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Gut schlafen ohne Hangover-Effekt

Deutschland wird mehr und mehr zu einer Nation der Schlaflosen: Laut dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport schlafen 80 Prozent der Erwerbstätigen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren schlecht. Das sind zwei Drittel mehr als 2010. Zudem leidet jeder zehnte Arbeitnehmer unter schweren Schlafstörungen. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Für die Betroffenen ist der Schlafmangel keine Lappalie. Sie leiden unter Abgeschlagenheit, mangelnder Belastbarkeit und können sich nicht gut konzentrieren. Die Angst, Fehler zu machen und dadurch den Job zu verlieren, lässt die innere Anspannung stetig wachsen. Das Fahnden nach den Ursachen ihrer Schlafprobleme gestaltet sich oft schwierig. Denn sowohl organische, psychische, verhaltensbedingte als auch medikamentöse Faktoren können den Schlaf beeinträchtigen. Wer über mehrere Wochen regelmäßig unter Schlafstörungen leidet, sollte auf alle Fälle einen Arzt konsultieren.

Nebenwirkungen, nein danke

Zur Behandlung von Schlafstörungen gibt es verschiedene Substanzen, die das Einschlafen fördern, die Schlafkontinuität erhöhen und die Schafqualität verbessern. Wichtig zu wissen: Einige chemische Mittel können auf Dauer eine Gewöhnung hervorrufen sowie den sogenannten Hangover-Effekt erzeugen. Dabei ist der Patient am Morgen nach der Einnahme noch wie benebelt, die Unfallgefahr bei der Arbeit und im Straßenverkehr steigt dadurch beträchtlich an. Grundsätzlich sollte der Gebrauch synthetischer Schlafmittel zeitlich begrenzt sein und vom Arzt regelmäßig überprüft werden. Gut verträglich sind dagegen natürliche Arzneimitteln wie das rezeptfreie Neurexan aus der Apotheke. Abends eingenommen, entfaltet die Wirkstoffkombination aus Passionsblume, blühendem Hafer, Kaffeesamen – in homöopathischer Dosierung – und Kristallen eines Wirkstoffes, der in der Baldrianwurzel enthalten ist, eine entspannende Wirkung, die das Einschlafen fördern kann.

Schlafstörer entlarven

Führende Schlafexperten empfehlen Menschen, deren Gedanken nachts stetig kreisen, ein Schlaftagebuch zu führen. In diesem können quälende Sorgen notiert und ungünstige Verhaltensweisen wie etwa übermäßiger Kaffeegenuss oder körperliche Überanstrengung während des Tages entlarvt werden. Darüber hinaus stehen zur Behandlung von Schlafstörungen begleitende verhaltens- und psychotherapeutischer Techniken wie beispielsweise Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen, Schlafhygiene, Schlafrestriktion sowie kognitive Techniken zur Reduktion nächtlicher Grübeleien zur Verfügung. Tipps und Informationen dazu gibt es unter www.entspannung-und-beruhigung.de.

38 % der vollstationären Kranken­haus­patienten wurden im Jahr 2015 operiert

Bei 38 % (7,0 Millionen) der knapp 18,7 Millionen stationär in allge­meinen Krankenhäusern behandelten Patientinnen und Patienten wurde im Jahr 2015 eine Operation durchgeführt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil nicht verändert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war gut die Hälfte der Behandelten, die sich 2015 während ihres Krankenhausaufenthaltes einem chirurgischen Eingriff unterziehen mussten, 60 Jahre und älter.

Zu den häufigsten Operationen in der Altersgruppe 60+ zählten sogenannte „andere Operationen am Darm“, zum Beispiel das Lösen von Verwachsungen oder die Aufdehnung von Darmabschnitten. Danach folgten endoskopische Operationen an den Gallengängen und vor allem bei Frauen die Implantation einer Endoprothese am Hüftgelenk.

