seinem Gegenüber verzerrte Gesichtszüge, Schwäche in den Armen, plötzliche Probleme beim Sprechen oder Sehen registriert, muss handeln. „Sobald Sie eines dieser Symptome feststellen, rufen Sie sofort den Notarzt, denn jede Minute zählt“, sagt Prof. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Evangelischen Krankenhaus in Bielefeld.

Nach aktuellen Statistiken erleiden jedes Jahr in Deutschland rund 250 000 Menschen einen Schlaganfall, in Österreich geht man von mindestens 20 000 Fällen aus. Fast ein Drittel der Patienten stirbt, und laut Prognosen der EU wird die Zahl der tödlichen Schlaganfälle bis zum Jahr 2025 von jetzt 1,3 auf dann 1,5 Millionen steigen. Dabei wird zwischen zwei Arten von Schlaganfällen unterschieden. Beim ischämischen Schlaganfall, der 85 Prozent der Fälle ausmacht und auch Hirninfarkt genannt wird, verstopft ein Blutgerinsel eine Arterie, die zum Gehirn führt. Beim hämorrhagischen Schlaganfall, der in 15 Prozent der Fälle auftritt, bildet sich hingegen im Hirngewebe als Folge eines geplatzten Gefäßes ein Bluterguss, der benachbarte Zellen quetscht oder die Blutversorgung unterbricht.

Bundesweit gibt es derzeit 235 so genannte „Stroke Units“, also Kliniken, die sich auf Schlaganfallpatienten spezialisiert haben. In Österreich sind es 35 solcher Einrichtungen. Ein Vorteil dieser Kliniken: Sie können mittels moderner Technik wie Computer- und Kernspintomografie schnell klären, um welche Art von Schlaganfall es sich handelt und ob es sinnvoll ist, dass gerinnungshemmende Enzym tPA zu spritzen. „Jede Minute, die tPA früher verabreicht wird, kann zwei Millionen Gehirnzellen retten“, sagt Dr. Steven Levine, Professor für Neurologie und Notfallmedizin am Medizinischen Zentrum von Booklyn, New York, in der neuen Ausgabe des Magazins Reader’s Digest. Jenseits der Informationen zur medizinischen Behandlung gibt das Magazin auch wichtige Tipps, was jedermann zur Vorbeugung tun kann. So ist belegt, dass Arterienverkalkung, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Übergewicht, Diabetes, Rauchen und starker Alkoholkonsum das Risiko vergrößern. Stattdessen raten Experten zu gesunder Ernährung, Abbau von Übergewicht und regelmäßiger körperlicher Bewegung.

Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die September-Ausgabe von Reader’s Digest Deutschland ist ab dem 26. August an zentralen Kiosken erhältlich.

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall

Europa ist vereint, auch beim Notruf. In allen EU-Mitgliedstaaten gilt die Notrufnummer 112. Darauf verweist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich der Sommerreisewelle.

Morgen beginnen auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen die Sommerferien. Millionen Deutsche streben in den kommenden Tagen in den Urlaub. Ein Großteil von ihnen wird in Ländern der Europäischen Union bleiben. Und offensichtlich vertrauen die Deutschen darauf, dass ihnen dabei nichts passiert. Denn welche Notrufnummer sie bei Verdacht auf Schlaganfall oder in anderen Notfällen wählen müssen, wissen gerade einmal 22 Prozent. Das ergab das Eurobarometer, eine Umfrage der EU.

In allen 28 Mitgliedsstaaten ist die 112 sowohl über das Festnetz als auch über Mobilfunknetze erreichbar. In der Regel sprechen die Mitarbeiter der Leitstellen neben ihrer Landessprache auch zumindest englisch.

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, um Leben zu retten oder bleibende Behinderungen zu vermeiden. Umso wichtiger ist es, im medizinischen Notfall schnell zu reagieren. Häufige Symptome eines Schlaganfalls sind Sehstörungen, Sprach- und Sprachverständnisstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, Schwindel mit Gangunsicherheit sowie sehr starker Kopfschmerz.

Mit dem so genannten FAST-Test können auch medizinische Laien in wenigen Sekunden einen Verdacht auf Schlaganfall prüfen. Wie der FAST-Test funktioniert, ist nachzulesen unter schlaganfall-hilfe.de. Nähere Informationen zum Schlaganfall gibt’s auch im Service- und Beratungszentrum der Stiftung, Tel. 0 52 41 – 9 77 00.