Arthroskopische Operationen am Gelenkknorpel und an den Menisken spielten vor allem bei den 45- bis 59-Jährigen eine große Rolle. Bei den Frauen in diesem Alter lagen die Operationen an Mittelfußknochen oder den Zehengliedern des Fußes an erster Stelle. Bei den Männern folgten nach den arthroskopischen Gelenkoperationen die Wiederbefestigung und Plastik am Kapselbandapparat des Schultergelenkes mittels Arthroskop.

Bei Frauen von 15 bis 44 Jahre waren Operationen, die im Zusammenhang mit Entbindungen stehen, am häufigsten. Bei Männern dieser Altersgruppe wurden in erster Linie operative Eingriffe an der unteren Nasenmuschel vorgenommen.

Bei Kindern bis 14 Jahre gehörten das Einschneiden des Trommelfells zur Eröffnung der Paukenhöhle sowie die Entfernung der Rachenmandeln zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen.

Grippewelle in Niedersachsen hat begonnen

Die Grippewelle in Niedersachsen hat begonnen. Die Fachleute aus dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt haben in der vergangenen Woche in mehr als 23 Prozent der untersuchten Proben aus Arztpraxen Influenzaviren nachgewiesen. Auch der Krankenstand in den Kindertageseinrichtungen ist deutlich angestiegen. Das zeigt: Landesweit sind Atemwegserkrankungen zurzeit weit verbreitet.

Um sich und andere vor einer Erkrankung zu schützen, gibt es verschiedene Vorsichtsmaßnahmen. Dazu gehört regelmäßiges Händewaschen, besonders wenn man sich an Orten aufgehalten hat, an denen viele Menschen aufeinandertreffen, wie in Bussen und Bahnen oder in Stadtzentren. Husten sollte man immer in die Armbeuge und nicht in die Hand.

„Eine Influenza-Erkrankung sollte zu Hause und nicht am Arbeitsplatz auskuriert werden“, betonte Gesundheitsministerin Cornelia Rundt. „Eine angemessene Ruhephase fördert nicht nur die Genesung, sondern schützt auch die Kolleginnen und Kollegen sowie weitere Kontaktpersonen.“

Kennzeichnend für die Influenza ist ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit hohem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl, Husten und Gliederschmerzen. Wenn die Erkrankung besonders schwer verläuft, sollte das weitere Vorgehen mit einem Arzt abgestimmt werden. „Eine Behandlung mit Antibiotika ist bei einer Influenza-Erkrankung nicht sinnvoll, da der Erreger ein Virus und kein Bakterium ist“, sagte Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes. „Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Infektionen.“

Auch eine Influenza-Schutzimpfung kann zum jetzigen Zeitpunkt noch sinnvoll sein. In den vergangenen Jahren hat die Grippewelle nicht selten bis Anfang April angedauert. Ein voller Impfschutz besteht aber erst 10 bis 14 Tage nach der Impfung.

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die Impfung insbesondere bestimmten Risikogruppen. Dazu zählen unter anderem alle Personen, die älter als 60 Jahre sind, Menschen mit Diabetes, mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane oder des Nervensystems, sowie mit Herz-Kreislauferkrankungen und mit Störungen des Immunsystems. Schwangere sollten sich ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft impfen lassen. Außerdem empfiehlt die STIKO eine Impfung denjenigen, die einem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, da sie viele Kontakte mit anderen Menschen haben. Dazu gehören insbesondere Menschen, die medizinisch und pflegerisch in Krankenhäusern arbeiten und die Influenzaviren auf abwehrgeschwächte Patientinnen und Patienten übertragen können.

Das Landesgesundheitsamt fasst den Stand der ARE-Aktivität (ARE: akute respiratorische Erkrankungen) wöchentlich in einem Bericht zusammen, der auf der Internetseite www.nlga.niedersachsen.de heruntergeladen werden kann.

Volkskrankheit Schmerz

Im November 2015 diskutierten auf Einladung der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL), der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) beim „Nationalen Versorgungsforum Schmerz“ Schmerzmediziner, Parlamentarier des Deutschen Bundestags, Vertreter von Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen sowie Patienten über Konzepte für eine bessere Schmerzversorgung in Deutschland. Die einhellige Meinung der Teilnehmer: Die Versorgung ist aktuell unzureichend.

Auch durch die im Bundestag vertretenen Parteien wird die schmerzmedizinische Versorgung in Deutschland kritisch gesehen. So konstatiert Maria Klein-Schmeink, MdB und gesundheitspolitische Sprecherin von Bündnis90/Die Grünen, schwere Versorgungslücken und ein Versagen der Selbstverwaltung. Die SPD-Abgeordnete Heike Baehrens, MdB, fordert, das Fachgebiet Schmerzmedizin innerhalb der ärztlichen Strukturen zu stärken: „Die Versorgungslandschaft ist einfach zu unterschiedlich, je nachdem, wo die Patienten leben. Insgesamt haben wir noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Die Ärzteschaft ist gefragt, hier noch einmal Klärungen vorzunehmen.“

Ganz ähnlich argumentiert Maria Michalk, MdB und gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU. Sie weist darauf hin, dass der Gesetzgeber im Rahmen des Versorgungsstärkungsgesetzes dem Gemeinsamen Bundesausschuss den Auftrag gegeben hat, die Bedarfsplanung für die ambulante medizinische Versorgung bis Ende 2016 zu überarbeiten. „Wir werden das Problem der schmerzmedizinischen Versorgung in Deutschland aber nicht allein über die Bedarfsplanung lösen können. Auch in der Ausbildung von Jungmedizinern und in der Weiterbildung muss die Schmerzmedizin besser repräsentiert sein.“

Harald Weinberg MdB, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE konstatiert: „Aus meiner Sicht ist Schmerzmedizin immer noch unterbewertet.“ Er sei dafür, Schmerzmedizin als Fachrichtung aufzuwerten und die spezialisierte Schmerzmedizin als Planungskriterium in die kassenärztliche Bedarfsplanung aufzunehmen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dgschmerzmedizin.de

Gesundheit muss für alle bezahlbar sein

„Krankheit und Armut: Das ist ein Teufelskreis, aus dem immer mehr Menschen nicht mehr herausfinden“, so Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland. Trauriges Beispiel hierfür ist die prekäre Situation der Erwerbsminderungsrentner, die aus gesundheitlichen Gründen früher aus dem Arbeitsleben ausscheiden müssen und ein Armutsrisiko von 37 Prozent aufweisen. Gerade die Ausgaben für Gesundheit steigen für Rentnerinnen und Rentner, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderung immer weiter an. Aktuell kündigen große Krankenkassen wie die AOK und die TK an, ab 2016 die Zusatzbeiträge für ihre Versicherten weiter zu erhöhen. Die anderen Kassen werden folgen. „Diese Entwicklung ist symptomatisch dafür, woran unser Gesundheitssystem kränkelt: Es wird zunehmend sozial ungerecht“, kritisiert Mascher. Sie fordert, dass sich Arbeitgeber künftig wieder paritätisch an der Finanzierung der Krankenkassenbeiträge beteiligen.

VdK-Mitglieder berichten von häufigen Auseinandersetzungen mit Pflege- und Krankenkassen. Insbesondere bei Krankengeldbezug werde großer Druck von den Kassen aufgebaut. Patienten werden mit Entzug des Krankengelds bedroht oder in Richtung Erwerbsminderungsrente gedrängt. In diesem Zusammenhang erteilt Mascher den bekannt gewordenen Vorschlägen des Sachverständigenrats an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, eine „Teilerwerbsunfähigkeit“ für Krankengeldbezieher einzuführen, eine klare Absage: „Das ist kein akzeptabler Weg, um Krankengeldkosten einzudämmen. Ein Versicherter ist gegenüber seiner Krankenkasse immer in der schwächeren Position. Der Druck auf langfristig Erkrankte wird durch solche Maßnahmen nur weiter steigen.“ Stattdessen empfiehlt sie den Ausbau von Prävention und Rehabilitation sowie ausreichend Therapieplätze für psychisch Erkrankte, um Krankengeldkosten dauerhaft zu reduzieren.