Schlaganfall: Jede Minute zählt

In Deutschland erleiden pro Jahr 260.000 Menschen erstmals einen Schlaganfall. Tendenz steigend. Obwohl 80 Prozent der Betroffenen über 60 Jahre alt sind, kann es auch Jüngere treffen. Schlägt die gefährliche Durchblutungsstörung im Gehirn zu, erhalten die Gehirnzellen nicht ausreichend Sauerstoff. Sie beginnen abzusterben. „Das bedeutet, je schneller und konsequenter der Betroffene versorgt wird, desto größer ist die Chance, Gehirngewebe zu retten“, erklärt Dr. Wiete Schramm, Gesundheitsexpertin von TÜV Rheinland. Treten typische Symptome wie einseitige Lähmungen, Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen, extreme Kopfschmerzen, Schwindel, Sprach-, Seh- oder Gehstörungen auf, besteht konkreter Schlaganfall-Verdacht. In dieser Situation umgehend den Rettungsdienst unter der Nummer 112 alarmieren und auf den Verdacht eines Schlaganfalls hinweisen. Der eintreffende Notarzt ist über den Zeitpunkt der ersten Symptome, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahmen zu informieren.

Jetzt zählt jede Minute. Bis der Notarzt eintrifft, sollte der Betroffene mit leicht erhöhtem Oberkörper auf den Rücken gelagert werden. Es gilt, ihn permanent zu beobachten und zu beruhigen. Enge Kleidung ist zu lockern und Zahnprothesen sind zu entfernen. Ist der Patient bewusstlos oder erbricht sich, ist er in die stabile Seitenlage zu bringen, Atmung und Puls müssen regelmäßig überprüft werden. Da die Schluckfunktion gestört sein kann, darf der Betroffene nichts essen oder trinken. Fallen die Vitalfunktionen, wie Atmung und Puls, aus, beginnen Sie unverzüglich mit den Wiederbelebungsmaßnahmen.

An die akute Therapie im Krankenhaus schließt sich in der Regel eine Rehabilitation an. Die Regenerationschancen variieren stark, je nachdem wie schwer der Schlaganfall war und wie schnell behandelnde Maßnahmen eingeleitet wurden. Damit es erst gar nicht so weit kommt, kann jeder Einzelne für sich Vorsorge betreiben. Übrigens: Ein Viertel aller Schlaganfälle wären zu verhindern, wenn die Warnsignale im Vorfeld erkannt und im Krankenhaus behandelt werden. Darum sollte nicht zu lange gezögert und bei begründetem Verdacht lieber einmal mehr der Arzt konsultiert werden als einmal zu wenig. „Am wichtigsten ist es die größten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Diabetes und einen erhöhten Cholesterinspiegel zu vermeiden“, betont die TÜV Rheinland-Expertin Dr. Wiete Schramm.

Spiegeltherapie bei Schlaganfall-Patienten

Manchmal kann ein schlichter Gebrauchsgegenstand wie ein Spiegel dazu beitragen, Schmerzen zu lindern oder die Beweglichkeit zum Beispiel von Schlaganfallpatienten zu verbessern. Ob und wie gut das geht, hat der Physiotherapeut Holm Thieme in seiner Dissertation untersucht, für die er jetzt mit dem Rehabilitationswissenschaftlichen Förderpreis der Celenus-Kliniken ausgezeichnet wurde. Mit seiner Arbeit zum Thema „Die Spiegeltherapie zur Steigerung der motorischen Funktionen nach Schlaganfall“ zeigte Thieme nach Worten von Celenus-Geschäftsführer Berthold Müller „neue Möglichkeiten für die Behandlung von Patienten in Rehakliniken auf“.

Den mit 7.500 Euro dotierten Preis nahm Dr. rer. medic. Thieme am Mittwoch (6. März) auf dem Rehawissenschaftlichen Kolloquium der Deutschen Rentenversicherung in Mainz entgegen. „Mit dieser Auszeichnung ehren wir Wissenschaftler, die die moderne Rehabilitation voranbringen“, sagte Müller, dessen Klinikgruppe sich auch die wissenschaftliche Nachwuchsförderung zum Ziel gesetzt hat.

In seiner Arbeit fand Thieme heraus, dass halbseitengelähmte Patienten nach einem Schlaganfall einerseits durch die Verbesserung ihrer Motorik von der Spiegeltherapie profitieren und dass sich andererseits deren Schmerzen reduzieren können. Dafür wertete er zunächst 14 internationale Studien, zwei davon aus Deutschland, aus (Cochrane Review). In einer Therapiestudie untersuchte er dann, inwieweit sich die 1995 in den USA entwickelte Methode für die Gruppentherapie eignet.

„Auf der Grundlage der Untersuchungen kann die Spiegeltherapie zur Verbesserung der motorischen Funktion in der Schlaganfallrehabilitation empfohlen werden“, erläuterte Thieme. Als Besonderheit der Methode nannte er die Arbeit über das visuelle System zur Behandlung von Schmerzen und Lähmungen.

Bei dem Verfahren wird ein Spiegel so zwischen Arme oder Beine platziert, dass die gesunde Seite gespiegelt wird. Wird die gesunde Seite dabei bewegt, entsteht im Spiegelbild der Eindruck, dass sich die betroffene Extremität des Patienten normal bewegt. Thieme: „Die Spiegeltherapie ist auch für bestimmte Schmerzpatienten sinnvoll, die Bewegungsübungen wegen der damit eventuell verbundenen Schmerzzunahme teilweise schlecht tolerieren.“ Ein weiterer Vorteil der Methode besteht nach Thiemes Worten darin, dass Patienten nach einer entsprechenden Anleitung auch selbstständig damit arbeiten können, wodurch die Therapiezeit deutlich erhöht werden kann.

Die Celenus-Gruppe umfasst 15 Kliniken und ein Sport- und Rehazentrum, in denen Patienten mit unterschiedlichsten Symptomen passgenau behandelt werden. Alle Celenus-Häuser sind nach DIN EN ISO 9001:2008 und DEGEMED zertifiziert und arbeiten mit ausgewiesenen Experten der Medizin, der Rehabilitation und der Gesundheitsökonomie zusammen. Zur Gruppe gehören Häuser mit Behandlungsschwerpunkten in der Psychosomatik, der Orthopädie, der Kardiologie und der Onkologie sowie der Neurologie.

Durch eine Beteiligung an einer Klinik in Baden-Baden gehört seit kurzem ein privates Akutkrankenhaus dazu.

Jede Sekunde zählt!

Jährlich erleiden in Deutschland etwa 250.000 Menschen eine schwere Hirnverletzung vor allem durch Stürze und Unfälle – etwa 170.000 Menschen einen Schlaganfall .

„Nach einem solchen Akutereignis ist es extrem wichtig, dass die Patienten so schnell wie möglich in eine entsprechend ausgestattete Stroke-Unit gelangen“, so Chefarzt Dr. Stephen Kaendler vom Klinikum Heidenheim. „Denn es bleiben, um beispielsweise durch eine Lysetherapie ein Blutgerinnsel aufzulösen, maximal viereinhalb Stunden Zeit, und dies vom erstmaligen Auftreten der Symptome bis zur Behandlung. Da zählt jede Sekunde!“ weiß Kaendler zu berichten.

„Für die über 250.000 Schädelhirnverletzte, die jedes Jahr neu hinzukommen sind die Informationen, wo welche speziellen Einrichtungen für die neurologische Rehabilitation, Nachsorge und Spezialpflege immens wichtig!“, so der stellvertretende Vorsitzende der SHV – FORUM GEHIRN e.V. Karl-Eugen Siegel. „Es ist frustrierend, dass Betroffene selbst heute oft nicht erfahren, welche rehabilitative Möglichkeiten es bei Hirnverletzungen gibt. So erst bei einer Selbsthilfeaktion im November letzten Jahres!“ Daher hat Siegel nun mit seinem Verband ein Onlineportal geschaffen, welches diesen Informationsmangel behebt. Unter www.neuroINDEX.de können alle in Deutschland tätigen Einrichtungen in der neurologischen Rehabilitation, Pflege und Nachsorge abgerufen werden.