„Gesundheit muss für alle bezahlbar sein“, unterstreicht Mascher. Immer mehr Versicherte geraten in Bedrängnis, was ihre Gesundheitsausgaben betrifft. Um fünf Prozent steigen pro Jahr die Zuzahlungen und Eigenanteile für Patienten, während beispielsweise die Neurenten stetig absinken. Viele Medikamente wie Schmerzmittel, Salben oder Kreislauftropfen werden zwar teils vom Arzt verschrieben, müssen aber aus eigener Tasche bezahlt werden. Die Ausgaben für eine neue Brille oder für Zahnersatz sprengen bei vielen Rentnern das Budget, so dass viele auf solche wichtigen Anschaffungen verzichten. „Die Regelsätze für Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung müssen auf die Bedürfnisse dieser Betroffenen abgestimmt werden“, fordert die VdK-Präsidentin.

Zwei Drittel der Deutschen kennen familiäre Vorerkrankungen nicht

42 Prozent der Deutschen wissen nichts über mögliche familiäre Vorerkrankungen. Bei Männern und in der Altersgruppe 30 bis 39 Jahre ist es sogar jeder Zweite. Weitere 26 Prozent kennen sie nur teilweise oder sind sich nicht sicher. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der IKK classic.

68 Prozent der Deutschen können nicht umfassend Auskunft über familiäre Vorerkrankungen geben. Jeder sechste Bundesbürger weiß nicht, wo er Informationen darüber einholen könnte, sollte er beim Arzt oder im Krankenhaus danach gefragt werden.

Vor allem die Altersgruppe der über Fünfzigjährigen hat Probleme, darüber Auskunft zu bekommen. Das liegt daran, dass Informationsquelle Nr. 1 für dieses Thema die eigene Mutter ist, die ältere Deutschen möglicherweise schon nicht mehr fragen können. 41 Prozent derjenigen, die über ihre familiären Vorerkrankungen nicht Bescheid wissen, würden sich an ihre Mutter wenden. Nur sieben Prozent glauben, dass auch ihr Vater oder Geschwister dazu Auskunft geben könnten.

Laut IKK classic sollte sich jeder über familiäre Vorerkrankungen informieren, um nötige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und seinen Lebensstil gegebenenfalls daran anzupassen.

Hintergrundinformationen
Die Studie „Persönliches Gesundheitsmanagement“ wurde im Juli 2015 im Auftrag der IKK classic mit 1.000 Erwachsenen ab 18 Jahren durchgeführt.

Magen-Darm-Beschwerden

7 von 10 Bundesbürgern (69 Prozent) leiden zumindest gelegentlich unter Magen-Darm-Beschwerden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens forsa im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Verdauungsprobleme sind nicht nur weit verbreitet, auch der Leidensdruck ist für viele Betroffene enorm. Apothekerinnen und Apotheker beraten ihre Patienten deshalb tagtäglich dazu, was sie gegen Magen-Darm-Beschwerden tun können“, sagt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt anlässlich des Magen-Darm-Tags am 7. November 2015. Spitzenreiter der Verdauungsbeschwerden ist Sodbrennen: Jeder Dritte (36 %) kennt es aus eigener Erfahrung. Jeder Vierte leidet an Magenschmerzen oder Durchfall. Übelkeit und Erbrechen plagen jeden Fünften.

Verdauungsbeschwerden werden oft mit rezeptfreien Medikamenten behandelt. Schmidt: „Aber nicht jede Erkrankung ist für die Selbstmedikation geeignet, und nicht für jeden Patienten ist das gleiche Medikament optimal. Deshalb kommt der unabhängigen und individuellen Beratung der Apothekerin oder des Apothekers ein besonderer Stellenwert zu.“

Die Beratung zu Magen-Darm-Beschwerden ist eine wichtige Aufgabe der Apothekerinnen und Apotheker. Schmidt: „Dabei geht es um weit mehr als um die Beratung zu Präparaten. Wir haben deshalb Informationsmaterial dazu entwickelt, wie man den Beschwerden vorbeugen kann, welche nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wann ein Arztbesuch ratsam ist.“