Doch Siegel’s Verband und seine Partner möchten noch mehr. Sie wollen vor Ort über die Besonderheiten der neurologischen Rehabilitation sowohl bei Schlaganfall als auch Hirnverletzungen aufklären. Dazu gibt es vom 5.März bis zum 18. März in Zusammenarbeit mit der vhs Heidenheim ein reichhaltiges Programm (s. unten). Den Auftakt wird am Dienstag 5. März 2013, der Heidenheimer Landrat Thomas Reinhardt um 16.00 Uhr machen, gefolgt von Fachbeiträgen der Chefärzte Dr. Stephen Kaendler, Klinikum Heidenheim, Dr. Bernhard Eifert, SRH Fachkrankenhaus Neresheim, Luzia Fischer, Therapiezentrum Burgau und einem Bericht von Hermine Gutmair über ihren Alltag als Betroffene.

Begleitend zur Gesamtaktion, werden Chefarzt Dr. Kaendler und K.E. Siegel am Montag, den 25. Februar um 15.00 Uhr im Foyer des Klinikums Heidenheim eine Mitmachausstellung eröffnen, die sich mit dem Thema:“brain i cap, Das Hadicap mit unserem Gehirn!“ beschäfftigt. „Die Besucher können an sieben Stationen erleben, welche Auswirkungen eine Hirnverletzung im Alltag haben kann“, erläutert Siegel die Ausstellung. „Beispielsweise das Phänomen der Doppelbilder, der Aphasie, Koordinationsschwierigkeiten und einiges mehr. Es lohnt sich, diese eigene Erfahrung zu machen und im Gegensatz zu einer Hirnverletzung kann man die Ausstellung ohne Nebenwirkungen verlassen!“ Siegel grinst.“Genau das denke ich nicht. Diese kleine Ausstellung wird seine Wirkung nicht verfehlen und uns für Hirnverletzte sensibilisieren!“

neuroINDEX, Das Magazin Ausgabe Heidenheim finden Sie unter: http://www.neuro-index.de/?p=9911

Ein Pflanzenstoff aus roten Obst- und Gemüsesorten schützt vor Schlaganfall

Ein hoher Blutspiegel des Pflanzen-Inhaltsstoffes Lycopin, der vor allem in roten Obst- und Gemüsesorten vorkommt, kann das Schlaganfallrisiko offenbar deutlich senken, berichtet die „Apotheken-Umschau“. Das gehe aus einer finnischen Studie hervor, für die über einen Zeitraum von zwölf Jahren 1031 Männer zwischen 46 und 65 Jahren wissenschaftlich begleitet wurden. Die Teilnehmer mit hohen Werten erlitten deutlich seltener einen Schlaganfall. Lycopin kommt vor allem in Tomaten, Karotten, Paprika, Wassermelone und Papaya sowie in Tomatenmark vor.

Schlecht informiert nach Arztbesuch

38 % der Patienten fühlen sich nach einem Arztbesuch nicht gut informiert. Das ergab eine Online-Umfrage der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) empfiehlt eine bessere Vorbereitung.

1.600 Personen aus dem Netzwerk der Stiftung beteiligten sich an der Befragung. 42 Prozent von ihnen gaben an, sich nicht auf einen Arztbesuch vorzubereiten. Erfahrungen der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) zeigen, dass viele Patienten die Inhalte eines Aufklärungsgesprächs mit dem Arzt schon nach kurzer Zeit wieder vergessen haben. „Beim Arztbesuch sind viele Patienten in einer besonderen, manchmal auch angstbesetzten Situation“, sagt Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler, Geschäftsführer der UPD. „Die Aufnahmefähigkeit ist eingeschränkt und wenn dann noch medizinische Fachbegriffe fallen, lösen sich die Botschaften der Mediziner nicht selten in Luft auf. Deshalb lohnt es sich, gerade für Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen, selbst seriöse Informationen zu sichten und sich beraten zu lassen“.

Eine gute Vorbereitung empfiehlt auch die Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Nur so könnten Patienten die immer kürzeren Beratungszeiten optimal nutzen. Informationen und Fragebögen zur Vorbereitung auf den Arztbesuch hat die Stiftung in ihrem Online-Portal (schlaganfall-hilfe.de) zum Download bereitgestellt. Auskünfte erteilt auch das Service- und Beratungszentrum der Stiftung, Tel. 0 18 05 / 09 30 93.

Rote Karte dem Schlaganfal

Im Rahmen der Aufklärungskampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“ erscheint heute die Broschüre „Eigentor des Körpers – den Schlaganfall verstehen“. Diese ist die zweite aus einer Reihe regelmäßig erscheinender Broschüren der Kampagne. Nachdem die erste Broschüre „Anstoß – Bewegung hilft“ über Möglichkeiten zur Vorbeugung aufklärte, können die Leser der zweiten sich nun detailliert über die Ursachen des Schlaganfalls informieren. Die komplexen medizinischen Abläufe und Zusammenhänge im menschlichen Körper werden gut verständlich dargestellt.

Das gemeinsame Ziel: Aufklärung gegen immer mehr Schlaganfälle Michael Ballack möchte als Schirmherr der Aufklärungskampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“ eine möglichst breite Öffentlichkeit erreichen. Für ihn ist es eine Herzensangelegenheit: Schon in jungen Jahren musste er sich mit dem Thema Schlaganfall auseinandersetzen. „Als ich gefragt wurde, eine Kampagne zur Schlaganfallvorbeugung zu unterstützen, fiel mir die Entscheidung deshalb nicht schwer“, so Ballack im Interview.

Der Initiator der Kampagne, Bayer HealthCare Deutschland, rief die Kampagne ins Leben, um über Risiken aufzuklären und so der stetig steigenden Zahl von Schlaganfällen entgegenzuwirken. Kooperationspartner der Kampagne sind die Deutsche Sporthochschule Köln und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Volkskrankheit Schlaganfall

Jedes Jahr erleiden knapp 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Er ist die dritthäufigste Todesursache hierzulande. Das Tückische am Schlaganfall ist, dass er kaum vorhersagbar ist. Dennoch sind sich Experten einig, dass rund 70 Prozent aller Schlaganfälle durch rechtzeitiges Vorbeugen mit einem gesunden Lebensstil, einer ausgewogenen Ernährung und genügend Bewegung vermieden werden könnten. Daher wurden von der Deutschen Sporthochschule Köln spezielle Übungen entwickelt, die helfen können, das Schlaganfall-Risiko zu senken. Michael Ballack zeigt auf einem Übungsposter, einer DVD und auch in der Broschüre „Anstoß – Bewegung hilft“, wie es gemacht wird. Alle Übungen sind so konzipiert, dass sie auch für etwas Ältere oder weniger Sportliche gut ausführbar sind.

Nicht immer reicht ein gesunder Lebensstil

Die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, wird durch bestimmte Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Vorhofflimmern, deutlich erhöht. Im Umgang mit solchen Risikofaktoren reicht ein gesunder Lebensstil und ausreichende Bewegung häufig nicht aus, sodass eine zusätzliche medikamentöse Behandlung notwendig wird. So wird etwa jeder fünfte Schlaganfall durch Vorhofflimmern ausgelöst und nimmt meist einen besonders schweren Verlauf, erläuterte Kardiologe Dr. Thomas Schramm während der Pressekonferenz zum Auftakt der Kampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“.

Während des Vorhofflimmerns kann das Blut im Herz nur noch eingeschränkt zirkulieren, wodurch begünstigt wird, dass sich im sogenannten Vorhofohr Blutgerinnsel bilden können. Diese Gerinnsel können über die Blutbahn in Richtung Gehirn transportiert werden und einen Schlaganfall auslösen.

Daher ist es wichtig, schon die Entstehung von Blutgerinnseln zu vermeiden. Heute gibt es verschiedene Möglichkeiten, dem Schlaganfall-Risiko bei Vorhofflimmern zu begegnen. Mit sogenannten oralen Antikoagulanzien, wie mit einem direkten Faktor-Xa-Hemmer, gelingt dies nach Einschätzung des Kölner Kardiologen Dr. Schramm heute wesentlich einfacher als mit herkömmlichen Vitamin-K-Antagonisten. Beide Therapieformen haben einen ähnlichen Wirkeffekt, jedoch sind die Faktor-Xa-Hemmer deutlich unkomplizierter in der Anwendung.

Aktive Vorbeugung für Jedermann

Die Broschüren „Anstoß – Bewegung hilft“ und „Eigentor des Körpers – den Schlaganfall verstehen“ sowie das Übungsposter, die Bewegungs-DVD und die Autogrammkarte von Michael Ballack können kostenfrei bestellt werden:

– Rote Karte dem Schlaganfall, Postfach 190245, 40112 Düsseldorf
– infomaterial@rote-karte-dem-schlaganfall.de

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.rote-karte-dem-schlaganfall.de. Die komplett neu gestaltete Kampagnenwebsite bietet neben umfangreichen Informationen zum Thema Schlaganfall jede Menge Extras und Services.