Zeitumstellung: Körper an Winterzeit gewöhnen

Am 25. Oktober ist es wieder soweit. Die Uhr wird um eine Stunde auf die normale Zeit zurückgestellt – die Winterzeit beginnt. „Nicht jeder weiß die geschenkte Stunde zu schätzen, denn die Umstellung bringt den Biorhythmus des Menschen aus dem Takt“, weiß Kerstin Anger, Gesundheitsmanagerin der IKK classic. Viele Menschen wachen dann morgens eher auf und werden abends früher müde. Müdigkeit, Unwohlsein und Abgeschlagenheit sind häufig die Folge. Besonders schwierig ist die notwendige Anpassung für Menschen, die bereits unter Schlafstörungen leiden. Auch ältere Menschen, Säuglinge und Kinder sind häufig betroffen. Da sich die Zeitumstellung direkt auf den Schlaf-Wach-Rhythmus auswirkt, braucht der Körper Zeit, um sich anzupassen. Nach einer Anpassungsphase von vier bis 14 Tagen, in der sich die innere Uhr und der äußere Tagesablauf aufeinander einpendeln, verschwinden die Auswirkungen der Zeitumstellung meist wieder.

Lichtverhältnisse ändern sich abrupt: Die Zeitumstellung kann vor allem unruhigen Schläfern Probleme bereiten. Kerstin Anger rät, auf die innere Uhr zu hören und nicht krampfhaft im Bett zu bleiben. Der Körper sollte sich allmählich an die neue Zeit gewöhnen können. „Die Umstellung auf die Winterzeit ändert die Lichtverhältnisse abrupt“, erläutert Anger. Dabei ist das Tageslicht ein natürlicher und wichtiger Taktgeber für die innere Uhr des Menschen. Um sie zu regulieren, sollte man sich daher möglichst viel im Freien aufhalten. Besonders in der zweiten Tageshälfte bewirkt dies, dass man später müde wird. Wer nicht mehr mobil genug für einen Spaziergang sei, kann alternativ eine Weile am Fenster sitzen.

Alles eine halbe Stunde nach hinten verschieben: Die Expertin der IKK classic empfiehlt die schrittweise Annäherung der Tagesstruktur an die Winterzeit: „Die regelmäßigen Uhrzeiten – wann ich aufstehe, esse und schlafen gehe – verschiebt man am besten eine halbe Stunde nach hinten.“ Dadurch gewöhnt sich der Körper langsam an den neuen Rhythmus. Hilfreich ist es auch, sich abends etwas vorzunehmen, zum Beispiel ein Treffen mit Freunden. Dann kommt man automatisch später ins Bett und kann am nächsten Morgen länger schlafen.

Organspende: Klarheit dank Spenderausweis

Neun von zehn Bundesbürgern würden im Notfall ein Spenderorgan annehmen. Und umgekehrt? Laut Umfragen ist die Spendenbereitschaft in den letzten Jahren auf fast 75 Prozent gestiegen. Doch nur 25 Prozent der Deutschen tragen tatsächlich einen Spenderausweis bei sich.

In diesem Jahr erhalten alle niedersächsischen Krankenversicherten ab 16 Jahren nach 2013 wieder Post von ihrer Krankenkasse zum Thema Organspende. Die Reform des Transplantationsgesetzes sieht vor, das die Krankenversicherungen ihre Versicherten alle zwei Jahre zu diesem Thema informieren und einem Organspendeausweis zur Verfügung stellen. So befindet sich Im Schreiben der IKK classic neben dem Spenderausweis beispielsweise ein ausführliches Informationsfaltblatt zur Organspende.

„Die Entscheidung darüber, Organspender zu sein oder nicht, ist eine sehr persönliche und private Angelegenheit – sie erfordert Mut und Vertrauen“, sagt Landesgeschäftsführer Andreas Schönhalz von der IKK classic. „Wir wollen unseren Versicherten Informationen und Denkanstöße geben und sie ermutigen, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen. Ein richtig oder falsch gibt es hierbei nicht.“

Gut informiert kann jeder seine Entscheidung in einem Organspenderausweis dokumentieren. Im Spenderausweis kann eine Einverständnis zur Organspende, eine Ablehnung oder eine Teilerlaubnis eingetragen werden. Die schriftlich festgehaltene Entscheidung ist bindend für Ärzte und Angehörige und nimmt der Familie im Notfall eine schwere Entscheidung ab. Wer seine Meinung über die Bereitschaft zur Spende ändert, kann dies jederzeit tun, indem er den Ausweis zerreißt und einen neuen ausfüllt. Die Daten werden nirgends gespeichert.

Hintergrundinformationen:
Derzeit stehen rund 12.000 Patienten in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan, fast 1.000 allein in Niedersachsen. Vielen könnte geholfen werden, wenn deutlich mehr Menschen auch praktisch zu einer Spende bereit wären und dies mit einem ausgefüllten Organspendeausweis in der Brieftasche dokumentieren würden.

Warum Cholesterin gefährlich und wichtig zugleich ist

Die einen können unbesorgt Kekse und Kuchen essen, andere müssen genau aufpassen, dass sie nicht zu viel Süßes naschen. Nicht unbedingt aus Sorge, dass sie zu dick werden könnten, sondern wegen ihrer Cholesterinwerte. Dieser Stoff ist eine fettartige Substanz, die hauptsächlich in der Leber produziert wird und in der richtigen Dosierung von großer Bedeutung für den menschlichen Körper ist. „Es ist lebenswichtig und wird für Hormone, die DNA und Zellmembranen benötigt. Zudem würde unser Gehirn nicht ohne Cholesterin funktionieren“, erklärt Ian Graham, Professor für Kardiovaskuläre Medizin am irischen Trinity College in Dublin im Magazin Reader’s Digest.

Das Magazin beschreibt in seiner September-Ausgabe nicht nur die Bedeutung von Cholesterin, einem sogenannten Lipid. Es berichtet auch über neue Studien und den Unterschied zwischen „gutem“ lipidarmem (HDL) und „schlechtem“ Cholesterin (LDL) mit hohem Lipidgehalt. Darüber hinaus gibt es noch das VLDL, das den höchsten Lipidgehalt aufweist. Der Stoff gelangt über das Blut an jene Stellen, wo er gebraucht wird. „Wir verfügen über viermal so viel Cholesterin wie nötig ist“, so Professor Graham. Das Problem: Wenn sich der Überschuss zum Beispiel an den Wänden der Arterien ablagert, erhöht er das Risiko für Herzprobleme und Schlaganfälle. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation ist Cholesterin für ein Drittel der koronaren Herzerkrankungen verantwortlich.

Neue Studien haben gezeigt, dass die Änderung der Essgewohnheiten eher dazu beiträgt, den Cholesterinspiegel zu senken, als dies mit körperlicher Betätigung möglich ist – die optimale Lösung ist freilich eine Kombination aus beidem. „Haben Sie im Lauf der Jahres etwas zugelegt, sollten Sie zuerst Ihre überschüssigen Pfunde loswerden“, sagt Dr. Ronald Mensick, Forscher und Humanbiologe an der Universität Maastricht. Jüngste Forschungsergebnisse belegen, dass zu viel Cholesterin in der Nahrung nur bedingt das Risiko einer Erkrankung erhöht, das eigentliche Problem entsteht durch das von der Leber produzierte überschüssige Cholesterin. Dieser Überschuss steht zwar im Zusammenhang mit den verzehrten Lebensmitteln, aber nicht mit denjenigen, vor denen Ärzte in der Vergangenheit gewarnt haben. Wer viele stärke- und zuckerhaltige Kohlehydrate vertilgt, wie sie in Brot, Kartoffeln, Zucker und weißem Reis enthalten sind, dessen Werte für LDL steigen, die Werte des guten HDL aber sinken.

Wie das Magazin Reader’s Digest weiter berichtet sind zahlreiche Fachleute der Auffassung, dass viele ungesättigte Fette – besonders aus Olivenöl, fettem Fisch und Nüssen – zur Senkung der Cholesterinwerte beitragen. Wer dann auch noch reichlich frisches Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Fisch und Nüsse isst, kann hoffen, dass seine Cholesterinwerte niedrig bleiben.